Ohne

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ohne (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ohne
Ohne
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ohne hervorgehoben
52.27257.283333333333338Koordinaten: 52° 16′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Schüttorf
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 9 km²
Einwohner: 583 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48465
Vorwahl: 05923
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 2
48465 Schüttorf
Bürgermeister: Charlotte Ruschulte
Lage der Gemeinde Ohne im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
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Ortsmitte
Weg von der Vechtebrücke in den Dorfkern
Hofanlage an der Vechte

Ohne ist eine der ältesten Siedlungen im westlichen Niedersachsen, die zu den kleinsten selbständigen Gemeinden Niedersachsens zählt und der Samtgemeinde Schüttorf im Landkreis Grafschaft Bentheim angehört.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ohne grenzt im Süden an den Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) und im Osten an den Landkreis Emsland. Die Nachbargemeinde Samern umschließt den Ort im Norden und im Westen.

Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Schüttorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schüttorf hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Samern, Salzbergen (Emsland) und Wettringen (Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet wurde schon in der Altsteinzeit besiedelt. Der Ortsname wurde 1213 erstmals in einsilbriger Form „ON“ erwähnt. Die Gründung des Dorfes „Oen“ (Ohne) erfolgte durch fränkische Einwanderer in der Karolingerzeit. Es ist ein Haufendorf, das zugleich als Wehrdorf diente. Die Gemeinde Ohne im äußersten Südosten bzw. Süden der Samtgemeinde Schüttorf weist eine ausgeprägte, sehr kompakte dörfliche Lage auf und liegt direkt an einer Furt der Vechte. Mit einem eigenständigen Dorfmittelpunkt oberhalb des Vechtetals ist die Siedlungsentwicklung von Ohne, anders als in den übrigen ländlichen Gemeinden, nicht durch Streulagen, sondern durch eine Häufung von Ansiedlungen und Gebäuden geprägt. Selbst die in Einzellage gelegenen Gehöfte weisen noch eine relativ große Nähe zur Dorflage mit Kirche, Spielkreis und sonstigen dorftypischen Einrichtungen auf. Am Rande der ursprünglichen Kernlage des Dorfes hat sich eine Ausdehnung der Siedlungsentwicklung vollzogen. Für die heutige Ausprägung war nicht zuletzt das Tal der Vechte mit seinem umfangreichen Überschwemmungsgebiet und in der jüngeren Vergangenheit die Hoflage in unmittelbarer Dorflage maßgeblich. Außerhalb der Dorflage wird das Gemeindegebiet durch weitläufige landwirtschaftliche Flächen (auch ohne Hoflagen) und im äußersten Westen durch die nach Bad Bentheim übergehenden Waldflächen geprägt.

Der Ort hat sich seine dörfliche Prägung erhalten. L 68 und K 25 halten den Durchgangsverkehr von der eigentlichen Dorfstraße fern. Der im Zentrum gelegene Dorfplatz, auf dem ehemals das Kriegerdenkmal stand, wird geprägt von altem Baumbestand: vier als Kopfbäume geschnittenen Linden, eine weitere Linde mit normaler beschnittener Krone und zwei hochstämmige Rotdorn. Der Platz erfüllt weiterhin Verkehrsfunktionen. Die Fahrspuren sind mit Natursteinen gepflastert, die Parkflächen mit rotem Pflasterklinker. Für die Fassaden der angrenzenden Gebäude wurden einheitlich rote Backsteine bzw. rote Klinkerverblendung verwendet.

Die Kirche des Ortes liegt untypischerweise nicht direkt am Platz, sondern in zweiter Reihe.
Vom Platz führt ein mit hochstämmigem Rotdorn bestandener Weg an der Rückseite der Kirche auf eine Holzbrücke über die Vechte. Östlich des Flusses setzt sich der Weg, beiderseits von Hecken gesäumt, fort und endet als Radweg an der Kreisstraße. Zwei touristische Radwegeprojekte, die „Grafschafter Fietsentour“ und die „Vechtetalroute“, führen durch den Ort.

Unweit des Dorfes befindet sich der 9,2 Megawatt leistungsstarker Windpark Quendorf, der im Mai 2013 fertiggestellt wurde.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ohne setzt sich aus 2 Ratsfrauen und 7 Ratsherren zusammen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Name Von Bis
Heinrich Lamann 1946 1971
Albert Klinge 1971 1989
Heinrich Wessels 1989 2006
Johann Ruschulte 2006 2011
Charlotte Ruschulte 2011 Heute

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Schützenverein Ohne-Haddorf e. V. (gegründet 1827)
  • Spielmannszug Ohne-Haddorf e. V. (gegründet 1904)
  • Ortsfeuerwehr Ohne (Gegründet 1934)
  • Landjugend Samern-Ohne (gegründet 1947)
  • Landfrauenverein Samern-Suddendorf-Ohne (gegründet 1949)
  • Sport- und Spielvereinigung Ohne e. V. (gegründet 1966)
  • Schießsport-Freunde Ohne-Haddorf e. V.
  • Heimatverein Ohne
  • Gospelchor Ohne (gegründet 2007)
  • Bürgerbusverein Schüttorf-Ohne-Wettringen (gegründet 2006)

Eine Besonderheit ist, dass sich einige Vereine aus Mitgliedern aus den Orten Ohne (Niedersachsen) und Haddorf (NRW), also länderübergreifend, zusammensetzen.

Ev. ref. Kirche

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die evangelisch-reformierte Kirche zählt zu den ältesten Gotteshäusern der Grafschaft Bentheim, Teile stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ein Brand am Himmelfahrtstag 1757 verursachte erhebliche Schäden am Turm und Dachstuhl, die erst 1764 behoben waren. Davon zeugt eine übergroße Inschrift an der Turmfront: „RENOVEERT 1764“. Ohne erhielt im 12. Jahrhundert eine feste Kirche, die vom Utrechter Missionar Ludger geweiht wurde. In der Folgezeit kam die Bezeichnung „God-Ohne“ auf. Sie soll auf ein Kruzifix in der Kirche hinweisen, das bereits im 9. Jahrhundert als Symbol der Kirchengemeinde galt.[3]
  • Im Zuge der Poststraße Rheine–Oldenzaal erhielt Ohne 1771 – trotz heftigen Einspruchs seitens der Stadt Schüttorf – seine erste feste Vechtebrücke. Ende der 1960er Jahre wurde eine neue Stahlbetonbrücke errichtet.[4]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kirmes (am ersten Dienstag im September und am Sonntag davor)
  • Weihnachtsmarkt der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde (am Samstag vor dem 1. Advent)
  • Schützenfest (am 2. Wochenende im Juni)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Autobahn A 31 ist in 8 km Entfernung von der Gemeinde aus erreichbar.

Seit Anfang Mai 2007 fährt die Bürgerbus-Linie 510 der Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim von Schüttorf über Samern, Ohne, Bilk nach Wettringen und über Haddorf, Ohne und Samern zurück nach Schüttorf.[5]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Der Kindergarten „Ohner Waldmäuse“ wurde im Jahre 1972 als Kinderspielkreis gegründet und 2011 in einen Kindergarten umgewandelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT Verlag, Münster 2004 (enthält u. a. Wahlergebnisse 1919–1948).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ohne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: ohne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://www.sw-schuettorf.de/index.php?id=617
  3. http://www.schuettorf.de/staticsite/staticsite.php?menuid=62&topmenu=55
  4. Willy Friedrich: Ohne - malerisches Dorf an der Vechte. Der Grafschafter 1985/Nr. 8, S. 29
  5. Informationen zum Bürgerbus auf der Homepage des Bürgerbusvereins