Speed (1994)

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Filmdaten
Deutscher Titel Speed
Originaltitel Speed
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Jan de Bont
Drehbuch Graham Yost
Produktion Mark Gordon
Musik Mark Mancina
Kamera Andrzej Bartkowiak
Schnitt John Wright
Besetzung

Speed ist ein Actionfilm aus dem Jahr 1994 von Regisseur Jan de Bont mit Keanu Reeves in der Hauptrolle. 1997 erschien eine Fortsetzung unter dem Titel Speed 2 – Cruise Control.

Handlung[Bearbeiten]

In einem Hochhaus in Los Angeles betreten 13 Personen einen Express-Fahrstuhl. Auf der Fahrt nach unten werden plötzlich dessen Drahtseile durch eine Explosion zerstört und der Fahrstuhl wird nach kurzem Fall im 30. Stockwerk durch das Notbremsen-System gestoppt. Ein Erpresser verlangt nun innerhalb einer Stunde drei Millionen US-Dollar Lösegeld, andernfalls würde er durch eine weitere Explosion die Notbremsen ebenfalls zerstören. Die Bomben-Spezialisten des LAPD Jack und Harry sollen die Situation vor Ort einschätzen. Jack befestigt ein Drahtseil von einem Kran auf dem Dach des Hochhauses an dem Fahrstuhl, sodass alle Personen in letzter Sekunde befreit werden können.

Da der Erpresser die Sprengladungen bereits vor Ablauf der Zeit gezündet hat, vermutet Jack, dass er ihre Anwesenheit bemerkt hatte und sich deshalb in der Nähe aufhalten müsse. Er entdeckt den Erpresser in einem Frachtaufzug, dieser kann jedoch Harry als Geisel nehmen. Auf der Flucht schießt Jack Harry ins Bein, sodass der Erpresser alleine flüchten muss und sich daraufhin hinter einer Tür scheinbar selbst in die Luft jagt.

Einige Zeit später werden Jack und Harry für ihren mutigen Einsatz dekoriert. Am nächsten Morgen wird Jack Zeuge, wie ein Bus in die Luft gesprengt wird. Kurz darauf wird er von dem für tot gehaltenen Erpresser kontaktiert. Der fordert diesmal 3,7 Millionen US-Dollar bis spätestens 11 Uhr für einen Linienbus, der mit einer Bombe präpariert wurde. Dessen Bombe wird scharf, sobald der Bus schneller als 50 Meilen pro Stunde (ca. 80 km/h) fährt und explodiert, wenn der Bus danach wieder unter 50 Meilen pro Stunde gerät. Dabei darf kein Fahrgast den Bus verlassen.

Jack schafft es nicht zu verhindern, dass die Bombe scharf wird, doch es gelingt ihm, an Bord des Busses zu kommen. Als der Busfahrer von einem Fahrgast angeschossen wird, muss Fahrgast Annie, die ihren Führerschein wegen zu schnellen Fahrens abgeben musste, am Steuer einspringen. Der Erpresser erlaubt der Polizei, den verletzten Busfahrer aus dem Bus zu schaffen. Als eine Frau die Nerven verliert und den Bus über die Vordertür verlassen will, zündet an der Stelle ein Sprengsatz und tötet die Frau.

Die Polizei erkennt, dass der Freeway, auf dem sie fahren, noch nicht fertiggestellt wurde und eine ca. 15 Meter lange Lücke aufweist. Jack entscheidet, dass Annie Vollgas geben und mit dem Bus die Lücke überspringen soll. Im Anschluss daran fahren sie auf das Gelände des Flughafens von Los Angeles, wo sie ihre Runden drehen. Jack verlässt den Bus unter einem Vorwand und versucht daraufhin, unter dem Bus die Bombe zu entschärfen, was ihm nicht gelingt.

In der Zwischenzeit findet man heraus, dass der Erpresser ein ehemaliger Polizist vom Sprengstoff-Kommando in Atlanta namens Howard Payne ist. Payne hatte sich 1989 zur Ruhe gesetzt, nachdem er durch eine Sprengladung einen Finger verlor. Als Harry mit einer Einsatzgruppe die Wohnung von Payne stürmt, zündet eine Bombe und tötet alle Polizisten. Payne fordert, dass das Geld in einem Abfallbehälter am Pershing Square deponiert werden soll.

Jack erkennt, dass Payne eine Kamera im Bus versteckt hat und das Signal per Funk empfängt. Ein TV-Übertragungswagen zeichnet eine Minute des Signals auf und sendet es wieder in einer Endlosschleife, während alle Fahrgäste aus dem fahrenden Bus geholt werden. Der Bus explodiert, als er ein Flugzeug rammt.

Den Ort der Geldübergabe überwacht die Polizei, doch Payne holt sich das Geld durch ein Loch im Untergrund. Er nimmt Annie, als Polizist verkleidet, in seine Gewalt, bringt an ihr einen Sprengsatz an und flüchtet in die U-Bahn. Jack folgt ihnen und es kommt zum Kampf auf dem Dach des Zuges, bei dem Payne durch ein Lichtsignal an der Decke des Tunnels geköpft wird. Die U-Bahn erreicht über einer Rampe die Erdoberfläche am Hollywood Boulevard, wo sie zum Stehen kommt. Annie und Jack küssen sich.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film ist das Regiedebüt von Jan de Bont, der zuvor in zahlreichen Filmen Kameramann war.
  • Die Dreharbeiten begannen am 7. September 1993 und endeten am 23. Dezember 1993. Gedreht wurde an verschiedenen Orten in Kalifornien.
  • Die Produktionskosten wurden auf etwa 30 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 350 Millionen US-Dollar ein, davon rund 121 Millionen US-Dollar in den USA.[2] In Deutschland wurden rund 3 Millionen Kinobesucher gezählt.
  • Kinostart in den USA war am 10. Juni 1994, in Deutschland am 20. Oktober 1994.
  • Da ein Fahrzeug bei Beschleunigung auf einer flachen Straße nicht nach oben steigen kann,[3] wurde für den Sprung des Busses eine Rampe verwendet. Das fehlende Straßenstück war beim Drehen vorhanden und wurde nachträglich per Bildbearbeitung entfernt. Alle Szenen, in denen der Bus auf einem Freeway zu sehen ist, wurden auf dem damals gerade neugebauten Freeway Interstate 105 gedreht, der noch nicht für den Verkehr freigegeben wurde.
  • Drehbuchautor Graham Yost wurde von dem Film Expreß in die Hölle aus dem Jahr 1985 inspiriert. Eine ähnliche Handlung hatte bereits auch der japanische Film Panik im Tokio-Express aus dem Jahr 1973.

Kritiken[Bearbeiten]

„Das Drehbuch von ‚Speed‘, geschrieben vom fernseherfahrenen Autor Graham Yost, liefert den einfachsten, aber wirkungsvollsten Anlaß für eine Hetzjagd, den es seit langem auf der Leinwand gegeben hat. Der Film hat denn auch den Anstand, seinem heimlichen Hauptdarsteller, dem silbergrauen Linienbus 2525, am Ende auf dem Flughafen eine filmische Beerdigung erster Klasse auszurichten. Regisseur De Bont nimmt das Action-Genre vollkommen ernst, die Kunst der Explosionen und Stunts, und er macht sich trotz seiner vergleichsweise knapp bemessenen Mittel – 30 Millionen Dollar – daran, seine Vorbilder zu übertrumpfen. Schon in einem Vorspiel, bei dem Held Jack einen Lift vor dem freien Fall in den Abgrund bewahren darf, demonstriert De Bont alle Tricks, die er in langen Dienstjahren als Action-Kameramann (‚Die Hard‘, ‚Basic Instinct‘) verfeinert hat. Und nach dem Ende der Busfahrt setzt er noch einen Trip in einer rasenden U-Bahn hintendran.“

Der Spiegel[4]

„Die dramatischen Ereignisse bis zur Überlistung des Terroristen bieten äußerst spannendes Kino fast ohne Gewaltdarstellungen. Ein meisterhafter Montagefilm, ein Höhepunkt des Actionkinos. Nicht nur ein spannender Genrefilm, sondern ein Essay über die Essenz des Kinos: die Bewegung.“

Lexikon des Internationalen Films[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bei der Oscarverleihung 1995 gewann der Film einen Preis in der Kategorie Beste Tonmischung und Bester Tonschnitt. Darüber hinaus war er in der Kategorie Bester Schnitt nominiert.
  • Dem Film wurde die Goldene Leinwand 1995 verliehen, für das Erreichen von 3 Millionen Kinobesuchern in 18 Monaten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 73 kB) der FSK
  2. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=speed.htm
  3. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,505754,00.html
  4. Filmkritik Krachen und Bersten
  5. Speed im Lexikon des Internationalen Films