Friederike von Hannover

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Königin Friederike mit König Paul und Theodor Heuss 1954
Friederike als Königin (1958)

Friederike Luise Thyra Victoria Margarita Sophia Olga Cecilia Isabella Christa Prinzessin von Hannover, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg (* 18. April 1917 in Blankenburg (Harz); † 6. Februar 1981 in Madrid) war von 1947 bis 1964 Königin von Griechenland. Einerseits war ihr Wirken durch materielle Bescheidenheit und soziales Engagement geprägt, ihre spätere politische Einflussnahme beschädigte jedoch nachhaltig ihren Ruf.

Leben[Bearbeiten]

Friederike von Hannover wurde als einzige Tochter von Herzog Ernst August von Braunschweig (1887–1953) und dessen Gemahlin Viktoria Luise (1892–1980), der Tochter Kaiser Wilhelms II., geboren. Sie verlebte ihre Kindheit in ihrer Geburtsstadt Blankenburg sowie im österreichischen Gmunden. Ihr Studium absolvierte sie in England und Florenz.[1]

Im Januar 1938 heiratete sie Prinz Paul von Griechenland, den sie bereits in Florenz kennengelernt hatte. Paul und sein bis 1947 regierender Bruder Georg waren Söhne von Konstantin I. von Griechenland und Prinzessin Sophie von Preußen, der Schwester Kaiser Wilhelms II. Friederike heiratete also einen Cousin ihrer Mutter. Während sie in Deutschland noch Mitglied im Bund Deutscher Mädel gewesen war, stellte sie sich in Griechenland während des Krieges gegen das „Dritte Reich“ und betrachtete einen möglichen Beitritt Griechenlands zu den Achsenmächten als widersprüchlich zu den griechischen Interessen. Das Thronfolger-Paar verbrachte den 2. Weltkrieg im südafrikanischen Exil[1].

Paul folgte am 1. April 1947 seinem Bruder Georg II. auf den Königsthron, mitten während des griechischen Bürgerkriegs (1946-1949). Im Aufbau eines Sozialwerkes (Gründung von Schwestern-Ausbildungsstätten, Kinderheimen, Landwirtschaftsschulen) konnte Königin Friederike sich Anerkennung erwerben.[2] Finanziert wurde der Fonds auch durch Steuern, die etwa beim Kauf von Fahrzeugen fällig wurden. Die Verteilung der Gelder bestimmte Friederike allein.[3] In 51 Kinderdörfern konnte dank ihres Engagements 20000 Kindern eine Schul- und Berufsausbildung geboten werden, hierfür warb Friederike auch im Ausland um Spenden[1].

Ihre Aktivitäten beschränkten sich jedoch nicht auf den sozialen Bereich. In Korrespondenz mit Politikern und einflussreichen Persönlichkeiten konnte sie zwar viele Sympathien für Griechenland gewinnen, später nahm sie aber auf eine rechtlich fragwürdige, oft als verfassungswidrig bezeichnete Weise Einfluss auf die Politik. So nutzte sie die Ernennung von Regierungen als Machtinstrumentarium. Kritischen Politikern wurde trotz Zustimmung des Parlaments die Ernennung verweigert[3], da sie fürchtete, dass diese die Monarchie in Frage stellen könnten. So wurde ihr auch das Zerwürfnis des Ministerpräsidenten Konstantinos Karamanlis mit König Paul angelastet,[4] das im Jahre 1963 Ausgangspunkt instabiler und krisenhafter Jahre wurde. Zu Lebzeiten ihres Mannes wurde gespottet, dass sie mit ihren 1,60 m ihren 1,90 m messenden Ehemann überrage. Nach dessen Tod 1964 wurde ihr von Ministerpräsident Georgios Papandreou nahegelegt, sich auf ihren Landsitz im österreichischen Salzkammergut zurückzuziehen und die jährliche Staatsrente von umgerechnet 400 000 Mark in Anspruch zu nehmen.

Ebenso umstritten ist ihr Engagement bei der Errichtung von Umerziehungslagern für Kommunisten.[5]

Grab von König Paul und Königin Friederike in Tatoi

Friederike lebte nach dem Ende der griechischen Monarchie im spanischen Exil (ihre Tochter Sophia ist spanische Königin), wo sie auch starb. Sie wurde in Griechenland auf dem Königlichen Friedhof in Tatoi begraben.

Nachkommen[Bearbeiten]

Der im Jahr 1938 geschlossenen Ehe mit Prinz Paul von Griechenland, dem späteren König Paul I., entstammen drei Kinder:

  • Sophia (* 2. November 1938), die spätere Königin von Spanien,
  • Konstantin (* 2. Juni 1940), der spätere König Konstantin II. von Griechenland
  • Irene (* 11. Mai 1942), Prinzessin von Griechenland.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Königin Friederike der Hellenen. Aus d. Engl. übertr. von Annette Dreikandt. Wunderlich Leins, Stuttgart 1971 (Autobiografie)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friederike von Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 174.
  2. Theo Sommer: Prinzenhochzeit, Pomp und Politik. In: Die Zeit, Nr. 20/1962
  3. a b  Bleibt im Lande. In: Der Spiegel. Nr. 41, 1964 (online).
  4. Krise in Griechenland. In: Die Zeit, Nr. 25/1963
  5. Leserbrief an Marion Gräfin Dönhoff betreffend Zeit-Artikel 1951 / 1991


Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Elisabeth von Rumänien Königin von Griechenland
1947–1964
Anne-Marie von Dänemark