Schlacht bei Charkow (1943)

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Schlacht bei Charkow
Datum Februar und März 1943
Ort Charkow und Umgebung
Ausgang Defensiverfolg und Gegenoffensive der Wehrmacht
Folgen Durch eine zeitweilige Stabilisierung der Front wurde eine Einkesselung großer Teile der Heeresgruppen A und Don verhindert
Konfliktparteien
Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich und Verbündete
Befehlshaber
Alexander Wassilewski,
Filipp Golikow,
Nikolai Watutin
Erich von Manstein,
Hubert Lanz,
Werner Kempf,
Hermann Hoth
Eberhard von Mackensen


Die dritte Schlacht um Charkow fand während des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Februar und März 1943 statt. Nach der Niederlage in der Schlacht von Stalingrad drohte der gesamten südlichen deutschen Ostfront der Zusammenbruch. Dabei gelang es der Roten Armee, die Stadt Charkow im Zuge der Woronesch-Charkower Operation vorübergehend zu befreien. Generalfeldmarschall Erich von Manstein gelang es jedoch, mit einem strategischen Manöver, das oft mit einer Rochade verglichen wird, die Südflanke zu stabilisieren und die Stadt Charkow erneut zu erobern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Situation am mittleren Don[Bearbeiten]

Das zum Entsatz der in Stalingrad eingeschlossenen 6. Armee durchgeführte Unternehmen Wintergewitter musste am 23. Dezember 1942 abgebrochen werden, da drei sowjetische Fronten am mittleren Don durchgebrochen waren und nach Süden vorstießen (→ Mittlere Don-Operation). Das sowjetische Oberkommando plante, durch diese und folgende Operationen mehrere Großverbände der Wehrmacht einzukesseln und zu zerschlagen:

Dies hätte für das Deutsche Reich den Verlust von über einer Million Soldaten bedeutet. Die Rote Armee hatte zunächst Erfolg, da ihr am mittleren Don nur die italienische 8. Armee gegenüberstand. So gelang es dem XXIV. Panzerkorps (General Badanow), in fünf Tagen 240 km weit vorzustoßen. Am 24. Dezember 1942 eroberte das Korps Tazinskaja, das mit seinem Feldflughafen und den dortigen Vorratslagern wichtig für die Versorgung der in Stalingrad eingeschlossenen deutschen Soldaten war. Damit waren die Verbände der am Tschir kämpfenden Armeeabteilung Hollidt von der Einschließung bedroht, denn Badanows Korps war nur noch 130 km von Rostow entfernt. Die Generäle Hoth und Hollidt mussten ihre schlagkräftigsten Divisionen abgeben, da Manstein diese benötigte, um Badanows Einheiten zu stoppen. Die sowjetischen Befehlshaber rechneten nicht mehr mit Widerstand und waren deshalb überrascht, als die 11. Panzer-Division, die 6. Panzer-Division sowie die 306. Infanterie-Division der Wehrmacht das sowjetische Korps einkesselten und aufrieben. An der Bistraja verlor das sowjetische XXV. Panzerkorps kurz darauf 90 T-34, so dass es seinen Angriff ebenfalls einstellen musste. Als die 1. und 6. Gardearmee von der Armeeabteilung Fretter-Pico aufgehalten wurden, waren die nördlichen Angriffsspitzen gekappt.

Die Situation am Südflügel der Ostfront[Bearbeiten]

Situation an der Ostfront Anfang 1943

Die Situation weiter südlich war nicht minder bedrohlich für die deutschen Verbände: Die 51. Armee sowie die 2. Gardearmee hatten eine Lücke zwischen der 4. Panzerarmee Hoths und der Armeeabteilung Hollidt entdeckt und waren durch sie hindurchgestoßen. Ziel war es, durch die Einnahme Rostows der 1. Panzerarmee den Rückzug aus dem Kaukasus abzuschneiden sowie Hoths Armee einzuschließen. Zwar war der Abzug aus dem Kaukasus zu diesem Zeitpunkt bereits eingeleitet worden, die 1. Panzerarmee war jedoch noch immer über 600 km von Rostow entfernt. Die sowjetischen Panzerspitzen waren hingegen am 20. Januar bereits 30 km vor Rostow. Wegen Erschöpfung und Treibstoffmangels verlangsamten sich jedoch die Operationen der Roten Armee, so dass es den Deutschen gelang, Verstärkung heranzuführen und damit einen „Flaschenhals“ für die 1. Panzerarmee offenzuhalten.

Eroberung Charkows durch die Rote Armee[Bearbeiten]

Nach dem erfolgreichen Durchbruch im Abschnitt der deutschen Heeresgruppe B im Zuge der Operationen Ostrogoschsk-Rossosch und Woronesch-Kastornoje leitete die Woronescher Front unter Filipp Iwanowitsch Golikow am 2. Februar die Operation Stern ein. Während zwei Armeen der Front den Vorstoß der Brjansker Front auf Kursk unterstützen sollten, griffen die 40. Armee (Generalleutnant Kirill Moskalenko), die neu aufgestellte 69. Armee (Generalleutnant Michail Kasakow) und die 3. Panzerarmee (Generalleutnant Pawel Rybalko) in Richtung Charkow an. Dabei sollte die 40. Armee die Stadt nördlich umgehen und die 69. Armee Charkow über Woltschansk direkt angreifen, während die 3. Panzerarmee die Stadt südlich umgehen sollte. Verantwortlich für die Koordination der drei Armeen war General Alexander Wassilewski.

Am 4. Februar erreichte die 3. Panzerarmee als erste den Donez etwa 20 km östlich von Charkow bei Tschugujew, konnte jedoch gegen die am gegenüberliegenden Flussufer liegende 1. SS-Panzergrenadier-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler nicht über den gefrorenen Fluss vordringen. Ein Entlastungsangriff nördlich gegen Belij Kolodez scheitert vor Prikolodnoje, als das XV. Panzerkorps der 3. Panzerarmee auf Verteidigungsstellungen der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division „Das Reich“ stieß. Am 9. Februar erreichte die 40. Armee gegen den Widerstand der 168. Infanterie-Division Belgorod und formte einen Brückenkopf über den Donez. Die 69. Armee erreichte gegen die verzögernd kämpfende Division Großdeutschland Woltschansk. Südlich davon hatte das VI. Gardekavalleriekorps der 3. Panzerarmee über Andrejewka den Feind umgangen und stieß kurz vor Charkow auf Merefa vor. Dadurch war General der Gebirgstruppe Hubert Lanz, dem am 6. Februar als Führer der Armeeabteilung Lanz die Reste der zwischen Don und Donez zurückweichenden Truppen der Heeresgruppe B sowie das aus Frankreich herangeführte SS-Panzerkorps unterstellt worden waren, gezwungen, die deutschen Divisionen am östlichen Donezufer auf Charkow zurückzunehmen. Sie sollten nun Charkow aus dem unmittelbaren Vorfeld der Stadt verteidigen, während die 168. Infanterie-Division versuchte, die offene Flanke zur 2. Armee zu decken.

Deutscher Panzerjäger bei Charkow im Februar 1943

Bereits bei seiner Befehlsübernahme war Lanz vom Führerhauptquartier ausdrücklich befohlen worden, nicht nur das zur Festung erklärte Charkow um jeden Preis zu verteidigen, sondern auch mit dem unterstellten SS-Panzerkorps nach Süden zur Unterstützung der Heeresgruppe Don anzugreifen. Obwohl Lanz überzeugt war, unmöglich beide Aufgaben erfüllen zu können, gab er schließlich, gedrängt von deren Befehlshaber Generalfeldmarschall von Manstein, am 10. Februar den SS-Truppen den Befehl zum Angriff. Somit trat die 1. SS-Panzer-Grenadier-Division bei Merefa südlich Charkow zum Angriff an (die Division ließ ein verstärktes Panzergrenadierregiment zurück, erhielt dafür allerdings ein Panzergrenadierregiment von der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division). Trotz der Behinderung durch hohen Schnee gelang es bis zum 15. Februar, etwa 30 km weit vorzudringen und dabei starke Kräfte des VI. Gardekavalleriekorps zu zerschlagen. Nach der Unterstellung der Armeeabteilung Lanz unter die von Manstein neu aufgestellte Heeresgruppe Süd wurde der Auftrag jedoch geändert. Die Armeeabteilung sollte sich nunmehr gänzlich auf die Verteidigung Charkows konzentrieren.

