Bad Liebenzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Liebenzell
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bad Liebenzell hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 333 m ü. NN
Fläche: 33,80 km²
Einwohner: 9477 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75378
Vorwahlen: 07052 07084 Maisenbach-Zainen
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 008
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Kurhausdamm 2-4
75378 Bad Liebenzell
Webpräsenz:
Bürgermeister: Volker Bäuerle (SPD)

Bad Liebenzell ist eine traditionsreiche Bade- und Kurstadt im nördlichen Schwarzwald. Es liegt im Landkreis Calw, etwa 10 km südlich von Pforzheim.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie und Geschichte

Bad Liebenzell liegt westlich der Landesmitte von Baden-Württemberg im Tal der Nagold. Das Gemeindegebiet hat eine Höhenlage von 320 bis 716 Metern.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Liebenzell 1899
Liebenzell 1899

Zu Bad Liebenzell gehören neben der namengebenden Kernstadt die Ortsteile Möttlingen, Unterhaugstett, Monakam, Beinberg, Unterlengenhardt und Maisenbach-Zainen.

[Bearbeiten] Geschichte

Die schriftliche Überlieferung der Stadt begann mit der erstmaligen urkundlichen Nennung im Jahre 1091. Bereits seit dem 15. Jahrhundert wird Liebenzell in den Bäderschriften für seine heilenden Quellen gerühmt, woraus sich eine reiche Badekultur entwickelte, die aber um 1750 in eine Krise geriet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besannen sich die Stadtväter wieder auf die alte Badetradition und förderten das Kur- und Bäderwesen, das auch heute Bad Liebenzell prägt. Immer wichtiger wird seine Rolle als Naherholungsgebiet für den Großraum Stuttgart und Böblingen. 1971 wurden die heute insgesamt sechs Höhenstadtteile im Zuge der Verwaltungsreform auf freiwilliger Basis eingegliedert. Seit 1990 hat Bad Liebenzell über 100 Millionen in deren Infrastruktur, das Stadtbild und den Fremdenverkehr investiert, weitere Entwicklungsvorhaben stehen bevor.

[Bearbeiten] Religionen

Der Ort ist Sitz der Liebenzeller Mission.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Ergebnisse der Kommunalwahl am 13. Juni 2004:

CDU 54,9 % +1,7 12 Sitze +1
SPD 24,3 % -0,7 5 Sitze ±0
Grüne Liste 20,8 % -0,6 4 Sitze ±0
Andere 0,0 % -0,5 0 Sitze ±0

[Bearbeiten] Wappen und Flagge

In Blau unter einer liegenden schwarzen Hirschstange in einem silbernen Zelt auf von Schwarz und Gold geschachtem Boden stehend eine goldene Badewanne, in der eine sitzende Frau zu sehen ist. Die Bad Liebenzeller Stadtfarben sind Blau-Weiß.

[Bearbeiten] Partnerschaften

Bad Liebenzell
Bad Liebenzell

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit Villaines la Juhel in Frankreich.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

In die um 1971 in die Stadtgemeinde eingegliederten sechs Höhenstadtteile und in die Altstadt wurden seit 1990 über 100 Millionen investiert, um die Infrastruktur zu verbessern und den Fremdenverkehr zu fördern. Neben dem Bau von Schulen, Kindergärten, Dorfzentren und Mehrzweckgebäuden wurde auch die Sanierung der alten Stadtmauer und die Renaturierung des Lengenbachs durchgeführt. Zur Bebauung des ehemaligen Kurgärtnereigeländes mit Seniorenwohnungen kamen Fußgängerzonen und neue Geschäfte; weitere Infrastruktur-Maßnahmen stehen bevor.

[Bearbeiten] Verkehr

Bad Liebenzell ist durch die Nagoldtalbahn (Pforzheim-Horb am Neckar) an das überregionale Streckennetz angeschlossen.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Die Reuchlin Schulen Bad Liebenzell verfügen über je eine Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule. Außerdem besteht in den Ortsteilen Möttlingen und Unterhaugstett jeweils eine Grundschule.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Die Stauferburg aus dem 13. Jahrhundert ist das imposanteste Gebäude Bad Liebenzells.
  • Kur und Erholung haben in Bad Liebenzell Tradition. Der Ort bietet einen wunderschönen Apothekergarten, der bei Wanderungen und Spaziergängen die Gäste auf die große Bedeutung der heimischen Heilkräuter aufmerksam machen soll.
  • An der Stelle der evangelischen Stadtkirche St. Blasius stand bereits im 12. Jahrhundert eine Kirche. Der Turm wurde 1653 eingerissen und in der bis heute bestehenden Form wiedererbaut. Die Sonnenuhr an der Südwand stammt von 1778. Von 1891 bis 1893 wurde der Bau durch ein neugotisches Kirchenschiff erweitert.
  • Rund 2 km nördlich der Stadt steht der Monaturm - ein Mobilfunkturm auf der geografischen Position 48°47'18" Nord / 8°44'09" Ost.
  • Auf dem Berg der Liebenzeller Mission stehen zwei sehenswerte Bauwerke. Das Missionshaus ist ein schönes 100 Jahre altes Fachwerkhaus, das in der Form eines Kreuzes gebaut wurde. In dem Haus verbirgt sich eine kleine Kapelle.
  • Das zweite Gebäude ist die Schleyerburg, die unterhalb des Missionshauses steht.
  • Freileitungskreuzung des Nagoldtals durch die 110-kV-Freileitung Merklingen−Calmbach der EnBW AG

[Bearbeiten] Kurpark

Im Kurpark
Im Kurpark

Im Kurpark wurde ein Planetenlehrpfad angelegt.

[Bearbeiten] Sonstige Kulturdenkmäler

  • Die evangelische Kirche im Stadtteil Monakam beherbergt einen spätgotischen Altarschrein, den Monakamer Altar von 1497.
  • Bad Liebenzell liegt am Ostweg, einem Fernwanderweg von Pforzheim nach Schaffhausen, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.
  • Der Ortsteil Beinberg gilt als eines der besterhaltenen Waldhufendörfer.

[Bearbeiten] Brauchtum

Auf dem Hofgut Georgenau bei Möttlingen findet jährlich am Palmsonntag der Calwer Palmritt statt, eine von einem Esel angeführte Reiterprozession, die mit einem evangelischen Gottesdienst im Grünen abschließt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Bürger

Im Teilort Möttlingen wirkte der evangelische Theologe und Pfarrer Johann Christoph Blumhardt (1805-1880), dessen Gebetsheilungen in Möttlingen in ganz Deutschland Aufsehen erregten. Blumhardt gründete später das Seelsorgezentrum in Bad Boll. Er war mit Eduard Mörike befreundet und stand in Kontakt mit zahlreichen Schriftstellern seiner Zeit.

Heinrich Coerper (1863-1936) ist der Gründer der Liebenzeller Mission. Nach ihm wurde vor einem Jahr (2006) eine der beiden Liebenzeller Quellen benannt.

Peter Weidenbach (* 1934) leitete von 1971 bis 1977 das Forstamt Bad Liebenzell.

[Bearbeiten] Sonstiges

Der niederländische Komponist Jan Brandts-Buys und seine beiden Librettisten Bruno Warden und Ignaz Michael Welleminsky wählten die Stadt Bad Liebenzell zum Schauplatz ihrer 1916 uraufgeführten Oper Die Schneider von Schönau.

[Bearbeiten] Literatur

  • Joseph Stöckle: Skizzen und Bilder aus Liebenzell. Mit einem Portraitfoto von Joseph Stöckle (1844-1893) post festum hrsg. von Georg Bujard. Neben dem Text sind sieben Ansichten von (Bad) Liebenzell sowie abschließend das Gedicht Liebenzell von Stöckle enthalten. Pforzheim: Verlag Georg Bujard, 1906.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Bad Liebenzell – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge