Figuren aus den Romanen von Karl May

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Das Werk des deutschen Schriftstellers Karl May gehört zu den umfangreichsten und bekanntesten Sammlungen von Abenteuerromanen weltweit. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Figuren aus den Romanen von Karl May vor.

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Inhaltsverzeichnis

Reiseerzählungen, Jugenderzählungen über Nordamerika und Spätwerk[Bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten]

Hauptfiguren[Bearbeiten]

Old Shatterhand[Bearbeiten]
Hauptartikel: Old Shatterhand
Winnetou[Bearbeiten]
Hauptartikel: Winnetou

Wichtige Begleiter[Bearbeiten]

Dick Hammerdull & Pitt Holbers[Bearbeiten]

Auch Die verkehrten Toasts genannt, weil sie im Kampf immer Rücken an Rücken stehen. Dick Hammerdull wird als kurz und dick beschrieben; Pit Holbers als lang und dünn. Dieser Höhenunterschied wird jedoch durch ihre Pferde ausgeglichen, so dass sich ihre Köpfe beim Reiten auf einer Höhe befinden. Sie treten fast immer zusammen auf und sind, besonders im Hinblick auf ihre Unterhaltung, gut aufeinander eingespielt wie z.B. bei Hammerdulls ständiger Frage: „…, nicht wahr, Pitt Holbers, altes Coon?“ Woraufhin der alte Waschbär antwortet: „Wenn du denkst, lieber Dick, dass …, so scheinst du das Richtige getroffen zu haben.“ (Pitt Holbers spricht in der Regel nur, wenn Dick ihn etwas fragt und dann auch nur um ihm zuzustimmen.) Manchmal antworte Dick dann nochmal in dieser Form: „Ob sein oder nicht sein, das bleibt sich gleich, wenn es nur ist.“

Die verkehrten Toasts kommen erstmals in der Erzählung Auf der See gefangen (1878/79) vor und haben später einen größeren Auftritt in Old Surehand II (1895, enthält die Haupthandlung von Auf der See gefangen, im KMV Kapitän Kaiman) und Old Surehand III (1896), sowie den Kurzgeschichten Old Cursing-Dry (Fehsenfeld und KMV Gott lässt sich nicht spotten (in Auf fremden Pfaden, 1897) und KMV ab 1951 Der Flucher) und Mutterliebe (1897/98, im KMV Die Söhne des Upsaroka). In den Roman Winnetous Erben wurden sie durch Auflösung der ursprünglichen Person Max Pappermann erst in einer späteren Bearbeitung durch den Karl-May-Verlag hineingeschrieben.

Dicker Jemmy & Langer Davy[Bearbeiten]
Langer Davy und Dicker Jemmy, Illustration zur Erstausgabe von Der Sohn des Bärenjägers, 1887

Der Dicke Jemmy (Jakob Pfefferkorn) ist ein kleiner, dicker Westmann, der stets zusammen mit dem Langen Davy auftritt. Er stammt aus Deutschland und bestreitet oft anscheinend ernste, tatsächlich aber neckische Wortgefechte in sächsischem Dialekt mit dem Hobble Frank. Der Lange Davy (David Kroners) ist Amerikaner (Yankee). Die beiden kommen vor in Der Sohn des Bärenjägers (1887), Der Geist des Llano estakado (1888, beide seit 1890 in Die Helden des Westens) und Der Schatz im Silbersee (1890/91).

Hobble Frank[Bearbeiten]

Hobble Frank (Heliogabalus Morpheus Edeward Franke) ist ein kleiner, schmächtiger, hinkender Westmann, der aus Moritzburg in Sachsen stammt, wo er Forstgehilfe war. Dort wohnt er (wenn er sich nicht in den Vereinigten Staaten aufhält) in seiner Villa Bärenfett und schreibt für die Jugendzeitschrift Der gute Kamerad (eine Anspielung auf eine tatsächlich einmal existierende Zeitschrift, für die Karl May schrieb).

Seinen Spitznamen (engl. to hobble ‚humpeln‘) hat Hobble Frank, seit ihm ein Oglala-Indianer durch den Fuß geschossen hat (Der Sohn des Bärenjägers , im KMV erster Teil des Buches Unter Geiern). Er ist der Vetter von Tante Droll. Er bestreitet oft anscheinend ernste, tatsächlich aber neckische Wortgefechte in sächsischem Dialekt mit dem Dicken Jemmy oder Tante Droll; mitunter passieren ihm lustige Missverständnisse klassischer Zitate („et in terra knax“). Der Hobble Frank kommt in mehreren Jugenderzählungen vor und entwickelte sich zu einer äußerst beliebten Figur. Durch ihn transportiert Karl May verschiedentlich Informationen an seine (jugendlichen) Leser. Der Hobble Frank ist eine der wenigen Hauptfiguren, die sich nicht immer sklavisch an die Weisungen der Überhelden Old Shatterhand, Winnetou und Old Firehand halten und auch mitunter ihren eigenen Kopf durchsetzen und ihre Meinung auch verbal und durch Taten untermauert durchsetzen. Dieser Aspekt ging in den Bearbeitungen des KMV teilweise verloren.

Erzählungen mit Hobble Frank: Der Sohn des Bärenjägers (1887), Der Geist des Llano estakado (1888, beide seit 1890 in Die Helden des Westens), Der Schatz im Silbersee (1890/91), Der Oelprinz (1893/94, Buchausgaben ab 1905 u. d. T. Der Ölprinz), Der schwarze Mustang (1896/97). Hobble-Frank wurde von Karl May auch als Pseudonym zur Veröffentlichung von Texten verwendet: u. a. Villa Bärenfett (1889), Der Schlangenmensch (1890).

Old Firehand[Bearbeiten]

Old Firehand trägt diesen Namen, weil er einer der besten Schützen ist. In der gleichnamigen Erzählung (1875, die überarbeitete Fassung Im fernen Westen (1879) wurde später nochmals überarbeitet als zweiter Teil der Reiseerzählung Winnetou II (1893) aufgenommen), wird er als Riese beschrieben, der schon „den Sommer des Lebens hinter sich hat“. Er war in Deutschland Oberförster. Er wanderte mit seiner (ersten) Frau in die USA aus und ließ seinen Sohn bei einer wohlhabenden Familie im Osten zurück, um im Westen sein Glück zu machen. Seine Frau starb während der Überfahrt.

Er ist ein Freund von Winnetou. Im 2. Teil von Winnetou lernt er Old Shatterhand kennen. Old Firehand ist, wie Old Shatterhand und Winnetou, ein Perfektionist, der aber, wenn es um seine tragische Vergangenheit geht, voreilig handelt, was jedoch selten vorkommt. Im Roman wird erzählt, dass sich Old Firehand, wie Winnetou, in Ribanna, die Tochter des Häuptlings Tah-scha-tunga der Assineboins, verliebte und sie heiratete. Sie bekamen zusammen einen Sohn Harry. (In der Urfassung der Geschichte ist es eine Tochter Ellen.) Ribanna und eine weitere Tochter werden ermordet.

Der in der Jugenderzählung Der Schatz im Silbersee (1890/91) auftretende Old Firehand ist zwar von vergleichbarer Körperform, wird aber als lediglich um die 40 Jahre herum geschildert und heißt Winter.

Trotz des gleichen Namens lassen sich die beiden Figuren, aufgrund der ursprünglich unterschiedlichen Lesergruppe der beiden Werke, nicht hundertprozentig miteinander in Übereinstimmung bringen.

Im Rahmen der Gesammelten Werke taucht Old Firehand in zwei weiteren Bänden auf:

  • Joe Burkers, das Einaug (in Halbblut, 1916, seit 1997 nicht mehr enthalten), eine Kompilation aus Die Both Shatters (1882) und Ein Oelbrand (1882/83). Der anonyme Ich-Erzähler bzw. Old Shatterhand wurde zu Old Firehand umgeschrieben.
  • Im Tal des Todes (1934), eine Bearbeitung des Kolportageromans Deutsche Herzen – Deutsche Helden (1885–1887)

Im Karl-May-Film Winnetou und sein Freund Old Firehand (1966) wird er von dem kanadischen Schauspieler Rod Cameron gespielt, der dem Vorbild von Karl May aber nicht sehr nahekommt. Im Film soll er privat Jason Waade heißen. Eigentlich hätte Old Firehand auch die Hauptrolle in der Verfilmung von Der Schatz im Silbersee spielen müssen. Die Produzenten hielten es jedoch für besser, zuerst Old Shatterhand als Hauptfigur einzuführen und ließen die Geschichte einfach umschreiben (und veränderten auch noch vieles weitere der Handlung).

Old Surehand & Apanatschka[Bearbeiten]

Old Surehands eigentlicher Name ist Leo Bender. Er spielt in der Reiseerzählung Old Surehand Band 1 bis 3 (1894 bis 1896 herausgegeben) die Hauptrolle und tritt noch einmal im vierten Winnetou-Band (1910, im KMV Winnetous Erben) auf. Sein Name soll bedeuten, dass er mit seiner Gewehrkugel jedes Ziel zu treffen vermag. Im Buch wird er als wahrer Riese von Gestalt mit braunen langen Haaren beschrieben, dessen Muskeln und Sehnen in völliger Harmonie zueinander stehen.

Apanatschka (christlicher Name: Fred Bender) ist der Bruder Old Surehands, lebt aber als angenommenes Kind seiner Tante Tokbela bei den Komanchen als Häuptling.

Beide lernen sich erst im Verlauf des Romans kennen; ihre Verwandtschaft wird erst im dritten Band durch Old Shatterhand enthüllt. Von der Vorgeschichte erfährt der Leser erst nach und nach: Die Familie Bender wurde vor Jahrzehnten durch tragische Ereignisse getrennt. Beider Vater war ein Bleichgesicht, die Mutter ist eine getaufte Indianerin, die mit christlichem Namen Emily Bender heißt, sich jedoch, als männlicher Indianer verkleidet, Kolma Puschi (auch Putschi) = Dunkles Auge nennt und ihre beiden verschollenen Söhne sucht. Während Old Surehand sich noch an die Ereignisse erinnert und auf der Suche nach Mutter, Tante und Bruder ist, wird Apanatschka später von den Enthüllungen überrascht. Erst Old Shatterhand erkennt nach über dreißig Jahren die Zusammenhänge und bringt die Familie wieder zusammen.

In Winnetou IV werden beide Brüder noch einmal erwähnt: Old Surehand und Apanatschka sind reiche Pferdezüchter und haben beide eine Mescalero-Apachin geheiratet. Ihre Söhne heißen Young Surehand und Young Apanatschka.

Im Karl-May-Film Old Surehand 1. Teil wird Old Surehand vom Hollywood-Schauspieler Stewart Granger verkörpert. Die Filmhandlung ist nur sehr frei nach Karl May gestaltet und hat mit dem Buch nichts zu tun. Im Film soll Old Surehand privat Johnny Garden heißen. Die beiden anderen Old-Surehand-Romane wurden nicht verfilmt.

Sam Hawkens[Bearbeiten]
Sam Hawkens auf seinem Maultier Mary und Kantor Matthäus Aurelius Hampel, Illustration (1893/94) von Oskar Herrfurth

Sam Hawkens ist der Gefährte und erster Wildwest-Lehrer des Ich-Erzählers, der in seiner Anwesenheit den Namen Old Shatterhand erhält, und begleitet diesen auf seinem ersten, aber auch bei späteren Abenteuern (Old Firehand (1875), Der Oelprinz (1877, nicht identisch mit der Jugenderzählung), Im fernen Westen (1879), Winnetou I (1893), Winnetou II (1893), Der Oelprinz (1893/94, Buchfassungen seit 1905 als Der Ölprinz)).

Hawkens ist ein kleiner, humorvoller Mann, dennoch mutig und treu. Er wurde von Indianern einst skalpiert und trägt deshalb eine Perücke, was gelegentlich Anlass zu heiteren Situationen gibt. Sein Gewehr Liddy, das mehr einem Prügel als einem Gewehr gleicht, sein Maultier Mary und seine ständige Redewendung „wenn ich mich nicht irre, hihihihi“ sind seine Erkennungszeichen. Er bezeichnet Old Shatterhand meistens als Greenhorn, muss von diesem aber immer wieder aus heiklen Situationen gerettet werden und sorgt häufig dafür, dass Pläne schiefgehen. In Winnetou I gelingt es auf Grund seines Planes in Zusammenarbeit mit den Kiowas, die Apachen zu überlisten.

In der Jugenderzählung Der Oelprinz wird Sam Hawkens ebenfalls als Deutscher geschildert, der eigentlich Samuel Falke heißt; in Old-Firehand ist Hawkens die deutsche Sprache nicht fremd, seine Herkunft wird aber nicht thematisiert. In der Buchfassung von Der Oelprinz, 1897, wurde die deutsche Herkunft konkretisiert und Sam Hawkens stammte nun aus Sachsen.

Sam bildet mit den Nebenfiguren Dick Stone und Will Parker das so genannte „Kleeblatt“ im Wilden Westen des Karl May. Beide ziehen ihn häufig damit auf, dass sein „Schüler“ Old Shatterhand seinen Lehrmeister in vielen Dingen übertrifft.

In den KMV-Bearbeitungen des Kolportageromans Deutsche Herzen – Deutsche Helden (Im Tal des Todes, Zobeljäger und Kosak (beide 1934)) übernimmt Sam Hawkens die Rolle des Westmanns Sam Barth.

In den Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre wurde Sam Hawkens von dem deutschen Schauspieler Ralf Wolter dargestellt.

Tante Droll[Bearbeiten]

Tante Droll (Sebastian Melchior Pampel) ist ein aus dem Altenburgischen (Langenleube-Niederhain) stammender Detektiv und Westmann. Er ist der Vetter von Hobble Frank. Seinen Namen bekam er wegen seines langen frauenhaften Gewandes und seiner hohen Stimme. Seinen ersten Auftritt hat er in der Jugenderzählung Der Schatz im Silbersee (1890/91), in welcher er seinem Vetter Hobble Frank das erste Mal nach der Kindheit wieder begegnet. Er wird durch eine Gewinnbeteiligung an der Silbermine wohlhabend. Die Tante Droll tritt auch in den Jugenderzählungen Der Oelprinz (1893/94) und Der schwarze Mustang (1896/97) auf.

Widersacher[Bearbeiten]

Cornel Brinkley[Bearbeiten]

Verstümmelung von „Colonel“, Oberst - „Der Rote Brinkley“. Anführer von Tramps (Banditen) im Roman "Der Schatz im Silbersee". In der Verfilmung des Romans wird er von dem deutsch sprechenden Herbert Lom dargestellt.

