Moritzburg (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Moritzburg
Moritzburg (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Moritzburg hervorgehoben
51.16513.679444444444166Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 166 m ü. NHN
Fläche: 46,37 km²
Einwohner: 8311 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01466–01468
Vorwahlen: 035207, 0351, 035243 (Steinbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIE
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 150
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßallee 22
01468 Moritzburg
Webpräsenz: www.moritzburg.de
Bürgermeister: Jörg Hänisch (Parteilos)
Lage der Gemeinde Moritzburg im Landkreis Meißen
Coswig (Sachsen) Diera-Zehren Ebersbach (bei Großenhain) Glaubitz Gröditz Großenhain Hirschstein Käbschütztal Nossen Klipphausen Lampertswalde Nossen Lommatzsch Meißen Moritzburg Gröditz Niederau Nossen Nünchritz Priestewitz Radebeul Radeburg Riesa Röderaue Schönfeld Stauchitz Strehla Tauscha Thiendorf Klipphausen Weinböhla Lampertswalde Wülknitz Zeithain Sachsen Dresden Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Moritzburg ist eine Gemeinde in Sachsen, die bis 1934 den Namen Eisenberg-Moritzburg trug. Sie ist vor allem durch das Jagd- und Barockschloss bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Moritzburg liegt in der Mitte Sachsens und ist in nordwestlicher Richtung etwa 13 Kilometer vom Stadtzentrum der Landeshauptstadt Dresden entfernt. Der Ort befindet sich im Landkreis Meißen und bildet eine Gemeinde mit den umliegenden Ortschaften. Moritzburg liegt inmitten des Landschaftsschutzgebietes Friedewald und Moritzburger Teichgebiet. Dieses Gebiet umfasst 22 Moritzburger Teiche mit etwa 418 Hektar Wasserfläche. Naturräumlich wird der Ort dem Westlausitzer Hügel- und Bergland zugeordnet. Das Hügelland liegt zwischen 124 m und 312 m über NN. Es gehört zur Lausitzer Platte und dem Meißner Syenit-Granit-Massiv. Ein mäßig trockenes Klima herrscht vor.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Niederau Ebersbach Radeburg
Weinböhla Nachbargemeinden Radeburg
Coswig Radebeul Dresden

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Moritzburg mit Eisenberg auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert

Die Gemeinde Moritzburg entstand aus der Landgemeinde Eisenberg, der auch ein Ortsteil namens Moritzburg angehörte. Dabei handelte es sich um das Schloss Moritzburg, die Gebäude in dessen näherer Umgebung und den dazugehörigen Gutsbezirk, also Ländereien und Wälder vom Fasanenschlösschen bis zum Ortsteil Auer. Schon vor 1900 erhielt die Gemeinde den Doppelnamen Eisenberg-Moritzburg. Im Jahre 1934 wurde die Gemeinde in Moritzburg um- und damit endgültig nach dem Schloss benannt.

Zu DDR-Zeiten wurde Moritzburg bekannt durch eine Ausbildungshilfe für das sozialistische Vietnam. Die DDR bot den Vietnamesen an, eine Zahl von Kindern hier ausbilden zu lassen. Im Juli 1955 begann dieses Ausbildungsprogramm zunächst für 149 vietnamesische Kinder im Alter zwischen neun und fünfzehn Jahren. Insgesamt wurden in Dresden und Moritzburg etwa 350 Kinder und Jugendliche ausgebildet und bis zum Facharbeiter- und Hochschulabschluss gebracht. Diese vietnamesischen „Moritzburger“ gingen zurück in ihr Land und unterhalten bis in die Gegenwart einen kulturellen Traditionsverein.[2]

Von 1945 bis 1996 war im Wald bei Moritzburg der sogenannte „Schatz der Sachsen“ versteckt.

Die Gemeinde Moritzburg vergrößerte sich am 1. Januar 1996 um die Gemeinde Steinbach[3] und am 1. Januar 1999 um Reichenberg[4], das außerdem die am 1. Januar 1994 eingegliederten Ortsteile Friedewald und Boxdorf[5] mit einbrachte.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 58,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,4 %
23,5 %
6,3 %
9,4 %
6,2 %
2,8 %
11,4 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f FORUM UNABHÄNGIGER WÄHLER
g Freie Wähler Moritzburg

Der Moritzburger Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern, einschließlich des Bürgermeisters, der der Vorsitzende ist.

Die letzte Bürgermeisterwahl fand am 24. März 2013 statt. Dabei wurde Jörg Hänisch mit 53,54% zum Bürgermeister gewählt. Der langjährige stellvertretende Bürgermeister, Volker John der für die CDU Moritzburg antrat kam auf 32,34%.

Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 ergab sich folgende Zusammensetzung des Gemeinderats:

Partei / Liste Bürgermeister (Vorsitzender) CDU FDP SPD Linke Pro Steinbach FWM Gesamt
Sitze 1 Sitz 8 Sitze 1 Sitz 5 Sitze 1 Sitz 1 Sitz 2 Sitze 19 Sitze

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Fasanenschlösschen
Schloss Moritzburg von Osten gesehen
Evang.-lutherische Moritzburger Kirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Bekannteste Sehenswürdigkeit von Moritzburg ist das Jagdschloss Moritzburg. Weitere Sehenswürdigkeiten sind

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen.

  • Hochzeitsmesse
  • Hengstparade
  • Moritzburg Festival
  • Moritzburger Adventskalender
  • Moritzburger Fisch- und Waldfest (Abfischen des Schlossteichs Ende Oktober)
  • Schloss-Triathlon Moritzburg
  • Carnevals Club Moritzburg e.V.

Kulturlandschaft Moritzburg GmbH[Bearbeiten]

Die Kulturlandschaft Moritzburg GmbH ist eine 100%-ige Tochter der Gemeinde Moritzburg. Die Aufgaben der Kulturlandschaft Moritzburg sind in mehrere Bereiche aufgeteilt:

  1. Betreibung des Ferienparks & Campingplatz Bad Sonnenland, mit Bungalows, Zelt- und Wohnwagenplätzen,
  2. Betreibung der Tourist-Information Moritzburg,
  3. Betreibung der Parkplätze in und um Moritzburg,
  4. Organisation und logistische Unterstützung von Großveranstaltungen in Moritzburg sowie
  5. touristische Vermarktung der Gemeinde Moritzburg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Moritzburg ist über Staatsstraßen mit Dresden (mit Anbindung an die Bundesautobahn 4), Radeburg (mit Anbindung an die Bundesautobahn 13) und Meißen verbunden. Die schmalspurige Lößnitzgrundbahn verbindet Moritzburg mit Radebeul und Radeburg. Den Anfang der dammartigen Schlossauffahrt flankieren zwei verkehrsgeschichtlich interessante, teilweise noch originale kursächsische Postdistanzsäulen von 1730, die sonst nur vor den Stadttoren oder auf dem Marktplatz der Städte aufgestellt wurden, mit Entfernungsangaben in Wegstunden (1 St. = 4,531 km) zu Städten, Poststationen, aber auch damals sächsischen Burgen und Schlössern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die örtliche Wirtschaft ist zu großen Teilen vom Tourismus geprägt. In Moritzburg ist das Gestüt Moritzburg, ein Wirtschaftsbetrieb des Freistaates Sachsen, ansässig. Die Ursprünge des Gestütes gehen auf die Jagdleidenschaft August des Starken (1670–1733) und den durch ihn veranlassten Umbau des Schlosses zum Jagdschloss zurück. Mit der Pferdezucht wurde 1828 in den nunmehr königlichen Jagdstallungen begonnen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Moritzburg befindet sich die Evangelische Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weitere mit dem Ort in Verbindung stehende Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moritzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Moritzburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Freytag, Mirjam: Die „Moritzburger“ in Vietnam. Lebenswege nach einem Schul- und Ausbildungsaufenthalt in der DDR - Vermitteln in interkulturellen Beziehungen. IKO-Verlag, Frankfurt/Main 1998
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014