Patriarchat (Soziologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg

Dieser Artikel wurde auf der Qualitätssicherungsseite des Portals Soziologie eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus dem Themengebiet Soziologie auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion.

Als Patriarchat, auch Androkratie genannt, wird eine Herrschaftsform bezeichnet, die durch die Vorherrschaft von Männern über Familien, Sippen, Gemeinden, Diözesen oder Völker gekennzeichnet ist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wortherkunft

Das Wort Patriarchat ist ein aus dem Kirchenlatein stammendes, sekundär gebildetes Abstraktum zu Patriarch πατριάρχης patriarchos und bedeutet Erster unter den Vätern bzw. Stammesführer oder Führer des Vaterlandes (aus πατήρ patér „der Vater“ und ἄρχων archon Erster, Führer), später übertragen auf Führer (Erster) einer von Männern (Vätern) dominierten Gemeinschaft. Im Mittelalter wurde als Patriarch ein Bischof bzw. ein hoher Geistlicher bezeichnet. Die Neubildung Androkratie von griechisch ἀνήρ ‚Mann‘, zu Genitiv ἀνδρός andros mit -kratie ‚Herrschaft‘ bedeutet Herrschaft des Mannes. Für Herrschaft der Alten [Männer] steht Gerontokratie (von γέρων géron = ‚Greis‘).

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

[Bearbeiten] Merkmale

Das Patriarchat hat in der Regel folgende Merkmale:

Kennzeichnend für patriarchalische Gesellschaften ist, dass die Vaterschaft zuvorderst über die biologische Abstammung festgelegt wird. Demgegenüber tritt die soziale Vaterschaft in den Hintergrund. Weil es für die biologische Abstammung, abgesehen von den neu entwickelten genetischen Vaterschaftsfeststellungsverfahren, keine mit der Mutterschaft vergleichbaren augenscheinlichen Beweise (Austritt der Leibesfrucht aus dem Mutterleib) gibt, muss in patrilinear-abstammungsgeleiteten Gesellschaften die Geschlechtlichkeit der Frau an die Ehe gebunden werden, um sicherzustellen, dass der Ehemann der Mutter auch biologisch der Vater ist. Verstöße gegen die Eingrenzung der weiblichen Sexualität werden mit strafrechtlichen (→ Ehebruch) und zivilrechtlichen Sanktionen und gesellschaftlicher Ächtung geahndet.

[Bearbeiten] Politik

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

In zeitgenössischen Gesellschaften werden die meisten Regierungen von Männern geführt. Derzeit führen weltweit elf Frauen die Regierung ihres Landes (Stand: Juni 2010).[1] Die Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts öffnete Frauen den Weg zur Verhütung und verbesserte ihre Gleichberechtigung. Dies ermöglichte es Frauen, politische Posten zu bekleiden und sich in machtpolitische, bis dahin androkratische, Entscheidungsprozesse einzubringen. [2]

Studien aus Afrika, Australien und Europa zeigen, dass deutlich mehr Männer leitende Positionen innehaben als Frauen. Die skandinavischen Länder haben mit fast 40% die größte Zahl an Frauen in leitenden Positionen, wohin gegen die arabischen Länder nur einen Anteil von rund 6% aufweisen.

[Bearbeiten] Patriarchat - Matriarchat

Elke Hartmann weist darauf hin, dass der Begriff „Patriarchat“ in einer staatstheoretischen Abhandlung des 17. Jahrhunderts dazu diente, eine von väterlichen Figuren abgeleitete Autorität zu bezeichnen; in der Herrschaftstypologie Max Webers werde damit eine persönliche, auf Gewalt und Gehorsam beruhende Form der Herrschaft klassifiziert. Erst die neue Frauenbewegung seit den 1970er Jahren habe vom „Patriarchat“ im Sinne allgemeiner Männerdominanz gesprochen und entsprechend diene inzwischen „Matriarchat“ im populären Sprachgebrauch der Gegenwart dazu, eine Gesellschaftsordnung zu bezeichnen, die irgendwie vorrangig von Frauen geprägt ist.[3]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Deutschsprachig

  • Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005
  • Ernest Bornemann: Das Patriarchat, Fischer, Frankfurt am Main 1991 (Erstauflage 1975), ISBN 3-596-23416-6
  • Robert W. Connell: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen 1999
  • Heide Göttner-Abendroth: Für Brigida. Göttin der Inspiration. Neun patriarchatskritische Essays und Thesen zum Matriarchat, Frankfurt am Main 1998.
  • Gerda Lerner: Die Entstehung des Patriarchats, München: dtv 2002
  • Gerda Lerner: Die Entstehung des feministischen Bewußtseins, Frankfurt/ New York 1993
  • Horst Herrmann, Vaterliebe. Ich will ja nur dein Bestes, Reinbek 1989, ISBN 3-499-18248-3
  • Frank Lohscheller: Typisch Junge? Kommunikations- und Konflikttraining für Jungen an Schulen. ISBN 3-89771-355-1
  • Maria Mies, Patriarchat und Kapital: Frauen in der internationalen Arbeitsteilung, Zürich: Rotpunktverlag, 3. Auflage 1990
  • Frank Wichert (2004): Der VorBildliche Mann. Die Konstituierung moderner Männlichkeit durch hegemoniale Print-Medien, ISBN 3-89771-736-0

[Bearbeiten] Englischsprachig

Bücher

  • Flanders, Laura. (2004). Bushwomen: Tales of a Cynical Species. Verso. ISBN 1-85984-587-8.
  • Flanders, Laura (ed). (2004). The W Effect: Bush's War on Women. The Feminist Press at CUNY. ISBN 1-55861-471-0
  • Martin, Mart. (2001). The Almanac of Women and Minorities in American Politics 2002. Westview Press. ISBN 0-8133-9817-7
  • Matland, Richard E. Montgomery, Kathleen A. (2003). Women's Access to Political Power in Post-Communist Europe. Oxford University Press. ISBN 0-19-924685-8
  • Melich, Tanya. (1996). The Republican War Against Women: An Insider's Report from Behind the Lines. Bantam. ISBN 0-553-37816-3
  • Pusey, Michael. (1989). Economic Rationalism in Canberra: A Nation-Building State Changes its Mind. Cambridge University Press. ISBN 0-521-33661-9
  • Sylvia Walby (1991). Theorizing Patriarchy. ISBN 978-0-631-14769-5.

Aufsätze

  • Studler, Donley T. Welch, Susan. (1987). Understanding the Iron Law of Andrarchy: The Effects of Candidate Gender on Voting Scotland. Comparative Political Studies. 20. Juli. 174-191.
  • Hakim, C. (2003). Family Matters. Australian Institute of Family Studies. 52. September
  • Boris, E. Kleinberg, S.J. (2003). Mothers and other workers: (re)conceiving labor, maternalism, and the state. Journal of Women's History. 15. März 1990. September
  • Maddison, Sarah. (2003). Bombing the patriarchy or outfitting a cab: challenges facing the next generation of feminist activists. Women in Action. August

[Bearbeiten] Filme

  • L’aggettivo donna, Annabella Misuglio, Italien 1971, Dokumentarfilm - Kritik des Patriarchats in Italien. L’aggettivo donna analysiert die doppelte Ausbeutung der Arbeiterinnen, die Isolation der Hausfrauen und die Abrichtung der in die Schulen einsperrten, von den anderen Menschen getrennten Kindern.
  • Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr, Paolo Taviani & Vittorio Taviani, Italien 1977, 114 min, "Meisterwerk der Tavianis über die Unterdrückung eines Sohnes durch seinen Vater" [4]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Frauen an die Macht. Ein Überblick über die Entwicklung abseits der Kanzlerin. Abgerufen am 16. Mai 2011.
  2. Regina Richter, Frauen in politischen Machtpositionen, Dissertation an der Universität Hamburg 2006. Abgerufen am 16. Mai 2011.
  3. Elke Hartmann: Zur Geschichte der Matriarchatsidee. Antrittsvorlesung am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität Berlin 2004
  4. Programm des Kino Arsenal Juni 2008 - http://www.fdk-berlin.de/de/arsenal/kalender.html
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen