Sigleß

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Sigleß
Wappen von Sigleß
Sigleß (Österreich)
Sigleß
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 10,16 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 16° 24′ O47.777516.395555555556207Koordinaten: 47° 46′ 39″ N, 16° 23′ 44″ O
Höhe: 207 m ü. A.
Einwohner: 1.141 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 112 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7032
Vorwahl: 02626
Gemeindekennziffer: 1 06 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Sigleß
7032 Sigleß
Website: www.sigless.at
Politik
Bürgermeister: Josef Kutrovatz (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
12
6
1
12 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera BurgenlandLage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gemeindeamt
Gemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sigleß ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Siklós, der kroatische Ortsname ist Cikleš. Das Gemeindegebiet befindet sich im Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Geografie[Bearbeiten]

Sigleß ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Die Gemeinde liegt in der Ebene zwischen Rosalien- und Leithagebirge und wird vom Edlesbach durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie zahlreiche Fundstellen der Gegend nachweisen, war das Gemeindegebiet von Sigleß schon in der Jungsteinzeit besiedelt.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

In der Römerzeit führte eine Straße, welche die damaligen Römersiedelungen „Scar(a)bantia“ (Ödenburg) und „Aquae“ (Baden) miteinander verband, in der Nähe von Sigleß vorbei. Bei Ausgrabungen im Jahr 2008 wurden römische Urnengräber aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. 2009 wurden neben einem römischen Brandgräberfeld auch spätawarisch-frühkarolingische Funde gemacht.[1]

Aus der Zeit der Awaren im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. liegen im Kloaschitzwald außerhalb der Ortschaft zahlreiche Hügelgräber. Seit August 2007 finden dort regelmäßig Ausgrabungen statt. Dabei wurden Gräber einer Nekropole des ausgehenden 8. und beginnenden 9. Jahrhunderts n. Chr., aber auch die Fundamente eines römischen Grabbaues gefunden.[2][3]

Der Ortsname Sigless wird erstmals 1325 in der Schreibweise „Sykels“ urkundlich erwähnt. Nach einer heute im Ungarischen Staatsarchiv Budapest aufliegenden Urkunde überreichte der Sohn des Grafen Simon von Mattersdorf-Forchtenstein, Magister Paul, seiner aus Österreich stammenden Braut Elisabeth von Pottendorf die Ansiedlung Sigless als „Hochzeitsgeschenk“. 1346 wurde Sigleß der Grafschaft Forchtenstein eingegliedert, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Fürsten Nikolaus Esterházy wechselte.

Wie in vielen anderen Orten des Burgenlandes wurden auch in Sigless im 16. Jahrhunderts kroatische Kolonisten angesiedelt, wobei sich die Anteile der Deutschen und der Kroaten - ähnlich wie in den Orten Antau (Otava), Kittsee (Gijeca) und Stegersbach (Santalek) - in der Vergangenheit stets in der Waage hielten. Seit der Zwischenkriegszeit nimmt der Anteil der Kroaten stetig ab, sodass heute nur noch wenige Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten gezählt werden können (Anteil der Kroaten an der Gesamtbevölkerung - 1910: 36,7 %, 1934: 29,9 %, 1971: 13,2 %, 2001: 3,0 %).

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname „Siklós“ verwendet werden.

Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (→ Geschichte des Burgenlandes).

Sigleß hieß bis 1937 Siegleß.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Eingemeindungen[Bearbeiten]

1971 wurde im Zuge der Gemeindezusammenlegungen die vordem eigenständige Gemeinde Krensdorf mit der Gemeinde Sigleß zusammengelegt. Was anfangs recht gut zu funktionieren schien, warf im Lauf der Zeit immer größer werdende Probleme auf, sodass die beiden Gemeinden 1998 wieder getrennt wurden.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Kutrovatz von der SPÖ.

Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 12, ÖVP 6 und FPÖ 1 Mandat.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein aufrechter goldener Löwe, der mit seinen Vorderpranken eine goldene Traube hält. Das Wappen wurde Sigleß am 19. Mai 1982 vom Amt der burgenländischen Landesregierung verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sigleß

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Tobler: Die Kroaten im Bezirk Mattersburg/Hrvati u matrštofskom kotaru. Verlag BENUA, Großpetersdorf 1995, S 75-89. ISBN 3-85287-001-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sigleß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Galerie[Bearbeiten]

Sigleß (links unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dorothea Talaa, Ingomar Herrmann: Fundbericht. In: Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 48, Jahrgang 2009. Wien 2010. Seiten 455–456.
  2. Dorothea Talaa, Ingomar Herrmann: Fundbericht. In: Fundberichte aus Österreich. Band 46, Jahrgang 2007. Wien 2008. Seiten 723–724.
  3. Dorothea Talaa: Der Sommer 2013. NGÖ im Einsatz.. In: Netzwerk Geschichte Österreich. Jahresschrift 2014. Jahrgang 3. Kirchham bei Vorchdorf 2014. ISBN 978-3-200-03639-0. S. 7.
  4. Diözese Eisenstadt vom 14. Oktober 2013: 100. Todestag Weihbischof Ernest Kutrovatz (abgerufen am 19. Oktober 2014)
  5. ORF Burgenland vom 19. Oktober 2013: Ernest Kutrovatz: Der vergessene Bischof (abgerufen am 19. Oktober 2014)