Pernitz

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Pernitz
Wappen von Pernitz
Pernitz (Österreich)
Pernitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 16,75 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 15° 58′ O47.915.966666666667430Koordinaten: 47° 54′ 0″ N, 15° 58′ 0″ O
Höhe: 430 m ü. A.
Einwohner: 2.512 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 150 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2761, 2763
Vorwahl: 02632
Gemeindekennziffer: 3 23 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gentzschgasse 1
2763 Pernitz
Website: www.pernitz.co.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Postiasi (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
10
6
3
1
1
10 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Pernitz im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Pernitz im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pernitz ist eine Marktgemeinde mit 2512 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Niederösterreich in Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Pernitz liegt im Piestingtal in Niederösterreich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Feichtenbach (116)
  • Pernitz (2413)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Feichtenbach und Pernitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Pernitz dann in der Provinz Pannonia.

Der Name stammt von perenica, was ein Bach, an dem mit glühenden Kohlen gearbeitet wird bedeutet. Dieser Name stammt aus dem Slawischen. Vor den Slawen waren bereits Kelten an diesem Ort.

1165 wird der Ort im Falkensteiner Codex erstmals erwähnt. Der Ort wurde 1632 vom Grafen Hoyos gekauft, wodurch es mit dem Ort aufwärts ging. Rückschläge waren jedoch die Pest 1679 und bald darauf die zweite Türkenbelagerung 1683.

1828 wurde die Straße über den Hals ins Triestingtal gebaut, 1877 die Gutensteinerbahn oder Piestingtalbahn. Dies bedeutete einen weiteren Fortschritt, ebenso wie der Bau einer Hochquellenwasserleitung im Jahr 1904 und der Elektrifizierung im Jahr 1908.

Am Ende das Tales von Feichtenbach befindet sich das 1904 gegründete ehemalige Sanatorium Wienerwald, ursprünglich eine Lungenheilanstalt, die im Dritten Reich als Lebensborn-Heim genutzt wurde. Nach einem Umbau durch Franz Mörth wurde das Gebäude ab 1952 bis in die 1980er das ÖGB-Heim „Karl Maisel der Metall- und Bergarbeiter“, später ein Erholungsheim der Krankenkasse und zuletzt das „Hotel Feichtenbach“. Das architektonisch interessante Gebäude ist seit 2002 ohne Nutzung.

Zum Markt wurde Pernitz im Jahr 1961 erhoben.

Politik[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat war aufgrund von Mandatsniederlegungen von ÖVP und LWP (Liste „Wir Pernitzer“) beschlussunfähig geworden. Bei der aus diesem Grund vorgezogenen Gemeinderatswahl im April 2006 verlor die SPÖ erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik ihre absolute Mehrheit in Pernitz. Die bisherige SPÖ-Bürgermeisterin Silvia Rupprecht war mit einer eigenen Liste angetreten und schaffte vier Mandate, die SPÖ verlor fünf Mandate (nunmehr sieben). Die ÖVP blieb bei sieben, die LWP gewann ein drittes Mandat hinzu.

Bei der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 verteilen sich 21 Mandate auf folgende Parteien: Liste ÖVP 10, SPÖ 6, LWP 3, SBR 1, Liste GRÜNE 1

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 64,4 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,2 % evangelisch. 9,2 % sind Muslime, 1,4 % gehören orthodoxen Kirchen an. 18,4 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur- und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche Pernitz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pernitz
  • Die römisch-katholische Pfarrkirche von Pernitz ist dem Heiligen Nikolaus geweiht. Der sechseckige Bauteil mit dem Hauptraum wurde von 1969 bis 1970 nach Plänen des Architekten Georg Lippert errichtet. Ihm ist eine Seitenkapelle angeschlossen, die aus dem gotischen Chor des Vorgängerbaus besteht.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft von Pernitz ist vor allem durch eine landwirtschaftliche und kleingewerbliche Struktur geprägt, hat aber auch durch die im Ortsteil Ortmann ansässige Papierfabrik (früher im Besitz des Bunzl-Konzerns, heute der SCA) überregionale industrielle Bedeutung.

Durch das vielfältige Freizeit- und Kulturangebot ist Pernitz auch ein beliebter Fremdenverkehrsort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Bruno Ertler (1889–1927), österreichischer Schriftsteller
  • Hermann Reichert (* 1944), österreichischer Philologe, Skandinavist und Germanist
  • Herbert Zeman (* 1940), österreichischer Literatur- und Sprachwissenschaftler, ehemaliger Vorstand des Institutes für Germanistik der Universität Wien
  • Christine Pellikan (*1957), österreichische bildende Künstlerin

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pernitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Georg Lippert. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.