Flughafen Lorient Bretagne Sud

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Aéroport Lorient Bretagne Sud
Base aéronautique navale de Lann-Bihoué
Embraer ERJ-135 1 Ploemeur 02-04-05.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LFRH
IATA-Code LRT
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 9 km westlich von Lorient
Straße D 163E
Basisdaten
Eröffnung zirka 1942
Betreiber Chambre de Commerce et de l’Industrie du Morbihan
Marine Nationale
Terminals 1
Start- und Landebahnen
07/25 2403 m × 45 m Asphalt
02/20 1670 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Lorient Bretagne Sud (IATA-Code LRT, ICAO-Code LFRH) ist der Flughafen der westfranzösischen Stadt Lorient und liegt in der französischen Kommune Ploemeur im Departement Morbihan, rund 12 km westlich von Lorient. Er wird sowohl militärisch als auch zivil genutzt. Der zivile Teil des Flughafens wird von der IHK Morbihan verwaltet. Der mit 800 ha flächenmäßig größte Militärflugplatz Europas wird von der Marine Nationale als Base aéronautique navale de Lann-Bihoué bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Fliegerei im Bereich Lorient reichen bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges zurück, als auf dem linken Flussufer des Scorff, am sogenannten Pointe du Malheur, Wasserflugzeuge und Fesselballone zum Einsatz kamen. Ihre Aufgaben waren die Luftaufklärung von Seeminen und U-Booten. Der regelmäßige militärische Flugbetrieb endete 1920 und in den folgenden Jahren verlegten Marineflieger lediglich im Sommer zu Manövern in Lorient.

Der Beginn des Flugbetriebs mit Landflugzeugen am heutigen Standort Lann Bihoué begann im Jahr 1938 durch einen örtlichen Luftsportverein.

Ein dreiviertel Jahr nach Frankreichs Niederlage im Rahmen des Westfeldzuges im Juni 1940 begann die deutsche Luftwaffe mit dem Bau eines Fliegerhorstes, der mit zwei 2.000 m langen Start- und Landebahnen ausgestattet war. Einige Hangare von damals existieren noch heute. Die in Kerlin-Bastard, so die damalige Bezeichnung des Flugplatzes, stationierten Flugzeugtypen umfassten Messerschmitt Bf 109, Heinkel He 111, Focke-Wulf Fw 200, Bücker Bü 131 und Fieseler Fi 156. Hauptnutzer war die mit Junkers Ju 88C-6 ausgerüstete V. Gruppe des Kampfgeschwader 40 (V./KG40), die hier zwischen September 1942 und Oktober 1943 stationiert war. Deren Aufgaben umfassten die Sicherung des An- und Abmarsches von in Lorient stationierten U-Booten in ihre Operationsgebiete, Logistikumschlagplatz inklusive des Besatzungstausches von U-Boot-Besatzungen und der Angriff auf die alliierte Konvoischifffahrt im Seegebiet um Irland. Die US-Amerikaner ließen das von der Wehrmacht stark verteidigte Gebiet um Lorient im Verlauf der Schlacht um die Bretagne Ende 1944 schließlich links liegen, so dass der Flugplatz erst am 10. Mai 1945 von der deutschen Besatzung an französische Behörden übergeben wurde.

Nach Kriegsende wurde der Flugplatz 1946 ein Stützpunkt der französischen Marineflieger, der Aviation Navale (AVIA), kurz Aéronavale. Die ersten hier fest stationierten fliegenden Einheiten waren ab 1951 Eescadrille 1S, ausgerüstet mit Siebel Si 204, PBY Catalina und Nord 1002 und die Flottille 5F mit ihren Curtiss SB2C. Ab 1952 kam eine U-Jagd-Staffel Avro Lancaster hinzu. Anschließend flogen diese und weitere Straffeln spezielle Seefernaufklärer der Typen Lockheed P2V-7 Neptune und Breguet Br-1150 Atlantic (ab 1991/1992 die Atlantique 2). Zwischen 1964 und 1968 waren in Lorient auch zwei Staffeln trägergestützte Crusader Abfangjäger stationiert und ab 1964 daneben die Flottille 4F. Sie war bis 1997 mit trägergestützen Breguet Br.1050 Alizé ausgerüstet und fliegt seitdem die Grumman E-2C Hawkeye. Zwischen 1955 und 2000 lag hier darüber hinaus die mit Helikoptern ausgerüstete Escadrille 2S in Lann-Bihoué.

Technik am Flughafen[Bearbeiten]

Es ist ein ILS auf RWY 25 vorhanden. HI/BI sind auf 07/25 vorhanden.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Atlantique 2, aufgenommen in Nordholz, 2013

Die Aéronavale nutzt die Basis zur Zeit (2012) wie folgt:

Hinzu kommen einige nicht-fliegende Verbände.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Die Air France-Tochter Hop! verbindet den Flughafen 4 x täglich mit Paris-Orly und 3 x täglich mit Lyon (Stand Dezember 2013). Aer Arann fliegt saisonal nach Irland, Flugziele sind Cork, Galway und Waterford. Lorient Bretagne Sud wird auch von einigen Charterfluggesellschaften angeflogen. Aus deutschsprachigen Ländern gibt es keine Direktverbindungen.

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Lorient Bretagne Sud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien