Karakoçan

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Karakoçan
Wappen fehlt
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Karakoçan (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Elazığ
Koordinaten: 38° 57′ N, 40° 2′ O38.9540.033333333333Koordinaten: 38° 57′ 0″ N, 40° 2′ 0″ O
Einwohner: 13.140[1] (2012)
Telefonvorwahl: (+90) 424
Postleitzahl: 23600
Kfz-Kennzeichen: 23
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Cennet Ayik (HDP)
Webpräsenz:
Landkreis Karakoçan
Einwohner: 28.743[1] (2013)
Fläche: 1.083 km²
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Kaymakam: Kemal Atasoy
Webpräsenz (Kaymakam):

Karakoçan (Kurdisch: Dep, Depê) ist eine Stadt und ein gleichnamiger Landkreis in der türkischen Provinz Elazığ. Die Stadt liegt im nordöstlichen Teil der Provinz an der Grenze zu Bingöl und der Provinz Tunceli. Die Gesamtbevölkerung des Landkreises beträgt 28.743 (Stand 2012). Kurden bilden die Mehrheit der Bevölkerung, darunter auch Zaza. Bis zum Ersten Weltkrieg lebten auch christliche Armenier hier. Neben der Mehrheit an Sunniten gibt es auch Aleviten.

Die Fläche beträgt 1085 km² und die Höhe etwa 1090 m über NN. Hohe Berge des Landkreises sind der Kuruca Dağı (Kirûcê) (2372 m) und der Kızıldağ (1538 m), der Tor (1615 m), der Celo Dağı (1594 m) und der Mezragazi (1450 m).

Flüsse sind der Peri, der Kuşçu und der Ohi. Es gibt mehrere Staudämme, unter anderem den Özlüce-Staudamm, den Kalecik-Staudamm und den im Bau befindlichen Pembelik-Staudamm.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl Karakoçan zu den Reichen der Hethiter und der Urartäer gehörte, findet man keine bedeutenden archäologischen Spuren dieser Völker. Später herrschten hier die Meder, die Perser und danach die Römer und Byzantiner. Im heutigen Dorf Kalecik und in dessen Umgebung findet man einige Felsgräber aus römischer Zeit. Karakoçan lag im heftig umkämpften Grenzgebiet von Rom und dem Reich der Parther und später der Sassaniden.

Der türkische Historiker Ali Kemali schrieb in seinem Erzincan Tarihi (dt: Geschichte Erzincans), dass Karakoçan zur Zeit des Kalifen Umar durch den General Chalid ibn al-Walid erobert wurde. In dem Gebiet fanden mehrere Schlachten zwischen Arabern und Byzantinern, Arabern und Iranern und Arabern und Türken statt.

Der seldschukische Kommandant Türkmen Çubuk Bey eroberte 1107 die Gebiete von Harput, Palu, Çemişgezek, Arapgir, Eğin und auch Karakoçan. Sultan Kai Kobad I. machte Karakoçan zum Teil seines Sultanats von Rum. Nachdem die Seldschuken gegen die Mongolen in der Schlacht vom Köse Dağ unterlagen, kontrollierten die Ilchane Karakoçan. Nach den Ilchanen herrschten hier die Aq Qoyunlu und später die Safawiden. Der Osmane Yavuz Sultan Selim konnte die Safawiden besiegen und aus Ostanatolien verdrängen. Seitdem war Karakoçan bis 1923 Teil des Osmanischen Reiches.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach und die russische Armee bis Kiğı vordrang, hatte Karakoçan als Stützpunkt der zweiten osmanischen Armee eine wichtige Position. Zur zweiten Armee gehörten Mustafa Kemal und Ismet Inönü. Im Zuge des Türkischen Befreiungskrieges gründete sich in Erzurum die Vilayet-i Şarkiyye Müdafa-i Hukuk Cemiyeti - Gesellschaft der östlichen Vilayets zur Verteidigung der Rechte. Gründer war der aus Karakoçan stammende Anwalt Hüseyin Avni Ulaş Bey. Er war Mitglied des letzten osmanischen Parlamentes und erster Abgeordneter von Erzurum - Karakoçan war zu der Zeit Teil der Provinz Erzurum - in der Großen Nationalversammlung der Türkei.

1936/1937 wurde der Landkreis Karakoçan gegründet. Die Bezirke Çan aus dem Landkreis Kiğı und die Bezirke Ohi und Lahan aus dem Landkreis Palu wurden zu Karakoçan vereinigt. Der Landkreis Karakoçan wurde in die drei Bereiche Başyurt, Merkez und Çan unterteilt.

Galerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karakoçan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 10. September 2013