Old Wabble[Bearbeiten]

Old Wabble alias Fred Cutter ist eine Gestalt aus den Reiseerzählungen Old Surehand I (1894, hierin integrierte May seinen ersten Auftritt in der Erzählung Der erste Elk (1893)) und Old Surehand III (1897). Er ist über 90 Jahre alt, war früher Cowboy und trägt die Beinamen König der Cowboys sowie „Indianertöter“. Er ist ein geübter Trapper, Reiter und Schütze (Westmann). Zunächst ist er ein Gefährte von Old Shatterhand und Winnetou. Da es zwischen ihm und Old Shatterhand jedoch wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten, etwa über die Weltanschauung und den Umgang mit Indianern, sowie zu Kompetenzrangeleien kommt, schließt er sich schließlich dem Gauner Daniel Etters alias der General an und macht sich zum Feind von Old Shatterhand und Winnetou. Erst stehlen Cutter und Etters deren Gewehre, später verübt Old Wabble mehrere erfolglose Mordanschläge auf Old Shatterhand und nimmt diesen mit Hilfe einer Bande Tramps gefangen. Kurz bevor er nach einem Gewaltakt stirbt, versöhnt er sich mit Old Shatterhand. Er hat nie an Gott geglaubt, doch trotzdem betet er mit Old Shatterhand, als sein Tod naht.

Old Wabble ist eine Figur, an der man den Wandel vom Mitstreiter zum Gegner der Haupthelden nachvollziehen kann.

In den Old Surehand-Karl-May-Filmen mit Stewart Granger ist Old Wabble ein vertrottelter, tollpatschiger Gefährte („Sidekick“) desselben in mittlerem Alter. Er hält sich selbst für einen Westmann, ist aber auf Führung und Schutz seines Partners angewiesen. In den Verfilmungen wird er dargestellt vom jugoslawischen Schauspieler Milan Srdoč, der aber von den Produzenten den englischen Namen Paddy Fox verpasst bekam. Privat soll Old Wabble im Film Old Surehand 1. Teil Jeremy Sanders heißen.

Santer[Bearbeiten]

Santer (Vorname: Im Buch keiner; im Film Frederick) ist der Mörder von Intschu tschuna und Nscho-tschi. Im Band Winnetou I (1893) tritt er erst im 6. Kapitel (in der KMV-Bearbeitung: 19. Kapitel) auf, im 1963 gedrehten Film Winnetou 1. Teil von Harald Reinl, in dem er von Mario Adorf gespielt wird, schon am Anfang, wo er quasi den Anfangspart der Romanfigur Rattler übernimmt und auch Klekih-petra ermordet. In der Romantrilogie stirbt er im 3. Band, im Film schon am Ende des 1. Teils. Im 2. Band hat Santer ebenfalls einen Auftritt. In Winnetou IV (1910) erfährt der Leser, dass Santer zwei Söhne hat, die sich für die Taten ihres Vaters schämen und Old Shatterhand/Karl May sowie dessen Frau auf ihrer Amerikareise insgeheim zu beschützen suchen.

Tangua[Bearbeiten]

Tangua ist Häuptling der Kiowas. Er kommt in den Winnetou-Bänden I, III (beide 1893) und IV (1910) vor. Er ist den Apachen feindlich gesinnt. Sein Stamm versuchte, angestachelt durch weiße Händler, den Apachen Pferde zu stehlen, war aber gescheitert und er nahm daher das Angebot von Sam Hawkens an, die Apachen in eine Falle zu locken. Nachdem dies gelungen war, Winnetou und sein Vater aber von Old Shatterhand befreit wurden, wollte er die übrigen gefangenen Apachen sofort töten, konnte aber von Old Shatterhand und seinen Freunden als Geisel genommen werden. Sein Angebot die Gefangenen nicht zu töten, wenn Old Shatterhand einen Messerkampf gegen Blitzmesser gewinnt, wird von diesem angenommen. Nach dem gewonnenen Kampf werden die Gefangenen zwar nicht getötet, er will sie aber einfach verhungern lassen, wozu es aber nicht kommt, da kurz danach die von Winnetou und seinem Vater herangeführten Apachen alle überwältigen und gefangen nehmen. Gegen ein Lösegeld werden sie aber von den Apachen frei gelassen.

Während der Gefangenschaft der Weißen um Old Shatterhand bei den Apachen intrigiert Tangua gegen diese und verdreht die Tatsachen. Nachdem er von Old Shatterhand mehrerer Lügen und Intrigen zu Lasten der Apachen überführt und von diesem im Zweikampf dauerhaft gelähmt wurde, wird er von den Apachen endgültig verstoßen, was seine Feindschaft zu den Apachen noch verstärkt. Er gewährt Santer, nachdem dieser Nscho-tschi und Intschu tschuna getötet hat, vorübergehend Unterschlupf. Nachdem Winnetou getötet worden war, gelingt Tanguas Leuten die Festnahme Old Shatterhands, der jedoch wieder entkommt. Sein geliebter Sohn Pida ist Old Shatterhand dagegen nicht feindlich gesinnt. In Winnetou IV wird Tangua erneut als einer der unversöhnlichsten Feinde Old Shatterhands vorgestellt. Am Ende werden „Tangua“ und Old Shatterhand Freunde. Allerdings verhält er sich hier ehrenhaft.

Im Film Winnetou 1. Teil wird Tangua von dem jugoslawischen Schauspieler Tomislav Erak dargestellt.

Tokvi Kava (Schwarzer Mustang)[Bearbeiten]

Ein Häuptling der Naiini-Komantschen, der mit seinem „halbblütigen“ Enkel Ik Senanda, der Sohn seiner Tochter und eines Weißen, ein Eisenbahner-Camp überfallen will. Der Name bedeutet „Der schwarze Mustang“, nach dem auch das Buch benannt ist. Winnetou und Old Shatterhand verhindern zusammen mit „Timpes“ Erben, Hobble-Frank und Tante Droll den Überfall.

Weitere Schlüsselfiguren[Bearbeiten]

Ellen[Bearbeiten]

Ellen ist in der Urfassung der „Old Firehand“-Erzählung, die später in „Winnetou II“ eingearbeitet wurde, die Tochter Old Firehands und Ribannas. Der Ich-Erzähler lernt sie kennen und verliebt sich in sie. Durch die von May selbst vorgenommene, eher oberflächliche Änderung der Figur der erwachsenen „Ellen“ in einen jugendlichen „Harry“ lesen sich einige Dialoge aus heutiger Sicht eher befremdlich.

Intschu tschuna[Bearbeiten]

Intschu tschuna ist Häuptling der Mescalero-Apachen und Vater von Winnetou und Nscho-tschi.

Intschu tschuna (Gute Sonne) wird von Karl May als älteres, ernsteres und strengeres Pendant zu Winnetou geschildert. Er tritt als ursprünglicher Besitzer der Silberbüchse auf, die als Gewehr Winnetous bekannt wurde.

Im Roman Winnetou I (1893) bestreitet er gegen den gefangenen Old Shatterhand einen ungleichen Zweikampf, dessen Ausgang als Gottesurteil gewertet werden soll. Er verliert trotz besserer Ausgangslage durch eine List Old Shatterhands, der daraufhin als freier Mann gilt.

Intschu tschuna wird wie seine Tochter Nscho-tschi vom Banditen Santer ermordet, als er Gold aus einem Versteck besorgen will, das zur Ausbildung seiner Tochter dienen soll.

Bei Karl May tritt Intschu tschuna nur im Roman Winnetou I auf, in anderen Erzählungen wird er allenfalls kurz erwähnt. Über das frühere Leben Intschu tschunas, auch über die Herkunft der Silberbüchse, schreibt Karl May nichts. Diese Lücke wird von dem Autorengespann Jutta Laroche/Reinhard Marheinecke, die Erzählungen im Sinne und Stil Karl Mays verfassen, in dem Roman „Winnetous Kindheit“ geschlossen. Darin erhält Intschu tschuna die Silberbüchse als Geschenk eines spanischen Grafen zum Dank für die Hilfe im Kampf gegen räuberische Mexikaner.

In der Verfilmung von Winnetou 1. Teil wird Intschu tschuna von dem jugoslawischen Schauspieler Mavid Popović dargestellt.

Klekih-petra[Bearbeiten]

Klekih-petra war ein 1848er, der aus Deutschland auswanderte und als weißer Vater bei den Apachen lebt. Er begleitet Winnetou und Intschu tschuna in Winnetou Bd. 1 (1892) in das Lager der Landvermesser, um zu vermitteln. Er wird von Rattler erschossen, als er sich vor Winnetou wirft, und bittet den jungen Charley (= Old Shatterhand) mit seinen letzten Worten, sich um Winnetou zu kümmern. Klekih-petras Tod ist Hauptursache für die folgenden Angriffe der Apachen.

Im Film Winnetou 1. Teil wird Klekih-petra von dem jugoslawischen Schauspieler Hrvoje Svob dargestellt.

Nscho-tschi[Bearbeiten]

Nscho-tschi (‚Schöner Tag‘) ist die Tochter des Apachenhäuptlings Intschu tschuna und Schwester von Winnetou.

Im Roman Winnetou I (1893) pflegt sie den gefangenen Old Shatterhand und verliebt sich in ihn. Ihr Vater will ihr auf ihren Wunsch eine Ausbildung in St. Louis ermöglichen. Auf dem Weg zu einer versteckten Goldquelle am „Nugget-Tsil“ werden Nscho-tschi und ihr Vater vom Banditen Santer ermordet.

In der Verfilmung von Winnetou 1. Teil wird Nscho-tschi von der französischen Schauspielerin Marie Versini dargestellt. Auch hier wird sie von Santer, gespielt von Mario Adorf, umgebracht. In dem Film Winnetou und sein Freund Old Firehand (1966), der jedoch auf keinem Buch von Karl May basiert, spielt sie aber wieder mit.

In der Zeichentrickserie WinneToons werden Abenteuer mit Winnetou, Old Shatterhand und Nscho-tschi aus der Zeit zwischen der Blutsbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand bis zu den Ereignissen am Nugget-Tsil mit Santer erzählt (diese beruhen allerdings ebenfalls auf keiner Buchvorlage).

Marie Versini ist so stark verknüpft mit der Rolle der Nscho-tschi, dass sie ihre Autobiografie Ich war Winnetous Schwester (Karl-May-Verlag, Bamberg – ISBN 3-7802-0164-X) nannte.

Ribanna[Bearbeiten]
Älteste Darstellung von Winnetou und Ribanna, Illustration zu Im fernen Westen, 1879

Obwohl Ribanna, eine Häuptlingstochter vom Stamm der Assineboins, nur in einer Erzählung und deren Überarbeitungen erwähnt wird, ist ihre Figur regelrecht sagenumwoben. Sie ist die einzige Frau, für die Winnetou jemals Interesse zeigte. Allerdings heiratet sie Old Firehand, bekommt mit diesem zwei Kinder und wird von einem abgewiesenen Verehrer ermordet. Sie wird erwähnt in Old Firehand (1875), Im fernen Westen (1879) und Winnetou II (1893).

Im Film Winnetou 2. Teil wird Ribanna von der deutschen Schauspielerin Karin Dor dargestellt, die zu dem Zeitpunkt mit dem Regisseur des Films, Harald Reinl, verheiratet war. Im Film verlieben sich zwar Winnetou und Ribanna, doch sie heiratet den Sohn des Kommandanten von Fort Niobrara, dargestellt von Mario Girotti (= Terence Hill), um damit den Frieden zwischen Indianern und Weißen zu besiegeln.

Tiere[Bearbeiten]

Hatatitla[Bearbeiten]

Hatatitla ist der indianische Name des Rappen von Old Shatterhand, der ihm von Winnetou geschenkt wurde, und bedeutet Blitz.[1] Hatatitla hat einen Bruder, Iltschi (Wind), der von Winnetou geritten wird.

Iltschi[Bearbeiten]

Iltschi ist ein Pferd, das Winnetou gehört. Er ist ein Rappe, ebenso wie sein Bruder Hatatitla, den Winnetou seinem Blutsbruder, dem Ich-Erzähler Old Shatterhand schenkt.

In der eigentlichen Winnetou-Trilogie werden die Pferde der Helden nicht namentlich benannt. Da diese aber den Lesern aus den anderen Romanen bekannt waren, wurde in der Bearbeitung des Karl-May-Verlages darauf geachtet, die Rappen ausdrücklich als Iltschi und Hatatitla zu bezeichnen. Konsequenterweise wurde in der Bearbeitung Iltschi nach dem Tod Winnetous erschossen, Winnetou auf ihn gesetzt und begraben. Iltschi und Hatatitla sollen laut Karl May übersetzt Wind und Blitz heißen.

Swallow[Bearbeiten]

Swallow (Schwalbe) ist der Name des Pferdes, das Old Shatterhand im Roman Winnetou II (1892, Vorversionen Old Firehand (1875) und Im fernen Westen (1879)) geschenkt wird. Es trägt seinen Namen wegen seiner Schnelligkeit. In der Erzählung Die Both Shatters (1882) wird Swallow von einem anonymen Ich-Erzähler geritten.

Orient und Sitara[Bearbeiten]

Hauptfiguren[Bearbeiten]

Hadschi Halef Omar[Bearbeiten]
Hauptartikel: Hadschi Halef Omar
Kara Ben Nemsi[Bearbeiten]
Hauptartikel: Kara Ben Nemsi

Wichtige Begleiter[Bearbeiten]

Ben Nil[Bearbeiten]

Ben Nil ist ein treuer und tapferer Begleiter des Ich-Erzählers in Ägypten und im Sudan. Die Figur war offenbar einer von Karl Mays Lieblingscharakteren – er erwähnt den jungen „Begleiter“ sogar auf verschiedenen Postkarten, die er selbst 1899 von seiner Orientreise nach Deutschland schickte. Er schrieb darin, dass Ben Nil neben ihm auf dem Diwan sitze und die Karte mit unterschreiben werde. Tatsächlich findet sich auf diesen Karten eine Unterschrift in arabischer Schrift.

Reïs Effendina[Bearbeiten]

Der Reïs Effendina (Kapitän unseres Herrn, eigentlich Achmed Abd el Insaf, Achmed, Diener der Gerechtigkeit) ist eine zentrale Figur der Reiseerzählung Im Lande des Mahdi I-III (1896), die eine Trilogie über den Kampf des „Guten“ gegen Sklavenhändler am Nil darstellt. Er ist ein sauber gekleideter, vornehmer ägyptischer Offizier, der direkt dem Vizekönig unterstellt ist und über weit reichende Kompetenzen im Kampf gegen die organisierte Kriminalität verfügt. In diesem Rahmen verfolgt und stellt er hauptsächlich Sklavenhändlerringe, deren Angehörige er nach der Ergreifung schnell aburteilt und hinrichten lässt. Er lernt den Helden der Trilogie, Kara Ben Nemsi Effendi, kennen und verbündet sich mit ihm gegen das Böse. Sein Engagement gegen Menschenraub und -handel bringen ihm den Respekt von Kara Ben Nemsi ein. Doch im Zuge der Geschichte kommt es mehr und mehr zu Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden, unter anderem über die Bestrafung der Gefangenen, die Kara Ben Nemsi gerne schonen, der Reïs Effendina aber stets sofort töten will („Wehe dem, der wehe tut“), was er vereinzelt auch durchsetzt. Nachdem er Kara Ben Nemsi schließlich, trotz dessen aufopferungsvoller Verdienste um ihre gemeinsame Sache, nicht mehr als seinen Partner, sondern als seinen Untergebenen ansieht und ihn um seine Autorität bei den Untergebenen und um seine Erfolge beneidet, kommt es zum Zerwürfnis zwischen beiden.

