Konstantin II. (Griechenland)

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Griechische Königsfamilie
Royal Coat of Arms of Greece.svg

SM Konstantin II.
IM Königin Anne-Marie

IM Königin Sophia von Spanien
IKH Prinzessin Irene

Konstantin II. mit seiner Ehefrau Prinzessin Anne-Marie von Dänemark, 1997

Konstantin II. von Griechenland (* 2. Juni 1940 in Psychiko bei Athen) war vom 6. März 1964 bis zum 8. Dezember 1974 der letzte König der Hellenen. Seine Schwester Sophia ist die jetzige Königin von Spanien, seine Schwägerin Margrethe II. die jetzige Königin von Dänemark. Konstantin II. entstammt dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Als König[Bearbeiten]

Er folgte seinem Vater König Paul I. nach dessen frühem Tod auf den Thron. Der Mangel an Erfahrung des jungen Königs sollte sich bald als fatal herausstellen. Dies umso mehr, als die griechische Monarchie seit jeher höchst instabil war und schon mehrere Könige hatten abdanken müssen.

Schon bald geriet König Konstantin in einen ernsten Konflikt mit Ministerpräsident Georgios Papandreou. Dieser nahm mit der Entlassung Papandreous am 15. Juli 1965 an Schärfe noch zu und mündete in eine Verfassungskrise. Es kam zu häufigen Regierungswechseln und andauernden Unruhen. Dabei verfestigte sich in vielen Anhängern Papandreous die Ansicht, der König handle nicht verfassungsgemäß: Dieser weigerte sich lange, das Parlament vorzeitig aufzulösen, da er einen Wahlsieg von Papandreous Partei befürchten musste.

Kurz vor den doch noch angesetzten Wahlen putschte das Militär am 21. April 1967. Die Errichtung der Diktatur nahm Konstantin II. zunächst ohne Protest hin. Im Laufe des Jahres ließ er jedoch erkennen, dass er die Obristen nicht als seine Regierung betrachtete. Am 13. Dezember versuchte er, mit einem dilettantisch geplanten Gegenputsch wieder an die Macht zu kommen. Nach dessen Misslingen ging er, ohne abzudanken, ins Exil, bis 1973 nach Rom, dann nach London.

Im Exil[Bearbeiten]

Georgios Zoitakis amtierte vom 13. Dezember 1967 bis zum 21. März 1972 als Regent (Vizekönig) für den König im Exil. Ihm folgte dann der Diktator Georgios Papadopoulos als Regent. Am 1. Juni 1973 schaffte die Militärjunta unter Papadopoulos die Monarchie ab, was durch eine manipulierte Volksabstimmung am 29. Juli bestätigt wurde. Nach dem Sturz der Militärdiktatur führte die neue demokratische Regierung unter Konstantin Karamanlis eine Volksabstimmung über diese Frage durch. Dabei wurde es jedoch Konstantin II. nicht gestattet, nach Griechenland zurückzukehren und aktiv in den Abstimmungskampf einzugreifen. Auch fand sich keine politische Gruppierung von Gewicht, die für die Monarchie eingetreten wäre. Die Abstimmung am 8. Dezember 1974 ergab mit fast 70 % Neinstimmen eine deutliche Mehrheit gegen die Monarchie.

In der Folge durfte Konstantin nur 1981 zum Begräbnis seiner Mutter Friederike sowie noch einmal 1993 für kurze Zeit nach Griechenland zurückkehren. Aufgrund von Differenzen um seinen definitiven Nachnamen wurde 1994 sein Pass eingezogen. Etwa zur gleichen Zeit wurde in einem Beschluss das königliche Grundeigentum dem Staat zugeführt. Nach mehreren Prozessen wurde die Enteignung vom Verfassungsgerichtshof für rechtens erklärt, und Konstantin wandte sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Dieser hob im November 2000 mit 15:2 Stimmen die Enteignungen als rechtswidrig auf und beschloss eine Entschädigung von Konstantin. Diese betrug nur einen Bruchteil des von ihm taxierten Wertes. Inzwischen wurde Konstantin vom griechischen Staat das mobile Vermögen der Familie zurückgegeben. Konstantin hat einen dänischen Reisepass erhalten, der auf den Namen „Constantine de Grecia“ ausgestellt wurde.

Status heute[Bearbeiten]

Konstantin mit Ehefrau Anne-Marie (1998)

Konstantin II. sieht sich bis heute als König von Griechenland, was seine Beziehung zum griechischen Staat belastet. Er verwendet jedoch nicht mehr den alten Titel Konstantin, König der Hellenen (Κωνσταντίνος, Βασιλεύς των Ελλήνων), sondern nennt sich König Konstantin (βασιλιάς Κωνσταντίνος). Während linke Parteien die Monarchie eindeutig ablehnen, verhält sich die konservative Nea Dimokratia neutral, da sich sowohl Gegner der Monarchie als auch überzeugte Monarchisten in der Anhängerschaft der Partei finden.

