Sondermann (Cartoon)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sondermann-Denkmal in Bonames

Sondermann ist eine Cartoon-Figur des Malers und Cartoonisten Bernd Pfarr, die bis August 1994 im Rahmen einer Kolumne gleichen Namens der Schriftstellerin Simone Borowiak und von 1987 bis August 2004 auch regelmäßig im Satiremagazin Titanic erschien. Vorbild für den Namen war Gerhard Sondermann, der erste Titanic-Verleger.

Sondermann ist die Schöpfung eines Zeichners, der, wie Bernd Pfarr selbst einmal sagte, „den Bildern die Realität austreiben“ will.

Der Comic[Bearbeiten]

Die Welt Sondermanns unterliegt eigenen, eigenwilligen Gesetzen: So ist in Sondermanns Firma das „Negerschrubben“ ein traditionelles Ritual, Sondermann und sein Chef bändigen ihren Hunger, indem sie „sich weich aneinander schmiegen“, das Verzehren eines Schnitzels oder das Hinaustragens des Abfalls sind gängige Yoga-Übungen, und Sondermann besiegt „den lieben Gott“ beim Tennis spielen.

Sondermanns Welt ist bevölkert von seltsamen Kreaturen:

  • einem Nachbarn Schulze, der stets „zum Sprengen kommt“;
  • dem lieben Gott, wie oben erwähnt;
  • dem Fön-bewaffneten Superhelden Supererpel, der gar nicht so heldisch ist;
  • den Gebrüdern Strittmatter, auch Nachbarn Sondermanns, die Pinguine sind und „in ihrer Freizeit Saurier sprengen“;
  • dem von Sondermann aus unerfindlichen Gründen ungeliebten Mr. Sharp, „Herr über sieben Fliegen“, ebenfalls Pinguin und „neuester Stecher“ von Sondermanns Mutter;
  • Herrn Detlev Siehlbeck, der stets einen toten Fisch mit sich führt und erwartet, dass man diesen streichelt;
  • dem kleinen Hündchen Willi, dessen „freigeistige Ausführungen der Zubereitung seines Fresschens betreffend“ den Weltgeist derart beeindrucken, dass sie bei ihm zur Levitation führen;
  • und nicht zuletzt Sondermann selbst: Buchhalter, alleinstehend und bildungsbeflissen, mit ausgeprägter musischer Seite und dabei nicht unempfänglich für erotische und homoerotische Reize.

Die frühen Sondermann-Folgen beschränkten sich weitgehend auf die Herr-Knecht-Beziehung zwischen Sondermann und seinem Chef. Aus diesem Grundkonflikt erwuchs erst im Lauf der Zeit das Pandämonium der oben aufgeführten Figuren. Nach Bekunden des Schriftstellers Robert Gernhardt entwickelte die Figur sehr schnell ein „Eigenleben“, auf das selbst die Titanic-Redaktion nicht vorbereitet war.

Sondermann als Comic-Preis[Bearbeiten]

Der Sondermann ist ein nach Bernd Pfarrs Figur benannter Publikums- und Jurypreis für Comics, der 2004 bis 2012 von und auf der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau (ab 2005), und dem Fachportal Comicforum vergeben wurde. 2004 und 2006 war auch das Fachmagazin Comixene beteiligt, von 2007 bis 2010 Spiegel Online.

Preisträger 2004[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2005[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2006[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2007[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2008[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2009[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2010[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

Preisträger 2011[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

  • Newcomer 2011: Asja Wiegand
  • Bernd-Pfarr-Sonderpreis für komische Kunst: Eugen Egner

Preisträger 2012[Bearbeiten]

Publikumspreis:

Jurypreis:

  • Newcomer 2012: Aisha Franz
  • Bernd-Pfarr-Sonderpreis für komische Kunst: Christoph Niemann

Sondermann als Cartoon- und Karikaturpreis[Bearbeiten]

Seit 2013 gibt es den Sondermann nicht mehr als Publikumspreis für Comics.

Preisträger 2013[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sondermann 2010, aufgerufen am 10. Oktober 2010
  2. Mit Spinatkuchen zum Sondermann, aufgerufen am 10. Oktober 2010