Sir David Lindsay[Bearbeiten]

auch: Lord David Lindsay. Auf der Suche nach Abenteuern begleitet der spleenige Engländer den Helden Kara Ben Nemsi in den ersten drei Bänden des Orientzyklus (1892) und tritt im letzten wieder auf. Die große Leidenschaft Lindsays ist anfangs die Suche nach einem Fowlingbull, später will er die gleichen Reisen unternehmen wie sein Freund Kara Ben Nemsi.

„Der Lord soll ein grau gekleideter Kerl sein – mit blauer Brille, mit langer, roter Nase und mit einem sehr breiten Mund.“ (Zitat aus: Der Schut) Er hatte „ein langes, schmales, von der Sonne zusammengebratenes Gesicht, von dessen unterer Hälfte ein röthlicher Semmelbart herniedertropfte; den breiten Mund, der jetzt eine Öffnung so groß wie diejenige des Gotthardtunnels besaß; die lange Nase, dreifach vergrößert durch die Aleppobeule, und darüber einen vollständig kahl geschorenen, weiß glänzenden Kopf, auf dessen Scheitelpunkte nur ein einziges Zöpfchen stehen geblieben war“. (Zitat aus: Von Bagdad nach Stambul)

Trotz seiner spleenigen Art ist er ein mutiger und kluger Mann, der Kara Ben Nemsi ein treuer – und spendabler – Begleiter ist. Im Band Im Reiche des silbernen Löwen III (1902) wird er von Kara Ben Nemsi auf ein Schiff gebracht und verschwindet für immer aus den Romanen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Karl May beschreibt in Freuden und Leiden eines Vielgelesenen (1896), wie er in Radebeul einen Brief von Lindsay erhält und erwähnt, dass dieser in Australien Kohlefelder und Gold gefunden hat.

In den KMV-Bearbeitungen des Kolportageromans Deutsche Herzen – Deutsche Helden (1885–1887) Der Derwisch (1933), Im Tal des Todes und Zobeljäger und Kosak (beide 1934) übernimmt er die Rolle des Lord Eaglenest.

In Karl-May-Filmen taucht er auf in Die Sklavenkarawane (1958) und Der Löwe von Babylon (1959) (beide Mal gespielt von Theo Lingen), in Der Schut (1964), Durchs Wilde Kurdistan (1965) und Im Reiche des silbernen Löwen (1965) (gespielt von Dieter Borsche) sowie in der Fernsehserie Kara Ben Nemsi (1973 und 1975) (gespielt von Ferdy Mayne). In dem 7-teiligen Hörspiel Durch die Wüste (WDR 1964) wird die Rolle von Heinz von Cleve gesprochen. In den Verfilmungen der 1960er-Jahre wird Lindsay von einem Diener, Archie (Chris Howland), begleitet, der in Dauerfehde mit Hadschi Halef Omar (Ralf Wolter) liegt.

Widersacher[Bearbeiten]

Mübarek[Bearbeiten]

Der Mübarek kommt in den Bänden 4–6 vor. Er ist ein Mitglied der Verbrecherorganisation rund um den Schut. In Ostromdscha, einer kleinen Stadt auf dem Balkan, gibt er sich zunächst als heiliger Mübarek aus, der sich in der Bevölkerung durch seine „klappernden Gebeine“ Ehrfurcht verschafft. Er ist identisch mit einem Armen namens Busra, der auf Spenden der Bevölkerung angewiesen zu sein vorgibt, und der auf Krücken geht. Er wechselt unerkannt von einer Rolle in die andere. Das vermeintliche Klappern der Knochen als Mübarek simuliert er mit den Krücken unter seinem weiten Gewand. Im weiteren Verlauf der Handlung versucht er mehrmals, Kara Ben Nemsi zu töten.

Im Film Der Schut (1964) spielt der österreichische Schauspieler Friedrich von Ledebur und in der Fernsehserie Kara Ben Nemsi Effendi (1973 und 1975) der deutsche Schauspieler Hans Epskamp die Rolle des Mübarek.

Schut[Bearbeiten]
Der Schut stürzt in die Tiefe, Postkarte (um 1900)

Der Schut alias Kara Nirwan ist Oberhaupt einer Verbrecherbande im Balkan, die ihre Aktivitäten bis nach Nordafrika erstreckt. Er hat seinen Sitz im „Kara Nirwan Khan“ (in den KMV-Bearbeitungen ab 1948/49 Kara Nirwan Han). Er kommt selbst lediglich in Band 6 (Der Schut, 1892) vor, wird aber bereits in den Bänden 4 (In den Schluchten des Balkan) und 5 (Durch das Land der Skipetaren, beide 1892) erwähnt. Er wird von Kara Ben Nemsi verfolgt und versucht diesen zu töten. Er stirbt am Ende der Geschichte selbst bei einer Verfolgung durch einen Unfall.

Im Film Der Schut (1964) spielt der italienische Schauspieler Rik Battaglia und in der Fernsehserie Kara Ben Nemsi Eduardo Fajardo die Rolle des Schut.

Weitere Schlüsselfiguren[Bearbeiten]

Krüger-Bei[Bearbeiten]

In der Erzählung Der Krumir (1882) trifft Kara Ben Nemsi auf Krüger-Bei, den "originelle[n] Anführer der tunesischen Leibscharen [...] [Er] stammte als der Sohn eines Bierbrauers aus der >Streusandbüchse des heiligen römischen Reiches deutscher Nation.< [...] [Das] verleugnete Vaterland schwur ihm Rache. [...] [Es] ließ volle fünf unermüdliche Rachegötter über ihn herfallen, und deren Namen lauteten Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ und Syntax."[2] Über ein weiteres Zusammentreffen berichtet Kara Ben Nemsi in Der Schut (1892). Später in Satan und Ischariot II (1897) suchen Kara Ben Nemsi, Winnetou und Sir Emery Bothwell Krüger-Bei auf, da sie den Schurken Thomas Melton suchen, der unter ihm dient. Diese Figur beruht auf der historischen Persönlichkeit Johann Gottlieb Krüger,[3] die May ebenfalls im Kolportageroman Deutsche Herzen - Deutsche Helden (1885–1888) auftreten lässt.

Marah Durimeh[Bearbeiten]
Marah Durimeh auf der 1904 erschienenen Sascha-Schneider-Ausgabe von Ardistan und Dschinnistan

Die katholische Kurdin Marah Durimeh nimmt im Karl-May-Universum eine besondere Stellung ein. In der Reiseerzählung Durchs wilde Kurdistan (1892) ist sie der Ruh 'i kulyan ‚Der Geist der Höhle‘. Kara Ben Nemsi kommt mit ihr das erste Mal in Kontakt, als er ihrer Urenkeltochter Schakara, die sich mit Tollkirschen vergiftet hat, das Leben rettet (siehe Kap. 3 In der Festung; In der Karl-May-Verlag-Bearbeitung Eine glückliche Kur).

„‚Rette sie‘, ertönte eine Stimme aus dem Hintergrund des Raumes, ‚so sollst du Reichtum besitzen und Gottes Liebling sein!‘ […] Sie war gewiss hundert Jahre alt, doch ihre Augen hatten jugendlichen Glanz; ihre Züge waren seltsam schön und weich, und von ihrem Haupt hingen schwere weiße Zöpfe fast bis auf den Boden herab.“

Später kann der Geist der Höhle die Feindschaft zwischen zwei verfeindeten Parteien beenden, weil sie als eine Art Heilige von allen Seiten geachtet wird (siehe Kap. 7 Der Geist der Höhle in der KMV-Bearbeitung Kap. 20 Marah Durimeh).

„‚Was habt ihr mit ihr gesprochen?‘ – ‚Das ist Geheimnis und wird Geheimnis bleiben. Chodih, diese Frau ist eigentlich eine Melika (Königin), und was sie zu uns redete, hat unsere Herzen zum Frieden gestimmt.‘ […]“

Marah Durimeh schenkt Kara Ben Nemsi ein Amulett, das mehrere Hundert-Pfund-Noten enthält, und ihm später in Von Bagdad nach Stambul (1892) weiterhilft, als er und Halef von der Pest befallen werden.

In der Reiseerzählung Im Reiche des silbernen Löwen II (1898) wird sie von Kara Ben Nemsi aus der Gewalt der Dawuhdijeh-Kurden befreit, die sie im Auftrag des Paschas von Suleimania als vermeintliche Zauberin gefangen genommen haben.

In Mays einzigem Drama Babel und Bibel – Arabische Fantasia in zwei Akten (1906) wird Marah Durimeh von Abu Kital, dem Scheik der An’allah, zum Schachspiel mit Menschenfiguren aufgefordert. Sie wirkt auf seine Wandlung vom Gewalt- zum Edelmenschen hin.

Im Spätwerk Ardistan und Dschinnistan (1909) ist sie schließlich die Sultanin von Sitara.

Des Weiteren wird sie noch in den Reiseerzählungen Im Reiche des silbernen Löwen Bd. 3 und 4 (1902 und 1903), Und Friede auf Erden (1904) und in Winnetou IV (1910, im Karl-May-Verlag Winnetous Erben) erwähnt, wo sie als Marimeh, die Königin des fast vergessenen Landes Dschinnistan (vgl. „Ardistan und Dschinnistan“), beschrieben wird.

„‚Es gibt in weiter, weiter Ferne von hier ein Land mit Namen Dschinnistan. Nur uns, den roten Männern, ist es bekannt, den Weißen aber nicht.‘ […] ‚Es ist viele Tausend Jahre her, da war Amerika noch mit Asien verbunden. Es gab im hohen Norden eine Brücke von dort nach hier herüber. Diese Brücke ist jetzt in einzelne Inseln zerrissen und zerfallen. Zu dieser Zeit, also vor Tausenden von Jahren, kamen große, herrliche Menschen, die körperlich und geistig wie Riesen gestaltet waren, über diese Brücke zu unseren Ahnen herüber und brachten Grüße von ihrer Herrscherin, der Königin Marimeh.‘“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärt der Junge Adler Old Shatterhand, wie der Winnetou Clan (eine Vereinigung, deren Mitglieder einen zwölfstrahligen Stern auf der Brust tragen und versprechen aufeinander aufzupassen) entstanden ist und dass er sich auf ein Gesetz der Schutzengel aus dem Lande Dschinnistan begründet. Das Gesetz der Schutzengel wird auch in der Autobiografie Mein Leben und Streben (1910, in den Gesammelten Werken in Band 34 Ich) im Märchen von Sitara erwähnt.

Mohammed Emin[Bearbeiten]

Mohammed Emin ist der Scheich des Stammes der Haddedihn. Aus Dank für die Kundschaftermission, die Kara Ben Nemsi für ihn durchführt, schenkt er ihm den Rappen Rih. Sein Sohn heißt Ahmad el Ghandur. Zum Stamm der Haddedihn gehören (später) auch Hadschi Halef Omar und seine Frau Hanneh. Mohammed Emin kommt in den ersten drei Bänden des Orientzyklus (1892) vor und stirbt dort im Band Von Bagdad nach Stambul im Kampf gegen die Bebbehkurden, als er und sein Sohn dem persischen Flüchtling Hassan Ardschir Mirza beistehen. Im Anhang des letzten Bandes wird sein Grab aufgesucht.

Im Film Durchs wilde Kurdistan wird Mohammed Emin von dem US-amerikanischen Schauspieler Charles Fawcett und in der Fernsehserie Kara Ben Nemsi (1973) von Richard Lauffen gespielt. In dem 7-teiligen Hörspiel Durch die Wüste (WDR 1964) wird die Rolle von Kurt Lieck gesprochen.

Tiere[Bearbeiten]

Dojan[Bearbeiten]

Dojan ist ein Tazi oder Slogi (Sloughi), ein Windhund, (im Film ein Deutscher Schäferhund), den Kara Ben Nemsi im Band Durchs wilde Kurdistan (1892) geschenkt bekommt.

Es war einer jener kostbaren gelbgrauen und außergewöhnlich großen und starken Windhunde, die in Indien, Persien und Turkestan bis nach Sibirien hinein Slogi genannt werden. Bei den Kurden wird diese seltene Rasse Tazi genannt. Sie ereilen die flüchtigste Gazelle; sie holen oft selbst den wilden Esel und das windschnelle Tschiggetai ein und fürchten sich vor keinem Panther und vor keinem Bären. (Karl May: Durchs wilde Kurdistan. S. 127.)

Dojan wird im Band Von Bagdad nach Stambul (1892) erschossen und von Wildhunden zerrissen, als er seinen Herrn gegen räuberische Beduinen verteidigt.

Der Name bedeutet nach Karl May der Falke auf kurdisch.

Rih[Bearbeiten]
Kara Ben Nemsi und Rih, Postkarte (um 1900) zur Erzählung Im Lande des Mahdi III.

Kara Ben Nemsi erhält den legendären Rappen Rih (= Wind) als Geschenk des Scheichs der Haddedihn, Mohammed Emin. Rih ist ein asiles arabisches Vollblut, das aufgrund seiner Rappfarbe sehr ungewöhnlich ist. Die weitaus meisten Araber sind Schimmel, seltener Füchse oder Braune. Kara Ben Nemsi gewinnt die Zuneigung und das Vertrauen von Rih, indem er eine Nacht bei ihm verbringt und ihm dabei „… die hundertste Sure, welche von den schnelleilenden Rossen handelt, in die Nüstern …“ spricht. Wenn Kara Ben Nemsi dem Pferd Rih die Hand zwischen die Ohren legt und „Rih!“ ruft, mobilisiert Rih seine letzten Kraftreserven und wird enorm schnell. Rih hat einen Sohn, Assil Ben Rih, der vom Sohn Hadschi Halef Omars, Kara Ben Halef, geritten wird. Rih kommt im letzten Band des so genannten Orientzyklus, Der Schut (1892), ums Leben.

Andere Erdteile und überregional auftretende Figuren[Bearbeiten]

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Hauptfiguren[Bearbeiten]

Charley[Bearbeiten]

Der Ich-Erzähler vieler Reiseerzählungen, der oftmals Charley genannt wird (der Name existiert quasi nur als Anrede), wird durch den gemeinsamen Vornamen i.d.R. mit Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi gleichgesetzt. Von Charley leitet sich auch Winnetous Kosename für Old Shatterhand, Schar-lih (und ähnliche Schreibweisen), her.

Karl May (Sappho)[Bearbeiten]

May hatte immer wieder behauptet, alles, was in seinen Reiseerzählungen zu lesen sei, habe er selbst erlebt und er sei Old Shatterhand bzw. Kara Ben Nemsi. In Freuden und Leiden eines Vielgelesenen (1897) beschreibt May einen „repräsentativen“, allerdings fiktiven Tag in seinem Leben als Schriftsteller. Hierin wird seine Identität mit seinen Ich-Erzählern gefestigt. Der Text wurde mit Fotos illustriert, die May in Zivil, als Old Shatterhand und als Kara Ben Nemsi zeigen.

Bereits mit Erscheinen von Krüger Bei (1894) sollte die Gleichsetzung von Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und dem Schriftsteller Karl May innerhalb einer Reiseerzählung erfolgen. Der Redakteur Heinrich Keiter hatte allerdings das Kapitel In der Heimath, das die Abenteuer der fiktiven Figur Dr. Karl May in Deutschland enthielt, gestrichen und May hatte den Text nicht wieder für in die Buchausgabe (Satan und Isachriot II, 1897) verwendet. Der fiktive May führt einen Doktortitel (der Schriftsteller war dazu nicht berechtigt), wird von einem Linguistikprofessor für seine Sprachenkenntnisse geschätzt, komponierte Musikstücke, die für Mozartsche Werke gehalten werden und unterstützt die Familie Vogel. Allerdings weist die ansonsten omnipotente Figur auch menschliche Schwächen auf: Während das Durcheinander, das Dr. May im Hause des Professors verursacht, für Erheiterung sorgt, hat seine Beziehung zu Martha Vogel dramatischen Charakter. Dr. May ist eifersüchtig, mit seinen Gefühlen für sie überfordert und er verletzt Martha, die ihn liebt (der fiktive May ist noch nicht mit Emma zusammen).

Die Gleichsetzung in einem Roman erfolgte schließlich 1897 in »Weihnacht!«. Hierin wird eine Episode aus Old Shatterhands Gymnasialzeit geschildert (dem Autor selber war der Besuch des Gymnasiums verwehrt geblieben). Der junge May trägt den Spitznamen Sappho, der ihm wegen seiner Gedichte in Anlehnung an die antike griechische Dichterin verliehen worden war. Zu seinen Werken gehören ein preisgekröntes 32-strophiges Weihnachtsgedicht und eine Weihnachtsmotette. Es wird eine Reise Sapphos und seines Schulfreundes Carpio durch das Erzgebirge bis nach Böhmen beschrieben, wo sie eine Familie Hiller finanziell und seelisch unterstützen. Als May Jahre später in Nordamerika bereits als Old Shatterhand berühmt geworden ist, wird er weiterhin von Carpio als Sappho angesprochen.

In Und Friede auf Erden! (1904) folgt die Reiseroute des fiktiven May zu großen Teilen jener des realen May auf seiner Orientreise 1899/1900 und Ersterer unterhält sich mit den anderen Figuren über die Bücher des Letzteren. Durch das Zusammentreffen mit Sir John Raffley wird May auch mit dem Ich-Erzähler der Südostasien-Erzählungen (Am Stillen Ocean, 1894) gleichgesetzt. Ebenfalls auf diese Orientreise ist die Erzählung Schamah (1907/08) zurückzuführen, in der May von seiner späteren Ehefrau Klara begleitet wird und die mit Abbildungen Mays illustriert wurde. Der letzte Auftritt des fiktiven May findet in Winnetou IV (1910) statt. An May adressierte Briefe fordern Old Shatterhand auf, nach Amerika zu kommen, um sich um das korrekte Andenken Winnetous zu bemühen bzw. um sich mit seinen alten Feinden auseinanderzusetzen. Zusammen mit Klara bricht May auf, folgt zunächst der Reiseroute des realen May auf seiner Amerikareise 1908 und reist dann weiter über Winnetous Grab zum Mount Winnetou, wo es zu Begegnungen mit Figuren verschiedener Nordamerikaerzählungen kommt. In diesen Texten ist der fiktive May allerdings nicht mehr der Actionheld früherer Erzählungen, sondern begleitet das Geschehen verstärkt auf geistiger und seelischer Ebene.

Nach Presseangriffen distanzierte sich May von der Gleichsetzung mit seinen Figuren und wollte diese als rein symbolisch verstanden wissen. Die Ich-Erzähler seiner Werke seien demnach die manifestierte Menschheitsfrage.

Wichtige Begleiter[Bearbeiten]

Emery Bothwell[Bearbeiten]

Er ist ein Engländer und Mitglied im Travellers Club in London, der sich zunächst in Die Gum (in Orangen und Datteln, 1893) und später in Satan und Ischariot II und III (beide 1897) als treuer Gefährte und guter Schütze erweist. Ein noch früheres Abenteuer wird bereits in Winnetou II (1893) erwähnt.

Frick Turnerstick[Bearbeiten]

Ein etwas kauziger Kapitän seines Handelsschiffes The Wind, der sich vor allem durch gewaltige Körperkraft sowie riesige Hände auszeichnet. Er hat ein künstliches rechtes Auge und einen „ständig von dem winzigen Stumpfnäschen herabfallenden Kneifer“. Kapitän Frick Turnerstrick kommt in den Reiseerzählungen Der Ehri, Der Kiang-lu, Der Brodnik (alle drei Kurzerzählungen in Am Stillen Ocean (1894), innerhalb dieses Bandes werden sie im KMV seit 1953 unter dem Titel Im Zeichen des Drachen zusammengefasst), Christus oder Muhammed (in Orangen und Datteln, 1893), Am Rio de la Plata und In den Cordilleren (beide 1894) vor. Er hat einen friesischen Steuermann namens Hans Larsen, der ihm in Bezug auf Größe und Körperkraft in nichts nachsteht.

Ein weiterer Kapitän namens Heimdall Turnerstick spielt in dem Roman Kong-Kheou, das Ehrenwort (1888/89, Buchfassung u. d. T. Der blaurote Methusalem) mit. In der KMV-Bearbeitung wurde er zu Frick Turnerstick umgearbeitet. Trotz vieler Parallelen sind die beiden Namensvettern nicht identisch.

Klara May (Herzle)[Bearbeiten]

Mays zweite Ehefrau Klara May besichtigt mit ihrem Gatten in Schamah (1907/08) Jerusalem und Umgebung sowie Hebron. Dort beobachtet sie das Treiben der Kinder Schamah und Thar. Einige Fotografien der realen Klara illustrieren diese Reiseerzählung. (Zum Zeitpunkt der Handlung, Mai 1900, war May eigentlich noch mit Emma Pollmer verheiratet und Klara war noch nicht verwitwet.) Später begleitet sie in Winnetou IV (1910) ihren Gatten – also Old Shatterhand – auf der Reise in den Westen, zu der sie eingeladen wurden, um das Denkmal Winnetous zu sehen. Sie besucht u. a. das Grab Nscho-tschis und freundet sich mit Kolma Puschi und Kakho-Oto an. Auf Santers Sohn Sebulon L. Enters übt sie einen beruhigenden Einfluss aus, der daraufhin ihr heimlicher Beschützer wird und sie vor dem Tode bewahrt. Nachdem das ursprüngliche Denkmal, das Winnetou falsch und verzerrt darstellte, zerstört ist, werden Fotografien von Klara auf einen Wasserfall projiziert, um den wahren Winnetou zu zeigen. In diesem Spätwerk wird sie fast durchgehend mit dem Kosenamen Herzle bezeichnet.

Widersacher[Bearbeiten]

Weitere Schlüsselfiguren[Bearbeiten]

Emma May (Emmeh)[Bearbeiten]

Mays erste Ehefrau Emma May wird als Frau Old Shatterhands bzw. Kara Ben Nemsis in Freuden und Leiden eines Vielgelesenen (1897) vorgestellt, in dem ein „beispielhafter“, allerdings fiktiver Tag im Leben des Schriftstellers dargestellt wird.

In den Reiseerzählungen tritt Emma im Gegensatz zur zweiten Ehefrau, Klara May, nicht als handelnde Figur auf, sondern sie wird lediglich in Die »Umm ed Dschamahl« (1898), Im Reiche des silbernen Löwen I-II (1898) und Am Jenseits (1899) in Gesprächen mit Halef erwähnt, der sie Emmeh nennt und mit seiner Hanneh vergleicht. Weitere Erwähnung findet sie in Et in terra pax (1901). Nach der Scheidung (1903) wurde Emma in späteren Auflagen des Silberlöwenromans durch Dschanneh (= Seele) ersetzt.

Während May ihren Mädchennamen Emma Pollmer während seines Frühwerkes als Pseudonym und kaum verschleiert auch für Figuren (Emma Vollmer in Scepter und Hammer) nutzt, setzte er sich nach der Scheidung u. a. in Frau Pollmer, eine psychologische Studie (1907) kritisch mit ihr auseinander.

Jugenderzählungen über andere Erdteile[Bearbeiten]

Der blaurote Methusalem / Kong-Kheou, das Ehrenwort[Bearbeiten]

Fritz Degenfeld (Blauroter Methusalem)[Bearbeiten]

Der blaurote Methusalem ist der Spitzname von Fritz Degenfeld, einem ewigen Studenten, der im gleichnamigen Roman (1892) mit seinen Begleitern nach China reist, um den verschollenen Vater des jungen Richard Stein zu suchen. Auf der Reise wird er begleitet von Kapitän Heimdall Turnerstick und Mijnherr Willem van Aardappelenbosch. Der Roman sollte bereits mehrmals verfilmt werden, jedoch sind alle Versuche gescheitert.

Heimdall Turnerstick[Bearbeiten]

siehe Frick Turnerstick

Frühwerk und Kolportageromane[Bearbeiten]

Humoresken und historische Erzählungen[Bearbeiten]

Leopold I. von Anhalt-Dessau (Der Alte Dessauer)[Bearbeiten]

Waldröschen[Bearbeiten]

Karl Sternau[Bearbeiten]

Dr. Karl Sternau und Rosa de Rodriganda, Illustration (1882) aus der Erstausgabe von Waldröschen

Der deutsche Arzt Sternau ist der Held in einigen Bänden des Kolportageromanes Waldröschen oder Die Rächerjagd rund um die Erde. Großer Enthüllungsroman über die Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft von Capitain Ramon Diaz de la Escosura, der in 109 Fortsetzungen von Dezember 1882 bis August 1884 erschien. Capitain Ramon Diaz de la Escosura war eines der vielen Pseudonyme, unter denen Karl May schrieb.

Sternau, unehelicher Sohn des Herzogs von Olsunna, war als Gesandter des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln und Geheimkurier des Reichskanzlers Bismarck bei den mexikanischen Aufständischen unter Benito Juarez. Er trägt den Beinamen „Fürst des Felsens“.

Verschiedene Motive aus den Romanen wurden in den westdeutschen Karl-May-Filmen der 1960er-Jahre verwertet in den Filmen Der Schatz der Azteken (1965), Regie: Robert Siodmak und Die Pyramide des Sonnengottes (1965), Regie: Robert Siodmak. In diesen Filmen spielte jeweils Lex Barker die Hauptrolle des Dr. Sternau.

Weitere Teile des Mammut-Romans wurden 1988 in dem DEFA-Zweiteiler Präriejäger in Mexiko umgesetzt.

Die Liebe des Ulanen[Bearbeiten]

Familie Königsau[Bearbeiten]

In dem Roman Die Liebe des Ulanen (1883–1885) werden die Abenteuer der adligen Familie Königsau (in der Bearbeitung des KMV Greifenklau) über drei Generationen hinweg erzählt: Großvater Hugo, Sohn Gebhardt und Enkel Richard sind dabei in allerhand deutsch-französische Abenteuer und Ehen verwickelt. Ihr Gegenspieler ist Albin Richemonte.


Weitere wichtige Figuren in der Rezeption[Bearbeiten]

Ausgebaute Originalfiguren[Bearbeiten]

Lord Castlepool[Bearbeiten]

Er ist ein wettlustiger, schottischer Lord, hat bereits alle Kontinente bereist und durchquert nun den Wilden Westen. Er hat viel Geld und bietet in der Jugenderzählung Der Schatz im Silbersee (1890/91) Humply-Bill und Gunstick-Uncle für jedes Abenteuer 50 Dollar. Er ist ein sehr fähiger Mann und trotz gewisser Eigenheiten keine Witzfigur (wie im Film).

In Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre wird Lord Castlepool vom deutschen Schauspieler Eddi Arent verkörpert in den Filmen Der Schatz im Silbersee (1962), Winnetou 2. Teil (1964) und Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968).

Hinzuerfundene Figuren[Bearbeiten]

Apanatschi[Bearbeiten]

Apanatschi ist eine in Anlehnung an den Namen „Apanatschka“ völlig frei erfundene Filmfigur aus dem Karl-May-Film „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“, in dem sie von Uschi Glas gespielt wurde.

Archie[Bearbeiten]

Archie ist der Diener von Sir David Lindsay in den Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre, dargestellt von Chris Howland. Er verfügt über eine riesige Reisetasche, aus der er (wie das magische Kindermädchen Mary Poppins) die unterschiedlichsten Geräte hervorholen kann, auch schon mal einen ganzen Fesselballon. In den Romanen kommt die Figur nicht vor, sie wurde nur für die Filme erfunden.

Rollins[Bearbeiten]

Rollins ist in den Karl-May-Filmen Winnetous Mörder und wird vom italienischen Schauspieler Rik Battaglia verkörpert. Er tritt in Winnetou 3. Teil auf und wird nach Winnetous Ermordung von den Apachen getötet.

Literatur[Bearbeiten]

Bernhard Kosciuszko: Das große Karl May Figurenlexikon. 3. verbesserte und ergänzte Auflage, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-244-X (bis 2. Auflage unter dem Titel Grosses Karl-May-Figurenlexikon) Katharina Maier: „Nscho-Tschi und ihre Schwestern“. Karl May Verlag, Bamberg 2012, ISBN 978-3-7802-0193-5.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Heute würde man das Apachenwort für Blitz mit hada-tithla wiedergeben. Die Kandidatin für den US-Kongress, Mary Kim Titla, trägt eine verkürzte Version dieses Namens als Familiennamen.
  2. May, Karl: Orangen und Datteln. Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg i. Br., 1893. S. 222.
  3. Kosciuszko, Figurenlexikon, S. 253.

Weblinks[Bearbeiten]