Neuenhaus

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Neuenhaus. Es gibt noch weitere Ortsteile mit dem Namen Neuenhaus, siehe dazu: Neuenhaus (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuenhaus
Neuenhaus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuenhaus hervorgehoben
52.56.966666666666717Koordinaten: 52° 30′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Neuenhaus
Höhe: 17 m ü. NHN
Fläche: 31,31 km²
Einwohner: 9782 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49828
Vorwahl: 05941
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 014
Adresse der
Stadtverwaltung:
Veldhausener Straße 26
49828 Neuenhaus
Webpräsenz: www.neuenhaus.de
Bürgermeister: Paul Mokry (CDU)
Lage der Stadt Neuenhaus im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
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Neuenhaus ist eine Stadt und Sitz der Samtgemeinde Neuenhaus im Landkreis Grafschaft Bentheim im Land Niedersachsen und hat 9863 Einwohner.[2] Neuenhaus liegt an der Vechte und Dinkel in der Nähe zur Grenze zum Königreich der Niederlande.

Geschichte[Bearbeiten]

Kupferstich der Stadtansicht Neuenhaus' von Matthäus Merian in Topographia Westphaliae von 1647

Gründung und Name[Bearbeiten]

Neuenhaus ist eine Gründung des Bentheimer Grafen Johannes II. aus dem Jahre 1317, der an der Handelsstraße zwischen Münster und Amsterdam die Burg Dinkelrode zu deren Sicherung errichten ließ. Der Name der Burg bezieht sich auf den Fluss Dinkel, der dort in die Vechte mündet. 1328 wird die Burg – um sie von der nahe gelegenen Burg Bentheim zu unterscheiden – als et nye hus (das Neue Haus) bezeichnet, 1369 als Nyenhuß und 1457 Nyenhueß

Es liegt ein Kompositum aus dem mittelniederdeutschen Wort nie, nige, nigge für neu und hüs für Haus (/-hausen) vor.[3]

Entwicklung[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert wurde die schnell wachsende Siedlung, der 1369 Stadtrechte verliehen worden waren, durch Wälle und Stadtgräben befestigt; Zugang erfolgte nur durch die vier Stadttore Ülser, Veldhüser, Diek- und Prinsenpoorte. Daher musste General Carl von Rabenhaupt im Zweiten Holländischen Krieg zunächst 16 Brücken über diese Gräben schlagen lassen, bevor er am 28. März 1674 die Stadt einnehmen konnte.

Die Stadt verfügte ab 1860[4] über ein Amtsgericht und weitere Behörden, die nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise in die Kreisstadt Nordhorn verlegt wurden. 1953 beschloss der niedersächsische Landtag, dass Nordhorn ein eigenes Amtsgericht erhalten sollte, das 1955 eröffnet wurde. Wegen des dadurch erfolgten Rückgangs der Fälle schloss das Amtsgericht Neuenhaus (ebenso wie das Amtsgericht Bentheim) am 1. Juli 1973. Beide Bezirke wurden dem Amtsgericht Nordhorn zugewiesen.[5]

Durch den Bau von zwei Wehren an der Vechte und einem Wehr an der Dinkel wurde verhindert, dass Neuenhaus, wie in früheren Jahren, von Hochwasser überflutet wird. Die Hauptstraße durch die Innenstadt wurde von 2005 bis 2010 schrittweise zurückgebaut und der Bereich vor dem Alten Rathaus wieder in einen Platz umgestaltet, nachdem eine südwestliche Umgehungsstraße gebaut und 2003 freigegeben wurde. Ende 2010 wurde der alte Eingang zum Rathaus wieder geöffnet und beim westlichen Stadtgraben wurde eine Torsituation geschaffen, die der auf der anderen Seite der Stadt an der Brücke über den östlichen Stadtgraben ähnelt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1970 wurden die Gemeinden Grasdorf, Hilten und Veldhausen, das bereits im 10. Jahrhundert bestand, eingegliedert.[6] Dieser Zusammenschluss erfolgte gegen den Willen der Stadt Neuenhaus und wurde vom Niedersächsischen Landtag in Hannover verordnet.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelisch-reformierte Kirche[Bearbeiten]

Evangelisch-reformierte Kirche in Neuenhaus

Der größte Teil der Bevölkerung gehört der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde an. Generell ist diese Kirche stark in der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland vertreten. Die im Jahre 1684 erbaute Kirche steht in der Stadtmitte. Das neue Gemeindehaus „Die Brücke“, das direkt neben der Kirche steht, wurde im Sommer 2014 eingeweiht. Der bisherige Bau in der Klinkhamerstraße wurde 2012 abgerissen, um Platz für Altenwohnungen zu schaffen. Es entsprach nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Gemeinschaftsbau.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Die zweite große Gemeinde ist die römisch-katholische Kirchengemeinde. Die Kirche Mariä Himmelfahrt befindet sich an der Hauptstraße, nebenan ist das Gemeindehaus. Von der Gemeinde werden auch die Kapellenkirchen in Uelsen und Veldhausen betreut. Die katholische Gemeinde betreibt das Pflegeheim St. Vincenz am Dackhorstweg.

