Althengstett

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Althengstett
Althengstett
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Althengstett hervorgehoben
48.7233333333338.7938888888889505Koordinaten: 48° 43′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 505 m ü. NHN
Fläche: 19,17 km²
Einwohner: 7837 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 409 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75382
Vorwahl: 07051
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 007
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Simmozheimer Str. 16
75382 Althengstett
Webpräsenz: www.althengstett.de
Bürgermeister: Clemens Götz
Lage der Gemeinde Althengstett im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
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Althengstett (regional kurz "Hengstett" genannt) ist eine Gemeinde im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Althengstett besteht aus den Ortsteilen Althengstett (4.746 Einwohner im Januar 2007[2]), Neuhengstett (1.904 Einwohner) und Ottenbronn (1.446 Einwohner). Die Ortsteile Neuhengstett und Ottenbronn sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Im Ortsteil Althengstett liegen die abgegangenen Ortschaften Schweichingen (557 m ü. NN) und Unterer Wald. Im Ortsteil Neuhengstett liegt die Wüstung Schlehdorn.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die direkten Nachbargemeinden sind Bad Liebenzell, Calw, Gechingen, Ostelsheim und Simmozheim.

Geographie[Bearbeiten]

Althengstett liegt in 450 bis 606 Meter Höhe im östlichen Nordschwarzwald in geringer Entfernung zum Landschaftsschutzgebiet Hecken- und Schlehengäu. Althengstett ist damit die höchstgelegene Gemeinde im Landkreis Calw östlich der Nagold. Das Köpfle stellt mit einer Höhe von 606 m die höchste natürliche Erhebung im Landkreis Calw östlich der Nagold dar. Die Althengstetter Erddeponie ist zwar deutlich höher (ca. 630 m ü. NN), sie wurde jedoch künstlich aufgeschüttet. Weitere Erhebungen auf Althengstetter Gemarkung sind:

  • Täfelberg (570 m)
  • Jägerberg (587 m)
  • Hube (584 m)
  • Heimberg (580 m)
  • Muckberg (591 m)
  • Esslensberg (560 m)
  • Steinlensberg (578 m)
  • Stutz (590 m)
  • Predigtplatz (580 m)
  • Ottenbronner Berg (570 m)
  • Omelesberg (575 m)
  • Brandt (586 m)
Tälesbach, im Hintergrund Althengstett

Am südöstlichen Ortsrand der Gemeinde befindet sich die Quelle des Tälesbachs, einem rechten Zufluss der Nagold, der verdolt unter Althengstett hindurchfließt und am westlichen Ortsrand wieder an die Oberfläche geleitet wird.

Der Untere Wald (450-558 m ü. NN), ein Ausläufer des Schwarzwaldes, der bis nach Althengstett reicht, stellt den östlichsten Punkt des Schwarzwaldes im Landkreis Calw dar. Gut ein Drittel der Gemeindefläche ist bewaldet. Knapp 70 % des Waldes in Althengstett sind Nadelwälder.

Althengstett steht vor allem im Westen auf Schwarzwaldtypischem Buntsandstein. Im äußersten Osten findet sich Muschelkalk.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1120 wird der Ort in einer Urkunde des Klosters Hirsau erstmals urkundlich erwähnt. Die damaligen Güter gehörten ursprünglich den Grafen von Calw. Einer der Bediensteten der Grafen mit Namen Hingo gab dem Ort seinen späteren Namen Hengstett, wie er auch heute noch von seinen Einwohnern genannt wird. Nach dem Aussterben der Calwer Grafen im 13. Jahrhundert kam der Ort zunächst an die Grafen von Zweibrücken, ging aber bereits 1303 an Württemberg.

Markuskirche in Althengstett

Neuhengstett wurde im Jahr 1700 von Waldensern gegründet, die im damaligen Herzogtum Württemberg Aufnahme fanden. Sie nannten ihren Ort zunächst nach der alten Heimat "Le Borurset". Durch herzogliche Verfügung wurde der Ort aber bereits 1711 in "Neuhengstett" umbenannt, wodurch das seitherige Hengstett folgerichtig zu Althengstett wurde. Über die örtliche Geschichte der Waldenser unterrichtet das Neuhengstetter Waldensermuseum.

