Simmersfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmersfeld
Simmersfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmersfeld hervorgehoben
48.62258.5111111111111764Koordinaten: 48° 37′ N, 8° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 764 m ü. NHN
Fläche: 44,18 km²
Einwohner: 2052 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72226
Vorwahl: 07484
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 066
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gartenstraße 14
72226 Simmersfeld
Webpräsenz: www.simmersfeld.de
Bürgermeister: Jochen Stoll
Lage der Gemeinde Simmersfeld im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
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Simmersfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Calw im Nordschwarzwald.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Luftkurort Simmersfeld liegt mitten im nördlichen Schwarzwald auf dem hügeligen Hochplateau zwischen dem oberen Enztal und dem Nagoldtal, zwischen Bad Wildbad und Freudenstadt, 1 km abseits der B 294. 75 % der Gemeindefläche sind Waldflächen, knapp 20 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Bad Wildbad, im Osten an Neuweiler, im Südosten an die Stadt Altensteig, im Süden an Grömbach, im Südwesten an Seewald und im Westen an Enzklösterle.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Simmersfeld besteht aus den sechs Ortsteilen Aichhalden, Beuren, Ettmannsweiler, Fünfbronn, Oberweiler und Simmersfeld. Die räumlichen Grenzen der Ortsteile sind identisch mit denen der früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt in der Form „Simmersfeld - …“. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. In den räumlichen Grenzen der Ortsteile Beuren, Ettmannsweiler und Fünfbronn sind jeweils Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Die Ortsteile Aichhalden und Oberweiler bilden zusammen die Ortschaft Oberweiler- Aichhalden. In den vier Ortschaften befinden sich örtliche Verwaltungsstellen der Gemeindeverwaltung mit den Bezeichnungen „Gemeinde Simmersfeld, Verwaltungsstelle …“.[2]

Zum Ortsteil Aichhalden gehören das Dorf Aichhalden und der Weiler Oberweiler. Zum Ortsteil Beuren gehören das Dorf Beuren und der Ort Neumühle. Zu den Ortsteilen Ettmannsweiler, Fünfbronn und Simmersfeld gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.
Im Ortsteil Simmersfeld liegt die Wüstung Moosberg.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 100 % 14 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl Mitte 2009 ging Jochen Stoll als Sieger hervor. Somit folgt er auf seinen Vorgänger Gerhard Feeß, der nach seiner Wiederwahl Ende 2008 bei der Bürgermeisterwahl in Altensteig angetreten ist und dort in das Amt des Bürgermeisters gewählt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die evangelische Johanneskirche

Simmersfeld verdankt seine Entstehung wohl den Herren des Klosters Hirsau. Der Ort wurde um das Jahr 1100 erstmals als "Sigmaresfeld" in Verbindung mit einem Grafen Sigmar genannt. Im Jahre 1303 heißt er "Sigmarsvelt". Wer dieser Sigmar war, von dem sich der Ortsname herleitet ist heute nicht mehr zu ermitteln.

Um 1100 lebte Abt Wilhelm in Hirsau, dem Simmersfeld wohl die Entstehung seiner alten Kirche zu verdanken hat. Sie war in der einfachsten Form des romanischen Stils erbaut und wurde 1886 wegen Baufälligkeit abgetragen. Von 1886-89 wurde die heutige Johanneskirche an gleicher Stelle wieder aufgebaut, wobei die eigenartige Choranlage des alten Baus beibehalten wurde (im April 1945 wurde insbesondere der Turm der Kirche durch Beschuss stark beschädigt). Die ältesten Herren des Gebietes waren als Lehnsträger des Reiches die Nogoldgrafen, die Grafen von Tübingen. Im Jahre 1240 kamen Simmersfeld, Altensteig, Haiterbach und Wildberg-Bulach an die Hohenberger. In die Zeit der tübingischen Oberhoheit fällt wohl auch die Gründung der Burg Schilteck, die in der Nähe der Schildmühle im Schnaitbachtal stand.

Nach den Herren von Hohenberg, Hugo von Berneck und Württemberg kam 1393 die Herrschaft Altensteig an den Markgrafen von Baden. Beuren, Ettmannsweiler und Simmersfeld wurden für 200 Jahre badisch, bis am 20.Dezember 1603 nach langem Hin und Her ein Kauf zustande kam, der die Herrschaft Altensteig, wozu auch Simmersfeld gehörte, an Württemberg brachte.

Im Februar 1826 erhielt Simmersfeld von der Kgl. Württ. Regierung die Erlaubnis, im Frühjahr und Herbst je einen Markt abzuhalten, die Märkte finden heute noch statt.

Die anderen Ortsteile entstanden entweder als Waldhufendörfer oder später aus Streusiedlungen auf gerodeten Flächen.

Die heutige Gemeinde Simmersfeld wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Simmersfeld, Aichhalden, Beuren, Ettmannsweiler und Fünfbronn neu gebildet.

Religionen[Bearbeiten]

Die Ortsteile Ettmannsweiler, Fünfbronn und Beuren gehören mit insgesamt 1460 Gemeindegliedern zum Kirchspiel Simmersfeld, Kirchenbezirk Nagold. Oberweiler und Aichhalden dagegen gehören zum Kirchspiel Zwerenberg, Kirchenbezirk Calw. Die Johanneskirche in Simmersfeld wurde 1889 erbaut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Windkraftanlagen des Windparks Nordschwarzwald
Ein Vestas V90 Windkraftanlage des Windparks Nordschwarzwald

Die Landwirtschaft spielt noch eine recht große Rolle in Simmersfeld. Die Statistik nennt 2003 neun landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und 35 Nebenerwerbsbetriebe.

Am Ort gibt es etwa 580 Arbeitsplätze, davon 380 im produzierenden Gewerbe; andere Branchen sind Dienstleistung und Gastronomie, die hier hauptsächlich der Touristik zuzuordnen sind.

Der auf einem ehemaligen Munitionslager errichtete Windpark Nordschwarzwald ist der bisher (Stand: August 2014) größte Windpark in Baden-Württemberg. Er besteht aus 14 Windkraftanlagen, 4 vom Typ Vestas V80 mit 100 Metern Nabenhöhe und 10 Anlagen vom Typ Vestas V90 mit 125 Metern Nabenhöhe. Neun Windräder stehen auf Simmersfelder Gemarkung, fünf in Seewald-Besenfeld.[4] Jede der Anlagen hat eine Nennleistung von 2,0 MW. Der Windpark Nordschwarzwald ging im Juli 2007 in Betrieb, nachdem sein Bau im Februar 2006 genehmigt wurde. Obwohl die 14 Rotoren auf knapp 900 Meter Höhe im Nordschwarzwald gebaut wurden, belegen Auswertungen des Windparks aus 2011, die u. a. in den Stuttgarter Nachrichten veröffentlicht wurden, dass der Ertrag weit hinter den Erwartungen zurückliegt.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Robert Hector (* 1956), Internist und Sportmediziner, lebt in Simmersfeld

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Simmersfeld vom 20. Juni 2001 (PDF; abgerufen am 20. August 2008)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 472–474
  4. Windpark Nordschwarzwald auf der Website der Fa. ALTUS, abgerufen am 11. August 2014.
  5. Laues Lüftchen statt steifer Brise StN Online vom 14. Juni 2011, abgerufen am 18. September 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simmersfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien