Ploemeur

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Ploemeur (Plañvour)
Wappen von Ploemeur
Ploemeur (Frankreich)
Ploemeur
Region Bretagne
Département Morbihan
Arrondissement Lorient
Kanton Ploemeur
Koordinaten 47° 44′ N, 3° 26′ W47.737222222222-3.4261111111111Koordinaten: 47° 44′ N, 3° 26′ W
Höhe -1–55 m
Fläche 39,72 km²
Einwohner 17.747 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 447 Einw./km²
Postleitzahl 56270
INSEE-Code
Website www.ploemeur.com
.

Ploemeur, auch Plœmeur (auf Bretonisch Plañvour), ist eine französische Gemeinde mit 17.747 Einwohnern (1. Januar 2011) im Département Morbihan in der Region Bretagne. Sie gehört zum Arrondissement Lorient, ist Verwaltungssitz des Kantons Ploemeur und Mitglied des Gemeindeverbands Cap l’Orient agglomération.

Geographie, Lage und Anbindung[Bearbeiten]

Lomener

Der Ort liegt 4 km westlich von Lorient, 6 km nordwestlich von Larmor-Plage und 8 km südöstlich von Guidel-Plages an der Route Départementale D 162. Das Stadtzentrum liegt im Hinterland der Côte des Mégalithes. Mit Lomener, Le Pérello und Fort Bloqué gehören auch mehrere Küstenörtchen zu Ploemeur. Im Osten begrenzt der Ter, ein kleiner Blavet-Zufluss, das Gemeindegebiet. Eine eigene Bahnanbindung besitzt Ploemeur nicht. Auf dem nördlichen Teil des Gemeindegebietes liegt der Flughafen von Lorient.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1793 1846 1872 1901 1931 1946 1962 1975 1990 2007
Einwohner 5546 7840 10037 9713 8039 7299 6404 9565 17637 18509

Ploemeur wurde 1901 um Keryado (heute ein Stadtteil Lorients) und 1925 um Larmor-Plage verkleinert.[1]

Geschichte und Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie etliche Überbleibsel der Megalithkultur zeigen, war das Gebiet um Pleumeur bereits im Neolithikum besiedelt. Nach der Christianisierung entstand dort am Étang de Lannénec im 5. Jahrhundert, ermöglicht durch eine Landschenkung, das erste Frauenkloster in Aremorica, geleitet von der später heiliggesprochenen Ninnoc; es wurde bei einem der Wikingerüberfälle während der Frankenzeit zerstört. Im Hochmittelalter entwickelte sich dort eine Ansiedlung in der Herrschaft Kemenet-Héboé, dem westlichsten Teil der Grafschaft Vannes, die bis zur Laïta reichte; auch das Gebiet Lorients gehörte seinerzeit zur (Kirchen-)Gemeinde Ploemeurs. 1666 errichtete die Französische Ostindienkompanie in Faouëdic an der Blavet-Mündung ihre Niederlassung. Nahe dem Küstenabschnitt, an dem britische Truppen zwei Jahre zuvor während des Österreichischen Erbfolgekriegs gelandet waren, begann 1748 die Anlage des auch als Fort de Keragan bezeichneten Forts Bloqué.

Wie an den meisten Küstenabschnitten der Region spielten Fischfang und -verarbeitung auch in Ploemeur eine wichtige ökonomische Rolle. Im Sommer 1896 war es eines der Zentren des bretagneweiten Streiks in diesem Wirtschaftszweig.[2] Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die reichhaltigen Kaolin-Vorkommen auf dem Gemeindegebiet in einem Steinbruch abgebaut. 1920 entstand zudem das Lichtbad Kerpape, das nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Rehabilitationszentrum für Gehbehinderte erweitert wurde; in dieser Einrichtung wurden während der 1970er Jahre mehrfach die Europameisterschaften im Rollstuhl-Basketball ausgetragen. Der Ausbau des zivilen und in Teilen militärisch (Marineflieger) genutzten Flughafens sowie die unmittelbare Nachbarschaft zu Lorient führten insbesondere im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts dazu, dass Ploemeur sich zu einer stark wachsenden „Schlafstadt“ entwickelte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Château de Soye (18. Jahrhundert)
  • Château du Ter
  • Fort Bloqué
  • Kirche St. Pierre (12. Jahrhundert)
  • Kapellen Notre-Dame de la Garde (15. Jahrhundert), Sainte-Anne (16. Jahrhundert), Saint-Thual, Saint-Maudé, Saint-Léonard (alle 17. Jahrhundert), Sainte-Anne (16. Jahrhundert) und Saints-Simon-et-Jude (17. Jahrhundert) jeweils mit Statuen der Heiligen Ninnoc.
  • Pfarrhaus (18. Jahrhundert)
  • Menhire (Saint Maudé, Courégant, Kerroc'h, Pen-Palud)
  • Dolmen (Cruguellic, Ar Roc'h Penher)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit der belgischen Gemeinde Diksmuide, dem irischen Fermoy und Nowa Dęba (Polen).

Söhne und Töchter Ploemeurs[Bearbeiten]

Nachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. vor 1962 nach Cassini, ab 1962 nach INSEE
  2. Joël Cornette: Histoire de la Bretagne et des Bretons. Seuil, Paris 2005, ISBN 978-2-7578-0995-2, Band 2, S. 328ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pleumeur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien