Near Field Communication

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Nokia 6131 „NFCmesso“ via NFC mit einem Smart Poster interagierend (Juni 2007).

Die Near Field Communication (NFC) ist ein Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken und wurde 2002 gemeinsam von NXP Semiconductors (vormals Philips) und Sony entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einführung

NFC soll den Austausch verschiedener Informationen, wie zum Beispiel Telefonnummern, Bilder, MP3-Dateien oder digitale Berechtigungen zwischen zwei Geräten ermöglichen, die nahe aneinander gehalten werden. NFC könnte zudem als Zugriffsschlüssel auf Inhalte und für Services wie bargeldlose Zahlungen, Ticketing, Online-Unterhaltung und Zugangskontrolle verwendet werden. Die dazu notwendigen Sicherheitsfunktionen sind in der Hardware integriert. Anfang 2009 sind jedoch nur zwei NFC-fähige Mobiltelefone am Markt verfügbar. Für Zugangskontrolle und -steuerung wird Bluetooth eingesetzt, weil diese Technologie weltweit verbreitet ist.

Mit NFC sollen Nutzer in Zukunft mittels Handy bezahlen können, indem sie dieses nahe an ein Zahlungsterminal halten. Eine Bezahlfunktion mit einem Mobiltelefon in bestehende SIM-Karten-Infrastrukturen zu integrieren ist eine komplexe Aufgabe, da diese in der Regel von Netzbetreibern kontrolliert werden, die Bezahlanwendung aber von einer Bank herausgegeben wird. Zudem stellt die Bank gegebenenfalls zusätzliche Sicherheitsanforderungen an die Hard- und Software. Ein weiteres Problem stellt die Kompatibilität der notwendigen Software mit verschiedenen Mobiltelefonen dar. Aus der Sicht des Jahres 2008 müsste die Software für jedes zukünftig auf den Markt kommende Modell neu geschrieben werden.

An einer Lösung mit dem Namen ERGOSUM[1] wird seit 2008 in Frankreich gearbeitet. Dort kooperieren die Provider Bouygues Télécom, Orange und SFR mit Banken wie Cofidis und Banque Accord sowie Handelsketten wie Auchan, Carrefour und Fnac, um Mobile Payment auf Basis von NFC großflächig einzuführen. In Asien wird NFC für Bezahldienste bereits eingesetzt.

[Bearbeiten] Technische Details

Die NFC-Technologie basiert auf der Kombination aus Smart Card- und kontaktlosen Verbindungs-Technologien. Sie arbeitet in einem Frequenzbereich von 13,56 MHz und bietet eine Datenübertragungsrate von maximal 424 kBit/s bei einer Reichweite von nur 10 Zentimetern. Dies ist weniger als bei Bluetooth, das eine Reichweite von bis zu 100 Metern hat. NFC ist durch ISO 18092, 21481 ECMA 340, 352, 356, 362 beziehungsweise ETSI TS 102 190 standardisiert.

Die Kommunikation zwischen NFC-fähigen Geräten kann sowohl aktiv-passiv als auch aktiv-aktiv sein (Peer-To-Peer) im Gegensatz zur herkömmlichen Kontaktlostechnologie in diesem Frequenzbereich (nur aktiv-passiv). Daher stellt NFC eine Verbindung zur RFID-Welt dar. NFC ist kompatibel mit weithin verwendeter Smart Card-Infrastruktur basierend auf ISO/IEC 14443A (z. B. NXP’s Mifare-Technologie) wie auch mit Sonys FeliCa-Card (z. B. Octopus-Karte in Hong Kong), die für elektronische Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr und für Zahlungsanwendungen genutzt werden.

Aufgrund der extrem geringen Reichweite ist NFC nicht als Konkurrenz zu Bluetooth oder Wireless LAN zu betrachten, sondern zu Barcodes die in den oben genannten Bereichen (Elektronischer Ticketkauf und andere) bereits eingesetzt werden. Der populäre DataMatrix ist zum Beispiel auf 1558 Byte pro Barcode beschränkt; NFC kann also da zum Einsatz kommen, wo die nötigen Datenmengen nicht mehr mit einer sinnvollen Anzahl von Barcodes übertragen werden können.

[Bearbeiten] Das NFC-Forum

Die Firmen NXP Semiconductors, Sony und Nokia gründeten 2004 gemeinsam das NFC-Forum, das die Implementierung und Standardisierung der NFC-Technologie vorantreiben und die Kompatibilität zwischen Geräten und Diensten sicherstellen soll. Das NFC-Forum unterstützen auch andere Unternehmen, wie zum Beispiel American Express, MasterCard, Panasonic, Microsoft, Motorola, NEC, Samsung, Texas Instruments, Hewlett-Packard, VISA International Service Association, Vodafone, Sprint, Postbank, Telefónica und France Télécom.

[Bearbeiten] Feldversuche und kommerzielle Anwendungen

Lange war nur ein NFC-fähiges Mobiltelefon kommerziell erhältlich, das 6131 NFC von Nokia. Der finnische Hersteller brachte im dritten Quartal 2008 mit dem Nokia 6212 ein weiteres Gerät auf dem Markt. Weitere Handyhersteller haben Prototypen oder NFC-Mobiltelefone in limitierter Stückzahl für Feldversuche entwickelt. In den letzten beiden Jahren wurden weltweit rund 25 NFC-Feldversuche in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten gestartet, um herauszufinden, auf welche Art diese neue Technologie angewandt werden kann. Industrieanalysten von ABI Research sagen voraus, dass im Jahr 2011 rund 23 % der Mobiltelefone (ca. 350 Mio. Handys) mit NFC-Technologie ausgestattet sein werden. Zu beachten hierbei ist, dass in der Zahl auch die Felica-Geräte aus Japan mit eingeschlossen sind, die nur ein Subset der NFC-Spezifikation implementieren. Damit ist NFC gegenüber Bluetooth weit im Rückstand, das heute bereits in über 1 Mrd. Mobiltelefonen integriert ist. Es gibt Analysten, die davon ausgehen, dass bis 2011 rund US$ 36 Mrd. der weltweiten Konsumausgaben als kontaktlose Zahlungstransaktionen mittels Handy durchgeführt werden. Ob dies tatsächlich eintreffen wird und, wenn ja, ob NFC, Bluetooth oder eine andere Übertragungstechnologie dafür maßgeblich sein werden, kann aus heutiger Sicht niemand verlässlich vorhersagen.

Im April 2006 wurde in Hanau bei Frankfurt die NFC-Technologie vom Rhein-Main-Verkehrsverbund, Nokia und Vodafone nach einem erfolgreichen zehnmonatigen Feldversuch in den Regelbetrieb („NFC Handy Ticketing“) übernommen. Die Fahrkarten für das Busnetz der hessischen Stadt konnten elektronisch bezahlt, gespeichert und entwertet werden, indem NFC-fähige Handys, die allerdings noch nicht verfügbar sind, an das jeweilige Terminal gehalten wurden. Darüber hinaus wurde in die Handys auch eine neu eingeführte regionale Freizeitkarte, die ‚RMV-ErlebnisCard Hanau’ integriert. Sie räumt dem Inhaber günstige Konditionen in lokalen Einzelhandelsbetrieben und bei Veranstaltungen ein.

Weiterhin hat der RMV im Juli 2007 zusammen mit seinem Systempartner T-Systems sowie Nokia einen weiteren NFC-Piloten in Frankfurt am Main gestartet. Hier dienen passive NFC-Funkchips (sogenannte „ConTag“) zum automatischen Starten der in Frankfurt bereits seit längerem einsetzten Handyticketing-Lösung.

Vodafone hat auf der CeBit 2007 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und T-Mobile das Projekt „Touch & Travel“ (ein auf der VDV-Kernapplikation basierendes E-Ticket-System) vorgestellt, das gerade im Versuchsbetrieb in Potsdam, Berlin und auf den Bahnstrecken zwischen Hannover und Berlin ist.[2] Dort ist eine Variante des Motorola SLVR V7 mit NFC-Aufsatz im Einsatz. Mobilkom Austria startete im September 2007 berührungsloses Bezahlen bei ÖBB und Wiener Linien.[3]

Auf der WIMA Konferenz 2009[4] in Monaco präsentierte Nokia sein neues NFC Handy 6216 classic. Dieses Handy setzt auf den neuesten NFC Chipset der Firma NXP und ist das erste weltweit, welches den neuen Kommunikationsstandard SWP umsetzt[5]. SWP zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Kommunikation zwischen dem Secure Element (der SIM Karte) und dem NFC Chipset ermöglicht.

[Bearbeiten] NFC-fähige Mobilgeräte

  • Nokia 6216 classic
  • Nokia 6212
  • Nokia 6131
  • Nokia 3220 + NFC Shell[6]
  • Samsung SGH-X700 NFC[7]
  • Samsung D500E[8]
  • SAGEM my700X Contactless[9]
  • LG 600V contactless[10]
  • Motorola L7 (SLVR)[11]
  • Benq T80[12]

Siehe auch: Funkdienst

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. ERGOSUM : towards simple and contactless mobile services at the point of sale (englisch). France Telecom (02. Dezember 2008). Abgerufen am 04. Mai 2009.
  2. Touch & Travel Webseite (deutsch). Abgerufen am 15. Mai 2009.
  3. Mobilkom startet mit Nahfunk-Handys (deutsch). derStandard.at (22. Oktober 2007). Abgerufen am 4. Mai 2009. „Berührungsloses Bezahlen bei ÖBB und Wiener Linien - Mobiltelefon wird zum "Schweizer Messer"“
  4. NFC technology takes its next step with the Nokia 6216 classic (englisch). Abgerufen am 4. Mai 2009.
  5. NXP sampling standards compliant NFC chip to tier 1 handset makers (english). EE Times. Abgerufen am 11. Mai 2009.
  6. Nokia Unveils the world's first NFC product - Nokia NFC shell for Nokia 3220 phone (englisch). Nokia Communications (2. November 2004). Abgerufen am 4. Mai 2009.
  7. Philips, Samsung and Telefonica Móviles España demonstrate simplicity of Near Field Communication technology at 3GSM World Congress (englisch). NXP founded by Philips (7. Februar 2006). Abgerufen am 4. Mai 2009.
  8. http://www.nfc-research.at/index.php?id=45
  9. http://www.gsmworld.com/documents/gsma_pbm_white_paper_11_2007.pdf
  10. http://www.gsmworld.com/documents/gsma_pbm_white_paper_11_2007.pdf
  11. http://www.nfc-research.at/index.php?id=45
  12. http://www.nfc-research.at/index.php?id=45
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