Kragujevac

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Крагујевац
Kragujevac
Wappen von Kragujevac
Kragujevac (Serbien)
Einwohner Zahlenformat
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Serbien
Okrug: Šumadija
Koordinaten: 44° 1′ N, 20° 55′ O44.01416666666720.911666666667180 keine Zahl: 150835[1]Koordinaten: 44° 0′ 51″ N, 20° 54′ 42″ O
Höhe: 180 m. i. J.
Fläche: 835 km²
Einwohner: 150.835[1] (2011)
Agglomeration: 180.252 (2011)
Bevölkerungsdichte: Expression-Fehler: Unerkanntes Satzzeichen „“ Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 034
Postleitzahl: 34 000
Kfz-Kennzeichen: KG
Struktur und Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 5 Stadtbezirke
Bürgermeister: Veroljub Stevanović (SDPO)
Webpräsenz:
Stadtbezirke

Kragujevac?/i (Aussprache: [ˈkrǎɡujɛvats]; serbisch-kyrillisch Крагујевац; deutsch veraltet Kraggorewatz) ist die viertgrößte Stadt in Serbien. Die Stadt selbst hat knapp 150.835 Einwohner[2], die gleichnamige Gemeinde etwa 180.000 Einwohner. Sie ist der Verwaltungssitz des zentralserbischen Bezirks Šumadija.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt eine gut entwickelte Waffen- und Automobil-Industrie. 1838 wurde in Kragujevac die erste Universität Serbiens der jüngeren Geschichte gegründet. Ebenfalls die erste Grundschule (Gymnasium), Druckerei (beide im Jahre 1833), das heutige Knjaževsko-srpski teatar (1834) und Militärakademie (1837). Sie ist außerdem die Partnerstadt von Ingolstadt und seit 1961 von Suresnes (Frankreich).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kragujevac liegt ca. 140 km südöstlich von Belgrad in der Region und dem gleichnamigen Bezirk Šumadija zentral in der Republik Serbien.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Kragujevac besteht aus fünf Stadtbezirken, die in mehrere Stadtverwaltungen aufgeteilt sind. Stragari ist der einzige Stadtbezirk, dessen Bezirkszentrum sich nicht im urbanen Zentrum der Stadt Kragujevac befindet, sondern im Nordwesten an der Stadtgrenze. Der Stadtbezirk Stari Grad ist nicht weiter unterteilt und ist damit der kleinste Stadtbezirk:

  • Stadtbezirk Aerodrom
    • Aerodrom
    • Jovanovac
    • Cvetojevac
    • Novi Milanovac
    • Resnik
    • Desimirovac
    • Opornica
    • Cerovac
    • Poskurice
    • Šljivovac
    • Lužnice
    • Gornje Grbice
    • Donje Grbice
    • Pajazitovo
    • Mironjić
    • Mali Šenj
    • Čumić
    • Gornje Jarušice
  • Stadtbezirk Pivara
    • Pivara
    • Trmbas
    • Baljkovac
    • Gornja Sabanta
    • Donja Sabanta
    • Dulene
    • Velike Pčenice
    • Velika Sugubina
    • Bukorovac
    • Jabučje
    • Maršić
    • Korman
    • Botunje
    • Gornje Komarice
    • Donje Komarice
  • Stadtbezirk Stanovo
    • Stanovo
    • Trešnjevak
    • Adžine Livade
    • Grošnica
    • Erdeč
    • Goločelo
    • Dragobraća
    • Đuriselo
    • Drenovac
    • Divostin
    • Drača
    • Prekopeča
    • Rogojevac
  • Stadtbezirk Stragari
    • Stadtbezirk
    • Masloševo
    • Kotraža
    • Vlakča
    • Veliki Šenj
    • Ugljarevac
    • Mala Vrbica
    • Dobrača
    • Ramaća
    • Kamenica
    • Ljubičevac
  • Stadtbezirk Stari grad

Geschichte[Bearbeiten]

Denkmal Gebrochene Flügel
Orthodoxe Kirche in Kragujevac

Die Stadt wurde erstmals im 15. Jahrhundert in türkischen Dokumenten als Stadt des Kragujevdža erwähnt. Mit Kragujevdža war ein Sperberfänger gemeint, da Kraguj auf Serbisch eine Art des Sperbers bezeichnet. Kragujevac ließe sich etwa mit Sperberstadt übersetzen. In der Periode von 1818 bis 1839 war Kragujevac zusammen mit Požarevac die Hauptstadt Serbiens. Bis 1867 war dann Belgrad offiziell Hauptstadt Serbiens, aber aufgrund der Präsenz eines osmanischen Regiments in der Belgrader Festung Kalemegdan (Serbien war zu dem Zeitpunkt ein autonomes Fürstentum) verblieben alle wichtigen staatlichen Institutionen in Kragujevac. 1867 sollte Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Regimenter zwingen, das Fürstentum zu verlassen. Belgrad wurde endgültig zur Hauptstadt erklärt und dorthin alle staatlichen Institutionen verlegt.

