Sabine Bätzing-Lichtenthäler

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Sabine Bätzing-Lichtenthäler (2014)

Sabine Bätzing-Lichtenthäler (* 13. Februar 1975 in Altenkirchen (Westerwald)) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und war von 2005 bis 2009 Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1994 am Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen absolvierte Bätzing-Lichtenthäler eine Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen, die sie 1997 als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) beendete. Anschließend war sie als Sachbearbeiterin zunächst im Sozialamt und ab 2001 im Bereich EDV/Organisation bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen tätig.

Bätzing-Lichtenthäler ist in zweiter Ehe verheiratet und hat seit August 2010 eine Tochter.[1] März 2014 kam der zweite Nachwuchs.[2] Sie ist Cousine des Generalvikars des Bistums Trier, Georg Bätzing.

Partei[Bearbeiten]

Seit 1994 ist Bätzing-Lichtenthäler Mitglied der SPD. Seit 1996 gehört sie dem SPD-Kreisvorstand Altenkirchen an und ist seit 2001 stellvertretende Kreisvorsitzende. Seit 2004 ist sie außerdem Mitglied im Landesvorstand und seit 2006 auch des Präsidiums der SPD in Rheinland-Pfalz.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Seit 2002 ist Bätzing-Lichtenthäler Mitglied des Deutschen Bundestages und war hier von 2002 bis 2005 Sprecherin der Jungen Gruppe in der SPD-Bundestagsfraktion („Youngsters“). Sie ist Mitglied im reformorientierten Netzwerk Berlin und ist dort seit der 17. Wahlperiode des Bundestages im Vorstand aktiv.[3]

Bätzing-Lichtenthäler zog 2002 und 2005 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Neuwied in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie hier 44,3 % der abgegebenen Erststimmen. Bei den nachfolgenden Bundestagswahlen 2009 und 2013 unterlag sie mit 36,4 % bzw. 37,3% gegen den CDU-Kandidaten Erwin Rüddel, zog jedoch beide Male über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag ein.

In der 17. Wahlperiode des Bundestags (2009-2013) war sie Mitglied im Finanzausschuss und im Sportausschuss des Deutschen Bundestags.[4] Im 18. Bundestag gehört sie dem Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union und dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe an.[5] Im Europaausschuss soll Sabine Bätzing-Lichtenthäler ab 2015 die Rolle der Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion übernehmen.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Bätzing-Lichtenthäler ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Von November 2005 bis November 2009 war sie die Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Am 19. November 2009 wurde Mechthild Dyckmans (FDP) zu ihrer Nachfolgerin ernannt.

Sie ist eines der 77 Mitglieder des ZDF-Fernsehrates. Dort ist sie einer der vier SPD-Vertreter.

Positionen als Drogenbeauftragte[Bearbeiten]

Im Februar 2007 erklärte Bätzing-Lichtenthäler, dass es erforderlich sei, ein Rauchverbot auch für Autofahrer einzuführen.[6] Laut ihrem „Drogen- und Suchtbericht – Mai 2007“ waren 2006 mit 1296 Drogentoten so wenig Opfer zu beklagen wie seit 1989 nicht mehr.[7] (2007: 1394 Tote = ein Anstieg um 7,4 %)

Zu den drei sogenannten „legalen Drogen“ schrieb die Drogenbeauftragte in diesem Bericht:

