Packstation

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Packstation – Modell Fachsystem, jede Sendung hat ein eigenes Fach (2006)
Packstation – Modell Rotationssystem, Sendungen werden in Magazinen gelagert (2004)
Packstation mit modularem Aufbau (2010)

Eine Packstation ist ein Paketautomat von DHL, der Paket- und Expressdiensttochter der Deutschen Post AG. Das System wurde ab Ende 2001 aufgebaut; Pilotstädte waren Dortmund und Mainz. Im Herbst 2006 war es mehr oder minder flächendeckend mit 700 Packstationen bundesweit eingeführt. Derzeit gibt es bundesweit etwa 2.650 Automaten mit ca. 250.000 Fächern (Stand Mai 2014), an denen Kunden rund um die Uhr bestimmte Sendungen abholen sowie selbst einliefern können. Im Mai 2014 lag die Zahl der registrierten Kunden bei über fünf Millionen.[1]

Handhabung und Funktionsumfang[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Für die Nutzung der Paketautomaten fallen über das Porto hinaus, welches bei Packstationen im Vergleich zu den Preisen am Schalter zum Teil reduziert war, keine zusätzlichen Kosten an. Erforderlich für den Empfang einer an eine Packstation direkt adressierten Sendung ist eine vorherige Anmeldung über die Packstation-Website von DHL Paket.de. [2]

Die Anmeldung erfordert die Angabe einer Adresse in Deutschland. Nach der Anmeldung erhalten Kunden per Paket mit Identitätsprüfung eine Kundenkarte (»Goldcard«). Für die Abholung einer Sendung kommt seit November 2012 das mTAN-Verfahren zum Einsatz, für das ein Mobiltelefon und die Registrierung der Mobilfunknummer erforderlich ist.[3][4] Das führte an vielen Packstationen zu einem Chaos[5], weil die Kunden nicht wie erforderlich im Vorfeld ihre Mobilfunknummer angegeben hatten. Nach einem Shitstorm stellte DHL im November 2012 70 zusätzliche Mitarbeiter ein und richtete eine kostenlose Hotline ein, um die Anfragen bearbeiten zu können.[6] Bei der Kundenkarte handelt es sich um eine Magnetstreifenkarte, auf der zwei von drei möglichen Spuren von DHL mit Informationen besetzt sind: Auf der ersten Spur ist der Name des Kunden im Klartext gespeichert, auf der zweiten befindet sich die so genannte PostNummer. Auf der dritten Spur befindet sich eine auf allen Karten einheitliche Nummer. Bei Anmeldung an einer Packstation wird nur die auf der zweiten Spur gespeicherte Postnummer mit einer Datenbank abgeglichen.

Beim Versenden und Empfangen hat der Kunde stets bundesweit die freie Wahl, welche Packstation er im einzelnen Fall verwenden möchte.[7] Dadurch ist dieser Dienst besonders für Reisende wie Fernfahrer, Handelsvertreter oder Urlauber interessant. Die jeweils nächstgelegene Packstation kann man mit dem Packstationfinder[8] im Internet anhand einer beliebigen nahegelegenen Adresse bestimmen. Zu beachten ist, dass Sendungen nur vom Inhaber der jeweiligen Kundenkarte persönlich aufgegeben oder abgeholt werden dürfen. Das Aushändigen der Karte oder der Zugangsdaten an Dritte ist nicht zulässig.[7]

Die maximale Größe der über eine Packstation empfangbaren oder verschickbaren Sendungen beträgt 60 × 35 × 35 Zentimeter und ist damit gegenüber dem normalen Paketversand eingeschränkt. Mittlerweile gibt es jedoch an einigen Standorten neuere Packstation-Modelle, die auch zwei XL-Fächer besitzen. In diese können Pakete mit maximal 64 × 40 × 60 Zentimetern eingelegt werden. Die minimale Größe beträgt 15 × 11 × 1 Zentimeter.[7]

Sendungen an eine Packstation adressieren[Bearbeiten]

Für die Zustellung an eine Packstation sind DHL-Pakete, DHL-Päckchen, Büchersendungen, Warensendungen sowie Großbriefe und Maxibriefe (jeweils ohne Einschreiben) geeignet. Briefsendungen, die kleiner sind als Groß- und Maxibriefe (Standardbrief, Kompaktbrief, Postkarte), dürfen nicht an eine Packstation gesendet werden.[7] Ausgeschlossen von einer Zustellung an Packstationen sind ebenso Produkte konkurrierender Unternehmen. Eine Sendung, die an eine Packstation geliefert werden soll, muss nach folgendem Muster adressiert werden:

Hans Mustermann
12345678
Packstation 123
12345 Musterstadt

Dabei ist 12345678 die PostNummer des Packstationkunden (des Empfängers), die diesem fest zugeteilt ist. Die Nummer der Packstation, die Postleitzahl und den Ort der Packstation kann der Kunde in einem Verzeichnis, etwa auf der Website des Unternehmens, nachschlagen. Der Absender ist nicht auf eine bestimmte Packstation festgelegt, sondern kann durch freie Adressierung jeder einzelnen Sendung an die entsprechende Lieferadresse (Hausanschrift, Packstation usw.) jedes Mal frei entscheiden, wohin die Sendung zugestellt werden soll.

Fehlt (beispielsweise bei Online-Bestellungen) das Feld Adresszusatz, so ist die PostNummer im Feld Name in der Form Name/Postnummer anzugeben.

Sendungen abholen[Bearbeiten]

An Packstationen adressierte Sendungen[Bearbeiten]

Ein DHL-Mitarbeiter befüllt eine Packstation mit Sendungen, die vom Empfänger abgeholt werden können

An Packstationen können nur von der Deutschen Post oder DHL beförderte Pakete, Päckchen, Großbriefe, Maxibriefe, Bücher- und Warensendungen empfangen werden. Sobald eine Sendung eingetroffen ist, wird der registrierte Kunde per SMS benachrichtigt, wo diese hinterlegt ist. Die SMS enthält auch die für die Abholung notwendige mTAN. An der Packstation kann die Sendung nach dem Einlesen der Kundenkarte und Eingabe der mTAN in Empfang genommen werden. Nachnahmesendungen können direkt am Paketautomaten bargeldlos per EC- oder Geldkarte bezahlt werden.

Bei vollständiger Belegung oder Defekt des Automaten oder bei einer Sendung, die zu groß oder ungeeignet für die Packstation ist, wird die Sendung in eine andere Packstation[9] oder eine Postfiliale transportiert und dort zur Abholung bereitgehalten.[7] Der Kunde wird darüber per E-Mail und/oder SMS informiert. Diese Umleitung erfolgt ohne Rücksprache; bei einer Umleitung in eine Filiale kann die Sendung in der Regel erst am nächsten Werktag abgeholt werden und die Lagerfrist verkürzt sich auf sieben Tage. Im Gegensatz zur Abholung am Automaten muss sich der Empfänger zusätzlich mit seinem Personalausweis verifizieren. Bei ersatzweiser Zustellung an eine Filiale ist die mTAN obsolet. Eine weitere Umlagerung zurück in eine Packstation, andere Filiale oder Hausanschrift ist nicht möglich.

In den Paketautomaten wird die Lieferung neun Kalendertage aufbewahrt. Der Kundenservice kann im Rahmen der Kulanz in bestimmten Fällen die Lagerzeit verlängern. Umlagerungen der Sendungen (z. B. von einem Automaten in eine Filiale) sind nicht möglich und eine Zweitzustellung[10] wird ebenfalls nicht angeboten. Nach Fristablauf wird die Sendung an den Absender zurückgesandt.

Der Empfänger einer Sendung hat nach dem Öffnen des Fachs des Paketautomaten gemäß AGB keine Annahmeverweigerungsmöglichkeit mehr[11] und kann damit die Sendung vor der Annahme nicht in Augenschein nehmen. Mit Ausnahme von Nachnahmesendungen (Absenderanzeige auf dem Display) erfolgt die Annahme somit in Unkenntnis über Absender und Sendungszustand. Jedoch kann man in einer benachbarten Postfiliale zeitnah (24 h) eine ungeöffnete bzw. beschädigte Sendung, mit dem Hinweis auf Annahme verweigert, zum Rückversand abgeben (->Diskussion).

Ersatzweise Zustellung an eine Packstation[Bearbeiten]

Wird bei der Paketzustellung an eine Hausadresse der Empfänger nicht angetroffen, wurde ursprünglich eine orangefarbige Abholkarte zur Abholung in der nächsten Poststelle (Postfiliale oder -agentur) im Briefkasten hinterlegt. Zwischen 2008 und 2010 wurden zunehmend auch grüne Karten zur Abholung an einer Packstation beim Empfänger eingeworfen. 2010 wurde eine einheitliche gelbweiße Karte eingeführt, auf der angekreuzt werden kann, ob das Paket in einer Poststelle oder an einer Packstation abgeholt werden muss. Bei der Abholung des Pakets an einer Packstation muss lediglich der Barcode auf der Abholkarte vor den Scanner der Packstation gehalten werden; es erfolgt keine Identitätskontrolle des Abholers. Dieses Verfahren wird auch bei Empfängern angewandt, die keine Packstationkunden sind.

Sendungen verschicken[Bearbeiten]

Verschickt werden können nur Päckchen und Pakete und damit weniger Sendungsformen als beim Empfang. Die Sendungen können mit online vorfrankierten Strichcode-Versandaufklebern oder mit direkt am Automaten erworbenen Wertmarken verschickt werden.

Kauf von Wertmarken[Bearbeiten]

Wertmarken zur Frankierung von Päckchen und Paketen sind an fast allen Packstationen, auch ohne Kundenkarte, erhältlich. An der Packstation gelöste Wertmarken sind selbstklebend und waren ursprünglich nur zur Aufgabe des Pakets oder Päckchens an einer Packstation oder Paketbox geeignet. Seit August 2010 ist die Abgabe von Päckchen und Paketen mit Wertmarken von Packstationen darüber hinaus auch in den Filialen der Deutschen Post AG, Postbank-Center und Partnerfilialen möglich. Die Bezahlung muss mit girocard oder Geldkarte erfolgen.

Bis zum 30. Juni 2012 wurde an der Packstation ein Preisnachlass von 1 Euro pro Paket und Päckchen gewährt. Seither kosten an der Packstation gekaufte Marken das gleiche wie in den Filialen. Einen Nachlass erhält man jetzt nur noch bei der Online-Frankierung von zu Hause aus, dieser betrug ursprünglich 0,20 Euro, seit Mai 2014 gibt es einen Nachlass von nur noch 0,11 Euro bei Päckchen, 1,00 Euro bei Paketen im nationalen Versand und 0,30 Euro bei Päckchen und 2,00 Euro bei Paketen im internationalen Versand.[12]

Paketmarken können nur ohne Zusatzleistungen gelöst werden. Leistungen wie erweiterte Transportversicherung, GoGreen, Rollenform oder Nachweis bei Päckchen können an Packstationen nicht gebucht werden.

Auf Wunsch kann auf die Paketmarke mit Hilfe einer Bildschirmtastatur die Absender- und Empfängeradresse gedruckt werden.

Einlegen von Sendungen[Bearbeiten]

Die Möglichkeit, frankierte Päckchen und Pakete mit Hilfe der Packstation an DHL zu übergeben, steht sowohl registrierten Kunden als auch unregistrierten Kunden offen. Großbriefe, Maxibriefe, Bücher- und Warensendungen können nicht versendet werden, für diese Produkte besteht lediglich die Möglichkeit der Abholung an einer Packstation. Retourenpakete können teilweise selbst dann mit der Packstation zurückgeschickt werden, wenn sie dem Kunden ursprünglich nicht mit DHL oder der Deutschen Post zugestellt wurden.

Zuerst wird mit dem eingebauten Scanner der Barcode der Versandmarke gelesen. Anschließend wählt der Kunde eine Fachgröße und legt die Sendung in das sich öffnende Fach. Die Maximalmaße für alle Sendungen betragen 60 × 35 × 35 cm. Auf Wunsch kann für Pakete ein Einlieferungsbeleg gedruckt werden, der jedoch nur die Paketnummer, nicht aber die Empfängeradresse ausweist. Registrierte Kunden können sich den Einlieferungsbeleg stattdessen auch an die hinterlegte E-Mail-Adresse senden lassen.

Mit Stampit freigemachte Pakete konnten versendet werden. Päckchen, die nicht mit Stampit freigemacht wurden, konnten allerdings nicht versendet werden, weil ihnen der Strichcode fehlte.

Typen von Packstationen[Bearbeiten]

Öffentliche Packstation[Bearbeiten]

In den Pilotstädten (siehe Einleitung) wurden Ende 2001 die ersten Packstationen aufgebaut. Im Oktober 2002 folgten Bad Vilbel, Frankfurt am Main und Offenbach am Main. Während der Pilotphase war eine direkte Adressierung an die Packstation nicht vorgesehen. Der Versender adressierte das Paket ganz normal an die postalische Adresse des Empfängers. Der Empfänger musste neben seiner Türklingel/Briefkasten einen DHL-Aufkleber mit der PostIdentnummer anbringen. Wenn nun der DHL Mitarbeiter das Paket zustellen wollte und der Empfänger nicht zu Hause war, konnte er anhand des Aufklebers erkennen, dass der Empfänger ein Packstationkunde war. Der Paketzusteller nahm das Paket dann wieder mit und informierte per Karte (später auch per SMS/E-Mail) den Empfänger darüber, dass dieser sein Paket an seiner damals fest vorgegebenen Packstation mit seiner DHL-Goldkarte abholen konnte.

Die Produktion der Packstation erfolgt durch den österreichischen Hersteller KEBA.

Der Konzern teilte im September 2007 mit, dass bis zum Jahr 2009 zu den damals 900 bestehenden Packstationen nochmals 1500 Stationen an Aldi-Filialen[13] dazu kommen sollen. Durch die Aufstellung weiterer Automaten an öffentlichen Plätzen konnte der Packstation-Service wie geplant[14] [15] im November 2009 auf 2500 Automaten ausgeweitet werden. Damit ist laut Eigenaussage des Unternehmens das Ziel erreicht, dass 90 % der Bevölkerung nur noch rund zehn Minuten zum nächsten Automaten brauchen.[16] Bis 2012 sind weitere 150 Stationen geplant.

Im November 2009 wurde die 2500. Packstation in Betrieb genommen.[16] Die Ausbauschwerpunkte liegen vor allem in Ballungszentren und Städten. In ländlichen Regionen finden sich bislang nur wenige Packstationen. Die größte Packstation steht mit 374 Fächern am Frankfurter Hauptbahnhof.[17]

Jahr Städte und Gemeinden Packstationen [18] Kunden
Januar 2002 2 24 2.500
Oktober 2002 5 75
Februar 2004[19] 14
September 2005 90
Oktober 2005 102
April 2006 400.000
November 2006 120 700
Februar 2007 150 800
August 2007 850
September 2007 900 700.000
Oktober 2008 1.000
November 2008 1.500
Juni 2009 2.000 1.000.000
November 2009[16] >1.600 2.500 1.400.000
September 2011[20] >1.600 2.500 2.000.000
Mai 2014[21] 1.600 2.650 5.000.000

Packstation Inhouse für Unternehmen[Bearbeiten]

Seit Januar 2004 bietet DHL für große Unternehmen (ab 3000 Mitarbeitern)[22] auch sogenannte Packstationen Inhouse an. Das ist vor allem für solche Unternehmen interessant, in denen die Mitarbeiter sich ihre Pakete und Päckchen häufig an die Unternehmensadresse schicken lassen, was von den Unternehmen oft nicht gerne gesehen wird. So aber kann den Angestellten dennoch eine Möglichkeit gegeben werden, ihre Sendungen am Arbeitsplatz durch eine solche DHL-Inhouselösung zu erhalten. Das erste Unternehmen, das eine Packstation Inhouse aufbauen ließ, war SAP in Walldorf; im September 2005 folgte eine weitere am SAP-Standort St. Leon-Rot. Da diese speziellen Packstationen primär für die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens zur Verfügung stehen, wird der Standort dieser Automaten nicht veröffentlicht. Bekannte Unternehmen sind beispielsweise BASF, Siemens und Deutsche Telekom. Auch die Bundeswehr stellt seit Juli 2009 den Soldaten der Kaserne der Panzertruppenschule in Munster eine exklusive Packstation zur Verfügung.[23]

Inhouse-Packstationen sind auch für die Benutzung durch Personen geeignet, die keine Mitarbeiter des Unternehmens sind, solange diese Zugang zum Aufstellungsort der Packstation haben. Die Packstationsnummer lässt sich nicht auf normalem Wege im Internet ausfindig machen, sondern muss vor Ort am Terminal abgelesen werden. Der Zugang zu Inhouse-Stationen kann zeitlich limitiert sein, beispielsweise nachts oder am Wochenende, jedoch muss die Station nicht, wie vom Namen suggeriert, innerhalb eines Gebäudes oder in einem nicht-öffentlichen Bereich stehen.

Postfiliale Direkt[Bearbeiten]

Als Alternative zur Packstation bietet die Deutsche Post-Tochter DHL unter dem Namen Postfiliale Direkt[24] seit dem 1. September 2012 einen vergleichbaren Dienst an, bei dem Sendungen an Filialen von Vertriebspartnern der Deutschen Post geliefert werden können, beispielsweise an örtliche Postbank-Filialen. Der Kunde wird mittels SMS benachrichtigt (auch hier ist seit Anfang 2013 die Hinterlegung einer Mobilfunknummer zwingend erforderlich) und kann die Sendung, allerdings nur während der jeweiligen Öffnungszeiten, in der Vertriebsfiliale abholen. Im Gegensatz zur Packstation dürfen an eine Postfiliale keine Groß- und Maxibriefe, keine Bücher- Waren- und Fotopostsendungen und auch keine Express-Sendungen[25] verschickt werden. Dafür auch größere Pakete als 60 cm × 35 cm × 35 cm, aber (wie auch bei der Packstation) kein Reisegepäck, kein Sperrgut, keine schweren und sperrigen Gegenstände, die mit DHL Maxitransport transportiert werden.

Ein vergleichbarer Dienst wurde bereits zwischen Januar 2006 und April 2006 in einigen Städten unter dem Namen Packstation Depot (in Kerpen und Münster Depotservice genannt) erprobt. Bei diesem wurde auf die Aufstellung von Automaten aus Platz- und/ oder Kostengründen verzichtet und Sendungen direkt an eine Postfiliale oder Postagentur adressiert. Depots existierten in Potsdam, Münster, Kerpen, Brühl und Hürth.

Auszeichnung[Bearbeiten]

  • Bei der Vergabe der World Mail Awards 2004 wurde die Deutsche Post World Net in der Kategorie Innovation als bestes Unternehmen ausgezeichnet: Ihr Paketabholsystem Packstation trägt seitdem den Titel Weltweit innovativstes Postprodukt. (Die World Mail Awards sind der Branchen-Oscar der Postindustrie und werden jährlich in 10 Kategorien vergeben.)
  • Ebenfalls 2004 wurde Packstation bei den deutschen Multimedia Awards der erste Preis in der Kategorie Kiosksysteme für die beste interaktive Lösung verliehen. (Der Deutsche Multimedia Award wird jährlich vom Deutschen Multimedia Kongress (DMMK), dem Deutschen Multimedia Verband (dmmv) und dem Kommunikationsverband verliehen. Geehrt werden herausragende Leistungen in den Bereichen Multimedia und interaktive Lösungen.)
  • Auf der Fachtagung Useware 2006 zeichnete die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) die Packstation mit dem Useware-Preis aus. (Dieser Preis wird alle zwei Jahre für die nutzergerechte Gestaltung von technischen Systemen vergeben.)

Ähnliche Systeme[Bearbeiten]

Ein weiteres Selbstbedienungsangebot der Deutschen Post ist die Paketbox, ein Einwurfkasten für Päckchen und Pakete. Der Automat Post 24/7 bietet darüber hinaus einen Briefmarkenautomaten, Briefkasten und weitere Selbstbedienungsleistungen. Daneben gab es zwischen 2005 und 2009 das Pilotprojekt Briefstation, ein Annahmeautomat für Briefe, der auch Leistungen wie Einschreiben und Nachnahmen anbot.

Seit Herbst 2013 erprobt DHL „Paketkästen“, die wie Briefkästen beim Kunden am Haus montiert sind. Erstes Testgebiet ist in Ingolstadt. Diese Paketbriefkästen können sowohl für den Versand als auch Empfang benutzt werden.[26] Da die Tests sehr gut angenommen wurden, ist der Paketkasten seit Mai 2014 bundesweit erhältlich. Der Kasten kann entweder für mindestens 1,99 Euro pro Monat gemietet, oder wahlweise käuflich erworben, werden.[27][28][29][30][31] Anderen Postdienstleistern bleibt die Nutzung der DHL-Paketkästen verwehrt.[32] [33]

Das Gegenstück zur deutschen Packstation in Österreich ist die Post.24-Station, welche ebenfalls von KEBA hergestellt wird. In der Zwischenzeit gibt es vom gleichen Hersteller auch Anlagen in Dänemark, Chile, Norwegen und der Türkei.[34]

Auch in der DDR gab es Paketzustellfächer, an welche die Sendungen zugestellt wurden.[35] An die eigentliche Zustelladresse wurde lediglich der Schlüssel zum Schließfach nebst einer Benachrichtigungskarte zugestellt.

Kritik[Bearbeiten]

Der BdKEP sieht das Wachstum im Onlinehandel durch den massiven Ausbau des exklusiven Paketstationen-Systems durch die Deutsche Post DHL bedroht. Diese exklusiv betriebenen postalischen Infrastrukturen erscheinen auf den ersten Blick kundenfreundlich. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sie Wettbewerb und damit innovative Serviceangebote verhindern, indem sie hohe Markteintrittsschranken für Wettbewerber aufbauen. Das wiederum begrenzt die Wachstumspotentiale für den Onlinehandel. Als Lösung sieht der BdKEP den Aufbau postalischer Infrastrukturen, bei denen der gleichberechtigte Zugang für alle Postdienste sichergestellt ist. Dieses wäre auch im Sinn der EU-Postliberalisierung.[36]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bettina Oesl: Preisgekrönte Innovation / Interaktive Paketdepots – DHL-Packstationen. In: DGPT (Hrsg.): Das Archiv. Nr. 1, 2011, ISSN 1611-0838, S. 70–72.
  •  Jürgen Olschimke: Postautomation aktuell: Die „Packstation“. In: Philatelie aktuell. Nr. 312, Juni 2003 (jolschimke.de).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Packstation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DHL Packstation weiter auf Erfolgskurs. DHL, 6. Mai 2014, abgerufen am 5. August 2014 (Pressemitteilung).
  2. http://www.paket.de/
  3. Vereinfachte Bedienung und mehr Sicherheit für DHL Packstation. DHL, 10. Oktober 2012, abgerufen am 10. Februar 2013 (Pressemitteilung).
  4. Deutsche Post macht Packstationen sicherer. Handelsblatt, 10. Oktober 2012, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  5. Andreas Reinhardt: Volle Packstationen und genervte Kunden. In SWR1, 14. November 2012, abgerufen am 22. November 2012
  6. Daniel Bakir und Christoph Fröhlich: Servicedesaster bei DHL: Chaos an der Packstation. In stern.de, 16. November 2012, abgerufen am 22. November 2012
  7. a b c d e DHL Packstation FAQ, Fragen und Antworten. Abgerufen am 7. September 2012.
  8. Packstationfinder. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  9. Twitter / DHLPaket: @mbeins Jeder Zusteller hat ... In: twitter.com. Abgerufen am 19. März 2013.
  10. Beauftragung Zweitzustellung. DHL, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  11. Allgemeine Geschäftsbedingungen der Deutsche Post AG für die Nutzung von Paketautomaten und Zustelloptionen (AGB PACKSTATION/MEINEZUSTELLUNG). DHL, 1. Februar 2011, abgerufen am 1. Februar 2011 (PDF; 20 kB)., Ziffer 5 Absatz 3
  12. Leistungen und Preise, Stand 1. Juli 2013 (PDF; 594 kB) Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  13. Deutsche Post richtet Packstationen bei Aldi ein. In: Welt online. 10. August 2008, abgerufen am 8. Dezember 2013.
  14. Post stellt mehr Paket-Automaten auf – Konzern will Packstationen flächendeckend einführen – Bis Ende 2009 sind rund 2400 Standorte geplant. In Die Welt, 12. September 2007, S. 14.
  15. Post stellt viele Packautomaten auf – Stationen sollen in zehn Minuten erreichbar sein. In Tagesspiegel, 12. September 2007, S. 21.
  16. a b c Jetzt 2.500 DHL Packstationen bundesweit - Ausbau wird fortgesetzt. 24. November 2009, abgerufen am 8. Dezember 2013 (Pressemitteilung).
  17. Größte Packstation Deutschlands steht im Frankfurter Hauptbahnhof. In: Frankfurt-Live. 5. April 2012, abgerufen am 8. Dezember 2013.
  18. Anzahl der Packstationen auf DHL.de
  19. Packstation: Innovativer Paketservice von DHL in Köln vom 5. Februar 2004
  20. Pressemitteilung: DHL Packstation erreicht Zwei-Millionen-Kunden-Marke vom 7. September 2011
  21. Pressemitteilung: DHL setzt weiter auf die Packstation vom 6. Mai 2014
  22. Internet World Business 15/2005 vom 12. Dezember 2005 S. 24
  23. Postkutsche ist out – Packstation ist in. deutschesheer.de, 1. Juli 2009, archiviert vom Original am 18. Juli 2009, abgerufen am 8. Dezember 2013.
  24. Postfiliale Direkt. DHL, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  25. Twitter / DHLPaket: @moshauer Prime-Sendungen gehen ... In: twitter.com. Abgerufen am 19. März 2013.
  26. http://www.paket.de/paketkasten
  27. DHL Paketkasten bundesweit verfügbar – Der Briefkasten für Pakete ab sofort für alle Regionen Deutschlands erhältlich – Ab 1,99 EUR monatlich mieten oder Basisversion ab 99 EUR kaufen Pressemitteilung der dpdhl.com vom 12. Mai 2014
  28. http://www.paketkasten.de/
  29. Zum Briefkasten gesellt sich der Paketkasten – Wer den Paketboten verpasst und die Lieferung nicht mehr beim Nachbarn oder gar in der Filiale will, hat nun eine Alternative: Die Deutsche Post DHL bietet ab sofort den eigenen Paketkasten für die Haustür an. faz.net mit Material von AFP vom 12. Mai 2014
  30. Paketkasten der Deutschen Post Nie mehr Schlangestehen fürs Päckchen von Berrit Gräber auf sueddeutsche.de vom 14. Mai 2014
  31. Jetzt kann jeder den Paketkasten bestellen – Die Deutsche Post hält es für "die größte Erfindung seit dem Briefkasten": Der "Paketkasten" kann ab sofort bundesweit bestellt werden – und soll viele Wege in die Filiale überflüssig machen. AFP/lw welt.de vom 12. Mai 2014
  32. "Wird sich nicht durchsetzen"Post-Konkurrenten lästern gegen DHL-Paketkasten focus.de vom 15. Mai 2014
  33. DHL Paketkästen sind Wachstumshemmnisse im E-Commerce Open Postal Alliance 16. Mai 2014
  34. Bettina Oesl, S. 72
  35. Siegel, Ronny: Die Packstation der DHL und deren Vorgänger die Paketzustellanlage der Deutschen Post – abgerufen am 8. Juli 2014
  36. [1] Open Postal Alliance 16. Mai 2014