Karlovac

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Karlovac. Zur Biografie der kroatischen Schauspielerin Selma Karlovac, siehe unter ihrem eingedeutschten Namen Elma Karlowa.
Karlovac
Wappen von Karlovac
Karlovac (Kroatien)
Paris plan pointer b jms.svg
45.49299166666715.555780555556112Koordinaten: 45° 29′ 35″ N, 15° 33′ 21″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Karlovac Karlovac
Höhe: 112 m. i. J.
Fläche: 402,00 km²
Einwohner: 55.705 (2011)
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 047
Postleitzahl: 47 000
Kfz-Kennzeichen: KA
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Damir Jelić (HDZ)
Koalitionspartner: HSS, HSP AS, HSLS
Postanschrift: Banjavčićeva 9
47000 Karlovac
Webpräsenz:
Sonstiges
Schutzpatron: Hl. Josef (Sv. Josip)
Karlovac3.JPG
Dreifaltigkeitskirche (Crkva svetoga trojstva) von Karlovac mit Pestsäule und Terrakottabrunenanlage

Karlovac [ˈkarlɔʋats] (deutsch veraltet Karlstadt, Carlstadt; ungarisch Károlyváros, italienisch Carlostadio) ist eine Stadt in Zentral-Kroatien mit 55.705 Einwohnern (Volkszählung von 2011). Die Mehrheit der Bevölkerung stellen heute mit 88,21 Prozent die Kroaten.

Karlovac ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Karlovac (kroatisch Karlovačka županija). Die Vier-Flüsse-Stadt liegt an der Korana, der Kupa, der Mrežnica und der Dobra. Wegen der guten Wasserqualität kann man an mehreren Stellen in den Flüssen baden.

Im Straßennetz ist Karlovac 56 km von Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens, und 130 km von Rijeka, der größten Küstenstadt an der nördlichen Adria, entfernt.

Karlovac zählt zu den jüngsten Städten Kroatiens (Gründung 1579 durch den steirischen Erzherzog Karl II. von Innerösterreich, der Befehlshaber der kroatisch-slawonischen Mark). Es entstand als große Festung auf dem sumpfigen Gelände am Zusammenfluss der vier Flüsse Kupa, Korana, Dobra und Mrežnica. Ihr Bau begann 1579 unter der Leitung von Matija Gambon.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Militärfestung von Martin Stier modernisiert. Die Festung ist ein hervorragendes Beispiel für die Baukunst der Renaissance als eine der wenigen erhaltenen sogenannten Idealen Städte. Nach den Kriegen von 1683–1689 und dem türkischen Rückzug verlor Karlovac militärisch an Bedeutung. Durch seine Vorzüge als Knotenpunkt auf dem Verkehrsweg zwischen nördlicher Adria und der Vojvodina entwickelte sich Karlovac jedoch im 18. Jahrhundert zu einer Handelsstadt.

Karlovac ist die Heimat des kroatischen Bieres Karlovačko, das in vielen Lokalen ausgeschenkt wird.

Eine dionysische Landschaft liegt zwischen Zagreb und Karlovac. Dies kontinentale Hinterland Kroatiens birgt neben verspieltem Barock, Holzkapellen, Thermalquellen und klösterlicher Stille auch ungeahnte Weinschätze. Als Pannonische Tiefebene (auch Pannonisches Becken oder Karpatenbecken) benennt man das ausgedehnte Tiefland im südlichen Ostmitteleuropa, das vom Mittellauf der Donau und vom Unterlauf der Theiß durchquert wird. Das Becken liegt großteils in Ungarn, doch haben fünf weitere Staaten, so auch Kroatien, Anteil daran.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  1. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert mit seiner Altstadt in einer sechs-Spitzen Sterne Form gegründet. Von diesem damals modischen Grundriss, die Karlovac, damals Karlstadt, sich mit den zeitgleich entstandenen Städten von Palmanova in der Region Friaul-Julisch Venetien in der Provinz Udine (Italien) und Nové Zámky (vormals: Neuhäusel, Deutsch), eine Stadt im Südwesten der Slowakei, teilt, sind nur noch Spuren vorhanden.
  2. In der Stadt Karlovac hatte 1991 die damalige Jugoslawische Volksarmee eine große Kaserne mit 600 Armeeangehörigen und 50 Panzern. Die Kroaten hatten damals diese Kaserne blockiert und serbische Einheiten sollten diese Blockade durchbrechen und Soldaten und Panzer der jugoslawischen Volksarmee aus der Kaserne holen. Dies war hier der Beginn erbitterter Kämpfe. Während des Kroatien-Krieges wurde durch serbischen Artilleriebeschuss auch die barocke Altstadt stark beschädigte. Kroatische Soldaten sprengten nicht nur die serbisch-orthodoxe Nikolauskirche von Karlovac. In den letzten Jahren wurde die Altstadt wiederaufgebaut, bzw. saniert, doch sind die Narben des Bruderkampfes immer noch sichtbar.
  3. Der zentrale Strossmayer-Platz mit seinen repräsentativen Monumenten.
  4. Von der Burg Dubovac hat man eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt.
  5. Das Stadtmuseum Museum der Stadt in einem ehemaligen Palast der Frankopanen aus dem 17. Jahrhundert, der vormals als Unterkunft für Generale diente.
  6. Stadttheater ZORIN DOM. Erbaut 1892 als Kulturstätte u.a. für den ersten kroatischen Gesangsverein "DAWN" von dem aus Gemona del Friuli stammenden Architekten Gjuro Carelutti (1854-1928) im Stil der Neorenaissance, letztmalig 2001 restauriert. Links und rechts des Eingangsbereiches stehen jeweils in Nischen Skulpturen der Musen Schauspiel, bzw. Musik. Vor dem Haus steht die Skulptur MOTHER vom Bildhauer Ivan Mestrovic (1883-1962).
  7. Die Stadt nennt sich gerne die "Stadt der vier Flüsse", da sich hier der Korana, Kupa -Delta. Mreznica und Droba befinden. Diesen vier Flüssen ist auch der 1869 geschaffene Brunnen mit den vier Terrakottafiguren gewidmet. Diese sind ihre Allegorien.
  8. Nahe dem Brunnen wurde 1691 auch als Dank der Überwindung der Pestepedemie eine Pestsäule mit einer Madonnenstatue im Stil des italienischen Hochbarocks errichtet.
  9. Der Fluss Korana, einer von vier, fließt am historischen Stadtkern und den schönsten Parks und Spazierpfaden entlang, im Sommer findet man an ihren Ufern zahlreiche Badeplätze. In Karlovac wird sie von drei Brücken überbrückt, einer hölzernen, einer Pontonbrücke und einer Brücke aus Betonbögen. Die Brücken der Korana sind als Treffpunkte gern genutzt.
  10. Die Stadt wird im Volksmund wegen ihrer vielen Parkanlagen auch „Stadt der vielen Gärten“ genannt. Grundlage hierfür war die Nutzung der historischen Wehrgräben als städtische Grünanlagen.
  11. Ende August findet in Karlovac das traditionelle zehntägige Bierfest „Karlovački dani piva“ statt. In Karlovac befindet sich die Karlovačka Pivovara, eine der größten Brauereien des Landes.

Banija[Bearbeiten]

Die Banija ist ein Stadtteil nordwestlich des alten Stadtzentrums, welcher sich zwischen der Bahnstrecke, dem Bahnhof Karlovac und dem Fluss Kupa befindet. Der Ursprung der Bezeichnung Banija stammt vom alten kroatischen Adelstitel Ban.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlovac – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien