Santa Cruz de La Palma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Santa Cruz de La Palma
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Santa Cruz de La Palma
Santa Cruz de La Palma (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Koordinaten 28° 41′ N, 17° 46′ W28.684166666667-17.7654Koordinaten: 28° 41′ N, 17° 46′ W
Höhe: msnm
Fläche: 43,38 km²
Einwohner: 16.330 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 376,44 Einw./km²
Postleitzahl: 38700
Gemeindenummer (INE): 38037 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Santa Cruz de La Palma.png

Santa Cruz de La Palma ist der Name der Hauptstadt der Kanarischen Insel La Palma und der gleichnamigen Gemeinde. In der Hauptstadt selbst leben 13.250 Einwohner (Stand: 1. Januar 2013).

Die Gemeinde liegt unterhalb der bewaldeten Berghänge der Cumbres (Cumbre Nueva und Cumbre Vieja) auf der östlichen Seite der Insel. Zwischen Küste und Cumbres erstreckt sich ein schmaler Uferstreifen, so erstrecken sich die weißen Häuser an den Berghängen. Alle Verwaltungseinrichtungen von La Palma sind in Santa Cruz de La Palma konzentriert.

Stadtbild[Bearbeiten]

Blick auf Santa Cruz de la Palma
Blick auf den Hafen mit einem Teil der Stadt dahinter
Jachthafen vor der 311 Meter hohen Kraterwand des Vulkans La Conception südlich der Stadt

Der Altstadtkern von Santa Cruz ist zum kunsthistorischen Baudenkmal erklärt worden. Die Hauptdurchgangsstraße ist die Avenida Maritima, die nur auf der Landseite bebaute Uferstraße. Hier sieht man neben neuen repräsentativen Gebäuden auch einige alte Häuser im kanarischen und kolonialen Stil, die unter anderem kunstvoll verzierte Holzbalkone aufweisen. Auf der parallel verlaufenden Calle O’Daly, auch als Calle Real bezeichnet, befinden sich das Rathaus (im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft von Philipp II. errichtet), die Plaza de España mit der Kirche Matriz de El Salvador, kleine Geschäfte, Cafeterias und Restaurants.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends vor Christus, als die ersten Siedlergruppen aus Nordafrika kamen, begann die erste Ansiedlung von Menschen im ehemaligen Bezirk Tedote. An einigen als Wahrzeichen dienenden Orten, wie den Höhlen des Berges Morro de Las Nieves ist ihre Gegenwart durch Höhlenbilder, Kanäle, Tiegel und die an den Gipfeln der Gemeinde liegenden La Erita belegt (Sammlung von Höhlenbildern mit über 300 Motiven).

Santa Cruz de La Palma wurde am 3. Mai 1493, dem Tag der Erhebung des Heiligen Kreuzes, von Alonso Fernández de Lugo, an dem Ort gegründet, wo sich die altkanarische Siedlung Apunyon (auch Auprón) befand. Santa Cruz stand nach dieser Eroberung unter der Krone Kastiliens. Seitdem kam der Stadt nach und nach immer mehr wirtschaftliche Bedeutung zu. Vor allem die Handelswege nach Europa und Amerika waren so bedeutend, dass 1558 am Hafen von Santa Cruz das erste Überseegericht eingerichtet wurde.

Amerikahandel[Bearbeiten]

La Palma kam nicht nur durch Zucker und Wein zu Wohlstand. Dank seiner geographischen Lage konnte die Insel auch vom Amerikahandel profitieren. 1508 hatten die Kanarischen Inseln das Privileg des praktisch freien Warenverkehrs erhalten. Nahezu jedes Schiff, das zwischen dem spanischen Mutterland und den amerikanischen Kolonien verkehrte, legte auf den Kanaren einen Zwischenstopp ein, vor allem auf La Palma, der nordwestlichsten Insel. 1556 verlieh der spanische König Philipp II. der palmerischen Hauptstadt Santa Cruz nicht nur den Beinamen Hochedle und treue Villa de la Cruz, sondern auch das Privileg, mit neuen Besitztümern in Übersee Seehandel auf eigene Rechnung zu betreiben. Auch im Schiffbau nahm die Hafenstadt bald eine führende Position ein. Auf der durch den Holzreichtum der Wälder begünstigten Insel hatten sich gleich nach der Eroberung die ersten Schiffbauer niedergelassen. Mehr als 120 Fregatten und Karavellen liefen im 16. Jahrhundert vom Stapel. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war Santa Cruz de La Palma nach Sevilla und Antwerpen der drittgrößte Hafen des spanischen Weltreiches. Der wirtschaftliche Niedergang setzte 1657 ein. Nach einem Erlass mussten nun alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf Teneriffa registriert werden und dort ihre Abgaben entrichten. Der Handelsverkehr im Hafen von Santa Cruz de La Palma kam damit nahezu zum Erliegen. Zwar gab König Carlos III. 1778 den Amerikahandel für alle spanischen Häfen frei, doch konnte sich Santa Cruz de La Palma nie völlig von der Wirtschaftskrise erholen. Die Handelsmetropole der Kosmopoliten wurde zur beschaulichen Kolonialstadt von heute.

Piratenüberfälle[Bearbeiten]

Der Wohlstand von Santa Cruz de La Palma, wo in den Handelshäusern reichlich Zucker und später Wein lagerten, und im Hafen mit amerikanischem Gold und Silber beladene Schiffe ankerte, erweckte natürlich auch bei Piraten, und den mit königlichen Kaperbriefen ausgestatteten Freibeutern anderer Seenationen, großes Interesse. 1537 wurde die Hafenstadt zum ersten Mal attackiert. Doch man war vorbereitet und konnte die französischen Korsaren in die Flucht schlagen. 1553 fiel François Le Clerc, genannt Holzbein, mit einer Flotte von acht Schiffen über Santa Cruz her. Diesmal hatten die Angreifer leichtes Spiel, sie plünderten die Stadt und steckten alles, was sie nicht mitnehmen konnten, und die Stadt in Brand. Nach dieser Katastrophe wurden weitere Verteidigungsanlagen gebaut, rund um die Insel entstanden Batterien und Geschützstellungen. Angesichts dieses Artillerieschildes scheiterten alle weiteren Piraten- und Korsarenangriffe. 1585 wurde der Engländer Francis Drake noch auf See zur Umkehr gezwungen; nicht anders erging es später einem Landsmann von ihm, sowie Freibeutern aus Algerien und den Niederlanden.

Verkehr[Bearbeiten]

Blick auf den Hafen

Einige Kilometer südlich der Hauptstadt befindet sich der 1970 eröffnete und derzeit erweiterte Flughafen Santa Cruz de La Palma. Hier werden überregionale Charterflüge und regionale Linienflüge zu den anderen Inseln des Archipels abgefertigt.

Täglich bedient eine Schnellfähre der Schifffahrtslinie Fred. Olsen Express die Strecke Santa Cruz de La Palma – Los Cristianos (Süd-Teneriffa) mit Zwischenhalt in La Gomera in etwa drei Stunden. Die staatliche spanische Schifffahrtsgesellschaft Compañía Trasmediterránea verkehrt zwischen Cádiz (Festland-Spanien) und Santa Cruz de La Palma, mit Zwischenstopp auf Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa, einmal pro Woche. Eine weitere Fähre wird von der Gesellschaft Naviera Armas betrieben.

Der Handelshafen ist für La Palma wirtschaftlich sehr wichtig. Hier steht auch ein Schwerölkraftwerk, das Brennstoff mittels Tankschiffen erhält.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathausplatz
Nachbau des Schiffes Santa Maria
Iglesia de Encarnación

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören u. a.:

