Romeo und Julia (1968)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Romeo und Julia
Originaltitel Romeo and Juliet
Produktionsland England, Italien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968 (18. Oktober)
Länge 138 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Franco Zeffirelli
Drehbuch Franco Brusati
Masolino D'Amico
Franco Zeffirelli
nach William Shakespeare
Produktion John Brabourne
Anthony Havelock-Allan
Musik Nino Rota
Kamera Pasqualino De Santis
Schnitt Reginald Mills
Besetzung

Romeo und Julia ist ein Film von Franco Zeffirelli aus dem Jahr 1968 nach dem gleichnamigen Theaterstück (1596) von William Shakespeare.

Handlung[Bearbeiten]

Verona, 16. Jahrhundert: Die reichen Familien Montague und Capulet liegen – einschließlich ihrer Anhänger – in dauerhaftem Streit, ausgelöst durch gegenseitige Provokationen und Gehässigkeiten. Gleich zu Beginn befindet sich Benvolio, Neffe des Herrn der Montagues, im Kampf mit Tybalt, Neffe des Herrn der Capulets. Es kommt zum öffentlichen Kampf und einer Prügelei zwischen beiden Seiten. Der Prinz von Verona ist darüber sehr erzürnt und verhängt öffentlich unter Androhung der Todesstrafe das Verbot für weitere Kämpfe. Der leidenschaftliche 17-jährige Romeo Montague hat sich nicht am Aufruhr beteiligt. Er streift durch die Landschaft – depressiv, rastlos, von Liebeskummer über die schöne Rosalind geplagt, die ihn abgewiesen hat. Im Haus der Capulets hat Graf Paris inzwischen um die Hand der 14-jährigen Julia angehalten. Um ihr die Gelegenheit zu geben, Graf Paris kennenzulernen, geben die Capulets ein Fest. Benvolio und Mercutio machen sich den Spaß, maskiert auf dieses Fest zu gehen, wobei sie ihren Freund Romeo mitnehmen, um ihn aufzuheitern. Lord Capulet erfährt zwar, dass heimlich Montagues anwesend sind, aber um die Ruhe zu bewahren, ignoriert er dies. Während dieser rauschenden Ballnacht sehen sich Romeo und Julia zum ersten Mal und verlieben sich sofort ineinander. Erste Zärtlichkeiten werden hinter einem Vorhang ausgetauscht. Für Romeo ist Rosalind umgehend vergessen. Zu spät erfahren die beiden, zu welcher Familie der jeweils andere eigentlich gehört.

Während die Freunde nach Hause gehen, treibt sich Romeo noch heimlich im Garten der Capulets herum und entdeckt schließlich auf dem Balkon Julia, die über ihn schwärmt. Er gesteht ihr unter dem Balkon seine Liebe. Die beiden beschließen, möglichst schnell und heimlich zu heiraten. Romeo wendet sich darauf an Bruder Lorenzo, der als Mönch den Mönchsgarten mit den Kräutern betreut. Der ist zwar skeptisch, weil Romeo so rasch Rosalind vergessen hat, willigt aber ein in der Hoffnung, die Fehde der Familien durch eine Heirat der Kinder miteinander zu beenden. Während Tybalt aus dem Haus der Capulets Romeo zum Duell herausfordert, spottet Mercutio mit Zoten gegen die Amme und Vertraute Julias, die zur Kirche geeilt kommt. Hier erfährt sie von Romeo, dass die heimliche Hochzeit mit Julia in einer Stunde in der Mönchszelle von Bruder Lorenzo stattfinden soll. Denn dorthin darf auch Julia mit Erlaubnis ihrer Eltern gehen, um zu beichten. So findet die Hochzeit statt. Danach geht Julia zurück nach Hause.

Tybalt hingegen findet Romeo, doch der will nicht mehr gegen ihn kämpfen, da er jetzt (ohne dass Tybalt dies weiß) mit ihm verwandt ist. Mercutio versteht das nicht, kämpft mit Tybalt und stirbt. Außer sich vor Wut zieht Romeo nun doch den Degen und tötet Tybalt aus Rache. Im Tumult der Bevölkerung flieht Romeo. Dem Prinzen von Verona, dem mit Mercutio selbst ein Verwandter durch einen duellsüchtigen Provokateur gestorben ist, bleibt nur übrig, die Verbannung Romeos aus Verona auszusprechen: Romeo muss bei Androhung der Todesstrafe sofort aus Verona verschwinden. Völlig verzweifelt denkt Romeo wiederum an Selbstmord, entschließt sich aber nach beruhigendem Zuspruch des Mönchs, die Nacht bei Julia zu verbringen. Im Morgengrauen flieht Romeo nach Mantua.

Doch im Hause Capulet hat Graf Paris von Lord Capulet zwischenzeitlich die Zustimmung zur Heirat mit Julia erhalten, und obwohl diese sich verzweifelt sträubt, befiehlt ihr Vater die Heirat binnen dreier Tage. Die Amme rät ihr, Romeo zu vergessen und Paris zu nehmen, was dieser Julias Verachtung einbringt. Julia wendet sich verzweifelt an Bruder Lorenzo und droht mit Selbstmord, um der Zwangsheirat zu entgehen. Anstatt die Sachlage aufzudecken, gibt ihr der Mönch ein Mittel, das sie in einen scheintoten Schlaf versetzen kann. Inzwischen soll Romeo verständigt werden mit dem Ziel, sie aus der Familiengruft zu befreien, wenn sie nach der Beisetzung dort erwacht.

In der Nacht vor der Hochzeit mit Graf Paris trinkt Julia das Mittel und am nächsten Morgen setzt ein großes Wehgeschrei im Hause Capulet ein. Der nach Mantua zu Romeo gesandte Bruder Markus kommt zu spät, um die Nachricht zu überbringen. Romeo hat in der Zwischenzeit bereits von Julias Tod erfahren, sich Gift besorgt und sich auf den Weg nach Verona gemacht, um in der Gruft bei Julia zu sterben und im Tod mit ihr vereint zu sein. Er bricht die Gruft auf, wo Julia inzwischen bestattet liegt, trinkt das Gift und stirbt. Kurz darauf erwacht Julia, sieht den toten Romeo neben sich liegen, nimmt seinen Dolch und ersticht sich selbst.

Pater Lorenzo, dem Böses schwant und der zur Gruft eilt, kommt zu spät. Er flieht, als die Wachen herbeieilen. In der Schlussszene werden die beiden jungen Toten vor dem erschütterten Prinzen zu Grabe getragen, das Volk trauert und die beiden Familienoberhäupter, nun ohne eigene Erben, schließen angesichts der hohen persönlichen Verluste Frieden.

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films: Shakespeares Bühnenwerk in einer Filmfassung, die das Liebesdrama und seine tragische Einbettung in die alte Familienfehde kraftvoll und modern interpretiert und die Szenerie in schauprächtige Bildkompositionen auffächert. Ein beachtenswerter Versuch des italienischen Theater- und Opernspezialisten Zeffirelli.[1]

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Romeo und Julia ist nicht textgetreu. Insbesondere ist der Text auch in den „populären“ Szenen, wie z. B. der Balkonszene deutlich gekürzt.

Der Film wurde an Schauplätzen in Italien gedreht. Der Film wurde ein Erfolg, der allein in den USA 39 Mio. US-Dollar einspielte. Zeffirelli drehte mit authentischen Kostümen sowie ebenso historischen Bühnenbildern.

Das Alter der Hauptdarsteller – Whiting war 17–18 Jahre alt, Hussey 16–17 Jahre alt – entspricht ungefähr dem Alter Romeos und Julias aus Shakespeares Vorlage. Regisseur Zeffirelli bekam eine Sondergenehmigung, die entblößten Brüste der damals minderjährigen Olivia Hussey zu zeigen – dennoch durfte Hussey die Premiere in London nicht sehen, da der Film wegen dieser Szene keine Jugendfreigabe erhielt.[2]

Der Erzähler der englischen Fassung ist Laurence Olivier, der der italienischen Vittorio Gassman.

Einige der Schauspieler konnte Zeffirelli auch 9 Jahre später für Jesus von Nazareth gewinnen: Olivia Hussey, Michael York, Roy Holder, Keith Skinner und Laurence Olivier.

Filmpreise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Romeo und Julia (1968) im Lexikon des Internationalen Films
  2. http://www.imdb.com/name/nm0001377/bio