Carrefour (Unternehmen)

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Carrefour S.A.
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Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000120172
Gründung 1959
Sitz Boulogne-Billancourt, Frankreich
Leitung Georges Plassat[1]
Mitarbeiter 364.969 (31. Dezember 2012)[2]
Umsatz 78.460 Mio. EUR (2012)[2]
Gewinn 1.316 Mio. EUR (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 45.844 Mio. EUR (31. Dezember 2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Einzelhandel
Website www.carrefour.com

Die Carrefour S.A. ist ein international tätiges französisches Unternehmen im Einzelhandel. Es ist das größte Einzelhandelsunternehmen Europas und nach Wal-Mart das zweitgrößte weltweit. Weitere bedeutende Wettbewerber von Carrefour sind die Schwarz-Gruppe und Tesco.

Ende 2007 betrieb das Unternehmen 14.991 Filialen in zahlreichen Ländern und beschäftigte 456.000 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug im Jahr 2012 78,46 Milliarden Euro.[2] Frankreich und Spanien sind die wichtigsten Länder Carrefours, zusammen sind sie für über 50 % des Umsatzes verantwortlich.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Carrefour wurde im Jahr 1959 von Marcel Fournier gemeinsam mit Denis Defforey und Jacques Defforey gegründet. Im Jahr 1963 entwickelte Carrefour das Konzept der Hypermarchés. Das Unternehmen expandierte 1969 nach Belgien, 1973 nach Spanien und 1975 nach Brasilien. 1976 nutzte Carrefour die Eröffnung der Shopping City Süd zur Expansion nach Österreich, blieb aber dort, nach anfänglichen Erfolgen, bei seinen Umsatzzahlen hinter seinen Erwartungen zurück, und beendete sein Engagement in Österreich. Ein Expansionsversuch nach Deutschland (Mainz) im Jahr 1977 scheiterte ebenso, trotz der grundsätzlich frankophilen Einstellung der Bevölkerung von Mainz.

Seit 1970 ist Carrefour an der Pariser Börse notiert. 1997 waren allein in Frankreich 123.400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz betrug im gleichen Jahr 169.269 Millionen Francs. Im Jahr 1999 fusionierten Carrefour und Promodès.

2008 zog sich das Unternehmen vom Schweizer Markt zurück, auf Grund der nicht erreichten internen Vorgabe „Carrefour bleibt nur dort präsent, wo [sie] die Nummer eins oder zwei sind.“[4] Die Schweizer Filialen wurden gegen Zahlung von 470 Millionen Franken an Coop verkauft.[5]

In China wurde im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008 kurzfristig zu einem Boykott der Kette aufgerufen. Im Zusammenhang mit Protesten für die tibetische Unabhängigkeit waren Gerüchte im Internet aufgekommen, Carrefour würde diese unterstützen[6]. Obwohl eine Pressemitteilung des Unternehmens das verneinte, konnte Carrefour in vielen großen Suchmaschinen in China eine Zeit lang nicht mehr gefunden werden[7].

Umsatz der Carrefour-Gruppe
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Umsatz (inkl. MwSt, in Milliarden €) 25,8 27,4 37,6 64,8 69,5 68,7 70,5 72,7 74,5 87,4 92,3 97,6 96,2 101,0 91,5 86,6 84,3

Marken[Bearbeiten]

Folgende Marken gehören zur Carrefour-Gruppe:

8-à-Huit-Filiale in Etretat
Carrefour-Filiale in Scheibenhard
  • 8 à Huit: 800 kleinere Frischmarkt-Filialen in Frankreich mit 70 bis 400 Quadratmetern Größe mit zahlreichen Fertigprodukten.
  • Carrefour: 730 sehr große Supermärkte (Hypermarché) mit einer Fläche von bis zu 20.000 Quadratmetern und bis zu 70.000 Artikeln im Sortiment.
  • Carrefour Express: Supermärkte in Polen und der Türkei (Zusammenschluss aus Champion, Gima und Endi).
  • Champion: Über 1.000 Supermärkte mit etwa 1.500 Quadratmetern in Frankreich, Belgien, Spanien, Rumänien, Polen, Griechenland, Tunesien, Argentinien und Brasilien.
  • Dia: 3.700 Harddiscount-Filialen mit etwa 500 bis 770 Quadratmetern Verkaufsfläche in Spanien, Portugal (unter dem Namen Minipreço), Griechenland, Argentinien, in der Türkei und in Brasilien. Angeboten werden bis zu 2.000 Artikel. Einige Filialen werden von Franchisenehmern betrieben.
  • diperdi: Supermärkte in Italien
  • Ed: 459 Harddiscounting-Filialen mit 300 bis 1.000 Quadratmetern in Frankreich.
  • GB: 271 Supermärkte in Belgien
  • GS: 371 Supermärkte in Italien.
  • Norte: 141 Supermärkte in Argentinien.
  • Prodirect: Lieferservice für die Gastronomie.
  • Promocash: 130 Abholgroßmärkte für Händler und Gastronomie in Frankreich.
  • Proxi: 1.310 sehr kleine Supermärkte mit 80 bis 200 Quadratmetern.
  • Shopi: 600 kleinere Supermärkte in Frankreich mit einer Fläche von 400 bis 900 Quadratmetern. Angeboten werden bis zu 6.500 Artikel, davon 3.500 Frischprodukte und 1.000 Eigenmarken-Produkte.

Im Wesentlichen gibt es folgende Ladentypen:

  • Hypermarché: Sehr große Supermärkte (Hypermärkte) mit 5.000 bis 23.000 Quadratmetern Ladenfläche und mit bis zu 70.000 Artikeln.
  • Supermarché: Supermärkte mit 1.000 bis 2.000 Quadratmetern Ladenfläche.
  • Harddiscounter: Kleinere Geschäfte mit 200 bis 800 Quadratmetern Ladenfläche, die Grundgüter für den täglichen Bedarf zu günstigen Preisen anbieten.

Länder[Bearbeiten]

Das Unternehmen betreibt in folgenden Ländern eigene Filialen:

Ägypten, Albanien, Argentinien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, China, Dominikanische Republik, Frankreich, Griechenland, Indonesien, Italien, Japan, Jordanien, Katar, Kolumbien, Libanon, Malaysia, Marokko, Mazedonien, Oman, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Spanien, Südkorea, Syrien,Taiwan, Tunesien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Zypern.

Aus Tschechien und der Slowakei hat sich Carrefour wieder zurückgezogen und den Markt Tesco im Austausch für Taiwan überlassen.

Aus der Schweiz ist Carrefour am 21. August 2007 ausgestiegen. Coop hat die Standorte übernommen.

Carrefour verkaufte 2005 alle mexikanischen Filialen und zog sich somit aus Mexiko zurück. Die Supermärkte in Thailand wurden im November 2010 an BIG C verkauft und im April 2011 in BIG C umbenannt. Beide Supermärkte in Singapur wurden im Jahr 2012 geschlossen.Reuters[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carrefour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. focus.de:Führungswechsel
  2. a b c d e Carrefour group: 2012 Registration Document Annual Financial Report. Abgerufen am 16. Januar 2014 (PDF).
  3. Jahresreport 2010 auf Französisch: PDF
  4. Tages-Anzeiger: Coop kauft sich 12 Megastores aufs Mal, 21. August 2007
  5. NZZ vom 27. August 2007
  6. Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 23. März 2008:[1]
  7. Chinatechnews:[2]