  • das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit hölzerner Kassettendecke
  • die Wallfahrtskirche der Virgen de las Nieves mit Bildnis der Schutzpatronin der Insel (14. Jahrhundert) und tonnenschwerem Silber-Altar (17. Jahrhundert) – Alle fünf Jahre findet die Prozession Bajada de la Virgen de las Nieves statt
  • die Iglesia Matriz de El Salvador, Baubeginn Anfang des 16. Jahrhunderts, in drei mit Tafelwerk im Mudéjar-Stil bedeckten Schiffe eingeteilt
  • Die Kirche Santo Domingo aus dem 16. Jahrhundert, gehört zum einstigen Kloster San Miguel de las Victorias. Im Inneren birgt sie eine umfassende Sammlung flämischer Ölgemälde.
  • In der Iglesia de Encarnación befinden sich die flämische Bildhauerkunst Die Verkündigung (16. Jahrhundert) und eine Skulpturengruppe aus polychromem Holz aus Flandern
  • Die Iglesia de San Francisco wurde zum kunsthistorischen Denkmal erklärt. Das Gebäude im Renaissance-Stil gehörte einst dem Kloster Real Convento de la Inmaculada Concepción an, heute Sitz des Inselmuseums Convento de San Francisco; kuppelförmiges Tafelwerk in der Kapelle Señor de la Piedra fría; Kunstwerke: flämische Skulpturengruppe Santa Ana, die Jungfrau und das Kind (16. Jahrhundert), Schnitzfigur aus Sevilla (18. Jahrhundert)
  • die Festung Castillo de Santa Catalina aus dem 16./17. Jahrhundert; dicke Steinmauern umgeben dieses nationalhistorische Denkmal, welches Teil des Verteidigungsgürtels war, Karl V. beauftragte den italienischen Baumeister Leonardo Torriani mit dem Entwurf der Burg 1585

Fiestas[Bearbeiten]

Die Bajada de la Virgen de las Nieves ist eines der herausragenden Feste La Palmas. Um eine drohende Missernte abzuwenden, ordnete der kanarische Bischof Jimenz einst an, die auf der ganzen Insel verehrte Statue der Jungfrau vom Schnee (Virgin de las Nieves) in Las Nieves in einer Prozession in die Hauptstadt zu tragen. Die Prozession wird heutzutage alle fünf Jahre wiederholt, das nächste Mal im Jahr 2015. Die Feierlichkeiten ziehen sich jeweils im Sommer über mehr als einen Monat hin.[2]

Ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Karneval, dessen Umzüge und Veranstaltungen an südamerikanischen Karneval erinnern. Am Karnevalsmontag (Día de Los Indianos) wird in Santa Cruz „die Heimkehr der Emigranten“ gefeiert. Die Palmeros kleiden sich dann in weiß, als Parodie auf die damals in Lateinamerika zu Wohlstand gekommenen Palmeros, und werfen mit Babypuder um sich.

Hauptartikel: Los Indianos

Orte der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2013.

  • Santa Cruz de La Palma (13.250)
  • Miranda (1.054)
  • Lomo del Centro (235)
  • Velhoco (151)
  • Juan Mayor (181)
  • Cuesta del Llano de la Cruz (198)
  • Lomo Espanta (147)
  • Los Alamos (133)
  • El Planto (120)
  • Las Tierritas (114)
  • Llano Grande (102)
  • El Pocito (105)
  • Las Toscas (63)
  • El Morro (54)
  • Roque de Arriba (82)
  • Barranco del Rio (39)
  • Barranco de la Madera (77)
  • La Verada (57)
  • La Portada (64)
  • Candelaria (56)
  • Las Nieves (16)
  • Lomo de los Gomeros (9)
  • El Dorador (9)
  • El Fronton (5)
  • Las Lajitas (9)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Das größte Wachstum erfuhr Santa Cruz in den 30er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seit der Jahrtausendwende ist die Bevölkerungszahl, entgegen dem Trend für urbane Gebiete La Palmas, rückläufig.

Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1900 7.024
1910 7.542 +518
1920 7.258 –284
1930 7.951 +693
1940 11.605 +3.654
1950 11.524 –81
1960 12.967 +1.443
Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1970 13.163 +196
1981 16.629 +3.466
1990 18.183 +1.554
2001 18.206 +23
2007 17.353 –853
2013 16.330 –1.023

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Cruz de La Palma – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bajada de la Virgen de las Nieves – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Rolf Goetz: La Palma, Aktivurlaub auf der grünsten der Kanarischen Inseln. 5. Auflage. Peter Meyer Reiseführer, Frankfurt am Main 2000.