Radsport bei den Olympischen Spielen

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Im Rahmen der Olympischen Sommerspiele werden auch Wettbewerbe im Radsport ausgetragen. Bis 1992 war die Teilnahme an den Radrennen auf Amateure beschränkt. Seit 1996 nehmen die besten Profi-Radrennfahrer teil. Radsportdisziplinen wurden bisher bei allen Olympischen Sommerspielen ausgetragen. Erfolgreichste Nation in allen olympischen Radsport-Disziplinen ist Frankreich mit insgesamt 86 Medaillen. Deutschland hat insgesamt 36 Medaillen gewonnen, die BRD 14 und die Staatsamateure der DDR standen 16-mal auf dem Podium, ebenso wie die Schweiz. Österreich holte bislang drei Medaillen.

Straße[Bearbeiten]

Bei den ersten Olympischen Spielen in Athen 1896 wurde das Radrennen auf der Strecke des Marathonlaufs Athen-Marathon[1] und zurück ausgetragen. Der siegreiche Grieche Aristidis Konstantinidis hatte im Ziel über zwanzig Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Deutschen August von Goederich, der damit die Silbermedaille gewann.

Doch erst 1912 kehrte der Straßenradsport ins olympische Programm zurück. Allerdings wurden 1912, 1920 und 1924 nur ein Einzelzeitfahren, kein Straßenrennen mit Massenstart ausgetragen. 1912 mussten die Fahrer über 300 Kilometer im Einzelzeitfahren zurücklegen, diese Distanz wurde zwar bei den folgenden Spielen verkürzt, betrug aber immer noch fast 200 Kilometer Alleinfahrt für die Athleten. Außerdem wurde ab 1912 eine Teamwertung der Nationen eingeführt, die bis 1956 ausgefahren wurde.

1928 wurde das Zeitfahren abgeschafft und ein Straßenrennen mit Massenstart – wie schon 1896 – wieder eingeführt. Die Mannschaftswertung der Nationen blieb aber weiterhin bestehen. Dieses Modell bestand bis einschließlich 1956.

Ab 1960 wurde die Mannschaftswertung nicht mehr ausgetragen. An deren Stelle trat von da an ein sogenannter "Straßen-Vierer", also ein Mannschaftszeitfahren zu viert über ungefähr 100 Kilometer. Gleich beim ersten Wettbewerb 1960 holte Deutschland Silber.

1992 fand der Straßen-Vierer ein letztes Mal statt. Ab 1996 waren die olympischen Wettbewerbe für Profis geöffnet. Ab diesem Jahr wurde neben dem Straßenrennen ein Einzelzeitfahren ausgetragen.

Die einzigen deutschen Einzelsieger auf der Straße waren bisher Jan Ullrich 2000 und Olaf Ludwig 1988. Im Mannschaftsfahren gewann 1992 der gesamtdeutsche und 1988 der DDR-Vierer.

Seit 1984 gibt es auch ein olympisches Straßenrennen für Frauen, das 1996 durch ein Einzelzeitfahren ergänzt wurde.

Bahnradsport[Bearbeiten]

Bis auf die Spiele 1912 wurden bei allen Olympischen Sommerspielen Wettbewerbe im Bahnradsport ausgetragen. 1896 waren der Einzelsprint, ein Rennen über 10 Kilometer, ein 100-Kilometer-Wettbewerb, ein Zeitfahren und das nur bei diesen Spielen ausgetragene 12-Stunden-Rennen die ersten olympischen Bahn-Disziplinen. Auch das 10-Kilometer-Rennen fand 1896 zum ersten und letzten Mal bei den Spielen statt. Der Einzelsprint wurde seitdem bei allen olympischen Sommerspielen bis auf 1912 und 1904 ausgetragen.

Im Jahr 1900 gab es neben dem Sprint nur noch ein Rennen über 25 Kilometer, aber auch dieses wurde seither nicht mehr ausgefahren. Vier Jahre darauf wurden mit der Viertel-Meile, der Drittel-Meile, der halben Meile, der Meile, dem Zwei-Meilen-Rennen, dem Fünf-Meilen-Rennen und dem 25-Meilen-Rennen sieben neue Disziplinen geschaffen, doch auch diese Wettbewerbe wurden nur bei diesen Spielen ausgetragen und tauchten danach nicht mehr bei Olympia auf.

Auch bei den Spielen 1908 wurden mit dem 660-Yard-Rennen, dem Fünf-Kilometer-Wettbewerb und dem Rennen über 20 Kilometer Disziplinen eingeführt, die sich nicht über diese Spiele hinaus im olympischen Programm halten konnten, außerdem fand zum zweiten und letzten Mal das olympische 100-Kilometer-Rennen auf der Bahn statt. Mit dem Tandem und der noch heute ausgetragenen Teamverfolgung konnten aber auch Wettbewerbe etabliert werden, die fortan zum festen Bestandteil olympischer Bahnwettbewerbe wurden.

Während 1912 ganz auf Bahnradsport verzichtet wurde, kam 1920 als neues Rennen ein Wettbewerb über 50 Kilometer hinzu. Aber auch dieser Wettkampf wurde nur noch einmal – nämlich 1924 – ausgefahren.

Bei den nächsten Spielen 1928 wurde das Zeitfahren zum zweiten Male nach 1896 ausgetragen. Zum letzten Mal fand dieses Rennen 2004 bei olympischen Spielen statt.

Bis 1964 wurden keine Veränderungen mehr am Bahnradprogramm vorgenommen. Erst bei diesen Spielen wurde mit der Einzelverfolgung ein neues Rennen eingeführt, das 2008 zum letzten Mal bei Olympia ausgetragen wurde.

Bei den Spielen von München 1972 wurde das Tandem zum letzten Mal ausgefahren, und dafür mit dem Punktefahren 1984 ein neuer Wettbewerb ins olympische Programm aufgenommen.

Einige neue Disziplinen kamen für die Milleniumsspiele 2000 auf der Bahn hinzu, nämlich der Keirin, der Teamsprint, die beide immer noch im olympischen Programm sind, sowie das Madison-Rennen.

In den folgenden Jahren wurden aber auch einige Rennen wieder aus dem Programm genommen. So fand 2004 ein letztes Mal das Zeitfahren statt.

2012 nicht mehr im olympischen Programm sind das Madison, das Punktefahren und die Einzelverfolgung. Neu hinzu wird dafür das Omnium kommen.

Seit 1988 werden auch Wettbewerbe für Frauen auf der Bahn ausgetragen. Immer dabei seitdem war der Einzelsprint, bis 2008 fanden ein Punktefahren und eine Einzelverfolgung statt, außerdem war zwei Mal ein Einzelzeitfahren im Programm. Für 2012 werden mit dem Keirin, dem Omnium, der Mannschaftsverfolgung und dem Teamsprint vier Rennen hinzukommen.

Mountainbike und BMX[Bearbeiten]

BMX-Rennen

Seit den Sommerspielen 1996 werden auch Mountainbike-Rennen für Damen und Herren ausgerichtet.

Um die Olympischen Spiele für Jugendliche attraktiver zu machen[2], wurden 2008 erstmals auch zwei Wettbewerbe auf dem BMX-Rad (Racing) veranstaltet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. olympic.org: Cycling Road Equipement and History, abgerufen am 3. April 2011
  2. welt.de: BMX-Fahren soll Olympia jugendlicher machen, abgerufen am 3. April 2011