Sport[Bearbeiten]

Als Sportler errang Konstantin mit seinem Team die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom in der Segelklasse Drachen. Er ist dem Segelsport heute über die Ehrenpräsidentschaft der International Sailing Federation (ISAF) und den Ehrenvorsitz der ISAF Sailing Hall of Fame verbunden.[1]

Die Familie[Bearbeiten]

Konstantin II. heiratete am 18. September 1964 Anne-Marie von Dänemark, mit der er fünf Kinder hat:

  • Alexia (* 10. Juli 1965)
  • Paul (* 20. Mai 1967)
  • Nikolaos (* 1. Oktober 1969)
  • Theodora (* 9. Juni 1983) und
  • Philippos (* 26. April 1986)

Seine ältere Schwester Sophia von Griechenland (* 1938) heiratete 1962 Juan Carlos (* 1938), Infant von Spanien, und ist heute an der Seite ihres Mannes die Königin von Spanien. Die jüngere Schwester, Irene von Griechenland (* 1942), blieb unverheiratet. Sie verbrachte mit der Mutter einige Jahre in Indien. Seit dem Tod von Königin Friederike 1981 lebt Prinzessin Irene in Madrid bei ihrer Schwester Sophia.

Vorfahren und Nachkommen[Bearbeiten]

Ahnentafel Konstantin II., Ex-König von Griechenland
Ururgroßeltern

König Christian IX. von Dänemark (1818–1906)
∞ 1842
Prinzessin Louise von Hessen-Kassel (1817–1898)

Großfürst Konstantin Nikolajewitsch von Russland (1827–1892)
∞ 1848
Prinzessin Alexandra von Sachsen-Altenburg
(1830–1911)

König
Wilhelm I. von Preußen, Deutscher Kaiser (1797–1888)
∞ 1829
Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar- Eisenach
(1811–1890)

Prinz
Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
(1819–1861)
∞ 1840
Königin Victoria von Großbritannien und Irland (1819–1901)

König
Georg V. von Hannover
(1819–1878)
∞ 1843
Prinzessin Marie von Sachsen- Altenburg (1818–1907)

König Christian IX. von Dänemark (1818–1906)
∞ 1842
Prinzessin Louise von Hessen-Kassel (1817–1898)

König
Friedrich III. von Preußen, Deutscher Kaiser (1831–1888)
∞ 1858
Prinzessin
Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901)

Herzog
Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein
(1829–1880)
∞ 1856
Prinzessin Adelheid zu Hohenlohe- Langenburg (1835–1900)

Urgroßeltern

König
Georg I. von Griechenland (1845–1913)
∞ 1867
Großfürstin Olga Konstantinowna Romanowa (1851–1926)

König
Friedrich III. von Preußen, Deutscher Kaiser (1831–1888)
∞ 1858
Prinzessin Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901)

Kronprinz Ernst August von Hannover,
Herzog von Braunschweig-Lüneburg
(1845–1923)
∞ 1878
Prinzessin Thyra von Dänemark
(1853–1933)

König
Wilhelm II. von Preußen, Deutscher Kaiser
(1859–1941)
∞ 1881
Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg- Augustenburg (1858–1921)

Großeltern

König Konstantin I. von Griechenland (1868–1923)
∞ 1889
Prinzessin Sophie von Preußen (1870–1932)

Herzog Ernst August von Braunschweig (1887–1953)
∞ 1913
Prinzessin Viktoria Luise von Preußen (1892–1980)

Eltern

König Paul I. von Griechenland (1901–1964)
∞ 1938
Prinzessin Friederike von Hannover (1917–1981)

König Konstantin II. von Griechenland (* 1940)
∞ 1964
Prinzessin Anne-Marie von Dänemark (* 1946)

Kinder

Prinzessin Alexia von Griechenland (* 1965)
∞ 1999
Carlos Morales Quintana (* 1970)

Prinz Paul von Griechenland (* 1967)
∞ 1995
Marie-Chantal Miller (* 1968)

Prinz Nikolaos von Griechenland (* 1969)
∞ 2010[2]
Tatiana Blatnik (* 1980)

Prinzessin Theodora von Griechenland (* 1983)

Prinz Philippos von Griechenland (* 1986)

Enkel
  • Arrietta Morales y de Grecia (* 2002)
  • Anna-Maria Morales y de Grecia (* 2003)
  • Carlos Morales y de Grecia (* 2005)
  • Amelia Morales y de Grecia (* 2007)
  • Prinzessin Maria-Olympia (* 1996)
  • Prinz Konstantinos-Alexios (* 1998)
  • Prinz Achileas-Andreas (* 2000)
  • Prinz Odysseas-Kimon (* 2004)
  • Prinz Aristidis Stavros (* 2008)

Titel[Bearbeiten]

  • Seine königliche Hoheit Prinz Konstantin von Griechenland und Dänemark (1940–1947)
  • Seine königliche Hoheit der Kronprinz von Griechenland, Herzog von Sparta (1947–1964)
  • Seine Majestät der König der Hellenen (1964–1973, seitdem als Thronprätendent)
  • Seine Majestät König Konstantin II. von Griechenland, Prinz von Dänemark (seit 1973, außerhalb von Griechenland verwendet)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ISAF Sailing Hall of Fame – Background (engl.) Abgerufen am 23. März 2009
  2. Griechischer Prinz heiratet Schweizerin in Tages-Anzeiger vom 25. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Paul I. König von Griechenland
1964–1974
(Griechische Republik)