Evangelisch-lutherische Kirche[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Kirche in Neuenhaus. Als Gemeindezentrum (Bartning-Notkirche Typ D) gebaut, in der Bildmitte ist der nachträglich gebaute Glockenturm zu sehen.

Drittgrößte Gemeinde ist die evangelisch-lutherische St.-Johannes-Gemeinde. Vor dem Zweiten Weltkrieg spielte sie nur eine untergeordnete Rolle. Erst nach dem Zuzug von Flüchtlingen aus den Ostgebieten wurde diese Gemeinde größer. 1950 entstand nach den Plänen von Otto Bartning ein so genanntes Gemeindezentrum (Notkirche Typ D) in Holzbauweise. Diese wurde vom lutherischen Weltbund gespendet. Da der ursprüngliche Glockenstuhl an dem Gebäude nicht mehr stabil genug war, wurde separat ein neuer hölzerner Glockenturm gebaut.

Von der Gemeinde wird die Johannes-Kindertagesstätte an der Prinzenstraße betrieben.

Neuapostolische Kirche[Bearbeiten]

Bis 2011 gab es eine neuapostolische Kirchengemeinde mit einer Kirche am Kohdiek. Aufgrund schwindender Mitgliederzahlen wurde die Gemeinde aufgelöst, das Kirchengebäude verkauft und die Mitglieder in die Gemeinde Nordhorn integriert.

Judentum[Bearbeiten]

Bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 stand in der Klinkhamerstraße eine kleine Synagoge. Im Zuge des Pogroms wurde sie zerstört. Die Gemeinde umfasste damals rund 25 Gläubige aus Neuenhaus, weitere kamen aus dem umliegenden Dörfern. Bis heute hat sich keine neue Gemeinde etabliert.

Friedhöfe[Bearbeiten]

In Neuenhaus gibt es drei Friedhöfe. Der Hauptfriedhof liegt an der Ringgasse. Hier werden die Toten aller Konfessionen bestattet. Angeschlossen ist die Leichenhalle mit kleiner Kapelle. An der Nordhorner Straße befindet sich der katholische Friedhof. Da dieser nicht erweitert werden kann, finden hier nur noch vereinzelt Begräbnisse statt. Der dritte Friedhof ist der jüdische Friedhof am Wittenkamp (siehe: Sehenswürdigkeiten).

Politik[Bearbeiten]

Der Neuenhauser Stadtrat setzt sich aus 25 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, die zuletzt bei den Niedersächsischen Kommunalwahlen 2011 gewählt wurden:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Rot und Gold (Gelb) schräglinks im Wellenschnitt geteilt, oben ein silbernes (weißes) Zelt mit aufrecht stehender schwarzer Dreiecksöffnung, besteckt mit einer fünfblättrigen goldenen (gelben) Krone, links begleitet von vier balkenweise goldenen (gelben) Kugeln; unten ein breites rotes, schwarzbedachtes Haus mit Stufengiebeln bzw. (besser) Zinnengiebeln und Türmchen.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Waldemar Mallek entworfen und am 31. Oktober 1972 von der Bezirksregierung Osnabrück genehmigt. Das Kriegszelt mit der Krone entstammt dem Gemeindesiegel von Veldhausen. Es stellt das Kriegszelt des Generals Rabenhaupt – Baron tho Sucha – eines niederländischen Edelmannes dar. Die vier goldenen Kugeln – „Bentheimer Pfennige“ – entstammen dem Wappen des Fürsten zu Bentheim. Das Haus steht redend für Neuenhaus: Die Bezeichnung „Neues Haus“ für das um 1317 erbaute Schloss durch Graf Johann II. zu Bentheim (1305–1332) wurde auf den Ort übertragen. Das Zinnengiebelhaus kommt bereits in einem Siegel um 1400 vor.[7][8]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Neuenhaus liegt an der Bundesstraße 403 von Ochtrup nach Coevorden in den Niederlanden. Bis zur Anschlussstelle Wietmarschen der Bundesautobahn 31 sind es 20 Kilometer, bis zur Anschlussstelle Bad Bentheim der Bundesautobahn 30 24 Kilometer.

