Hartmut Esslinger

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Hartmut Esslinger (* 5. Juni 1944 in Beuren bei Altensteig) ist ein deutsch-US-amerikanischer[1] Produktdesigner.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hartmut Esslinger 2009 in Chicago

Hartmut Esslinger ist Gründer und war langjähriger Geschäftsführer der frog design Europe GmbH in Herrenberg bei Stuttgart, die seit den 1970er-Jahren mit ihrem Produktdesign und Branding und in den letzten Jahren verstärkt mit dem Design von Multimedia-Anwendungen Beachtung gefunden hat (u.a. Apple Macintosh, Lufthansa, Windows XP, SAP). Heute agiert frog design von Studios in Palo Alto (US-Headquarter), Austin, Mailand, New York, San Francisco, San José, Seattle, Shanghai und München aus.

Hartmut Esslinger studierte 1966–1970 an der Fachhochschule für Gestaltung, Schwäbisch Gmünd, noch während des Studiums gründete er 1969 die Firma Esslinger Design in Mutlangen. Für die Firma bekam er den Auftrag zur Entwicklung einer neuen Linie von HiFi- und Fernsehgeräten für das deutsche Unternehmen Wega, welche später durch Sony übernommen wurde. 1971 begann Esslinger für hansgrohe, welche den Duschkopf Tribel erfand (der über 15 Millionen mal verkauft wurde), zu arbeiten. Im selben Jahr wurde der Wega color 3000 Fernseher auf den Markt eingeführt. Zudem begann Esslinger eine Zusammenarbeit mit „Kaltenbach und Voigt“ (KaVo Dental GmbH), welche Einrichtungen und Instrumenten für Zahnärzte und Dentallabore produzieren. In den Folgejahren erledigte er mit seiner Firma weitere Designarbeiten, u.a. für Louis Vuitton, Texas Instruments, Sony, Fissler, und Kaldewei. 1980 gab es den ersten Kontakt mit Steve Jobs (Apple Computer), dessen Unternehmen lange Zeit der wichtigste Kunde war. Er wurde u.a. mit dem Design-of-the-Year-Award des Time Magazine für den Apple IIc, später u.a. Macintosh-Serie ausgezeichnet. In den 1980er-Jahren arbeitete Esslinger u. a. für Villeroy & Boch, Kodak, Yamaha, Sun Microsystems, NeXT, Logitech, Rosenthal und Olympus.

1982 wurde die Firma „Esslinger Design“ in „frogdesign“ umbenannt. Außerdem wurde eine Außenstelle in den USA gegründet. Esslinger wurde 1992 Gründungsmitglied der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe und arbeitete in den 90er-Jahren u. a. für NEC, Samsung, Acer, Dual, Lufthansa, Siemens, Disney und SAP.

In den 1990er-Jahren nahmen Hartmut Esslinger und seine Ehefrau Patricia Roller die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Seit 2000 zeichnet seine Firma frog design für das äußere Erscheinungsbild von Windows XP (Microsoft) verantwortlich, für Dell wurde eine Internet-Verkaufsplattform entwickelt. Für Disney Inc. betrieb die Firma Produktdesign; u.a. gestaltete man das Erscheinungsbild der Disney-Kreuzfahrtflotte.

Esslinger verkaufte 2006 seine letzten Anteile an der Firma und schied bei frog design aus; er blieb dem Unternehmen als externer Berater verbunden.[2] Anschließend übernahm er von 2006 bis 2011 eine Professur für Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 2008 ist er unter anderem Designer der Telefunken Licenses GmbH.

Esslinger war Besitzer des ehemaligen amerikanischen Amateurfußballvereins San José Frogs, (2005–2008) welcher in der USL Premier Development League spielte.

Auszeichnungen und Preise (Auswahl)[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Esslinger und frogdesign. von Hartmut Esslinger und Uta Brandes, 1992 Steidl Verlag, Göttingen, ISBN 3-88243-215-2
  • Frog: Form Follows Emotion (Cutting Edge S.) von Fay Sweet, 1999 Thames and Hudson Ltd., ISBN 0-500-01917-7
  • Frogdesign von Hartmut Esslinger und Volker Fischer, 2000 Edition Axel Menges, ISBN 3-930698-05-6
  • A Fine Line: How Design Strategies Are Shaping the Future of Business von Hartmut Esslinger, 2009 Jossey-Bass, ISBN 0-470-45102-5
  • Genial Einfach - Die frühen Design-Jahre von Apple von Hartmut Esslinger, ARNOLDSCHE Art Publishers, Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-89790-408-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frog-Design-Gründer Hartmut Esslinger - „Ich spiel’ den Hartmut“; Wirtschaftswoche, 15. November 2007
  2. Frog Design - "Wir sind Seelenklempner für Unternehmen"; manager magazin, 31. März 2010