Prekarisierung

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Prekarisierung (von lat.-fr. prekär; „unsicher, durch Bitten erlangt, widerruflich, schwierig“) ist ein Begriff aus der Arbeits- und Industriesoziologie und beschreibt die "im Zuge von Individualisierung und Deinstitutionalisierung seit Beginn der 80er"[1] stetige Zunahme der Zahl von Arbeitsplätzen mit zu geringer Einkommenssicherheit [2]. Als strukturelle Ursachen für diese mangelnde Sicherheit wird häufig mangelnde Arbeitsplatzsicherheit, niedriger Lohn, Teilzeitbeschäftigung, befristete Verträge und mangelnder Kündigungsschutz und häufig fehlende Interessenvertretung (Betriebsrat) genannt. Prekarisierung beschreibt dabei den Prozess der relativen Zunahme von prekären (also schlecht bezahlten und unsicheren) Arbeitsverhältnissen in der nichtselbständigen Erwerbsarbeit. Als ein strukturelles Kriterium für die Prekarität ist die Frage entscheidend, inwieweit noch eine Selbständigkeit der Existenz durch die Beschäftigung gewährleistet ist. Danach gilt ein Beschäftigter als prekär, wenn er selbst bei Vollzeitarbeit nicht eigenständig von dem erzielten Einkommen leben kann.[1] Es kann dabei (nach neueren soziologischen Diskussionen) zur Herausbildung eines „Prekariats“ kommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beispiele für soziale Prekarisierungserscheinungen

Als Beispiele für prekäre Arbeitsbeziehungen und somit Erscheinungsbild/Folgen der Prekarisierung werden unter anderem genannt:

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Filmdokumentationen

[Bearbeiten] Literatur

  • Ingrid Artus: Prekäre Interessenvertretung. In: Industrielle Beziehungen, 14. Jg., Heft 1, 2007
  • Pierre Bourdieu u. a.: Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. UVK, Konstanz 1997, ISBN 3-87940-568-9
  • Robert Castel: Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit. Konstanz. 2000
  • Klaus Dörre, Klaus Kraemer, Frederik Speidel: Prekäre Arbeit. 2004. In: Das Argument, 256: 378-397.
  • Eichhorst, Werner / Gartner, Herrmann / Krug, Gerhard / Rhein, Thomas / Wiedemann, Eberhard: Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland und im internationalen Vergleich. In: Allmendinger, Jutta / Eichhorst, Werner / Walwei, Ulrich (Hrsg.): IAB Handbuch Arbeitsmarkt. 2005
  • Rof-Dieter Hepp (Hrsg.): Die Fragilisierung soziostruktureller Komponenten. Bremen: Europäischer Hochschulverlag GmbH & Co. KG. ISBN 978-3-941482-23-4
  • Franz Schultheis / Kristina Schulz (Hrsg.): Gesellschaft mit begrenzter Haftung. Zumutungen und Leiden im deutschen Alltag. UVK, Konstanz 2005, ISBN 3-89669-537-1 (Forschungsbericht mit qualitativen Interviews im Anschluss an Pierre Bourdieus Das Elend der Welt)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Ingrid Artus: Prekäre Interessenvertretung. In: Industrielle Beziehungen, 14. Jg., Heft 1, 2007. seite 7 (1. Prekäre Dienstleistungsarbeit: Begriffsdefinition und länderübergreifende Charakteristika) [1]
  2. Der Sozialhistoriker Robert Castel spricht von P. als eine neue Form der „Verwundbarkeit vor dem Hintergrund von Sicherungen“, Castel, Robert (2000): Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit. Konstanz. Vgl. Ingrid Artus (2007) und (2010): Prekäre Kämpfe. Herrschaft, Integration und Widerstand im Dienstleistungsbereich. In. jour fixe initiative berlin (hg.): Souveränitäten. Münster 2010
  3. ARTE: Die 1.000 Euro Generation
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