Busverkehr[Bearbeiten]

Es fahren im Halb- bzw. Stundentakt an Werktagen sowie Sonn- und Feiertagen Regionalbusse der Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) sowohl über Nordhorn nach Bad Bentheim, wo Anschlüsse an das Eisenbahnnetz bestehen, als auch über Uelsen nach Emlichheim. Auch existiert werktags sowie sonn- und feiertags ein ebenfalls stündliches Rufbusangebot der VGB, das Neuenhaus mit Veldhausen, Osterwald, Georgsdorf, Esche und Hoogstede sowie über Grasdorf mit Lage verbindet. Von Frühjahr bis Herbst führen zu bestimmten Zeiten Busse auf der Linie 100 Emlichheim—Nordhorn—Bad Bentheim Fahrradanhänger mit (Fietsenbus).[9]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Es besteht ein Anschluss an das Schienennetz der Bentheimer Eisenbahn mit etwa gleicher Streckenlage wie der Busverkehr. Seit Mitte der 1970er Jahre wird die Strecke ausschließlich für den Güterverkehr genutzt. In Bad Bentheim halten Züge der Deutschen Bahn. Im Fernverkehr fahren InterCitys der Linie 77 (Amsterdam–Berlin). Weiterhin fahren Züge der Westfalenbahn im Regionalverkehr neben Bad Bentheim auch über Schüttorf. Für Nord-Süd-Verbindungen lässt sich der Bahnhof Lingen (Ems) nutzen.

Der in Neuenhaus ansässige Grafschafter Modelleisenbahnclub (GrafMEC) bietet seit über 30 Jahren Nikolausfahrten an. Dem Verein stehen hierfür historische Personenwagen zur Verfügung, die von einer Lok der Bentheimer Eisenbahn gezogen werden. Darüber hinaus gibt es zu weiteren Anlässen Sonderfahrten.[10]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück. Ein breiteres Angebot bieten die Flughäfen Düsseldorf und Amsterdam-Schiphol. Letzterer kann direkt vom Bahnhof Bad Bentheim per InterCity angefahren werden. Ein Verkehrslandeplatz befindet sich in Klausheide. Von hier starten vor allem Hobbypiloten aber auch Geschäftsflieger.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Krankenhaus[Bearbeiten]

Das nächstgelegene Krankenhaus ist das Euregio-Klinikum im zehn Kilometer entfernten Nordhorn. Es handelt sich um ein Schwerpunktkrankenhaus.

Pflegeeinrichtungen[Bearbeiten]

  • St.-Vincenz-Pflegheim (Trägerschaft: katholische Kirchengemeinde Neuenhaus)

Aus dem ehemaligen katholischen Krankenhaus am Dackhorstweg entstand eine Einrichtung für stationäre Pflege.

  • Haus Hilten (Trägerschaft: Soziale Dienste Nordhorn)

Auch dieses Pflegeheim hat seine Wurzeln in einem ehemaligen Krankenhaus, dem evangelischen Krankenhaus an der Hardinger Straße. Der Altbau wurde 2007 abgerissen. An seine Stelle kam ein modernes und zeitgemäßes Gebäude für stationäre Pflege.

  • Haus am Bürgerpark
Pflegeeinrichtung Haus am Bürgerpark im 1973 geschlossenen Amtsgericht Neuenhaus

Die jüngste Einrichtung in der Stadt zog ebenfalls in ein geschichtsträchtiges Gebäude: In das 1973 geschlossene Amtsgericht. Ein Investor schuf 2007 die Bedingungen für die stationäre Pflege. 2012 wurde das neben dem Amtsgericht gelegene ehemalige Landrätliche Hilfsamt ebenfalls als Einrichtung für die Tagespflege umgebaut.

Ärzte[Bearbeiten]

In Neuenhaus haben sich vier Allgemeinmediziner, eine chirurgische Praxis, eine gynäkologische Praxis, ein Kinderarzt, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie drei Zahnärzte niedergelassen. (Stand: Oktober 2013)

Apotheken[Bearbeiten]

In Neuenhaus werden drei Apotheken betrieben. Zwei der Apotheken befinden sich in der Innenstadt, eine weitere in einem Ärztehaus.

Bildung[Bearbeiten]

Kindertagesstätten[Bearbeiten]

Drei Einrichtungen bieten die Kinderbetreuung an:

  • Johannes Kindertagesstätte (Trägerschaft: Lutherische St.-Johannes-Gemeinde Neuenhaus), drei Vormittagsgruppen (eine integrativ), zwei Nachmittagsgruppen und eine Krippengruppe,
  • Dinkel-Chamäleon (Trägerschaft: Lebenshilfe Nordhorn), integrativer Kindergarten, zwei Vormittagsgruppen, zwei Krippengruppen
  • Hiltener Zwerge (Trägerschaft: Kreisverband DRK Grafschaft Bentheim), drei Vormittagsgruppen, eine Loslösegruppe

Grundschule[Bearbeiten]

Seit 1972 gibt es die Grundschule am heutigen Standort am Borsthorst. Vorher gab es die evangelische und katholische Volksschule. Elternvertreter beider Schulen beschlossen eine gemeinsame konfessionslose Grundschule einzurichten.

2012 wurden 259 Schüler in 13 Klassen unterrichtet.[11]

Wilhelm-Staehle-Schule[Bearbeiten]

Die Haupt- und Realschule befinden sich unter einem Dach. Benannt ist sie seit dem 1. Juni 2012 nach dem in Neuenhaus geborenen NS-Widerstandskämpfer Oberst Wilhelm Staehle. Die 2011 eröffnete Schulmensa wird als kommunaler Eigenbetrieb geführt.

2012 wurden 698 Schüler in 30 Klassen unterrichtet.[11]

Lise-Meitner-Gymnasium[Bearbeiten]

In Neuenhaus ist es möglich, vom Kindergarten bis zum Abitur alle Stufen am Ort zu absolvieren. Das nach der Physikerin Lise Meitner benannte Gymnasium bietet in der Sekundarstufe I die Klassen 5–10 und in der Sekundarstufe II die Oberstufe an. In Uelsen befindet sich eine Zweigstelle des Gymnasiums. Für den Besuch der Oberstufe müssen die Schüler jedoch nach Neuenhaus kommen.

2012 wurden in der Sekundarstufe I 428 Schüler in 17 Klassen und in der Sekundarstufe II 206 Schüler in 15 Klassen unterrichtet.[11]

Ehemalige Schulformen[Bearbeiten]

Am 31. Mai 1972 wurde vom Regierungspräsidenten in Onsbrück die Vorschule als Schulversuch genehmigt. 30 Jahre lang wurden hier Kinder auf die Schule vorbereit, bis im Jahre 2002 die Schulform eingestellt wurde. Als Gebäude stand die ehemalige katholische Volksschule zur Verfügung.[12]

Zum 1. August 1969 wurde die Sonderschule für Lernbehinderte in Neuenhaus gegründet. Sie war in den Räumen der ehemaligen evangelischen Volksschule untergebracht. Aufgrund sinkender Schülerzahlen entschied man sich 2010, die Burgschule Neuenhaus mit der Förderschule Emlichheim zu vereinen. Da in Emlichheim weniger bauliche Maßnahmen zur Weiterführung notwendig waren, wurde dieser Standort in einer Kreistagssitzung ausgewählt.[13]

Ein weiterer Schulversuch startete am 1. August 1971. Die selbstständigen Schulen Hauptschule, Realschule und Gymnasium Neuenhaus schlossen sich zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) Neuenhaus zusammen. Sie galten danach als Schulzweige. Bundesweit war dies einmalig. In der 5. und 6. Klasse besuchten die Schüler eine Kooperative Eingangs- und Förderstufe (später Orientierungsstufe), die in einer Empfehlung zu einem weiterführenden Schulzweig endete.

In den Klassen 7–10 gab es schulzweigübergreifende Lehrfächer wie Musik, Werken, Kunst, Sport oder Hauswirtschaft. Arbeitsgemeinschaften oder Schulveranstaltungen fanden gemeinsam statt. Nach 36 Jahren endete der Versuch 2007.[14]

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Zu den größten in der Stadt Neuenhaus bzw. ihren Ortsteilen ansässigen Unternehmen zählen die Dietrich Borggreve Zwieback & Keksfabrik, die Neuenhauser Unternehmensgruppe (Maschinenbau und anderes), Wink Stanzwerkzeuge (zu deren Gesellschaftern Mitglieder der Familie Oetker gehören), Graphische Betriebe Kip (Etiketten, Kartonverpackungen) und das Bauunternehmen Anton Meyer.