  • „Tabak – Der Tabakkonsum ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. 33 % der Erwachsenen in Deutschland rauchen. Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Zigarettenkonsum liegt bei etwa 13 Jahren. Etwa 140.000 Menschen sterben jährlich an den direkten Folgen des Rauchens. Hinzu kommen rund 3.300 Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die durch die Folgen des Passivrauchens sterben. Passivrauchen ist ein unterschätztes Gesundheitsrisiko und verursacht eine Reihe von akuten und chronischen Krankheiten, einschließlich Lungenkrebs und koronare Herzkrankheit.“ (Seite 14)
  • „Alkohol – Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form und überschreiten regelmäßig die empfohlenen Konsumgrenzen. Etwa 1,6 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig. 20 % im Alter von 12 bis 25 Jahren trinken in Deutschland regelmäßig Alkohol. Sie folgen dabei einer in der Gesellschaft weit verbreiteten unkritisch positiven Einstellung zum Alkohol. Zehn Liter reinen Alkohols werden pro Kopf in der Bevölkerung jährlich konsumiert. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich im oberen Drittel.“ (Seite 28)
  • „Medikamente – Zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen sind in Deutschland medikamentenabhängig, davon 70 % Frauen. 5 bis 6 % der häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Suchtpotenzial. Alle psychotropen Arzneimittel wie z. B. Schlafmittel und Tranquilizer vom Benzodiazepin und Barbitursäure-Typ, zentral wirkende Schmerzmittel, codeinhaltige Medikamente oder auch Psychostimulantien sind rezeptpflichtig. Nach Studien werden rund ein Drittel dieser Mittel nicht wegen akuter Probleme, sondern zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet. Trotz Rückgangs der Verschreibungszahlen bei den Benzodiazepinen gelten rund 1,1 Millionen Menschen als abhängig von Benzodiazepinderivaten.“ (Seite 33)

Laut einem Bericht der deutschen Brauwirtschaft („Die deutsche Brauwirtschaft in Zahlen 2007“) pflegten 9,5 Mio Deutsche einen „riskanten Konsum“. Geschätzte 1,3 Mio hiervon waren in schwerem Maß Alkohol-abhängig (siehe auch „Alkoholkrankheit“). „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit gegenüber einem problematischen Trinkverhalten und ein von Verantwortung geprägtes Leitbild für den Umgang mit Alkohol“, so Bätzing-Lichtenthäler.[8]

Im November 2008 setzte sie sich für Steuererhöhungen bei Wein und Bier ein, um einen „unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen auszuüben“.[9] Die Sektsteuer sollte dagegen nicht erhöht werden.

Im Dezember 2008 bewirkte sie das kurzfristige Verbot der synthetischen Modedroge Spice.

Im Januar 2009 forderte sie (zusammen mit dem Drogen- und Suchtrat[10]) die 0,3-Blutalkoholkonzentration-Grenze im Straßenverkehr; dies wurde vom damaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee abgelehnt.[11]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 1. September 2008 hatte sie, in ihrer Funktion als Drogenbeauftragte, einen Auftritt in der Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten.[12]

Bätzing-Lichtenthäler ist Mitglied des Stiftungsrats des Europa-Hauses Marienberg. (Stand: 2009)

Am 10. September 2009 wurde ihr der Kurt-Graulich-Stiftungspreis verliehen.

Seit August 2011 ist sie Co-Vorsitzende des Tibet-Gesprächskreises im Deutschen Bundestag.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. rhein-zeitung.de vom 15. August 2010
  2. Siegener Zeitung vom 28. März 2014
  3. Netzwerk Berlin
  4. Tätigkeit als Abgeordnete
  5. SPD-Fraktion: Abgeordnete Bätzin-Lichtenthäler
  6. Rauchverbot am Steuer spaltet Bundesregierung, Spiegel Online, 17. Februar 2007
  7. Drogenbericht 2007 PDF, Seite 10 (von 88)
  8. Suchtproblem Alkohol: Immer mehr junge Trinker, www.medizinauskunft.de, 4. Mai 2007
  9. Drogenbeauftragte will es so nicht gemeint haben
  10. Bundesministerium für Gesundheit - Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten
  11. Leipziger Volkszeitung zum Drogenbericht Leipziger Volkszeitung
  12. http://www.stern.de/video/drogenaufklaerung-sabine-baetzig-mit-gastrolle-bei-gzsz-636771.html Drogenaufklärung: Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit Gastrolle bei GZSZ

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sabine Bätzing-Lichtenthäler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien