Maya Angelou

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Maya Angelou während der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton im Jahre 1993, bei der sie ihr Gedicht „On the Pulse of Morning“ vorlas (1993)

Maya Angelou (ˈmaɪ.ə ˈændʒəloʊ;[1][2] * 4. April 1928 in St. Louis, Missouri als Marguerite Annie Johnson; † 28. Mai 2014 in Winston-Salem, North Carolina[3]) war eine US-amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin. Sie war eine wichtige Persönlichkeit der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA. International bekannt wurde der erste Teil ihrer Autobiographie I Know Why the Caged Bird Sings (1970), auf Deutsch erstmals 1980: Ich weiß warum der gefangene Vogel singt.

Kindheit und frühes Leben[Bearbeiten]

Marguerite Annie Johnson [4] wurde am 4. April 1928 in St. Louis, Missouri geboren, als Tochter von Vivian (Baxter) Johnson (Krankenschwester und Croupier) und Bailey Johnson (Marineangehöriger und Türsteher). Ihr älterer Burder Bailey Jr. gab Maya ihren Namen – er ist eine Abänderung von „My“ oder „Mya Sister“ – „Meine“ oder „Meine Schwester“. [5] Im Jahre 1931, als sie drei war, ließen sich ihre Eltern scheiden und schickten sie zusammen mit ihrem vierjährigen Bruder alleine im Zug zu ihrer in Stamps, Arkansas, lebenden Großmutter, Annie Henderson. Maya Angelou beschreibt ihre Großmutter als für die Zeit der Großen Depression als Afro-Amerikanerin relativ wohlhabende Frau. Da sie als Inhaberin eines Gemischtwarenladens auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten ihre Güter verkaufen konnte, welche aus Grundnahrungsmittel und anderen Waren des täglichen Gebrauches bestanden. Außerdem habe ihre Großmutter „weise und ehrlich investiert“.

Nach vierjähriger Trennung erschien Angelous Vater „ohne Warnung“ in Stamps und brachte sie zu ihrer Mutter nach St. Louis zurück. Maya wurde im Alter von acht Jahren vom Freund der Mutter vergewaltigt, ein Mann namens Freeman. Maya verschwieg zuerst die Identität des Täters, da er damit gedroht hatte ihren Bruder zu ermorden. Jedoch vertraute Maya sich ihrem Bruder Bailey später an, woraufhin Freeman festgenommen wurde. Er verbrachte einen Tag im Gefängnis und wurde dann auf Kaution aus der Haft entlassen. Später wurde er zu einem Jahr im Gefängnis verurteilt. Bevor er diese Haftstrafe antreten konnte, wurde er erschlagen von der Polizei aufgefunden. [6] Maya wurde, nachdem sie erfahren hatte, dass der Mann, da sie ihrem Bruder seinen Namen offenbart hatte, umgebracht worden war, stumm (Zitat: „The power of my words led to someone’s death.“, deutsch: „Die Kraft meiner Worte führte zu jemandes Tod.“).

Immer noch stumm, wurde sie nach vier Jahren wieder zu ihrer Großmutter nach Stamps gebracht. Durch eine gute Freundin der Familie, die von Beruf aus Lehrerin war, Bertha Flowers, fand sie ihre Stimme wieder. Flowers brachte Maya verschiedene Bücher und machte sie mit zahlreichen Autoren bekannt, wie Charles Dickens, William Shakespeare, Edgar Allan Poe, Douglas Johnson und James Weldon Johnson. In ihrem Buch I know why the caged bird sings schreibt Maya, dass ihre Lehrerin ihr sagte: „Du liebst die Poesie nicht. Du wirst sie nie lieben, bis du sie sprichst. Bis sie über deine Zunge durch deine Zähne über deine Lippen kommt, wirst du die Poesie nie lieben.“ Diese Aussage von Mrs. Flowers bewegte Maya dazu wieder anzufangen zu sprechen. Zuerst zitierte sie für sich alleine aus den Büchern und begann irgendwann wieder normal zu sprechen. Flowers machte Maya außerdem auch mit afroamerikanischen Künstlerinnen wie Frances Harper, Anne Spencer und Jessie Fauset bekannt. [7][8][9] Besonders beeindruckt war Angelou von William Shakespeare und vor allem seinem Sonette 29 welches mit „Wenn ich, von Gott und Menschen übersehn, Mir wie ein Ausgestoßener erscheine, Und, da der Himmel nicht erhört mein Flehn, Dem Schicksal fluche und mein Loos beweine“ Da sich Angelous in diesem Sonette sehr wiederfand erzählte sie immer wieder „ich dachte: Shakespeare ist ein schwarzes Mädchen“.

