Maya Angelou

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Maya Angelou (2000)

Maya Angelou (* 4. April 1928 in St. Louis, Missouri, USA; gebürtig Marguerite Johnson) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Menschenrechtlerin. Sie ist eine wichtige Persönlichkeit der Bürgerrechtsbewegung (civil rights movement) der Afroamerikaner in den USA.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Im Jahre 1931, als sie drei war, ließen sich ihre Eltern scheiden und schickten sie zusammen mit ihrem vierjährigen Bruder zur in Stamps, Arkansas, lebenden Großmutter. Während der Zeit bei ihrer Großmutter besuchte Maya einige Tanzkurse, dazu gehörten Tap, Jazz und Salsa. Sie trat bei verschiedenen Wettbewerben auf und gewann einige Preise für ihre Tanzkünste.

Nach vierjähriger Trennung von ihrer Mutter kehrten die beiden Geschwister zu ihr zurück. Jedoch wurde Maya im Alter von 8 Jahren vom Freund der Mutter missbraucht. Nachdem sie über die Vergewaltigung gesprochen hatte, prügelten Verwandte von Maya den Freund der Mutter zu Tode. Maya wurde, nachdem sie erfahren hatte, dass der Mann ihretwegen umgebracht worden war, stumm (Zitat: „The power of my words led to someone's death.“, deutsch: „Die Kraft meiner Worte hat jemanden zu Tode gebracht.“). Immer noch stumm, wurde sie nach 4 Jahren wieder zu ihrer Großmutter nach Stamps gebracht. Durch eine gute Freundin, Mrs. Flowers, fand sie ihre Stimme wieder. Zu dieser Zeit war sie schon eine eifrige Leserin von Gedichten und Büchern. Nach sechs Jahren Schweigen, im Alter von 13 Jahren, begann sie dann wieder zu sprechen.

Sie wurde die erste afroamerikanische Straßenbahnschaffnerin San Franciscos, kellnerte in Nachtclubs, arbeitete als Köchin und kurz auch als Prostituierte. Die Ehe mit einem griechischen Seemann namens Angelou hielt sie nicht lange aus. Anschließend war sie als Sängerin und Tänzerin zunehmend erfolgreich und tourte 1954-55 mit Porgy and Bess durch Europa. Als Tänzerin war sie auch an der Uraufführung von Max Roachs Freedom Now Suite beteiligt. 1961 ging sie mit einem südafrikanischen Freiheitskämpfer nach Afrika, um in Ghana als Lektorin, freie Schriftstellerin und Lehrerin zu arbeiten. Nach ihrer Rückkehr war sie für Malcolm X tätig. Daneben schrieb sie: Angelou erzählte in den sechs Bänden ihrer Autobiographie fesselnd von ihrer Odyssee des Überlebens und der Suche nach Selbstbestimmung als afroamerikanische Frau in einer rassistischen Gesellschaft. Später spielte sie in der Fernsehserie Roots mit.

Seit 1981 wirkt sie hauptberuflich als Hochschullehrerin für American Studies an der Wake Forest University in Winston-Salem. Außerdem verfasste sie Drehbuch und Musik für den Film «Georgia, Georgia». Für das Fernsehen produzierte sie eine zehnteilige Serie über afrikanische Traditionen im US-Alltag. Der XM-Satellitensender überträgt derzeit einmal wöchentlich ihre Talkshow auf dem Oprah-Winfrey-Kanal. Angelou ist auch als Lyrikerin aktiv.

Maya Angelou während der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, bei der sie ihr Gedicht "On the Pulse of Morning" vorlas. (1993)

Maya Angelou las bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und beim Millionen-Mann-Marsch 1995.[1]

Bei der Trauerfeier für Michael Jackson im Staple Center in Los Angeles am 7. Juli 2009 trug die Sängerin und Schauspielerin Queen Latifah ihr Gedicht We had him vor.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Als Broadwaystar in "Look Away" wurde sie für einen Tony Award nominiert, für ihre Rolle in der Fernsehserie Roots für einen Emmy. Als Autorin hat sie zahlreiche Ehrungen bekommen, vom Quill Award für Dichtung bis zur Mutter-Teresa-Auszeichnung (beide 2006). 1993 trug sie bei der Amtseinführung von Präsident Clinton ihr Gedicht “On the Pulse of Morning” vor. Die Hörbuch-Ausgaben ihrer Bücher bringen ihr mehrere Grammy-Preise ein. 2011 erhielt sie mit der Presidential Medal of Freedom die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Die Michigan State University verlieh ihr 2005 die Ehrendoktorwürde.[2]

Werke[Bearbeiten]

Autobiographisches[Bearbeiten]

  • I Know Why the Caged Bird Sings (1970)
    • Ich weiß warum der gefangene Vogel singt. Stroemfeld, Basel/Verlag Roter Stern, Frankfurt am Main 1980. Übersetzung von Harry Oberländer.
  • Gather Together in My Name (1974)
  • Singin' and Swingin and Getting Merry Like Christmas (1976)
  • Heart of a Woman (1981)
  • All God's Children Need Traveling Shoes (1986)
  • A Song Flung Up to Heaven (2002) - erhielt 2003 einen Grammy
  • Mom & Me & Mom (2013)

Persönliche Betrachtungen[Bearbeiten]

  • Wouldn't Take Nothing for My Journey Now (1993)
  • Even the Stars Look Lonesome (1997)

Kinderbücher[Bearbeiten]

  • Life Doesn't Frighten Me (1993)
  • My Painted House, My Friendly Chicken and Me (1994)
  • Kofi and His Magic (1996)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maya Angelou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jet. The weekly source of African American political and entertainment news. 88, 1995, S. 5 f.. (engl.) Online: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Liste der Ehrendoktoren der Michigan State University