Altenkirchen (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Altenkirchen (Westerwald)
Altenkirchen (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Altenkirchen (Westerwald) hervorgehoben
50.6872222222227.6455555555556230Koordinaten: 50° 41′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Altenkirchen (Westerwald)
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 10,98 km²
Einwohner: 6227 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 567 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 57601–57610
Vorwahl: 02681
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 501
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 13
57610 Altenkirchen
Webpräsenz: www.vg-altenkirchen.de
Stadtbürgermeister: Heijo Höfer (SPD)
Lage der Stadt Altenkirchen (Westerwald) im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
Über dieses Bild
Privilegierte Apotheke in der Wilhelmstraße, eines der ältesten Gebäude Altenkirchens

Altenkirchen (Westerwald) ist Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Zudem ist es ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald).

Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Altenkirchen liegt im Nordwesten des Mittelgebirges Westerwald im Naturraum Altenkirchener Hochfläche. Es befindet sich an der Einmündung des Erbachs in die direkt südlich der Kernstadt vorbeifließende Wied. Jenseits der Wied erhebt sich der Johannisberg (289,3 m), auf dessen westlichen Hochlagen der Altenkirchener Bismarckturm steht. Wenige Kilometer entfernt liegen im Südwesten der Naturpark Rhein-Westerwald und im Nordwesten der Naturpark Bergisches Land.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Altenkirchen hat folgende Stadtteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Altenkirchen grenzen folgende Gemeinden (in Uhrzeigerrichtung, von Norden beginnend): Bachenberg, Obererbach (Westerwald), Mammelzen, Sörth, Michelbach, Gieleroth, Fluterschen, Almersbach, Schöneberg, Neitersen, Helmenzen, Kettenhausen und Busenhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Altenkirchen 1131 in einer Urkunde von Papst Innozenz II., der dem Bonner Stift St. Cassius und Florentius die beiden Höfe zu Birnbach und Altenkirchen bestätigte.

Schon in der Mitte des 12. Jahrhunderts wird Altenkirchen in den Besitz der Grafen von Sayn gelangt sein, die die Vögte des Stiftes St. Cassius waren. Am 16. Dezember 1314 verlieh König Ludwig der Bayer Altenkirchen Stadtrechte.[3] Kaiser Karl IV. bestätigte am 4. Februar 1357 die Altenkirchener Stadtrechte, nur wenige Tage bevor dem wiedischen Almersbach auf dem gegenüberliegenden Ufer der Wied ebenfalls die Stadtrechte verliehen wurden.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts traten in Altenkirchen 1574 und 1584 die Landtage der saynischen Landstände zusammen.[4] 1561 kam es zur Einführung der Wittenberger Reformation durch die Grafen von Sayn. Graf Heinrich IV. ließ 1586 das Altenkirchener Schloss errichten, das 1862 abgerissen wurde. Mit ihm starben 1606 die Grafen von Sayn im Mannesstamm aus. Als am 12. September 1605 Wilhelm III. Graf von Sayn-Wittgenstein-Sayn die Regierung der Grafschaft übernahm, verfügte er den Übergang zum reformierten Bekenntnis. Sayn-Wittgenstein-Sayn starb 1636 im Mannesstamm aus. Die Erbtöchter Sayn-Wittgenstein-Sayns teilten 1670 die Grafschaft. Ernestine, verehelicht mit dem Burggrafen zu Kirchberg erbte Sayn-Hachenburg, Johannette, verheiratet mit Herzog Johann Georg von Sachsen-Weimar-Eisenach, erhielt Sayn-Altenkirchen. So fiel die Stadt 1670 an das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Daniel Eberlin, später Schwiegervater von Georg Philipp Telemann, war zwischen 1665 und 1668 Hofmusiker am Altenkirchener Schloss.

1728 brannte die Stadt fast gänzlich nieder. 1741 erbten die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach die Grafschaft Sayn-Altenkirchen, 1791 traten diese die Grafschaft an Preußen ab, das Sayn-Altenkirchen infolge des Reichsdeputationshauptbeschlusses vom 25. Februar 1803 an das Herzogtum Nassau abgeben musste. Mit dem Wiener Kongress 1815 fiel Sayn-Altenkirchen mit weiten Teilen von Sayn-Hachenburg und anderen Gebieten wieder an Preußen und ging als Kreis Altenkirchen im preußischen Regierungsbezirk Koblenz auf. Kirchspiel und Stadt Altenkirchen wurden der Bürgermeisterei Altenkirchen zugeordnet.

Während der Revolutionskriege kam es am 4. Juni 1796 zwischen den französischen Truppen unter General Kléber und den kaiserlichen Habsburgern unter Befehl Herzog Ferdinand von Württemberg zur Schlacht bei Altenkirchen. Bei weiteren Kämpfen wurde im Herbst 1796 der französische General Marceau so schwer verwundet, dass er in Altenkirchen verstarb.[5]

Ein Großfeuer zerstörte am 23. April 1893 insgesamt 59 Wohnhäuser, 33 Nebengebäude und die evangelische Kirche, die zwischen 1822 und 1827 nach den Plänen des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel anstelle der romanischen Kirche errichtet worden war.

Bebauung der 1920er Jahre in der Parkstraße, im Hintergrund links das neue Finanzamt

1939 wurden die Orte Leuzbach und Bergenhausen nach Altenkirchen eingemeindet. Am 7. März 1945 kam es zu mehreren Luftangriffen, die die Stadt nahezu vollständig zerstörten, über 200 Menschen wurden getötet. 193 Häuser der Stadt waren total zerstört, 120 weitere Gebäude beschädigt. Beide Kirchen, die Schulen, der Bahnhof und das alte Gebäude des Amtsgerichts lagen in Trümmern. Die Wilhelmstraße war unpassierbar, so dass die einrückenden amerikanischen Panzer den Weg nach Wissen über den Damm der Bahn nach Hachenburg erreichten. Erst 1965 war der Wiederaufbau weitgehend abgeschlossen.

Mit dem Landkreis Altenkirchen kam Altenkirchen 1946 zu Rheinland-Pfalz. Am 10. Juni 1979 wurde die bislang selbständige Gemeinde Dieperzen mit dem Hofgut Honneroth eingemeindet.[6] Auf dieser Fläche entstand in den 1980–1990er Jahren der neue Stadtteil Honneroth.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

Schlossplatz mit evangelischer Christuskirche
Marktplatz
Jahr Einwohner
1787 112
1800 450
1830 990
1840 1.347
1853 1.497
1861 1.700
1900 2.044
1919 2.829
1933 3.333
1939 3.562
1946 3.601
1950 4.189
1962 4.618
1984 4.553
1999 6.640
2011 6.360

Altenkirchen war bis zur Wiedervereinigung die kleinste deutsche Kreisstadt, danach wurde es Seelow. Heute ist Kusel die kleinste deutsche Kreisstadt.

Politik[Bearbeiten]

Saynstraße mit Blick auf den Neubau der Kreissparkasse

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Altenkirchen besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 7 8 2 1 4 22 Sitze
2009 6 9 2 2 3 22 Sitze
2004 6 11 2 1 2 22 Sitze
1999 7 10 1 1 3 22 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen

Als ehrenamtlicher Stadtbürgermeister der Kreisstadt Altenkirchen ist seit 1992 Heijo Höfer (SPD) im Amt. Er wurde zuletzt am 25. Mai 2014 in Direktwahl für fünf weitere Jahre gewählt. Seit dem 1. März 1992 ist er auch hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen, in dieser Funktion endet seine Amtszeit am 31. Dezember 2017.[8]

Wappen und Stadtflagge[Bearbeiten]

Wappen

Die Blasonierung lautet: „In rotem Schild ein doppelgeschweifter leopardierter goldener Löwe mit vollem Antlitz; auf dem Schild eine dreitürmige sandsteinfarbige Mauerkrone“.

1905 wurde seitens der Stadt die Wiedereinführung des Wappens beschlossen. Am 4. Februar 1907 wurde durch königlichen Erlass durch das preußische Innenministerium die Genehmigung zur Führung des Wappens erteilt und dies dem Stadtrat am 11. März 1907 mitgeteilt.

Beschreibung der Flagge

Die Stadtflagge ist längsgestreift, rot-gold, wobei beide Streifen gleich breit sind. In der Mitte trägt die Flagge das oben näher bezeichnete Wappen.

Kreisverwaltung Altenkirchen

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Altenkirchen unterhält eine Partnerschaft mit dem französischen Tarbes und der polnischen Gemeinde Olszanka im Powiat Brzeski.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Kreisstadt Altenkirchen ist als voll ausgestattetes Mittelzentrum Sitz zahlreicher Behörden und öffentlicher Einrichtungen:

  • Kreisverwaltung Altenkirchen
  • Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen
  • Amtsgericht Altenkirchen
  • Finanzamt Altenkirchen-Hachenburg
  • Kreissparkasse Altenkirchen
  • AOK Rheinland-Pfalz, Regionaldirektion Altenkirchen
  • Agentur für Arbeit Altenkirchen
  • Forstamt Altenkirchen
  • Verbandsgemeindefeuerwehr Altenkirchen
  • DRK-Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg (Verbundkrankenhaus der Regelversorgung mit den Standorten Altenkirchen und Hachenburg)
  • Fachklinik für suchtkranke Frauen der REHA Fachkliniken GmbH
  • Sportzentrum Altenkirchen mit Hallenbad
  • Lebenshilfe e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kölner Straße

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Unternehmen WERIT Kunststoffwerke W. Schneider GmbH & Co. KG hat seit 1949 seinen Hauptsitz in der Kreisstadt Altenkirchen. Es ist auf die Herstellung von Lager- und Transportbehälter, Industrietanks, Heizöltanks und Zubehör für Elektroinstallationen spezialisiert. Zwischen Altenkirchen und Almersbach findet sich im Wiedtal die Papierfabrik Interface Solutions GmbH (ehemals Ahlstrom Altenkirchen GmbH davor Jagenberg).

In den letzten Jahren entstanden mit dem Industrie- und Gewerbegebiet Graf-Zeppelin-Straße und den Gewerbegebieten Siegener Straße, Rudolf-Diesel-Straße und Auf den sechs Morgen Flächen zur weiteren Ansiedlung von mittelständischen Unternehmen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Die Kreisstadt Altenkirchen liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 8, 256 und 414.

Altenkirchen ist an die Oberwesterwaldbahn (Au (Sieg)–Altenkirchen (Westerwald)–Westerburg–Limburg (Lahn)) angebunden, die von der vectus Verkehrsgesellschaft betrieben wird.

Ebenso befindet sich Altenkirchen am Ende der so genannten Holzbachtalbahn (Siershahn–Altenkirchen), auf welcher jedoch seit 1984 kein Personenverkehr mehr stattfindet. Die Strecke wird jedoch seit 2006 wieder für Güterzugfahrten genutzt.

Seit 1. August 2002 ist der VRS-Tarif als Übergangstarif auf den Schienenstrecken im Landkreis Altenkirchen anerkannt. Ebenso ist der Landkreis Altenkirchen seit 1. Januar 2009 Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM). Der VRM-Tarif gilt für Fahrten innerhalb des Landkreises sowie in den Landkreis Neuwied oder andere Landkreise, welche Mitglied im VRM sind.

Der Regionalbusverkehr wird mehrheitlich von dem zur Rhenus-Veniro-Gruppe gehörenden Unternehmen Martin Becker durchgeführt.

Bildung[Bearbeiten]

Musikschule
Offener Bücherschrank in der Bahnhofstraße
  • Grundschulen
    • Pestalozzi-Grundschule
    • Erich-Kästner-Grundschule
    • Freie Evangelische Bekenntnisschule (Grundschule des Vereins Freie Evangelische Bekenntnisschule Altenkirchen [FEBA] e. V.)
  • Staatliche Kooperative Gesamtschule Altenkirchen
    • Westerwald-Gymnasium
    • Realschule plus
  • Kreismusikschule
  • Kreisvolkshochschule
  • Evangelische Landjugendakademie
  • Kindergärten und Kindertagesstätten
    • Traumland Altenkirchen-Honneroth
    • Katholischer Kindergarten Sankt Jakobus
    • Evangelische Kindertagesstätte Arche
    • Kindertagesstätte Glockenspitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur und Brauchtum[Bearbeiten]

Karnevalsumzug

Das soziokulturelle Zentrum Haus Felsenkeller, das mit seinen breiten Bildungsprogrammen, Tagungen und seiner Kleinkunstbühne über die Grenzen der Kreisstadt bekannt ist, zieht Gäste aus nah und fern nach Altenkirchen.

Ein breites Spektrum an unterhaltsamen und hochwertigen Veranstaltungen bietet das Programm der zu Beginn der 1980er Jahre neu errichteten Stadthalle der Kreisstadt.

Der Umzug der Karnevalsgesellschaft Altenkirchen 1972 e. V. am Karnevalssonntag,[9] die Maifete am ersten Maiwochenende, das traditionelle Schützenfest der Altenkirchener Schützengesellschaft 1845 e. V. Anfang Juli oder das Oktoberfest gehören zu den Höhepunkten des Jahres.

Aus dem alten Thomas-Markt (Dommesmarkt) am 21. Dezember ging der Altenkirchener Weihnachtsmarkt hervor. Am letzten Freitag im Oktober findet der Simon-Juda-Markt statt. Dieser Jahrmarkt, auf dem früher nicht nur Gegenstände des täglichen Bedarf, sondern vor allem Vieh gehandelt wurde, wurde nach dem großen Brand von 1728 eingerichtet und 1816 durch die preußische Regierung bestätigt.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

An die jüdische Gemeinde in Altenkirchen und den umliegenden Dörfern vor 1933 erinnern heute der Jüdische Friedhof Altenkirchen, das 1978 von Erwin Wortelkamp geschaffene und am 9. November 1978 errichtete Mahnmal („Flammenmal“) rechts vor der Evangelischen Kirche und die am 9. November 1989 errichtete Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge in der Frankfurter Straße sowie eine 1990 installierte Erinnerungstafel an die jüdischen Mitbürger, die sich am Ehrenmal („Auf dem Dorn“) befindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Privilegierte Apotheke (untere Wilhelmstraße, Fußgängerzone) gehört zu den wenigen historischen Bauwerken, die die Zerstörungen Altenkirchens überstanden haben. Die Apotheke ist eine ältesten und traditionsreichsten im Westerwald; ihre Geschichte lässt sich bis ins Jahr 1699 zurückverfolgen, als sie von dem Hachenburger Apotheker Johann Philipp Härtling als Zweigapotheke gegründet wurde. Nach zweimaligen Besitzerwechsel erhielt 1717 der Apotheker Christian Scharff das von Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen unterzeichnete „Privileg“, die Apothekenlizenz; diese garantierte ihm Gebietsschutz für Altenkirchen und die Saynischen Lande. Nach zahlreichen Besitzerwechseln übernahm sie 1912 der Aachener Apotheker Franz Malmedie, dessen Enkel sie heute führt. Seit 1984 steht das Gebäude unter Denkmalschutz; 1997 erfolgte eine Außenrenovierung.[10]
  • Am Marktplatz befinden sich einige restaurierte Fachwerkhäuser bzw. Hausfassaden aus der Gründerzeit. Inmitten des Platzes wurden bei der Neuanlage der Innenstadt als Fußgängerzone in den 1970er Jahren eine Brunnenanlage und treppenförmige Sitzgelegenheiten geschaffen.
  • Der Park de Tarbes befindet sich 500 m im Norden der Innenstadt; am Eingang ein der Partnerstadt Tarbes gewidmetes Denkmal. Er umfasst u.a. einen größeren Teich und eine Boule-Spielanlage. Angrenzend liegen der jüdische Friedhof Altenkirchen und ein Festplatz. Die Grünzone des Parks setzt sich nach Norden in den nahen Ortsteil Honneroth fort.
  • Der Bismarckturm befindet sich einer der Erhebungen im Süden der Stadt auf 282 m Höhe; der Turm folgt architektonisch der Tradition der um 1900 entstandenen Bismarcktürme. Zu seiner Erhaltung hat sich in den 2000er Jahren ein eigener Verein gegründet.
Büste Raiffeisen
Angelteiche im Wiesental
  • Das südlich der Innenstadt gelegene Wiesental (mit dem 434 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Im Dorn“), das dem Lauf der Wied folgt, ist ein beliebtes Naherholungs- und Wandergebiet, durch das u. a. auch der Wiedwanderweg weiter nach Michelbach verläuft.

Religion[Bearbeiten]

Evangelische Kirche
Katholische Kirche

Die Kreisstadt Altenkirchen ist geprägt durch die aus der Reformation hervorgegangen Kirchen. Bis zur Einführung der preußischen Union im Jahre 1817 gab es neben der reformierten auch eine lutherische Gemeinde, die das Kirchengebäude simultan nutzten. Seit 1967 ist Altenkirchen Sitz des Superintendenten des Kirchenkreises Altenkirchen, der zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört.

Die römisch-katholische Pfarrgemeinde zählt zum Seelsorgebezirk Westerwald des Kreisdekanats Altenkirchen im Erzbistum Köln. Ein katholisches Kirchengebäude wurde zwischen 1851 und 1853 errichtet, weil der von der Gemeinde bis dahin genutzte Münzflügel des Schlosses wegen Baufälligkeit geschlossen worden war. Das Kirchengebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1950 wurde der Grundstein zu einer neuen Pfarrkirche gelegt, die am 26. Juli 1952 vom Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings konsekriert wurde.

Evangelisch[Bearbeiten]

Römisch-Katholisch[Bearbeiten]

  • Katholische Kirchengemeinde Sankt Jakobus major Altenkirchen

Freikirchen[Bearbeiten]

  • Evangelische Freikirche Altenkirchen
  • Evangelische Baptistengemeinde Altenkirchen
  • Evangelische Gemeinschaft Altenkirchen
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Altenkirchen
  • Freier Bibelstudienkreis Gut Honneroth
  • Friends of Jesus Altenkirchen
  • Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten
  • Mennoniten Brüdergemeinde Altenkirchen

sonstige Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

  • Jehovas Zeugen Versammlung Altenkirchen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

François Séverin Marceau
Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten sind keine gebürtigen Altenkirchener, haben aber in der Stadt gewirkt oder gelebt:

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Margot Bitterauf-Remy: Die Kunstdenkmäler des Kreises Altenkirchen. Düsseldorf 1935.
  • Matthias Dahlhoff: Geschichte der Grafschaft Sayn. Dillenburg 1874.
  • Emil Haas: Die Kreisstadt Altenkirchen 1314–1964. Ein Beitrag zur Entwicklung einer kleinen Westerwälder Stadt. Altenkirchen 1964.
  • Eckard Hanke: Altenkirchen, Westerwald. Vom Wandel einer Stadt. Altenkirchen 1988, ISBN 3-9801596-0-4.
  • Hans Helzer: Altenkirchen. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2002, ISBN 3-934572-55-3.
  • Heinrich Holschbach: Volkskunde des Kreises Altenkirchen. Elberfeld 1928.
  • Manfred Hermann: Zielvorgabe: Raum Altenkirchen. Aus dem Kriegstagebuch einer Westerwälder Kreisstadt und ihrer Umgebung 1939-1945. Heupelzen 2005.
  • Karl Käppele: Altenkirchen in alten Ansichten. 2. Auflage. Zaltbommel 1983, ISBN 90-288-2242-9.
  • Josef Klein: Die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises Altenkirchen seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Wissen 1926.
  • Hermann Krämer (Hrsg.): Der Landkreis Altenkirchen. Stalling, Oldenburg 1972, OCLC 74109949.
  • Marcel Oeben/Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg. Mit Edition der Urkunde von 1314. In: Nassauische Annalen 125 (2014), S. 53-65.
  • Jakob Rausch (Hrsg.): Geschichte des Kreises Altenkirchen. Altenkirchen 1921.
  • Kirsten Seelbach/Horst Heinemann/Manfred Herrmann: Altenkirchen Westerwald. 700 Jahre Stadtrechte 1314-2014. Viel mehr als nur Zeitgeschichte. 1. Auflage, Altenkirchen 2014, ISBN 978-3-9801596-2-3.
  • Martin Sinemus: Die Geschichte der evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Altenkirchen (Westerwald). Saarbrücken 1933.
  • Daniel Schneider: Die Landstände in der Grafschaft Sayn sowie in Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte. 33 (2007), S. 213–229.
  • Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen. 55 (2012), S. 183–194.
  • Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg 1314 im Rahmen der Reichspolitik. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 57 (2014), S. 103-110.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altenkirchen (Westerwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Abbildung der Stadtrechtsurkunde und quellenkritische Edition bei Marcel Oeben/Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg. Mit Edition der Urkunde von 1314. In: Nassauische Annalen 125 (2014), S. 53-65. Zum geschichtlichen Hintergrund der Stadtrechtsverleihung siehe Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung 1314 im Rahmen der Reichspolitik. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 57 (2014), S. 103-110.
  4. Daniel Schneider: Die Landstände in der Grafschaft Sayn sowie in Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 33 (2007), S. 219–228.
  5. Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 55 (2012), S. 183–194.
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, S. 168 (PDF; 2,6 MB)
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Infos über Heijo Höfer, Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald)
  9. Der Karnevalsruf Altenkirchens heißt: „Alekerje, schepp-schepp“.
  10. Informationen nach Franz-Gerd Malmedie: 300 Jahre Privilegierte Apotheke Altenkirchen. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 44 (2001), S. 58–64.
  11. Diarium des Westerwald-Gmnasiums mit Verweis auf Rhein-Zeitung vom 5. Januar 1985 (+ ohne Namensnennung Autobiographie 1974 S. 134)