Mit 14 zog Maya Angelou zusammen mit ihrem Bruder wieder zu ihrer Mutter, die inzwischen in Oakland, Kalifornien wohnte. Sie schloss die Highschool mit 17 Jahren ab und begann schon vor ihrem Abschluss als erste afroamerikanische Straßenbahnschaffnerin in San Francisco zu arbeiten, kellnerte in Nachtclubs, arbeitete als Köchin und kurz auch als Madam (Managerin von Prostituierten). Ebenfalls mit 17 Jahren bekam sie ihren Sohn Clyde, der sich später in Guy Johson umbenannte. [10]

Karriere und Privatleben[Bearbeiten]

1951 heiratete sie den griechischen Elektriker und angehenden Musiker Tosh Angelous. Jedoch hielt diese Ehe nur sehr kurz bis 1954. Ebenfalls in diesem Jahr änderte sie ihren Namen von „Marguerite Johnson“ oder „Rita“ zu „Maya Angelou“ auf Empfehlung ihres Managements als Calypso Tänzerin. [11] Sie war als Sängerin und Tänzerin zunehmend erfolgreich und tourte 1954–55 mit Porgy and Bess durch Europa. Sie nutzte ihre Aufenthalte in diesen Ländern, um Sprachkenntnisse in verschiedenen Sprachen zu erlangen. [12] Als Tänzerin war sie auch an der Uraufführung von Max Roachs Freedom Now Suite beteiligt.

1959 traf sie den Schriftsteller John Oliver Killens, welcher sie dazu bewegte nach New York City zu ziehen, um sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Sie trat der Harlem Writers Guild bei, wo sie Kontakte zu bedeutenden afro- amerikanischen Autoren wie John Henrik Clarke, Rosa Guy, Paule Marshall und Julian Mayfield schloss und zum ersten Mal Werke veröffentlichte. [13]

1960 hörte und traf Maya Angelou den Bürgerrechtler Martin Luther King zum ersten Mal. Daraufhin organisierte sie zusammen mit Killens das „Kabarett für die Freiheit“ zu Gunsten der Southern Christian Leadership Conference SCLC, worauf sie zum nördlichen Koordinator benannt wurde.

1961 ging sie mit dem südafrikanischen Freiheitskämpfer Vusumzi Make nach Afrika. Zuerst lebte sie in Kairo und arbeitete bei der englisch sprachigen Zeitung The Arab Observer. Später zog sie nach Ghana um an der Universität von Ghana zu lehren. [14] Außerdem war sie Redakteurin bei The African Review [15] und freie Journalistin für die Ghanaian Times.

In Ghana freundete sie sich mit Malcolm X bei seinen vielen Besuchen an. [16] 1965 kehrte sie nach Amerika zurück und half Malcolm X die Organisation für Afrikanische Einheit aufzubauen. Kurze Zeit später am 21. Februar 1965 wurde er ermordet.

1968 wurde sie von Martin Luther King Jr. gebeten einen Marsch zu organisieren jedoch wurde auch er am 4. Arpil 1968 ermordet. [17] Maya Angelou war am Boden zerstört über die Ermordung zwei ihrer Freunde und wichtigsten Figuren in der afroamerikanischen Freiheitsbewegung. Jedoch fand sie halt in ihrem Freund James Baldwin. Bei einer Dinner Party, die sie mit Baldwin besuchte, wurde sie von dem Random House Redakteur Robert Loomis dazu ermutigt ein Buch über ihr Leben zu verfassen. Daraufhin verfasse sie ihre erste Autobiografie I know why the caged bird sings, welche internationale Bekanntheit und Anerkennung erlangte. [18]

Obwohl Maya Angelou keinen Universitätsabschluss hatte, wurde sie 1982 als Hochschullehrerin für American Studies an die Wake Forest University in Winston-Salem berufen.[19] Sie war außerdem in den Jahren zuvor schon Gastprofessorin an mehrerin Universitäten. Außerdem verfasste sie Drehbuch und Musik für den Film Georgia, Georgia. Der XM-Satellitensender übertrug einmal wöchentlich ihre Talkshow auf dem Oprah-Winfrey-Kanal. Angelou war auch als Lyrikerin aktiv.

Maya Angelou las bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton. Damit war sie nach Robert Frost der 1961 bei der Amtseinführung von John F. Kennedy sprach, die erste Dichterin, der diese Ehre zuteil wurde. Durch diesen Auftritt wurde sie auch gefragt für die Vereinten Nationen 1995 beim Millionen-Mann-Marsch zu rezitieren. Hier las sie ihr Gedicht A Brave And Startling Truth [20] Angelou war seit ihrer Jugend Anhängerin der Unity Church of Christianity.[21]

Bei der Trauerfeier für Michael Jackson im Staple Center in Los Angeles am 7. Juli 2009 trug die Sängerin und Schauspielerin Queen Latifah ihr Gedicht We had him vor.

