Gubbio

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Gubbio
Gubbio (Italien)
DEC
Gubbio
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Perugia (PG)
Koordinaten: 43° 21′ N, 12° 34′ O43.3512.566666666667522Koordinaten: 43° 21′ 0″ N, 12° 34′ 0″ O
Höhe: 522 m s.l.m.
Fläche: 525 km²
Einwohner: 32 621 (2006)
Bevölkerungsdichte: 58 Einw./km²
Postleitzahl: 06024, 06020
Vorwahl: 075
ISTAT-Nummer: 054024
Demonym: Eugubini
Schutzpatron: Sant'Ubaldo Baldassini
Website: Gubbio

Gubbio ist eine Stadt in der Region Umbrien in Italien mit 32.621 Einwohnern (Stand am 31. Mai 2006), die Eugubini genannt werden (das eigentliche Stadtgebiet hat 17.000 Einwohner). Gubbio liegt in 522 m Höhe an den Hängen des Monte Ingino im Apennin. Die Ursprünge des Ortes gehen auf die Zeit der Etrusker zurück, wo der Ort Ikuvium genannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Gubbio war ein bedeutendes Zentrum der Umbrer. Es war ein Stützpunkt auf dem byzantinischen Korridor, der Rom und Ravenna verband. Im Mittelalter war Gubbio vom Anfang des 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts selbständig. Aus der Römerzeit ist das Theater, das zweitgrößte weltweit, erhalten. Das heutige Zentrum ist mittelalterlich und von engen Straßen und gotischen Bauten geprägt. Herausragendes Bauwerk ist der Palazzo dei Consoli, in dem die einzigen erhaltenen Gesetzestafeln der alten Umbrer, die Eugibinischen Tafeln aufbewahrt sind.

Der Roman Reise im Mondlicht von Antal Szerb handelt zum Teil in Gubbio.

[Bearbeiten] Architektur

Die Städte Umbriens liegen meistens auf Berghängen und die zeitgenössischen Architekten konnten damit ganz gut umgehen. Aber was Gubbio hier bietet, das ist auch für diese Verhältnisse außergewöhnlich.

[Bearbeiten] Palazzo dei Consoli (Priorenpalast)

Auf halber Höhe des Berges liegt der Priorenpalast, dem man von weitem nicht ansieht, in welch extremer Hanglage er errichtet wurde. Er ist buchstäblich zum größten Teil „in die Luft hinein“ gebaut worden. Dieser Priorenpalast von Gubbio wird in der Literatur als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Kommunalpaläste und die ganze Form als eine der kühnsten städtebaulichen Unternehmungen des italienischen Mittelalters gewertet. Der Palazzo dei Consoli wurde im Jahr 1332 höchstwahrscheinlich von dem Stadtarchitekten Matteo di Giovannello, kurz Gattapone genannt, erbaut, der entweder aus Gubbio selbst oder aus Urbino stammte.

In diesem Konsulnpalast besteht das riesige Untergeschoss aus einem einzigen Raum, dem Großen Saal, in dem Ratsversammlungen und Volksanhörungen stattfanden. In dem Geschoss darüber ist ein kleines Museum untergebracht.

[Bearbeiten] Umgebung

Gegenüber dem Konsuln-Palast steht auf der anderen Platzseite der Palazzo Pretorio ebenfalls von Gattapone geplant, aber nicht vollendet. Hier ist heute das Rathaus untergebracht.

Die Straßenseite des Platzes zeigt einige Adelshäuser, die durch das Zusammenbinden vorher autonomer Häuser entstanden sind. An den Dächern kann man sehen, dass es ursprünglich separate Bauwerke waren. Die Fassaden sind dann vereinheitlicht worden, besonders durch die davor gesetzte Kolossalordnung in den oberen Geschossen. Seit dem 15. Jahrhundert hat sich in Gubbio wenig verändert und dank des harten Kalkgesteins auch gut erhalten.

[Bearbeiten] Dom

Die Pza. della Signoria ist nicht die höchste Stelle Gubbios. Noch höher liegt der Dom, der ähnlich mit Substruktionen abgestützt werden musste und den man durch enge, malerische Gassen erreicht. Die Fassade des Domes aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert blickt auf einen winzigen Platz, der ebenso stark geneigt ist wie der Weg, den man zu ihm hochgehen muss. Der Innenraum ist ebenfalls von der starken Hanglage bestimmt. Er ist einschiffig und zur Stabilisierung des Gebäudes war der Einbau von Schwibbögen notwendig statt der üblichen Gliederung.

[Bearbeiten] Feste

  • Am 15. Mai findet alljährlich die Corsa dei Ceri, ein Fest zu Ehren des Patrons der Stadt, des Heiligen Ubald von Gubbio (* ca. 1080/1085 in Gubbio; † 16. Mai 1160 Gubbio) statt. Dabei tragen drei Mannschaften, alle in historischer Kleidung, jeweils eine fünf Meter hohe und 400 Kilogramm schwere Statue (eine des heiligen Ubaldo, eine des Heiligen Antonius und eine des Heiligen Georg) auf den Monte Ingino zur Basilika des Heiligen Ubald, dies möglichst schnell - der Gewinner steht allerdings vorher schon fest: die Mannschaft, die die Staue des Sant' Ubalso trägt, muss gewinnen, weil dieser ja der Patron der Stadt ist.
  • Am letzten Sonntag im Mai gibt es den Palio della Balestra, eine folkloristische Veranstaltung mit mittelalterlichen Kostümen, Armbrustschießen und Fahnenschwenkern.

[Bearbeiten] Kreide-Tertiär-Grenze

International berühmt in der Wissenschaft wurde Gubbio durch die Iridium-Anomalie an der Kreide-Tertiär-Grenze in Gesteinen bei Gubbio durch Vater und Sohn Alvarez, die unter Geologen und Paläontologen eine weltweite Diskussion auslöste. In weiterer Folge der Alvarez-Theorie, die heute weitgehend anerkannt ist, ist die Todesursache der Dinosaurier durch einen Meteoriteneinschlag im heutigen Golf von Mexiko (Yukatan) zu erklären. Die erhöhte Konzentration von Iridium aus dem Meteoriten wurde von den beiden Wissenschaftlern 1980 in den Gesteinen bei Gubbio zum ersten Mal nachgewiesen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

  • Wertheim, seit 2006 (1980–2006 Städtefreundschaft)

[Bearbeiten] Literatur

  • Rosella Vantaggi: Gubbio. Arte – storia – folklore. Terni, Narni 1986
  • Klaus Zimmermanns: Umbrien. DuMont, Köln 1987, ISBN 3-7701-1684-4, S. 31, Abb. 1-4, Farbtafel 1 (Kunst-Reiseführer)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Gubbio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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