Während der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht kam es in der Stadt zu einem Massaker. Als Vergeltung für einen Partisanenangriff wurden am 21. Oktober 1941 über 2300 Bewohner erschossen, darunter 300 Schüler und 18 Lehrer des örtlichen Gymnasiums. Mehrere Denkmäler im Gedenkpark 21. Oktober erinnern an die damaligen Opfer (siehe Massaker von Kraljevo und Kragujevac). Diese Gewalttaten inspirierten die Dichterin Desanka Maksimović zum Gedicht Krvava Bajka (Blutiges Märchen). Infolge des tragischen Schicksals wurde Kragujevac einer der aktivsten Vorkämpfer für Frieden und Zusammenarbeit in der Welt. Hierfür wurde die Stadt im Jahr 1986 von der UNO ausgezeichnet und bekam 1988 die Friedensmedaille der französischen Stadt Verdun. Als letzter Überlebender des Massakers gilt Dragoljub Jovanović, der zum Zeitpunkt des Massakers 16 Jahre war und mit mehreren Kugeln in die Beine geschossen wurde, aber verletzt überlebte, indem er sich tot stellte. Er gehört zu rund 40 Männern, die das Massaker überlebten.[3]

Kultur[Bearbeiten]

In der Umgebung von Kragujevac gibt es einige mittelalterliche Klöster und Kirchen wie die Klöster Divostin und Hl. Nikolaus (Sv. Nikola), beide aus dem 13. Jahrhundert, und das Kloster Drača von noch unbekanntem Alter. Diese drei Klöster haben schon zur Zeit der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahre 1389 existiert. Damals wurde dokumentiert, dass am Tag der Schlacht und die Tage davor eine enorm große Anzahl von Frauen, Kindern und älteren Personen die Klöster besuchten, um zu beten.

Der Verein „Abrašević“ mit seinen ca. 600 Mitgliedern zählt zu den größten Kulturvereinen Serbiens.

In der Stadt finden sich viele architektonische Stile nebeneinander. So gibt es traditionelle Gebäude im serbisch-türkischen Balkanstil neben klassizistischer Architektur aus dem 19. Jahrhundert, sozialistischer Einheitsbauweise und modernen Wolkenkratzern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Fußgängerzone im Zentrum der Stadt

Kragujevac ist eine wichtige Industriestadt in Zentralserbien. Das bekannteste Unternehmen, das hier seinen Ursprung hat, ist der Automobil- und Waffenhersteller Zastava, der das ehemalige Jugoslawien seit den 1950er Jahren mit Autos versorgte, darunter die Fića-Modelle (Zastava 750), eine frühere Lizenzversion des Fiat 600, und der Yugo Koral.

Nach einem im September 2008 abgeschlossenen Vertrag zwischen der serbischen Regierung und Fiat hat das Unternehmen 2009 begonnen, ein neues Autowerk in Kragujevac zu errichten. Es sind dabei Investitionen von insgesamt einer Milliarde Euro geplant.[4] Bis Ende des Jahres 2012 sollen im Fiat-Werk 2400 Arbeitsplätze sowie 1000 weitere bei Zuliefererbetrieben in der Umgebung entstehen. Bei voller Auslastung kann nach Angaben von Fiat das Werk bis zu 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Kragujevac besitzt ein relativ gut ausgebautes und dichtes Straßennetz. Zurzeit wird eine Autobahn gebaut, die die Stadt mit der Autobahn Belgrad–Preševo verbinden soll.

Busverkehr[Bearbeiten]

Von Kragujevac aus bestehen direkte Verbindungen in andere serbische Großstädte (z.B. Belgrad). Aber auch innerorts ist das Busnetz sehr dicht ausgebaut und es verkehren viele Busse.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kragujevac unterhält mit den folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kragujevac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. Michael Martens: Überleben in Kragujevac (umfangreicher Interview-Artikel über Jovanović), in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 2. Juni 2012, S. 3.
  4. Die Rückkehr von FIAT nach Serbien. wieninternational.at, 8. Oktober 2008
  5. Eröffnung des FIAT-Werkes in Kragujevac. fiatpress.de, April 2012