Im Jahr 2008 unterstützte sie zuerst die Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton, jedoch verschob sie ihre Unterstützung nachdem Barack Obama die Vorwahlen gewann zu seiner Kampagne und sprach öffentlich auf einigen Wahlveranstaltungen. Als dieser als erster afro- amerikanische Präsident eingeweiht wurde, sagte Angelou: „Wir wachsen über die Idiotie von Rassismus und Sexismus hinaus.“

Anlässlich des Todes von Nelson Mandela im Dezember 2013 schrieb Maya Angelou das Gedicht His day is done und stellte es als Video ins Internet, eine Geste der Wertschätzung der bereits kranken Autorin und Bürgerrechtlerin, die nicht mehr an den Trauerfeierlichkeiten in Südafrika teilnehmen konnte.[22]

Im Jahr 2013 veröffentlichte Maya Angelous ihre siebte Biografie einer Serie, die sie Mom, Me & Mom nannte, welche ihre Beziehung zu ihrer Mutter fokussiert. [23]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Als Broadwaystar in „Look Away“ wurde sie für einen Tony Award nominiert, für ihre Rolle in der Fernsehserie Roots für einen Emmy. Als Autorin hat sie zahlreiche Ehrungen bekommen, vom Quill Award für Dichtung bis zur Mutter-Teresa-Auszeichnung (beide 2006). 1993 trug sie bei der Amtseinführung von Präsident Clinton ihr Gedicht „On the Pulse of Morning” vor. Die Hörbuch-Ausgaben ihrer Bücher bringen ihr mehrere Grammy-Preise ein. Darunter zum Beispiel „A Song Flung Up To Heaven“, welcher 2002 das „Best Spoken Word Album“ gewann.

Die Michigan State University verlieh ihr 2005 die Ehrendoktorwürde.[24]

2011 erhielt sie mit der Presidential Medal of Freedom die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Werke[Bearbeiten]

Autobiographisches[Bearbeiten]

  • I Know Why the Caged Bird Sings (1969): Bis 1944 17. Lebensjahr
  • Gather Together in My Name (1974): 1944- 1948
  • Singin' and Swingin and Getting Merry Like Christmas (1976): 1949-1955
  • Heart of a Woman (1981): 1957-62
  • All God’s Children Need Traveling Shoes (1986): 1962-65
  • A Song Flung Up to Heaven (2002) – erhielt 2003 einen Grammy: 1965-68
  • Mom & Me & Mom (2013): Zusammenfassung

Persönliche Betrachtungen[Bearbeiten]

  • Wouldn’t Take Nothing for My Journey Now (1993)
  • Even the Stars Look Lonesome (1997)

Kinderbücher[Bearbeiten]

  • Life Doesn’t Frighten Me (1993)
  • My Painted House, My Friendly Chicken and Me (1994)
  • Kofi and His Magic (1996)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maya Angelou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maya Angelou. SwissEduc.com. 17. Dezember 2013.
  2. Terry Glover: Dr. Maya Angelou. In: Ebony. 65, Nr. 2, Dezember 2009.
  3. http://coastalnc.twcnews.com/content/news/708139/poet--educator-and-civil-rights-advocate-dr--maya-angelou--86--dies
  4. Anne Ferrer: Maya Angelou's Optimismus bewältigte Notlagen. In: The Star Phoenix, 29. Mai 2014. Abgerufen am 30. Mai 2014. 
  5. Angelou (1969), p. 67.
  6. Maya Angelou's I Know why the Caged Bird Sings: A Casebook, ISBN 9780195116076.
  7. Angelou (1969), p. 13.
  8. Gillespie et al., p. 23.
  9. Lupton, p. 15.
  10. Richard Long: 35 Who Made a Difference: Maya Angelou. In: Smithsonian Magazine. 
  11. Gillespie et al., p. 41.
  12. Hagen, pp. 91–92.
  13. Gillespie et al., pp. 49–51.
  14. Gillespie et al., pp. 74, 75.
  15. Braxton, p. 3.
  16. Maya Angelou Interview.
  17. Gillespie et al., p. 98.
  18. Dinitia Smith: A Career in Letters, 50 Years and Counting. In: The New York Times. 
  19. Portrait Maya Angelou auf der Seite der Universität, abgerufen am 29. Mai 2014
  20.   88, 1995, S. 5 f.. (engl.) Online: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  21. https://www.youtube.com/watch?v=gwuAntPHGVM
  22. Dorothea Hahn: Ein freier Vogel. Nachruf (auf Maya Angelou). TAZ 30. Mai 2014, S. 14
  23. Valerie Sayers: 'Mom & Me & Mom,' by Maya Angelou. In: The Washington Post. Abgerufen am 20. Dezember 2013. 
  24. Liste der Ehrendoktoren der Michigan State University