Bad Bentheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Bentheim
Bad Bentheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Bentheim hervorgehoben
52.3030555555567.159722222222249Koordinaten: 52° 18′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 100,16 km²
Einwohner: 15.068 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48455
Vorwahlen: 05922; 05924 für GildehausVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstr. 2
48455 Bad Bentheim
Webpräsenz: www.stadt-badbentheim.de
Bürgermeister: Volker Pannen (SPD)
Lage der Stadt Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
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Bad Bentheim ist eine Stadt und Kurort im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Sie liegt an den Grenzen zu Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und hat ein staatlich anerkanntes Thermalsole- und Schwefelheilbad. In Bad Bentheim befindet sich die Burg Bentheim, das Wahrzeichen der Stadt.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Die Stadtgrenze ist 49 km lang, wobei die Nord-Süd-Ausdehnung 14 km, und West-Ost-Ausdehnung 12 km beträgt. Das Stadtgebiet von Bad Bentheim hat mit allen Stadtteilen eine gesamte Fläche von 100,16 km².

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden an Nordhorn, im Nordosten an Isterberg, im Osten an Quendorf, Schüttorf und Suddendorf (alle Landkreis Grafschaft Bentheim), im Süden an Ochtrup (Kreis Steinfurt) und Gronau (Kreis Borken) und im Westen an Losser (Niederlande, Provinz Overijssel). Die nächsten Großstädte sind Münster und Osnabrück in Deutschland und Enschede in den Niederlanden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt umfasst neben Bad Bentheim die Ortsteile Achterberg, Bardel, Gildehaus, Hagelshoek, Holt und Haar, Sieringhoek, Waldseite und Westenberg.

Bad Bentheim mit der Burg

Geschichte[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet Bad Bentheim um 1050 als Binithem. Über die Etymologie gibt es verschiedene Spekulationen. So könnte der Name von den Binsen herrühren, die dort früher in der morastigen Landschaft wuchsen. Auch wird vermutet, der Name gehe, wie bei der niederländischen Region Twente, auf die Tubanten zurück.

Bad Bentheim, eine ehemalige gräfliche Residenz, blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Der Marktflecken war Jahrhunderte Mittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft. Unter preußischer Herrschaft war Bentheim ein Amt und von 1857 bis 1973 Standort eines eigenen Amtsgerichts.[2] 1945 entzog die britische Militärregierung Bentheim den Status als Kreisstadt und verlagerte den Kreissitz zur geografisch zentraler gelegenen Stadt Nordhorn.

Wahrzeichen der Stadt ist die mächtige Burganlage der Grafen von Bentheim: die Burg Bentheim, welche erstmals um 1116 urkundliche Erwähnung fand. Um 1711 wurden heilende Schwefelquellen entdeckt, aus denen sich ein Kurbadebetrieb (Thermalsole-Fachklinik) entwickelte. Seit 1865 besitzt Bentheim das Stadtrecht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es seitens der Niederlande Pläne, große Teile von Nordwestdeutschland an die Niederlande anzugliedern (Bakker-Schut-Plan), darunter auch Bentheim als „Neder-Benthem“. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt.

Im Rahmen der niedersächsischen Gemeindegebietsreform wurden am 1. März 1974 die Stadt Bentheim, die Samtgemeinde Gildehaus (bestehend aus den Mitgliedsgemeinden Gildehaus, Achterberg, Hagelshoek, Holt und Haar, Waldseite und Westenberg) sowie die Gemeinden Bardel und Sieringhoek zur Einheitsgemeinde Stadt Bentheim zusammengeschlossen. Laut Hauptsatzung der Stadt bilden die Stadtteile Achterberg, Bardel, Hagelshoek, Holt und Haar, Sieringhoek, Waldseite und Westenberg jeweils Ortschaften, für die ein Ortsvorsteher berufen wird.[3] Diese haben die Aufgabe, die Stadtverwaltung und die Gremien des Rates in allen Fragen zu unterstützen, die ihre Ortschaft betreffen.

Seit dem 6. Juni 1979 heißt die Stadt Bad Bentheim.[4] Der Ortsteil Gildehaus ist seit 1982 staatlich anerkannter Erholungsort.

Als Bentheimer Gold bezeichnete man den Bentheimer Sandstein, der in den Bentheimer und Gildehauser Gruben gefördert wurde und teilweise heute noch gefördert wird. Der Handel (15. bis 18. Jahrhundert) verbreitete ihn über die Grenzen der Grafschaft Bentheim hinaus ins Münsterland, nach Ostfriesland, in die Niederlande und bis nach Belgien und Dänemark. Bedeutende Bauwerke aus Bentheimer Sandstein sind zum Beispiel das Königliche Palais in Amsterdam, das Theater und die Frauenkirche in Antwerpen, die katholische Kirche in Aarhus, der 1482 vollendete Turm der Martinikirche in Groningen sowie das Rathaus in Münster. Angeblich besteht der Sockel der Freiheitsstatue in New York City ebenfalls aus Bentheimer Sandstein, aber auch andere Städte wie Obernkirchen stellen die Behauptung auf, der Sockel sei aus dem Sandstein ihrer Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Achterberg, Bardel, Gildehaus, Hagelshoek, Holt und Haar, Sieringhoek, Waldseite und Westenberg eingegliedert.[5]

Religionen[Bearbeiten]

Wie die Grafschaft Bentheim so ist auch die Stadt Bad Bentheim eher evangelisch geprägt: 36,7 % der Einwohner sind evangelisch-reformiert und 15,9 % evangelisch-lutherisch, weitere 21,5 % sind römisch-katholisch; die restlichen 25,9 % haben eine andere Glaubensrichtung oder gehören keiner Religionsgemeinschaft an (Stand: 30. Juni 2006).

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Bad Bentheim besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[6] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem die hauptamtliche Bürgermeisterin Volker Pannen (SPD).

Die Kommunalwahl vom 11. September 2011 führte bei einer Wahlbeteiligung von 55,96 % zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:[7]

Partei / Liste: CDU SPD Grüne FDP Gesamt
Stimmenanteil: 45,61 % 43,60 % 6,14 % 4,65  % 100 %
Sitze: 14 12 3 1 30 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Bad Bentheim ist Volker Pannen (SPD). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber mit 66,1 % der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Heiner Beernink genannt Konjer (CDU) erhielt 33,9 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,7 %.[8] Pannen trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Bentheim erhielt ihr Wappen im Jahre 1661 von Graf Ernst Wilhelm von Bentheim und Steinfurt (1643–1693). Das Wappen stellt ein goldenes Monogramm der Buchstaben E und G auf rotem Grund dar. Dieses wird von neunzehn ebenfalls goldenen Kugeln umgeben. Die Buchstaben E und G stehen für „Ernestus Guilelmus“; dem latinisierten Namen des Grafen. Die goldenen Bälle stammen vom Wappen des Landkreises Grafschaft Bentheim; woher jedoch das Wappen des Landkreises herrührt, ist unklar. Vom Wappen des Landkreises, und somit von den goldenen Bällen, wird aber auch in anderen Wappen als jenem von Bad Bentheim Gebrauch gemacht, so beispielsweise in denen von Nordhorn, Neuenhaus, De Wijk, Geldermalsen[9] und in der Stadtfahne von Neuss.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Gebrauch des Wappens untersagt. Später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, bestand das Wappen lediglich aus dem roten Grund mit 18 goldenen Kugeln darauf – ohne Monogramm! Im Jahre 1955 erhielt die Stadt durch das Niedersächsische Innenministerium die Genehmigung, das ihr damals im 17. Jahrhundert durch Graf Ernst Wilhelm verliehene Wappen wieder zu führen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Bentheim unterhält Städtepartnerschaften zu Assen in den Niederlanden (seit 1959)[10] und zur Stadt Wolkenstein (Erzgebirge)in Sachsen.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burgmauern mit dahinterliegendem Pulverturm
Burg-Innenhof

Das wohl markanteste Wahrzeichen der Stadt, die Burg Bentheim, steht unübersehbar im Zentrum. Die alte Residenz kann mit und ohne Führung teilweise besichtigt werden. Einen weiten Blick über Bad Bentheim bietet hierbei der hohe Bergfried, auch Pulverturm genannt.

Das Bad Bentheimer Sandsteinmuseum ist ein in einem historischen Bentheimer Ackerbürgerhaus mit Erweiterungsbau untergebrachtes Museum, welches die Geschichte des Bentheimer Sandsteins (Abbau und Verwendung, Handel und Arbeit) und die Geologie dieses Sandsteins näherbringen möchte. Exponate wie romanische Taufsteine aus dem 12. und 13. Jahrhundert oder Fossilien zur Veranschaulichung der beiden Dauerausstellungen können hier besichtigt werden.

Ein Theater der besonderen Art befindet sich direkt neben der sogenannten Franzosenschlucht: Die Bentheimer Freilichtbühne. Das Theater liegt in drei stillgelegten Steinbrüchen und hat somit eine außergewöhnliche Naturkulisse zu bieten. In den Sommermonaten werden hier klassische und moderne Bühnenstücke für Erwachsene wie auch Kinder aufgeführt. Darüber hinaus finden oftmals auch besondere Veranstaltungen wie zum Beispiel Winter- und Nachtaufführungen oder Gastspiele statt.

Das Haus Westerhoff gilt als eines der schönsten Ackerbürgerhäuser der Stadt, welches aus dem Jahre 1656 stammt; es wurde in den Jahren 1989 bis 1991 fachmännisch restauriert. Heute stellen dort Künstler und Kunsthandwerker ihre Werke aus.

Auch sehenswert ist die evangelisch-reformierte Kirche mit ihrer calvinistischen Innenausstattung, in der u. a. Graf Arnold II. zu Bentheim-Tecklenburg begraben liegt. Sie wurde 1696 auf den Grundmauern der frühgotischen Kirche von 1321 erbaut, von der lediglich Bruchstücke, wie ein gotischer Raum und die darunterliegende Gruft des Grafen, erhalten sind. Heute ist sie eine schlichte Barockkirche, in deren Mittelpunkt eine alte Steinkanzel steht. Auf dem Friedhof um die Kirche finden sich jahrhundertealte Grabmäler von kunsthistorischer Bedeutung.

Die römisch-katholische Kirche St. Johannes Baptist mit ihrer barocken Innenausstattung liegt westlich vom Schlosspark und stammt aus der Zeit der Gegenreformation. Auf Geheiß Graf Ernst Wilhelms von Bentheim wurde sie 1670 aus Bentheimer Sandstein errichtet. Außen wirkt der Bau eher schlicht, innen gibt es jedoch prächtige, frühbarocke Altäre und Überreste der Original-Verglasung in den Fenstern der Nordwand.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • evangelisch-altreformierte Kirche (1896)
  • Martin-Luther-Kirche (1912)
  • Kloster Bardel
  • Naturökologisch-Niederländisches Ferienreservat Gut Langen
  • Bentheimer Wald
  • Bentheimer Berge
  • Otto-Pankok-Museum in Gildehaus

Kultur[Bearbeiten]

Dampfkarussell auf dem Weihnachtsmarkt Bad Bentheim
Weihnachtspyramide aus Wolkenstein auf dem Weihnachtsmarkt Bad Bentheim

Eine Besonderheit in Bad Bentheim sind die sogenannten „Nachtwächterrundgänge“, die jeden Montag und Freitag (in der Sommersaison auch jeden Samstag) ab 21 Uhr stattfinden. Treffpunkt mit dem Nachtwächter ist das untere Burgtor der Burg Bentheim. Bei diesen nächtlichen Touren durch Bad Bentheim geben sowohl Geschichten und Sagen über die Stadt und die Burg als auch historische Daten und Fakten einen Einblick in die Stadtgeschichte.

Das so genannte „Weggen wegbringen“ ist eine alte Tradition, die gelegentlich noch in Bad Bentheim und der Grafschaft, sowie im benachbarten Emsland und Osnabrücker Land gepflegt wird. Der „Weggen“ ist ein meterlanges Rosinenbrot, welches nach der Geburt eines Kindes von Freunden und Nachbarn gebracht wird, um die Ankunft des Säuglings zu feiern. Hierbei wird der „Weggen“ auf einer Leiter getragen.

Am zweiten Adventswochenende im Dezember wird der Bad Bentheimer Weihnachtsmarkt durchgeführt. Besondere Attraktionen sind ein altes Dampfkarussell sowie eine von der Partnerstadt Wolkenstein gestiftete Weihnachtspyramide, die 2010 von Besuchern der Homepage des MDR in die „TOP 10“ der Großpyramiden in Deutschland gewählt wurde.