Am 1. Oktober 1974 wurden die beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Neuhengstett und Ottenbronn nach Althengstett eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten]

Die Markuskirche im Ortskern von Althengstett soll einer mittelalterlichen Überlieferung zufolge von Papst Leo IX. – einem Verwandten der Grafen von Calw – im Jahre 1049 geweiht worden sein. Seit der Reformation ist Althengstett evangelisch geprägt. Die katholischen Einwohner der Gemeinde Althengstett mit ihren Teilorten gehören zur römisch-katholischen Seelsorgeeinheit St. Josef in Calw. Die Kirchengemeinde Neuhengstett geht auf die Gründung des Ortes Neuhengstett durch die Waldenser zurück. Die Gottesdienstsprache war zunächst französisch. Etwa um 1800 wurde die Kirchengemeinde vollständig in die Württembergische Landeskirche integriert.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Ergebnisse der Kommunalwahl am 7. Juni 2009:

FWG 56,3 % −8,8 10 Sitze −2
CDU/FDP 17,4 % +17,4 3 Sitze +3
Die Grünen 13,8 % +3,4 2 Sitze ±0
SPD 12,5 % +2,5 2 Sitze +1
CDU 0,0 % -14,5 0 Sitze -2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1. August 2007 ist Dr. Clemens Götz Bürgermeister von Althengstett.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Althengstett verfügt über zahlreiche Arbeitsplätze und liegt im Einzugsgebiet des leistungsstarken Wirtschaftszentrums Sindelfingen/Böblingen.

Bahnhof der Schwarzwaldbahn in Althengstett

Verkehr[Bearbeiten]

Althengstett liegt an der Bundesstraße 295. Sie kommt von Nordosten aus Weil der Stadt ins Gemeindegebiet und verlässt es wieder in Richtung Südwesten nach Calw. Die Große Kreisstadt Calw ist mit dem Auto in rund 5 Minuten erreichbar. Das östlich von Althengstett gelegene Mittelzentrum Böblingen/Sindelfingen ist nur 20 Minuten entfernt, die Landeshauptstadt Stuttgart etwa 35 Minuten.

Von 1872 bis 1988 war Althengstett durch die Württembergische Schwarzwaldbahn (Stuttgart–Calw) an das überregionale Streckennetz angeschlossen. Der Abschnitt Weil der Stadt–Calw wurde im Jahre 1988 stillgelegt. Seitdem erfolgt der öffentliche Personennahverkehr über Omnibusse. Eine Reaktivierung der Strecke durch einen Pendelverkehr zwischen Calw und Renningen (dort Anschluss an das Stuttgarter S-Bahnnetz) unter der Bezeichnung „Hermann-Hesse-Bahn“ ist jedoch derzeit geplant.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Althengstett gibt es eine Haupt- und Realschule. Außerdem bestehen in Althengstett, Neuhengstett und Ottenbronn je eine Grundschule. Des Weiteren stehen in Althengstett selbst drei Kindergärten zur Verfügung und in Neuhengstett und Ottenbronn existiert jeweils noch ein weiterer Kindergarten.

Bauwerke[Bearbeiten]

Waldenserkirche Neuhengstett
  • Bahnhofsgebäude der Württembergischen Schwarzwaldbahn, steht heute unter Denkmalschutz
  • Schützenhausturm, ein Richtfunkturm in Stahlfachwerkbauweise beim Schützenhaus auf dem Heimberg (Geographische Koordinaten: 48° 43′ 15″ N, 8° 48′ 7″ O48.7208333333338.8019444444444)
  • Waldenserkirche Neuhengstett, 1769 anstelle einer zuvor dort befindlichen Holzkirche errichtet

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Althengstett bezieht ihr Trinkwasser vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung. Der Ortsteil Ottenbronn ist bereits im Jahr 1900 dem Zweckverband beigetreten, der Ortsteil Neuhengstett im Jahr 1908. Der Ortsteil Althengstett ist seit 1976 Mitglied der Schwarzwaldwasserversorgung, seit 1968 bestand ein Wasserlieferungsvertrag.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. „Althengstett - Zahlen, Daten, Fakten“
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 474–475
  4. Karl Walz, Dagmar Kraus: 100 Jahre Trinkwasser. Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung 1896 - 1996. Neuweiler 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Althengstett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien