Knin

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Knin
Wappen von Knin
Knin (Kroatien)
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44.04256388888916.199169444444214Koordinaten: 44° 2′ 33″ N, 16° 11′ 57″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Šibenik-Knin Šibenik-Knin
Höhe: 214 m. i. J.
Fläche: 355 km²
Einwohner: 15.407 (2011)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 022
Postleitzahl: 22 300
Kfz-Kennzeichen: ŠI
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeisterin: Josipa Rimac (HDZ)
Postanschrift: Ul. Dr. Franje Tuđmana 2
22 300 Knin
Website:

Knin [ˈkniːn] (it. Tenin) ist eine Stadt in der kroatischen Gespanschaft Šibenik-Knin. Sie liegt 56 km von der Küste entfernt im Hinterland Norddalmatiens, im Quellgebiet des Flusses Krka.

Geschichte[Bearbeiten]

Um das Jahr 1080 war Knin Sitz des kroatischen Königs Dmitar Zvonimir. Nach dem Tod des Königs Petar Svačić und der folgenden Personalunion mit dem Königreich Ungarn verlor Knin zunehmend an Bedeutung. Am 29. Mai 1522 wurde Knin von den Osmanen erobert, und kam zum osmanischen Bosnien. Ein Teil der ansässigen Kroaten verließ die Stadt. Am 11. September 1688 wurde Knin von venezianischen Truppen erobert. Durch den Frieden von Karlowitz kam es unter die Herrschaft der Republik Venedig und wurde Teil der Provinz Dalmatien. Danach zogen Kroaten wieder verstärkt in die Stadt und ein Franziskanischer Orden baute im Jahr 1708 ein Kloster und die Kirche.

Im Jahr 1797 kam Knin zusammen mit dem übrigen Dalmatien an die Habsburger.

Zur Zeit der osmanischen und venezianischen Herrschaft siedelten sich in der Region um Knin zahlreiche orthodoxe Siedler an. In zahlreichen Dörfern im Umland Knins sind serbisch-orthodoxe Gräber, Kirchen und Klöster 200 bis 300 Jahre alt. Walachen leben seit dem 17. Jahrhundert ebenfalls dort.

Während des Kroatienkrieges 1991 bis 1995 stand die vorwiegend von Serben bewohnte Stadt Knin unter serbischer Kontrolle und fungierte als Hauptstadt der Republik Serbische Krajina. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Dragan Vasiljković führte den Großteil der ortsansässigen Paramilitärs an. Milan Babić und die Serbische Demokratische Partei suggerierten den ortsansässigen Serben, dass durch die Geschehnisse der Vergangenheit ein Zusammenleben mit den Kroaten in einem Staat Kroatien nicht möglich sei. Der kroatische Bevölkerungsteil der Stadt und der Umgebung wurde 1991/1992 fast vollständig vertrieben, deren Häuser geplündert und angezündet, sowie katholische Kirchen und Klöster verwüstet. Die zu jener Zeit um Knin stationierten Truppen der de facto serbischen Jugoslawischen Volksarmee verhinderten unter dem Kommando von Ratko Mladić militärisch das Eingreifen der kroatischen Polizei.

Im Jahr 1995 wurde die Stadt während der Militäroperation Oluja durch die Kroatische Armee erobert, wobei es laut Anklagen am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu schweren Verbrechen an der Zivilbevölkerung kam, nachdem der größte Teil der serbischen Bevölkerung bereits zuvor geflohen war. Die Republik Kroatien selbst hat in der Zeit nach der Militäroperation ca. 3.000 Verbrechen geahndet und verurteilt.

Nach Kriegsende kehrten die vertriebenen bzw. geflohenen Kroaten größtenteils zurück. Auch die Serben sind, vor allem seit dem Regierungswechsel im Jahr 2000, zum Teil zurückgekehrt. Die stärkste Partei im Kniner Stadtrat ist die HDZ vor der SDSS, einer Partei der kroatischen Serben. Ein Teil der serbischen Bevölkerung verkaufte seinen Besitz an aus Bosnien und Herzegowina (insbesondere der Republika Srpska) vertriebene Kroaten oder tauschte sein Eigentum mit Kroaten aus der Vojvodina.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Stadt hatte zur Volkszählung von 2011 15.407 Einwohner. Die Mehrheit der Bevölkerung stellten mit 75,37 % die Kroaten. 23,05 % bezeichneten sich als Serben. Vor dem Kroatienkrieg bildeten die Serben die absolute Mehrheit (79 %).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von Knin auf die Festung
Blick auf Knin von der Festung

Die Hauptattraktion Knins ist eine große Festungsruine auf dem Berg Spas. Die Festung ist jährlich am 5. August einer der Schauplätze der Festlichkeiten zum Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit.

Am Rande von Knin befindet sich die Quelle des Flusses Krka. Bei ausreichend Schmelzwasser aus den Bergen kommt es zu einem Wasserfall am Quellort.

Verkehr[Bearbeiten]

Knin ist über die kroatischen Staatsstraßen D1 und D33 an das überregionale Straßennetz angebunden. In absehbarer Zeit soll die Staatsstraße D33 nach Šibenik modernisiert und parallel dazu eine Schnellstraße über Oklaj und Drniš zur Küste hin gebaut werden.

Der Bahnhof von Knin liegt an der Bahnstrecke von Oštarije nach Split, in die hier auch die Strecke von und nach Zadar sowie die Una-Bahn einmünden. Im Schienenpersonennahverkehr bestehen mehrere Verbindungen täglich nach Šibenik und Zadar sowie mit Neigetechnik-ICN-Zügen der Hrvatske željeznice nach Zagreb Hauptbahnhof und Split.[1] Die nach dem Bosnienkrieg wiederaufgebaute Una-Bahn über Bihać nach Sisak wird derzeit nicht durchgängig von Personenzügen befahren (Stand 2007 und 2013).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HŽ Putnički prijevoz d.o.o.: Vozni red 9.XII.2012. - 14.XII.2013., Zagreb 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Knin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien