Selkupische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selkupisch

Gesprochen in

Russland
Sprecher ca. 1.500
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-2:

sel

ISO 639-3:

sel

Die selkupische Sprache (früher auch Ostjak-Samojedisch oder Wald-Samojedisch genannt) ist eine der samojedischen Sprachen. Diese bilden gemeinsam mit den finno-ugrischen Sprachen die uralische Sprachfamilie. Selkpuisch ist die einzige noch existierende südsamojedische Sprache. Sie wird vom Volk der Selkupen in der Region zwischen den Flüssen Ob und Jenissei gesprochen. Die Zahl der Muttersprachler wird mit ca. 1.500 angegeben (etwa die Hälfte des selkupischen Volkes). Im täglichen Umgang setzt sich jedoch immer mehr das Russische durch. Bis zur vierten Klasse wird an manchen Schulen noch in Nord-Selkupisch unterrichtet.

Das Wort Selkup (šöľqup) bedeutet ursprünglich Mensch im Norden.

Vor der russischen Revolution von 1917 gab es nur wenige religiöse Texte, die im Rahmen der Christianisierung in selkupischer Sprache festgehalten wurden. Eine selkupische Schriftsprache wurde systematisch erst 1931 entwickelt. Man benutzte zunächst das lateinische Alphabet. Ab 1940 und revidiert 1986 ging man zum kyrillischen Alphabet über. Wichtige Forscher des Selkupischen waren Matthias Alexander Castrén und Kai Donner.

Dialekte[Bearbeiten]

Das Selkupische unterscheidet drei Dialekte:

  • Taz (тазовский диалект): Nordselkupisch. Auf ihm baut die Schriftsprache auf. Taz umfasst 25 Vokale und 16 Konsonanten. Der Name leitet sich von den Siedlungsgebieten am Fluss Tas (Таз) ab. Der Dialekt wird von ca. 90 % der Selkupen gesprochen. Heute benutzen ihn bis zu 1.400 Sprecher von ca. 1.700 Angehörigen des Volkes
  • Tym (тымский диалект): Mittelselkupisch. Benannt nach dem Fluss Tym (Тым), einem Nebenfluss des Ob. Heute noch ca. 150 Sprecher (von 1700 Angehörigen des Volkes)
  • Ket (кетский диалект): Südselkupisch. Benannt nach dem Fluss Ket (Кеть), einem Zustrom des Ob. Heute noch ca. 20 Sprecher (von ca. 200 Angehörigen des Volkes)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alatalo, Jarmo: Phonological irregularities in Selkup morphology and their origin. In: Materialien zum internationalen uralistischen Symposium Diachronie in der synchronen Sprachbeschreibung, Hamburg, 6-10. Oktober 1999. Finnisch-Ugrische Mitteilungen 23:1-9. Hamburg 2001
  • Alatalo, Jarmo : Sölkupisches Wörterbuch aus Aufzeichnungen von Kai Donner, U. T. Sirelius und Jarmo Alatalo. Zusammengestellt und herausgegeben von Jarmo Alatalo. 2004
  • Hajdú, Péter. Chrestomathia Samoiedica. Budapest 1968, s. 58–65