Neuenhaus liegt an unterschiedlichen, ausgeschilderten Strecken innerhalb des Fahrradwegenetzes des Landkreises, die u. a. an der Kunstwegen-Skulpturenroute entlang führen.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Sportfest im Dinkelstadion
  • Schützenfest
  • Stadtfest
  • Weihnachtsmarkt hinter dem Alten Rathaus
  • Wachtumzug am Silvesterabend

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus der Stadt Neuenhaus an der Hauptstraße
  • Sternwarte Neuenhaus
  • Der jüdische Friedhof am Wittenkamp ist der größte erhaltene jüdische Friedhof in der Grafschaft Bentheim. Er entstand spätestens um 1685, als erste jüdische Familien in Neuenhaus nachgewiesen sind. Es sind 57 Grabsteine erhalten. Dort ist auch der Veldhauser Dichter Carl van der Linde begraben, dem der Grafschafter Heimatverein 1971 einen Gedenkstein widmete.[15]
  • Das Alte Rathaus wurde 1793 erbaut und steht im Stadtkern an der Hauptstraße. Auf dem Dach befindet sich ein kleines Türmchen. In ihm ist das Geburtenglöcklein aus dem Jahre 1639.[16] Bei der Geburt eines neuen Einwohners kann die Glocke geschlagen werden. Während früher hier Stadtrat und Bürgermeister ihre Entscheidungen trafen, steht das Rathaus heute als Raum für Ausstellungen oder kleine Konzerte zur Verfügung. Im ehemaligen Ratssaal finden regelmäßig Trauungen statt.

Vereine[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Größter Verein am Ort ist der Turn- und Sportverein (TuS) Neuenhaus. Er bietet eine breite Palette von Sportarten an, zum Beispiel Badminton, Schwimmen, Tischtennis und Wandern. In der Handballabteilung gibt es eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Olympia Uelsen (SG Neuenhaus/Uelsen). Fußball im Ligabetrieb wird vom 1908 gegründeten SV Borussia Neuenhaus angeboten. Mit Eigenleistungen wurde 2002/2003 ein Vereinsheim mit Umkleidekabinen auf dem Gelände des Dinkelstadions erbaut.

Fußballmannschaften für Freizeitligen stellen die Sturmvögel Hilten und der Spiel- und Sportclub (SSC) Grasdorf. Der SSC bietet darüber hinaus zum Beispiel auch Völkerball oder Gymnastik an. Beide Vereine haben Spielstätten mit Vereinsheim. Tennis bietet der Tennisclub (TC) Rot-Weiß Neuenhaus. An der Papestraße verfügt man über eine Tennishalle, mehrere Außenplätze und ein Vereinsheim.

Sonstige Vereine[Bearbeiten]

  • Heimatfreunde Neuenhaus e. V. (Brauchtumspflege)
  • Kulturpassinitiative Neuenhaus e. V. (kulturelle Veranstaltungen)
  • Kunstverein Grafschaft Bentheim e. V. (Kunst und Kultur)
  • Werbegemeinschaft Neuenhaus e. V. (Wirtschaftsförderung)
  • Schützenverein Neuenhaus e. V.
  • Angelsportverein Neuenhaus e. V.
  • Amnesty International – Ortsgruppe Neuenhaus
  • Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Neuenhaus e. V.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7448-6.
  • Dr. O. Wiarda: Neuenhaus in alten Ansichten. Band 1, ISBN 978-90-288-1831-6.
  • Volkshochschule Grafschaft Bentheim/Stadt Neuenhaus Neuenhaus – Ansichten und Einblicke. A.Hellendoorn KG, Bad Bentheim 2011; ISBN 3-938552-05-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Zensus-Ergebnis vom 9. Mai 2011
  3. Ortsnamensforschung vonJürgen Udolph
  4. Grafschafter Nachrichten vom 23. November 2006: Aus Amtsgericht wird Seniorenresidenz. Historisches Gebäude in Neuenhaus vollständig saniert - Krankenhausverein als Pächter.
  5. Grafschafter Nachrichten vom 4. Januar 2006: Eigene Gerichtssäle für Textilmetropole
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 254.
  7. Hauptsatzung der Stadt Neuenhaus, § 2. Abgerufen am 20. April 2014 (PDF; 41 kB).
  8. Neuenhaus auf wwww.ngw.nl. Abgerufen am 20. April 2014.
  9. www.fietsenbus.de Informationen zum Fietsenbusangebot
  10. Informationen zu Sonderfahrten des GrafMEC
  11. a b c Ratsinformationssystem, Vorlage 2012/0246, Anlage Schulstatistik
  12. Schulgeschichte Neuenhaus – Grundschule
  13. Schulgeschichte Neuenhaus – Burgschule Neuenhaus
  14. Schulgeschichte Neuenhaus – KGS Neuenhaus
  15. Der jüdische Friedhof in Neuenhaus heute
  16. Heimatfreunde Neuenhaus: Geburtenglöcklein