Maya Angelou

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Maya Angelou (2000)

Maya Angelou (ˈmaɪ.ə ˈændʒəloʊ;* 4. April 1928 in St. Louis, Missouri als Marguerite Johnson; † 28. Mai 2014 in Winston-Salem, North Carolina[1]) war eine US-amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin. Sie war eine wichtige Persönlichkeit der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA. International bekannt wurde der erste Teil ihrer Autobiographie I Know Why the Caged Bird Sings (1970), auf Deutsch erstmals 1980: Ich weiß warum der gefangene Vogel singt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Im Jahre 1931, als sie drei war, ließen sich ihre Eltern scheiden und schickten sie zusammen mit ihrem vierjährigen Bruder zu ihrer in Stamps, Arkansas, lebenden Großmutter. Während der Zeit bei ihrer Großmutter besuchte Maya einige Tanzkurse, dazu gehörten Tap, Jazz und Salsa. Sie trat bei verschiedenen Wettbewerben auf und gewann einige Preise.

Nach vierjähriger Trennung von ihrer Mutter kehrten die beiden Geschwister zu ihr zurück. Maya wurde im Alter von acht Jahren vom Freund der Mutter missbraucht. Nachdem sie über die Vergewaltigung gesprochen hatte, prügelten Verwandte von Maya den Freund der Mutter zu Tode. Maya wurde, nachdem sie erfahren hatte, dass der Mann ihretwegen umgebracht worden war, stumm (Zitat: „The power of my words led to someone’s death.“, deutsch: „Die Kraft meiner Worte führte zu jemandes Tod.“). Immer noch stumm, wurde sie nach vier Jahren wieder zu ihrer Großmutter nach Stamps gebracht. Durch eine gute Freundin, Mrs. Flowers, fand sie ihre Stimme wieder. Zu dieser Zeit war sie schon eine eifrige Leserin von Gedichten und Büchern aus der öffentlichen Bibliothek. Dabei identifizierte sie sich vor allem mit Shakespeare-Figuren, die wie sie Außenseiter waren. Nach sechs Jahren Schweigen, im Alter von 13 Jahren, begann sie wieder zu sprechen. Ein Jahr vor ihrem Tod schilderte sie wie so oft zuvor diese Kindheit in einer Hochschulvorlesung und äußerte, für sie sei Shakespeare ein „kleines schwarzes Mädchen“ gewesen.

Sie wurde die erste afroamerikanische Straßenbahnschaffnerin San Franciscos, kellnerte in Nachtclubs, arbeitete als Köchin und kurz auch als Prostituierte. Die Ehe mit einem griechischen Seemann namens Angelou hielt sie nicht lange aus. Anschließend war sie als Sängerin und Tänzerin zunehmend erfolgreich und tourte 1954–55 mit Porgy and Bess durch Europa. Als Tänzerin war sie auch an der Uraufführung von Max Roachs Freedom Now Suite beteiligt. 1961 ging sie mit einem südafrikanischen Freiheitskämpfer nach Afrika, um in Ghana als Lektorin, freie Schriftstellerin und Lehrerin zu arbeiten. Nach ihrer Rückkehr war sie zunächst für Martin Luther King und später für Malcolm X tätig. Daneben schrieb sie: In den sechs Bänden ihrer Autobiographie erzählt sie fesselnd von ihrer Odyssee des Überlebens und der Suche nach Selbstbestimmung als afroamerikanische Frau in einer rassistischen Gesellschaft. Später spielte sie in der Fernsehserie Roots mit.

Seit 1982 wirkte sie hauptberuflich als Hochschullehrerin für American Studies an der Wake Forest University in Winston-Salem.[2] Außerdem verfasste sie Drehbuch und Musik für den Film «Georgia, Georgia». Für das Fernsehen produzierte sie eine zehnteilige Serie über afrikanische Traditionen im US-Alltag. Der XM-Satellitensender übertrug einmal wöchentlich ihre Talkshow auf dem Oprah-Winfrey-Kanal. Angelou war auch als Lyrikerin aktiv.

Maya Angelou während der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, bei der sie ihr Gedicht „On the Pulse of Morning“ vorlas (1993)

Maya Angelou las bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und beim Millionen-Mann-Marsch 1995.[3]

Bei der Trauerfeier für Michael Jackson im Staple Center in Los Angeles am 7. Juli 2009 trug die Sängerin und Schauspielerin Queen Latifah ihr Gedicht We had him vor.

Anlässlig des Todes von Nelson Mandela im Dezember 2013 schrieb Maya Angelou das Gedicht His day is done und stellte es als Video ins Internet, eine Geste der Wertschätzung der bereits kranken Autorin und Bürgerrechtlerin, die nicht mehr an den Trauerfeierlichkeiten in Südafrika teilnehmen konnte.[4]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Als Broadwaystar in „Look Away“ wurde sie für einen Tony Award nominiert, für ihre Rolle in der Fernsehserie Roots für einen Emmy. Als Autorin hat sie zahlreiche Ehrungen bekommen, vom Quill Award für Dichtung bis zur Mutter-Teresa-Auszeichnung (beide 2006). 1993 trug sie bei der Amtseinführung von Präsident Clinton ihr Gedicht “On the Pulse of Morning” vor. Die Hörbuch-Ausgaben ihrer Bücher bringen ihr mehrere Grammy-Preise ein. 2011 erhielt sie mit der Presidential Medal of Freedom die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Die Michigan State University verlieh ihr 2005 die Ehrendoktorwürde.[5]

Werke[Bearbeiten]

Autobiographisches[Bearbeiten]

  • I Know Why the Caged Bird Sings (1970)
  • Gather Together in My Name (1974)
  • Singin' and Swingin and Getting Merry Like Christmas (1976)
  • Heart of a Woman (1981)
  • All God’s Children Need Traveling Shoes (1986)
  • A Song Flung Up to Heaven (2002) – erhielt 2003 einen Grammy
  • Mom & Me & Mom (2013)

Persönliche Betrachtungen[Bearbeiten]

  • Wouldn’t Take Nothing for My Journey Now (1993)
  • Even the Stars Look Lonesome (1997)

Kinderbücher[Bearbeiten]

  • Life Doesn’t Frighten Me (1993)
  • My Painted House, My Friendly Chicken and Me (1994)
  • Kofi and His Magic (1996)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maya Angelou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://coastalnc.twcnews.com/content/news/708139/poet--educator-and-civil-rights-advocate-dr--maya-angelou--86--dies
  2. Portrait Maya Angelou auf der Seite der Universität, abgerufen am 29. Mai 2014
  3.  Jet. The weekly source of African American political and entertainment news. 88, 1995, S. 5 f.. (engl.) Online: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. Dorothea Hahn: Ein freier Vogel. Nachruf (auf Maya Angelou). TAZ 30. Mai 2014, S. 14
  5. Liste der Ehrendoktoren der Michigan State University