Rapenburg

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Rapenburgergracht (2007)

Rapenburg ist eine Halbinsel (niederländisch: Schiereiland) und ein Wohnviertel im Stadtbezirk Amsterdam-Centrum in der (Provinz Nordholland). Die Geschichte von Rapenburg beginnt um 1593 als Schiffswerft. Der Ursprung des Namens der Halbinsel ist bis heute nicht bekannt. Am 1. Januar 2012 hatte Rapenburg 1026 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Zusammen mit den ebenfalls künstlich angelegten Halbinseln Uilenburg und Valkenburg liegt Rapenburg am Amsterdamer IJ und wurde während der „Zweiten Erweiterung van Amsterdam“ (Tweede vergroting van Amsterdam, zwischen 1578 und 1665) angelegt. Die Stadtausbreitung war für das Anlegen von Schiffswerften, Lagerplätzen für Holz zum Schiffbau und als weitere Verteidigungslinie der Stadt Amsterdam geplant.

Amsterdam 1593

Auf einer der ältesten bekannten Abbildungen von Pieter Bast aus dem Jahr 1597 ist Rapenburg aus der Vogelperspektive zu sehen. Der Kupferstich ist im Amsterdamer „Het Scheepvaartmuseum“ ausgestellt. Die Niederländische Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) hatte Anfangs auf Rapenburg ihre Schiffswerften, ebenso hatten sich Holzhändler als Lieferanten für die VOC dort niedergelassen. 1597 erwarb der ehemalige Schiffszimmermann Jan Michelsz, der in Lastage einen Betrieb hatte, ein Grundstück auf der Halbinsel. Zu dieser Zeit gab es nur wenige Bewohner auf Rapenburg, was sich erst 1608 änderte. In diesem Jahr wurde dort Bauland verkauft. Einflussreiche Kaufleute, Mitglieder der Vroedschap sowie Zimmerleute und Maurer erwarben Parzellen. Die Käufer waren verpflichtet, ein Teil des Grundstückes für öffentliche Wege bereitzustellen und die Kosten des Straßenbaues selbst zu tragen. Viele der Parzellen waren Eigentum der Stadt und wurden von der Admiraliteit van Amsterdam zur Zeit der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen in Gebrauch genommen. Die Schiffswerften und Holzlagerstätten der VOC wurden in der Zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Wittenburg und den Oostelijke Eilanden verlagert.

Um 1670 wurden die meisten Werften in andere Gebiete umgesiedelt und die Grundstücke an der heutigen Prins Hendrikkade für den Wohnungsbau verkauft. 2012 stehen auf Rapenburg noch einige monumentale Wohnungen und Lagerhäuser der VOC. Rapenburg gehörte im Zweiten Weltkrieg zur Amsterdamer Jodenbuurt (Judenviertel), unter anderem mit einer Synagoge und einer Diamantschleiferei.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hajo Brugmans: De geschiedenis van Amsterdam. Het nieuwe Amsterdam van 1795 tot den tegenwoordigen tijd. Uitgeverij J.M. Meulenhoff, 1925

Trivia[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anzahl der Einwohner. Vom Dienst Onderzoek en Statistiek. Hierbei ist zu beachten, das der Dienst „0&S“ eine andere Einteilung der Stadtviertel anhält als die Gemeinde Amsterdam. Niederländisch, abgerufen am 19. Januar 2013

52.37184.9086Koordinaten: 52° 22′ N, 4° 55′ O