Die Mitglieder der Rockband Union Youth (früher Jonas) sind in Bad Bentheim aufgewachsen und wohnhaft. Bislang haben sie zwei Studioalben veröffentlicht.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine regionale Spezialität Bentheims sind die Bentheimer Moppen. Dabei handelt sich um eine besondere Art von Keksen, die vor allem zur Weihnachtszeit gegessen werden. Sie enthalten sehr viel Kümmel, so dass der Geschmack von dem gewöhnlicher Weihnachtsplätzchen stark abweicht.

 Wikibooks: Kochbuch/ Bentheimer Moppen – Lern- und Lehrmaterialien

Im November 2011 wurde dem Bentheimer Restaurant Keilings der erste Michelin-Stern verliehen; es handelt sich um das erste Sterne-Restaurant im Landkreis Grafschaft Bentheim.[12]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bad Bentheim hat neben dem Fremdenverkehr eine klein- und mittelständische Wirtschaft, wie sie für kleinere Kurorte typisch ist: Cafés, Hotels und Pensionen. Gildehaus hat sich zu einem Zentrum des deutsch-niederländischen Unfallwagenhandels entwickelt.

Größte Arbeitgeber sind:

  • Das Eylarduswerk in Gildehaus (eine evangelische Diakonieeinrichtung für die Jugendhilfe, ca. 280 Beschäftigte)
  • Die Fachklinik Bad Bentheim (ca. 320 Beschäftigte)
  • Die Anlagenbau- und Erdöl-/Erdgaskonzerne Deilmann, KCA DEUTAG, Bentec, Interfels; weltweit ca. 9.500 Beschäftigte

Tourismus[Bearbeiten]

Wichtiges Standbein der lokalen Wirtschaft Bad Bentheims ist der Tourismus. Im Zentrum steht dabei der Kurbetrieb um die Bentheimer Thermalsolequelle, die zu den stärksten ihrer Art in Europa gehört,[13] sowie der Erholungs- und Wellnesstourimus. Wie im gesamten Landkreis Grafschaft Bentheim liegt ein Schwerpunkt dabei auf dem Fahrradtourismus.

In den vergangenen Jahren hat sich der Tourismussektor dabei rasant entwickelt.[14] 2009 eröffnete der neue Ferienpark mit 250 Ferienhäusern und angeschlossenem Wellnesszentrum mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen €.[15]

Ebenfalls 2009 eröffnete das neue Kombibad Badepark, für das Investitionen in Höhe von rund 10 Millionen € getätigt wurden.[16]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

In Bad Bentheim ist die Fachklinik Bad Bentheim als Kurklinik und Gesundheitszentrum mit 53 Planbetten im Bereich Dermatologie und 390 Reha-Betten in den Bereichen Rheumatologie, Dermatologie, Kardiologie und Orthopädie ansässig.[17][18] Im Juli 2013 wurde zusammen mit der neuen Klinik für Kardiologie auch der Bettenhausneubau mit 60 Betten eröffnet.[19]

Weiterhin befindet sich das Paulinenkrankenhaus (Teil der Stiftung Mathias-Spital Rheine) als orthopädische Fachklinik mit 50 Planbetten in Bad Bentheim.[17]

Freizeit[Bearbeiten]

Schlosspark[Bearbeiten]

Bei dem so genannten „Schlosspark“ unterhalb der Burg handelt es sich um eine geometrische, 12 ha große Parkanlage, die nach alten Aufzeichnungen im Stil fürstlicher Gärten des 18. Jahrhunderts angelegt wurde. Im nördlichen Teil der Anlage befindet sich ein See. Im Sommer ist im Schlosspark eine Wasserfontäne in Betrieb, die dort in einem flachen, aus Sandstein erbauten, Becken in die Höhe schießt. Dieser größere Springbrunnen wird von symmetrisch angeordneten, von Hecken eingesäumten Rosenbeeten umgeben.

Im Winter dienen die steilen Hänge im südlichen Teil der Anlage direkt unterhalb der Burg als Rodelbahn. Seit 2006 befindet sich im süd-westlichen Teil ein Hochseilgarten, unweit des Spielplatzes für Kinder. Im Westen, auf dem großen Parkplatz des Schlossparks, finden die Sommer- und Herbstkirmes, das große Stadtschützenfest und am letzten Samstag im August ein internationaler Flohmarkt statt. Im Schlosspark selbst findet jährlich um den 1. Mai ein Mittelaltermarkt mit Ritterturnier statt. Des Weiteren befindet sich im Schlosspark eine behindertengerechte Minigolfanlage.

Mineraltherme[Bearbeiten]

Die Bentheimer Mineraltherme liegt auf dem Gelände der Fachklinik Bad Bentheim und bietet auf über 3.000 Quadratmetern zwei Hallen- und ein Freibad mit Liegewiese, eine Saunalandschaft, Sonnenbänke und ein Bistro. Direkt angeschlossen ist ein Trainingstherapiezentrum.

Siehe auch: Wilhelm Plagge

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Bad Bentheim ist circa eine Autostunde entfernt vom internationalen Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven. Ein regionaler Flugplatz befindet sich im 30 Autominuten entfernten Klausheide bei Nordhorn.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof in Bad Bentheim, Entwurf und Ausführung: Franz Ewerbeck, 1865/66

Der Bahnhof Bad Bentheim an der Bahnstrecke Almelo–Salzbergen ist seit der in den 1950er Jahren erfolgten Stilllegung des Bahnhofs Gildehaus der letzte Bahnhof des deutschen Schienennetzes vor dem Grenzübergang in die Niederlande. Bis zur Öffnung der EU-Binnengrenzen durch das zweite Schengener Abkommen diente er daher auch der Zollabfertigung grenzüberschreitender Züge.

Seit die Strecke im Jahr 1976 durchgehend elektrifiziert wurde, treffen an diesem Bahnhof das niederländische (1500 V =) und das deutsche (15 kV, 16,7 Hz ~) Bahnstromsystem zusammen. Aus diesem Grund ist die Oberleitung über den Bahnhofsgleisen zwischen den beiden Systemen umschaltbar. In Bad Bentheim muss somit bei Zügen, die mit Elektrolokomotiven ohne die Möglichkeit zum Systemwechsel bespannt sind, ein Lokwechsel erfolgen, wobei die deutsche und niederländische Lokomotive im Gegensatz zu anderen Systemwechselbahnhöfen jeweils aus eigener Kraft vom oder zum Zug rangieren kann.

Im innerdeutschen Verkehr ist Bad Bentheim Ausgangsbahnhof der Wiehengebirgs-Bahn (RB 61) über Rheine, Osnabrück und Herford nach Bielefeld.

Im Fernverkehr verkehren InterCitys der Linie 77 grenzüberschreitend von Schiphol Airport und Amsterdam über Bad Bentheim in Richtung Osnabrück, Hannover und Berlin.

Am Bahnhof entlang führt die Strecke der Bentheimer Eisenbahn von Achterberg (bis 1981 von Gronau) über Nordhorn und Neuenhaus nach Coevorden in den Niederlanden. Nahe dem Bahnhof befindet sich auch das ehemalige Verwaltungsgebäude dieser Bahngesellschaft.

Seit dem 12. Dezember 2010 betrieb die Bentheimer Eisenbahn AG in Kooperation mit dem niederländischen Verkehrsunternehmen Syntus im Rahmen eines Pilotprojektes für zunächst drei Jahre täglich im Stundentakt eine Regionalbahnlinie (bezeichnet als Grensland Express)[20] zwischen Bad Bentheim und Hengelo über Oldenzaal.[21] Zwischen dieser Linie und der RB 61 bestand in Bad Bentheim ein direkter Anschluss. Aufgrund mangelnder Nachfrage wurde diese Zugverbindung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wieder eingestellt.[22] Ab dem Jahr 2017 werden Züge durchgehend von Bielefeld nach Hengelo fahren,[23] sodass ein Umsteigen in Bad Bentheim entfällt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Regionalbusse der Bentheimer Eisenbahn (Tarifgebiet Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim) verbinden Bad Bentheim sowohl an Werktagen als auch an Sonn- und Feiertagen im regelmäßigen Taktverkehr mit Gronau (Westf.) und Schüttorf sowie Nordhorn, Neuenhaus und Emlichheim. Von Frühjahr bis Herbst führen zu bestimmten Zeiten Busse auf der Linie Emlichheim—Nordhorn—Bad Bentheim Fahrradanhänger mit (Fietsenbus).[24] Im übrigen verkehrt im innerstädtischen Bereich von Bad Bentheim täglich ein Bus auf der sogenannten Bäderlinie.[25]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 403. Des Weiteren ist Bad Bentheim über die Bundesautobahnen 30 (Bad OeynhausenOsnabrück—Bad Bentheim; in den Niederlanden weiter als Rijksweg 1 (A 1) über Hengelo nach Amsterdam) und 31 (EmdenBottrop) an das Fernstraßennetz angebunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt Bentheim bemüht, das ehemals gute Verhältnis zu den Niederlanden wiederherzustellen. In diesem Bestreben wurde die Stadt sehr von dem niederländischen Professor Hendricus Prakke unterstützt. Dafür wurde ihm 1966 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Der im Jahre 1992 verstorbene Prakke war Bürger der Stadt Assen, mit der Bad Bentheim seit 1959 eine intensive Städte-Partnerschaft pflegt.

Auch Hans-Carl Deilmann bekam die Ehrenbürger-Würde der Stadt verliehen. Sein Unternehmen, die Deilmann AG (heute KCA Deutag), das in den 1970er Jahren weltweit über 8.000 Mitarbeiter beschäftigte, hatte maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung in Bentheim und der Grafschaft. Zu seinen Ehren wurde die Deilmannstraße benannt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Gaby Baginsky (* 1954), Schlagersängerin mit zirka 20 veröffentlichten Alben, wohnhaft in Bad Bentheim

Sonstiges[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Johann Bardenhorst, Hubert Titz (Red.): Bad Bentheim – Aspekte einer Stadtgeschichte. In: Volkshochschule des Landkreises Grafschaft Bentheim, Heimatverein Grafschaft Bentheim (Hrsg.): Schriftenreihe der Volkshochschule und der Museumskoordination Grafschaft Bentheim. Band 21, Band 138, Bad Bentheim 1996, ISBN 3-922428-43-6.
  •  Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein… - Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7448-6.
  •  Johannes Wolburg: Frühjahrstagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Bentheim vom 8.-10. Mai 1950. Der Bentheimer Sattel im Rahmen der Geologie des Emslandes. In: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Band 102, Stuttgart 1950, ISSN 0012-0189, S. 147–148 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Bentheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Bentheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Grafschafter Nachrichten vom 16. Juli 2009: Scherben auf der Mauer sollten das Gefängnis sichern - Das alte Amtsgericht in Bad Bentheim war früher das neue – Zwei Wachtmeister für bis zu 30 Gefangene.
  3. Webseite Bad Bentheim: Ortsvorsteher
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 251.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 254.
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 2. Dezember 2014
  7. Stadt Bad Bentheim – Ratsmitglieder 2009–2014 (PDF; 23 kB) und Website Bad Bentheim – Zahlen, Daten, Fakten
  8. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 8. November 2014
  9. Heraldry of the world
  10. Website Bad Bentheim – Stadtportrait
  11. Website Bad Bentheim – Archiv
  12. Grafschafter Nachrichten vom 9. November 2011: „Sternekoch – das ist für uns ein Ritterschlag“. Überraschung: Michelin zeichnet Keilings Restaurant aus.
  13. merian.de: Wellness in Niedersachsen – Bad Bentheim
  14. Grafschafter Nachrichten vom 28. März 2009: „Ferienpark ist Investition in Zukunft“
  15. Wolfgang Pott: Unternehmen Ferienpark: Ein Kurort hofft auf Millionen, derwesten.de, abgerufen am 17. August 2011.
  16. Grafschafter Nachrichten vom 21. Dezember 2009: Ein „Juwel“ stärkt Familientourismus – Badepark Bad Bentheim offiziell eröffnet mit Festakt und Tag der offenen Tür
  17. a b Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration: Niedersächsischer Krankenhausplan 2012, 27. Fortschreibung 2012, S. 18.
  18. Fachklinik Bad Bentheim: Die Kliniken – Räumliche Ausstattung, abgerufen am 31. Juli 2012.
  19. Grafschafter Nachrichten, Sonderveröffentlichungen vom 30. August 2013: Fachklinik behandelt jetzt auch Herzpatienten. Neuen Fachbereich und weiteres Bettenhaus geschaffen
  20. Informationen zum Grensland-Express
  21. Pressemitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft vom 15. November 2010 (PDF; 35 kB)
  22. Grensland Express gaat van het spoor (Dutch). In: Tubantia, 6. Februar 2013. Abgerufen am 7. Februar 2013. 
  23. Regionalzug RB61 kann in Zukunft bis ins niederländische Hengelo. 30. April 2014. 
  24. Informationen zum Fietsenbusangebot
  25. Informationen zum Bäderbusangebot
  26. Stolpersteine in Bad Bentheim
  27. GN-online