Konstantin I. (Griechenland)

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Konstantin I. von Griechenland in der Uniform eines preußischen Generalfeldmarschalls (1913)

Konstantin I. (* 21. Julijul./ 2. August 1868greg. in Athen; † 11. Januar 1923 in Palermo) war von 1913 bis 1917 sowie von 1920 bis 1922 König von Griechenland.

Leben[Bearbeiten]

Konstantin I. wurde als ältester Sohn Georg I. von Griechenland und dessen Gemahlin Olga Konstantinowna Romanowa geboren. Als Kronprinz (gr. διάδοχος) erhielt er den eigens für ihn geschaffenen Titel „Herzog von Sparta“ (gr. Δοὺξ τῆς Σπάρτης), vergleichbar dem Titel Prince of Wales für den englischen Thronfolger. Da die Vergabe von Adelstiteln durch die griechische Verfassung nicht vorgesehen war, fand der Titel jedoch auf keinen seiner Nachfolger Anwendung. Er studierte in Deutschland an der Universität Heidelberg, wo er sich dem Corps Saxo-Borussia anschloss, und an der Universität Leipzig. Im Türkisch-Griechischen Krieg von 1897 hatte er den Oberbefehl inne und musste die Niederlage der griechischen Truppen verantworten, was seine Popularität erheblich schmälerte. Eine Folge dieser Entwicklung war der Offiziersaufstand von 1909, in dem eine Gruppe junger Offiziere die Entlassung aller Prinzen – wie auch anderer royalistischer Offiziere – aus der Armee forderte. Konstantin verließ daraufhin kurzzeitig das Land, erhielt aber 1910 erneut einen militärischen Posten als Generalinspekteur des Heeres. Diese Maßnahme stand im Zusammenhang mit den Bemühungen des liberalen Premierministers Eleftherios Venizelos, eine Verständigung mit dem Königshaus zu erzielen. In dieser Funktion gelangen ihm die Aufstellung einer leistungsfähigen Streitmacht und mehrere militärische Erfolge im Ersten Balkankrieg 1912. Am 18. März 1913 bestieg er nach der Ermordung seines Vaters den griechischen Thron und führte die griechische Armee im Zweiten Balkankrieg gegen Bulgarien. Nach den Balkankriegen genoss Konstantin als siegreicher Feldherr enorme Popularität, die nur mit derjenigen von Eleftherios Venizelos zu vergleichen war. Die zwei Männer arbeiteten anfangs eng zusammen, aber ihre grundsätzlich verschiedenen Auffassungen in außenpolitischen Fragen führten sie und das Land bald zu einer Konfrontation, dem sogenannten „nationalen Schisma“, welches das politische Leben Griechenlands über mehrere Jahrzehnte prägen sollte.

Grab von Konstantin I. in Tatoi

Aufgrund seiner deutschfreundlichen Haltung – nicht nur entstammte er einer norddeutschen Dynastie, er war auch mit der deutschen Prinzessin Sophie von Preußen, Tochter des Kaisers Friedrichs III. und Schwester Wilhelms II., verheiratet – wollte er sein Land nicht in den Krieg gegen die Mittelmächte hineinziehen lassen, während Venizelos, der sich zur Seemacht Großbritannien hinorientierte, genau dies befürwortete. Im Jahr 1915 entließ der König den Premierminister zweimal, löste schließlich das Parlament auf und übernahm selbst die Regierung, während Venizelos mit Unterstützung der Entente-Mächte in Nordgriechenland eine Gegenregierung installierte und schließlich Konstantin am 12. Juni 1917 zur Abdankung zwang. Gemeinsam mit dem Kronprinzen Georg verließ er das Land, während sein zweiter Sohn als Alexandros I. den griechischen Thron bestieg.

Dieser starb 1920 an einer Blutvergiftung durch den Biss eines Affen. Kurz danach folgte die entscheidende Niederlage von Venizelos in den Wahlen vom November 1920, und infolge einer Volksabstimmung wurde Konstantin auf den Thron zurückgerufen.

Mittlerweile war Griechenland seit 1919 in Kleinasien in einem Krieg gegen die von Mustafa Kemal geführten türkischen Kräfte verwickelt. Konstantin übernahm wiederum den Oberbefehl, die griechische Großoffensive im Sommer 1921 erreichte den Sakarya-Fluss, an dem sie allerdings in einer blutigen Schlacht aufgehalten wurde. Die politische und finanzielle Lage Griechenlands verschlechterte sich zunehmend, und im August 1922 wurde die griechische Armee vernichtend geschlagen und musste sich aus Kleinasien zurückziehen. Ihr folgten hunderttausende in der Türkei ansässige Griechen.

Die geschlagene Armee, angeführt von Offizieren, die Venizelos nahestanden, forderte den Rücktritt der Regierung und des Königs, und Konstantin musste zum zweiten Mal abdanken und den Thron seinem Sohn Georg überlassen. Er verließ das Land, das am 1. Mai 1924 zur Republik wurde. Konstantin starb 1923 in Palermo und wurde auf dem königlichen Friedhof in Tatoi begraben.

Familie[Bearbeiten]

Prinzessin Sophia von Preußen

Am 15. Oktoberjul./ 27. Oktober 1889greg. heiratete er Sophie von Preußen. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konstantin I. – Sammlung von Bildern


Vorgänger Amt Nachfolger
Georg I. König von Griechenland
1913–1917
Alexander I.
Alexander I. König von Griechenland
1920–1922
Georg II.