Währenddessen setzten die angreifenden Verbände der Roten Armee ihren Vormarsch fort. Die 69. Armee stieß am 10. Februar über den Donez vor, wurde jedoch 15 km vor der Stadt von Truppen der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division gestoppt. In den folgenden Tagen konnte sie nur noch kleinere Angriffserfolge erzielen. Der 3. Panzerarmee gelang der Übergang über den Donez bei Petschenegi und Tschugujew erst in der Nacht zum 10. Februar. Bis zum 11. Februar wurde die Armee jedoch bei Rogan – 10 km vor Charkow – ebenfalls durch Kräfte der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division aufgehalten und konnte erst am 12. Februar langsam weiter vordringen. Erst am 14. Februar gelang es dem XII. und XV. Panzerkorps sowie der 160. Schützen- und der 48. Gardeschützendivision der 3. Panzerarmee, in die östlichen Vororte der Stadt vorzudringen.

Schneller als im Süden war der Vormarsch der 40. Armee, die am 10. Februar die 168. Infanterie-Division und die Division Großdeutschland zum Rückzug zwang und daraufhin mit vier Schützendivisionen und dem V. Gardepanzerkorps (vormals IV. Panzerkorps) von Norden auf Charkow zustieß. Bereits am 13. Februar erreichte die 340. Schützendivision mit Panzerunterstützung die innere Verteidigungslinie Charkows. Sie stieß am folgenden Tag weiter vor und drang in die nordwestlichen Vororte ein. Am gleichen Tag gelangte die 183. Schützendivision bis Sokolniki am nördlichen Stadtrand und stieß gegen Abend bereits auf das Stadtzentrum vor. Die Hauptkräfte der 40. Armee, bestehend aus dem VI. Gardepanzerkorps, der 305. Schützendivision und der 6. motorisierten Gardeschützenbrigade, umgingen unterdessen die Stadt und besetzten bei Ljubotin die Hauptausfallstraße der deutschen Verteidiger nach Westen. Von Süden drangen gleichzeitig Kräfte der 3. Panzerarmee auf Osnowo vor und drohten die in Charkow kämpfenden deutschen Kräfte, bestehend aus der Division Großdeutschland (im Westteil der Stadt), der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division (im Norden), dem verstärkten Panzergrenadierregiment der Leibstandarte (im Westteil) und der 320. Infanterie-Division (im Südosten) einzuschließen.

In dieser Situation verlor der Führer des SS-Panzerkorps Paul Hausser, angestachelt von Berichten über Aufstände bewaffneter Zivilisten in Charkow, die Nerven und drohte seinem Befehlshaber General Lanz, bis 16:30 Uhr eigenständig aus Charkow abzuziehen, sollte dieser nicht einen entsprechenden Befehl geben. Erst nach einem zweimal wiederholten ausdrücklichen Befehl Lanz' und Mansteins, dem Führerbefehl gemäß Charkow zu verteidigen, erklärte sich Hausser um 21:30 Uhr bereit, die Stellungen in Charkow zu halten. Doch damit war die Führungskrise in Charkow keineswegs bereinigt. Während die Rote Armee den Ausfallkorridor aus Charkow immer weiter zuschnürte, hatten am Morgen des 15. Februar Einheiten der 2. SS-Panzer-Grenadier-Division eigenmächtig ihre Stellungen am Nordrand der Stadt verlassen, die daraufhin unverzüglich von Kräften der sowjetischen 69. Armee besetzt wurden. Ebenso gelang es dem XV. Panzerkorps, unterstützt durch die 160. Schützendivision, am Ostrand der Stadt weiter vorzudringen. In dieser Situation gab Hausser wiederum eigenmächtig den Befehl zum Rückzug aus Charkow. Die Verteidigung Charkows brach daraufhin zusammen und bis zum Mittag des 16. Februar war Charkow fest in der Hand der Roten Armee. Obwohl er offensichtlich gegen einen Führerbefehl verstoßen hatte, wurde letztendlich nicht Hausser für den Verlust des Prestigeobjektes Charkow zur Verantwortung gezogen, sondern General Lanz, der durch General der Panzertruppe Werner Kempf ersetzt wurde, obwohl er darauf bestanden hatte, dass Haussers SS-Panzerkorps den Kampf um Charkow fortsetzte.

Erneute Eroberung durch die Wehrmacht[Bearbeiten]

Deutsche Strategie[Bearbeiten]

Karte der Schlacht um Charkow

Die Strategie, mit der Manstein den Gegenschlag auszuführen gedachte, wurde von ihm „Schlagen aus der Nachhand“ genannt. Dieses sah folgendes vor: Der Feind sollte zunächst weit vorstoßen, sich in Sicherheit wiegen und dann (unter Ausnutzung der bei einem derartig schnellen Vormarsch zumeist auftretenden Nachschubprobleme) von den Flanken her geschlagen werden. Hitler, wütend wegen Haussers Befehlsverweigerung, flog am 17. Februar in Mansteins Hauptquartier, wo der Feldmarschall dem Oberbefehlshaber seine Strategie erläuterte. Hitler bestand zunächst auf einer baldigen erneuten Eroberung Charkows, doch gelang es ihm nicht, sich durchzusetzen.

Durch die mehr als 150 Kilometer breite Lücke zwischen der Armeeabteilung Kempf und der 1. Panzerarmee waren Truppen der sowjetischen Südwestfront (1. Gardearmee, 6. Armee sowie die „Gruppe Popow“) weit ins Hinterland der Heeresgruppe Süd durchgebrochen und hatten die Eisenbahnstrecke östlich von Dnepropetrowsk unterbrochen.[1] Da die sowjetischen Truppen zu diesem Zeitpunkt nur noch 60 km vom Dnjepr entfernt waren, beschloss Manstein – sehr zum Ärger Hitlers – die am Mius stationierten Panzerverbände abzuziehen und gegen Markian Popows Stoßkeile einzusetzen. Außerdem standen die sowjetischen Panzerspitzen nur noch 60 km vor Saporoschje, wo sich Mansteins Hauptquartier befand. Als Hitler dies erfuhr, flog er zurück, und somit hatte von Manstein die Möglichkeit, seinen Plan umzusetzen.

Der deutsche Gegenschlag[Bearbeiten]

Soldaten der Waffen-SS bei Charkow im März 1943

Den deutschen Soldaten wurde befohlen, Popows Einheiten in den Rücken zu fallen und deren Nachschubwege zu unterbinden. Dies hatte Erfolg. Am 20. Februar bat der sowjetische General bereits darum, seine Panzergruppe zurücknehmen zu dürfen, was ihm vom Kommandeur der Südwestfront Nikolai Watutin, dessen Optimismus nach wie vor ungebrochen war, verweigert wurde. Zu diesem Zeitpunkt nahm das sowjetische Hauptquartier immer noch an, der Feind hätte vor, auf den Dnepr zurückzuweichen, und verkannte die deutschen Absichten. Am 22. Februar begann der Angriff der Wehrmacht gegen die sowjetische Woronescher- und Südwestfront. Zu diesem Zweck war das Panzerarmeeoberkommando 4 (General Hoth) von der Miusfront abgezogen und nach Dnepropetrowsk verlegt und ihm das SS-Panzerkorps sowie zwei weitere Panzerkorps unterstellt worden. Seine Aufgabe war es, den tiefen sowjetischen Einbruch durch Angriffe auf beiden Flanken zu bereinigen.[2]

Von Manstein konnte die Sowjets täuschen, indem er seine Panzerdivisionen erst kurz vor dem Angriffsbeginn in die Bereitstellungsräume befahl. Somit ging der Gegner lange Zeit davon aus, dass die Wehrmacht sich auf hinhaltenden Widerstand beschränken würde. Da sich Erschöpfung und Nachschubprobleme auf sowjetischer Seite bereits bemerkbar machten, wurden die Panzergruppe Popow sowie die sowjetische 6. Armee eingekesselt und aufgerieben. Die Wehrmacht stand dadurch am 28. Februar wieder am Donez. Nun klaffte in der sowjetischen Front eine 200 km breite Lücke, so dass die STAWKA die Angriffsoperationen bei Woroschilowgrad einstellen musste. Am 2. März eroberten die Deutschen Slawjansk und Bogoroditschno und bildeten bei Balakleja einen Brückenkopf über den Donez.

Das SS-Panzerkorps dringt in Charkow ein[Bearbeiten]

Hitler beglückwünscht Manstein bei einem Frontbesuch in Saporoschje am 10. März zu dessen erfolgreicher Offensive
Deutscher Schützenpanzerwagen beim Vorstoß entlang der Sumskaja-Straße in Charkow im März 1943

Am 6. März begann die Offensive der deutschen 4. Panzerarmee (zu der Haussers SS-Panzerkorps gehörte) und der Armeeabteilung Kempf gegen die sowjetische 3. Panzer- sowie die 69. Armee. Am 11. März 1943 begann der Angriff des SS-Panzerkorps auf Charkow. Zunächst wurden die sowjetischen Stellungen überrannt, doch gerieten die Deutschen in Gefahr, selbst eingeschlossen zu werden. Der Angriff wurde dennoch nicht abgebrochen. Stattdessen entschied man sich, die Stadt nördlich zu umgehen. In den Morgenstunden des 12. März 1943 drohte der deutsche Vormarsch infolge eines Panzerangriffs seitens der Roten Armee in die offene Flanke zu scheitern. Die Sowjets wollten einen Keil zwischen Voraustruppen und das Gros des SS-Verbandes treiben. Der hartnäckige Widerstand der deutschen Verteidiger verschaffte Josef Dietrich genug Zeit, mit einer Panzerabteilung und einem Grenadierbataillon einen erfolgreichen Gegenangriff zu starten, was dazu führte, dass Charkow am 15. März 1943 durch die SS-Divisionen „Leibstandarte“ und „Das Reich“ besetzt wurde. Die Sowjets griffen mit allen verfügbaren Kräften an, da ein erneuter Verlust der viertgrößten Stadt der Sowjetunion vermieden werden sollte. Dieser Angriff blieb erfolglos, kurz darauf drangen erste Heereseinheiten in die Stadt ein. Am 18. März fiel Belgorod in deutsche Hand. Vier sowjetische Armeen waren aufgerieben worden.

Folgen[Bearbeiten]

Frontbogen bei Kursk als Ergebnis der Schlacht um Charkow

Die Rote Armee verlor vom 4. bis zum 25. März 1943 in der Charkiwer Verteidigungsoperation 86.496 Mann (45.219 davon Tote und Vermisste),[3] nachdem die vorangegangen Angriffsoperationen im Rahmen der Woronesch-Charkower Operation bereits einen Blutzoll von 153.561 Soldaten (55.475 Tote und Vermisste) gefordert hatten.[4]

Durch diese Gegenoffensive konnte die Wehrmacht den Südabschnitt der Front stabilisieren und eine Niederlage verhindern, die selbst Stalingrad in den Schatten gestellt hätte. Außerdem blieb nach der erneuten Eroberung Belgorods ein sowjetischer Frontbogen bei Kursk stehen, dessen Abschnürung zur Zerschlagung der dortigen sowjetischen Armeen sich anbot. Generalfeldmarschall von Manstein wollte den Erfolg unmittelbar im Anschluss ausnutzen und die Verbände der Roten Armee bei Kursk sofort einschließen. Hitler verbot dies jedoch. Der Angriff auf Kursk wurde mehrmals verschoben und fand letztlich erst im Juli 1943 unter dem Decknamen Unternehmen Zitadelle statt. In der Zwischenzeit hatte die Rote Armee jedoch die Zeit genutzt, um den Frontbogen zu verstärken und ihre Stellungen auszubauen. Nach dem Scheitern der Operation Zitadelle nahm die Rote Armee im Zuge der Belgorod-Charkower Operation am 23. August Charkow erneut ein – diesmal endgültig.

Quellen[Bearbeiten]

  • CD-ROM Enzyklopädie Der Zweite Weltkrieg
  • Faksimile-Edition Zweiter Weltkrieg. Folge 21 (Verlagsgruppe Weltbild)
  • David M. Glantz, Jonathan House: When Titans Clashed. How the Red Army Stopped Hitler. Lawrence, 1995.
  • Karel Margry: The Four Battles for Kharkov. (After the Battle 112). London 2001.
  • George M. Nipe: Last Victory in Russia: The SS-Panzerkorps and Manstein's Kharkov Counteroffensive, February–March 1943. Schiffer Publ., 2000. ISBN 0-7643-1186-7.
  • Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg. S. 758 ff.
  • Earl F. Ziemke: Stalingrad to Berlin: The German Defeat in the East (Army Historical Series). U.S. Army Center of Military History, Washington D.C. 1987.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht bei Charkow (1943) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ziemke, S. 90 ff.
  2. Ziemke, S. 92.
  3. Россия и СССР в войнах XX века – Потери вооруженных сил. Soldat.ru. Abgerufen am 5. Juni 2010.
  4. G.F. Krivosheyev: Soviet Casualties and Combat Losses in the twentieth century. London, 1997.