Wettringen (Münsterland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wettringen
Wettringen (Münsterland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wettringen hervorgehoben
52.2083333333337.316666666666749Koordinaten: 52° 12′ N, 7° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 57,69 km²
Einwohner: 7822 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48493
Vorwahl: 02557
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 096
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 19
48493 Wettringen
Webpräsenz: www.wettringen.de
Bürgermeister: Engelbert Rauen (CDU)
Lage der Gemeinde Wettringen im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Wettringen von der Terrasse des „Landhaus Rothenberge“
Einmündung der Steinfurter Aa in die Vechte in Bilk

Die Gemeinde Wettringen (plattdeutsch Wiätringen) liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Münster und 30 Kilometer östlich von Enschede, direkt an der niedersächsischen Landesgrenze. Nur etwa 25 Kilometer entfernt von der Grenze zu den Niederlanden liegt sie mit etwa 8000 Einwohnern an der Steinfurter Aa.

Die Entfernung von Wettringen zur größten Stadt im Kreis Steinfurt, Rheine, beträgt 12 Kilometer.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wettringen im Kreis Steinfurt liegt am nordwestlichen Rand von Nordrhein-Westfalen und grenzt an Niedersachsen. In Rothenberge ist die höchste Erhebung der Gemeinde. Im Ortsteil Bilk fließt die Steinfurter Aa in die Vechte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wettringen grenzt an die westfälischen Gemeinden Neuenkirchen, Steinfurt und Ochtrup sowie an die niedersächsischen Gemeinden Ohne und Salzbergen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Wettringen besteht heute aus mehreren Ortsteilen und Bauerschaften:

  • Aabauerschaft
  • Andorf
  • Bilk
  • Brechte
  • Dorfbauerschaft
  • Haddorf
  • Klein Haddorf
  • Maxhafen
  • Rothenberge
  • Tie-Esch
  • Vollenbrok

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Schwerpunkte sind der Maschinenbau sowie metall- und kunststoffverarbeitende Betriebe. In Wettringen gibt es ca. 700 angemeldete Gewerbebetriebe und rund 2.000 Beschäftigte.

Die Gemeinde Wettringen erhebt mit 395 v.H. den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz im Kreis Steinfurt und einen die niedrigsten in Nordrhein-Westfalen.[2]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es rund 110 landwirtschaftliche Betriebe. Sie betreiben überwiegend Viehzucht und Masttierhaltung. Größtenteils werden Gerste und Mais angebaut. Der Gesamtbestand der landwirtschaftlich genutzten Fläche beträgt rd. 4.080 ha. Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe beträgt rd. 45 %.

Unternehmen in Wettringen[Bearbeiten]

  • Bosch Solarthermie GmbH (Herstellung von Solarkollektoren, Solarspeichern, Solarpaketen)
  • Comfort Sinusverteiler GmbH (Herstellung von Großverteilern in der Heizungs- und Sanitärbranche)
  • Dinkhoff Tiefbaugesellschaft mbH (Erdleitungsbau im Strom-, Gasversorgungs- und Telekommunikationsbereich)
  • GEA 2 H Water Technologies GmbH (Belüftungsreaktoren für Klärwerke, Füllkörper für biologische Kläranlagen, Füllkörper aus Polypropylen (PP) und PVC, Kühlturmkomponenten, Lamellenschrägklärer)
  • H. Schubert GmbH & Co. KG, imi-Beton (Beton-, Eisen-, Naturstein- und Altholzimitationen)

Verkehr[Bearbeiten]

Wettringen ist über die Bundesstraße 70 mit der an der Bundesautobahn 30 (Anschlussstelle Rheine-Nord, 17 km Entfernung) und Bundesstraße 54 mit der Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Ochtrup, 12 km Entfernung) verbunden. Der Flughafen Münster/Osnabrück liegt rd. 34 Kilometer entfernt und die Bahnhöfe Rheine und Burgsteinfurt sind mit dem öffentlichen Personennahverkehr in 20 bzw.15 Minuten zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von 838 beruht auf einer Schenkung der „Kirche zu Wateringas“ durch Kaiser Ludwig den Frommen an das Frauenstift Herford. Diese Kirche wurde bereits um 800 von Karl dem Großen gegründet und war Urpfarrei für spätere Gotteshäuser in der Umgebung. Der alte romanische Kirchenbau wurde 1522 erweitert.

Während der spanischen Einfälle im Achtzigjährigen Krieg wurde Wettringen 1590 mehrmals geplündert. Auch im November 1622, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wird Wettringen Opfer von Plünderung und Brandschatzung.

Der seit 1731 zwischen Münster und dem vorläufigen Endpunkt Clemenshafen fertiggestellte „Münsterische Kanal“ wurde 1771 bis Maxhafen verlängert und nach den jeweiligen Fürstbischöfen Max-Clemens-Kanal genannt. Die ursprüngliche geplante Verbindung über die Steinfurter Aa und die Vechte nach Zwolle kam zwar nie zustande, dennoch erlebte das auf Wettringer Gebiet gelegene Maxhafen einen regen Warenumschlag, an dem auch die örtlichen Fuhrleute ihren Anteil hatten. Von 1733 bis 1812 führte auch die Postverbindung über Gronau nach Zwolle unter Einbeziehung des Kanals über Maxhafen. Der Kanal wurde 1840 aufgegeben.

1861 wurde die romanische Kirche abgerissen, und 1862/63 ist der Bau der neugotischen Kirche durch Emil von Manger abgeschlossen. Die Pfarrkirche St. Petronilla existiert heute noch.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in Wettringen tiefe Spuren. Am 31. März 1945 rückten alliierte Panzer in Wettringen ein, und Ende desselben Jahres wurden über 1200 Vertriebene, vorwiegend aus Schlesien, in Wettringen aufgenommen.

Ein Ehren- und Mahnmal erinnert heute noch an die Schrecken des Krieges. Das Mahnmal wurde 1957 eingeweiht, und erinnert an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Ein früheres Mahnmal von 1929 würde aus verkehrstechnischen Gründen Anfang der 1950er-Jahre aufgegeben. Im Jahre 1998 wurde das Mahnmal durch eine Stele ergänzt, die an die Opfer des Holocaust erinnert. Eine weitere Ergänzung fand im November 2010 in Form einer Bronzetafel statt. Diese Tafel soll der Veränderung der Erinnerungskultur (weg von der Verehrung von Kriegshelden, hin zum Gedenken an die Opfer) seit der Erbauung des Mahnmals Rechnung tragen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 65,7 % (2004: 68,9 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,4 %
19,7 %
15,7 %
8,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,0 %p
+6,6 %p
-2,2 %p
+2,6 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009:

  • CDU 13 Sitze (–1)
  • UWG 4 Sitze (+1)
  • SPD 3 Sitze (–1)
  • FDP 2 Sitze (+1)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Engelbert Rauen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wettringer Wappens lautet wie folgt: „Geteilt durch einen roten Balken von Silber und Gold, ein roter Wolkenbalken, unten ein roter Schwan.“

Der Wolkenschnittbalken stellt hierbei das Zeichen der Edelherren von Wettringen dar, die damals ihren Stammsitz in Langenhorst hatten. Zusätzlich zu Langenhorst gehörten damals auch noch Borghorst, Burgsteinfurt, Metelen und Welbergen zum Pfarrbezirk Wettringen. Weiter stammt der rote Balken in der Mitte aus dem Schild des Herforder Stiftes, und der Schwan aus dem Wappen des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

  • Ludgerusgrundschule
  • Friedensschule (Hauptschule)
  • Verbundschule Neuenkirchen-Wettringen (Haupt- und Realschule)
  • Josefsschule – Schule für Erziehungshilfe

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Heimathaus Ahlers ist ein etwa 500 Jahre altes typisch westfälisches Bauernhaus. In den 1980er-Jahren hat es die Gemeinde von der Familie Ahlers gekauft, und es von seinem damaligen Standort in Klein Haddorf entfernt, und an seinem jetzigen Standort wiedererrichtet. Das Heimathaus ist das älteste Gebäude in Wettringen. Durch eine große Zahl von Ausstellungsstücken und viele Angebote des Wettringer Heimatvereins wird hier dem Besucher ein lebendiges Bild vom damaligen Leben vermittelt.
  • St. Josefshaus Wettringen, ehemaliges katholisches Kinderheim in Wettringen
  • Technisches Denkmal Max-Clemens-Kanal bei Maxhafen (2 km nordwestlich von Wettringen)
  • Bürgerhalle im Ortskern
  • Hallenbad im Sportzentrum
  • Seniorenheim im Ortskern
  • Die denkmalgeschützte Villa Haus Rothenberge

Parks[Bearbeiten]

„Villa Jordaan“, auch „Landhaus Rothenberge“ genannt. (Eingangsseite)
„Villa Jordaan“ (Parkseite)
  • Auf dem 95m hohen Rothenberg steht die von 1923 bis 1925 durch den Architekten Alfred Hensen aus Münster errichtete Villa Jordaan. Sie ist von einem Landschaftspark umgeben. Es war der Sommersitz von Bertha van Heek (1876–1960) und Jan Jordaan (* 1863). Das Landhaus ist heute im Besitz der Westfälischen Wilhelms Universität Münster, und dient als Landheim für wissenschaftliche Tagungen und Seminare (3 km nordwestlich von Wettringen).

Besonderheiten[Bearbeiten]

Seit dem 15. November 2007 hat Wettringen eine eigene Währung, mit der man in einigen Geschäften bezahlen kann, den „Herz-Taler“. Der Herz-Taler ist eins zu eins mit dem Euro und soll vor allem Gutscheine ablösen. Zudem wird so erreicht, dass die Menschen mehr in Wettringen einkaufen, da die Herz-Taler nur in Wettringen gültig sind.

Wettringen war die erste Gemeinde im Kreis Steinfurt, die im Jahr 2013 flächendeckend im Ortskern und Gewerbegebiet mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet wurde.[4]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

7,5 Kilometer nördlich der Gemeinde liegt das Naherholungsgebiet der Haddorfer Seen. 3,5 Kilometer nordwestlich der Gemeinde liegt der Rothenberg, eine imposante 95 Meter hohe Erhebung des sonst flachen Umlandes.

Sport[Bearbeiten]

Neben dem Schützenverein erfreuen sich die Sportvereine größter Beliebtheit, allen voran Vorwärts Wettringen, mit einem großen Angebot verschiedener Sportarten, die in den zwei Sporthallen, einer Gymnastikhalle, einem Sportstadion, einem Hallenbad und auf mehreren Tennis- und Fußballplätzen ausgeübt werden können. Besonders die Handballmannschaften sind auf überkreislicher Ebene sehr erfolgreich.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Tradition des Schützenwesens wird in Wettringen gerne gepflegt. So hat fast jeder Ortsteil einen Schützenverein. In vielen Ortschaften Westfalens sind oft verheiratete und nicht-verheiratete Männer in einem Verein zusammengefasst. Dies geht auf einen Beschluss der preußischen Regierung von 1835 zurück. Die Regierung forderte damals von den lose existierenden Schützenbruderschaften, sich fester zu organisieren. Von den Junggesellenschützen forderte man einen Zusammenschluss mit den „Alten“. Dieser Forderung haben sich die Junggesellen in Wettringen jedoch widersetzt, und stattdessen eine eigene Satzung festgelegt. So ergibt es sich zur Zeit, dass es in Wettringen den Verein „Junggesellenschützenverein von 1651“, sowie den Verein „Männerschützengilde von 1650“ gibt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wilhelm Brockpähler, Gemeinde Wettringen (Hrsg.): Beiträge zur Heimatgeschichte von Wettringen.. Band 1: Zur 1100-Jahrfeier, Wettringen Juli 1938.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2013/pdf/166_13.pdf
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c566096kw0900.html
  4. http://www.bornet.de/gebiete/wettringen/
  5. http://www.wettringen.de/aktuelles/kultur-vereine/724-my-way-bildvortrag-norbert-rosing-am-samstag-5-april.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wettringen (Münsterland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien