Petsamo-Kirkenes-Operation

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Karte der Sowjetischen Angriffsoperation

Die Petsamo-Kirkenes-Operation (russisch Петсамо-Киркенесская операция) war eine Winterschlacht während des Zweiten Weltkrieges im Polargebiet zwischen der sowjetischen Karelischen Front und deutschen Truppen in Nordnorwegen und Finnland, die vom 7. bis zum 29. Oktober 1944 andauerte.

Die Operation wird sowohl in der russischen als auch in der US-Armee als Studienobjekt für einen Krieg in der Arktis verwendet.

Truppenstärke[Bearbeiten]

Westlich von Murmansk lagen auf sowjetischem Boden (noch von vergeblichen Versuchen ab 1941, den wichtigen Versorgungshafen Murmansk selbst zu erobern) die Stellungen des deutschen XIX. Gebirgsjägerkorps, das aus drei Gebirgs-Divisionen und vier Brigaden mit insgesamt etwa 53.000 Soldaten, 753 Geschützen und 160 Flugzeugen der Luftflotte 5 bestand. Weil in diesem Gebiet Erze für die Herstellung von Kupfer, Nickel und Molybdän abgebaut wurden, war es für die deutsche Kriegswirtschaft von Bedeutung. Die deutsche Verteidigung bestand aus drei Linien auf einer Länge von insgesamt bis zu 150 km in schwierigem Gelände mit Bergen, Seen und Sümpfen. Die Karelische Front unter Kirill Afanassjewitsch Merezkow hatte eine Stärke von etwa 113.200 Soldaten, 2.100 Geschützen, 126 Panzern und 1025 Flugzeugen.

Verlauf[Bearbeiten]

Nach einem 2 Stunden 35 Minuten währenden starken russischen Artilleriebeschuss begann die Operation am 7. Oktober 1944 und die deutschen Verteidigungslinien wurden in drei Tagen bis zu 16 km tief durchbrochen. Mit einem Umgehungsmanöver vom Süden her wurden die deutsche Truppen bei Luostari zum Rückzug gezwungen.

In der Nacht zum 10. Oktober wurden sowjetische Marineinfanteristen am Ufer der Malaja Wolkowaja abgesetzt. Am darauffolgenden Morgen griffen sie die deutschen Truppen aus der Flanke an und durchbrachen zusammen mit der Marineinfanterie, die an Land angriff, die deutsche Verteidigungsstellungen auf der Halbinsel Srednij. Am Abend des 12. Oktober wurden durch Torpedokutter im Hafen Liinahamari weitere Truppen abgesetzt. Zusammen mit der Marineinfanterie eroberten diese am 13. Oktober Liinahamari. In der Nacht zum 15. fiel auch Petsamo. Am 22. Oktober wurde die norwegische Grenze überquert und am 25. Oktober die norwegische Stadt Kirkenes nach erbitterten Kämpfen durch sowjetischen Truppen mit Unterstützung der Marineinfanterie eingenommen. Am 27. Oktober wurde auch Neiden erobert. Am 29. Oktober konnten die sowjetischen Truppen ihre Positionen nördlich von Neiden und südwestlich von Nautsi behaupten und schlossen damit die Operation ab. Gründe für den Stopp waren der Schneefall, die Polarnacht und die topographische Beschaffenheit der Landschaft: vor den sowjetischen Truppen lag ein Gebiet mit zahlreichen Fjorden.

Verluste und Folgen[Bearbeiten]

Die Rote Armee stieß auf 80 km breiter Front bis zu 150 km nach Westen vor und betrat zum ersten Mal Norwegen. Die sowjetischen Verluste betrugen 21.233 Mann, davon 6.084 Gefallene und Vermisste. Nach sowjetischen Angaben fielen in dieser Schlacht 30.000 deutsche Soldaten.[1] Manche versprengte deutsche Truppen wurden von norwegischen Partisanen gefangen genommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Große Sowjetische Enzyklopädie, "Петсамо-Киркенесская наступательная операция, 7-29 октября 1944 г."

Weblinks[Bearbeiten]