Stiftung Lesen
Die Stiftung Lesen ist eine deutsche Stiftung aus Mainz, die zur Förderung von Lesefreude und Lesekompetenz 1988 gegründet wurde und 2013 ihre 25-jähriges Jubiläum feiert.
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Ziele und Zweck[Bearbeiten]
Die Stiftung Lesen versteht sich als Anwalt für das Lesen und die Leseförderung in Deutschland. Als bundesweit tätige Stiftung führt sie in enger Zusammenarbeit mit Partnern – Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen – Forschungs- und Modellprojekte sowie breitenwirksame Initiativen und Programme durch. Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten.
Zweck der Stiftung Lesen ist es, Lesefreude, Lesekompetenz und Zugänge zum Lesen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen zu schaffen und zu fördern. Die Stiftung Lesen geht von einer Gleichwertigkeit aller Lese- und Hörmedien aus. In einer multimedialen Welt sind Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Internet, Filme und Hörmedien miteinander verbunden und verweisen aufeinander.
Die Stiftung Lesen finanziert sich größtenteils aus Zuwendungen der Stifterratsmitglieder und Spender sowie Geldern der öffentlichen Hand, die in die Projekt- und Programmarbeit fließen.
Programme und Projekte[Bearbeiten]
Neben Forschungs- und Modellprojekten für Bund und Länder liegt der Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung Lesen auf breitenwirksamen Projekten. Die Programme und Projekte richten sich dabei an unterschiedlichste Zielgruppen und Altersstufen wie beispielsweise Familie, Kita, Schule sowie außerschulische Leseförderung. Zu den großen Initiativen und Programmen der Stiftung Lesen gehören unter anderem der Bundesweite Vorlesetag, der Welttag des Buches sowie „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, die größte frühkindliche Leseförderungsinitiative Deutschlands.
Bundesweiter Vorlesetag[Bearbeiten]
Der Bundesweite Vorlesetag wird seit 2004 jedes Jahr im November von der Stiftung Lesen und der Wochenzeitung Die Zeit veranstaltet. Seit 2011 ist auch die Deutsche Bahn beteiligt. Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen vor. 2012 nahmen am Bundesweiten Vorlesetag mehr als 48.000 Vorleserinnen und Vorleser teil, darunter auch zahlreiche Prominente aus Politik, Kultur, Medien und Sport.
Welttag des Buches[Bearbeiten]
Die Stiftung Lesen begleitet den UNESCO-Welttag des Buches am 23. April mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen. 2012 gehörte dazu unter anderem die Aktion „Lesefreunde“ der Stiftung Lesen, des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und deutscher Buchverlage, bei der insgesamt eine Million Bücher eine neue Leserin oder einen neuen Leser fanden. 33.333 Lese-Fans wählten aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel aus, den sie zum Welttag des Buches 30 Mal verschenkten.
Initiative Lesestart[Bearbeiten]
„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ ist eine bundesweite frühkindliche Sprach- und Leseförderungsinitiative und wird seit Ende 2010 von der Stiftung Lesen durchgeführt. Im Rahmen des Programms erhalten Eltern dreimal ein Lesestart-Set mit Alltagstipps rund ums Vorlesen und einem Buchgeschenk für ihre Kinder, wenn diese ein, drei und sechs Jahre alt sind. Begleitet wird „Lesestart“ außerdem von zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen am Ort.
Von 2011 bis 2013 erhalten Eltern mit einjährigen Kindern das erste Set beim Kinderarzt im Rahmen der U6-Vorsorge. Von 2013 bis 2015 gibt es das nächste Set in Bibliotheken, wenn die Kinder drei Jahre alt sind. Das dritte Lesestart-Set erhalten ab 2016 alle Schulanfänger. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Gremien und Netzwerke[Bearbeiten]
Zu den Gremien der Stiftung Lesen zählen der Vorstand, der Stifterrat und der Stiftungsrat. Ein Kuratorium, eine wissenschaftliche Beratergruppe und ein Qualitätsbeirat stehen der Stiftung Lesen beratend zur Seite. Die Geschäftsführung liegt in den Händen des Hauptgeschäftsführers, des Kaufmännischen Geschäftsführers und der Geschäftsführerin Programme und Projekte. Hauptgeschäftsführer ist seit Januar 2011 Jörg F. Maas.
Vorstand[Bearbeiten]
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Stifterrat[Bearbeiten]
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Stiftungsrat[Bearbeiten]
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Kuratorium[Bearbeiten]
Sowie ein Vertreter des Bundespräsidialamtes. |
Wissenschaftliche Beratergruppe[Bearbeiten]
Außerhalb der Wissenschaftlichen Beratergruppe steht zur Verfügung:
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Institut für Lese- und Medienforschung[Bearbeiten]
Die Initiativen und Projekte der Stiftung Lesen werden vom Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen in Mainz wissenschaftlich begleitet. Das Institut wurde 2007 gegründet und veröffentlicht Publikationen zu selbst entwickelten Forschungsthemen im Bereich der Lese- und Medienforschung.
Die Akademie für Leseförderung[Bearbeiten]
Seit dem Jahre 2004 widmet sich die Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover dem Ziel, die regionalen Voraussetzungen für die Förderung der Lesekompetenz und Lesefreude von Kindern und Jugendlichen im Bundesland Niedersachsen zu verbessern. Ihr Veranstaltungs- und Fortbildungsangebot für Erzieher, Eltern, Lehrkräfte, Bibliothekare und andere Multiplikatoren vermittelt ganzjährig Methoden der Leseförderung. Die Finanzierung der Akademie für Leseförderung erfolgt durch das Niedersächsische Kultusministerium und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Seit dem 7. September 2012 lautet der vollständige Name der Akademie „Akademie für Leseförderung Niedersachsen“.[1]
Vorleseclub[Bearbeiten]
Der Vorleseclub der Stiftung Lesen bietet allen, die sich ehrenamtlich für die Vorlesekultur und den kompetenten Umgang mit Medien einsetzen wollen, eine Möglichkeit sich zu engagieren. Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen zum Vorlesen, durch Leseempfehlungen und methodisch-didaktische Handreichungen erhalten alle Mitglieder des Vorleseclubs praxisnahe Informationen.
Lehrerclub[Bearbeiten]
Der Lehrerclub der Stiftung Lesen stellt seinen Mitgliedern für ihre Leseförderungsarbeit kostenlos fächerübergreifende Unterrichtsmaterialien, methodisch-didaktische Anleitungen sowie Informationen zu den Projekten und Programmen der Stiftung Lesen zur Verfügung. Der Lehrerclub hat inzwischen bundesweit 27.000 Mitglieder und verfügt über ein breites Netzwerk aus Multiplikatoren der Leseförderung.
Lesebotschafter[Bearbeiten]
Die Lesebotschafter der Stiftung Leser sind prominente Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Medien, Kultur und Sport, die Initiativen und Ziele der Stiftung Lesen öffentlich und längerfristig unterstützen.
Preise[Bearbeiten]
Kindersoftwarepreis TOMMI[Bearbeiten]
Der deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI widmet sich der Bewertung und Anerkennung von innovativen und herausragenden Kindersoftware-Titeln, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen. In Kooperation mit der Stiftung Lesen und ihrem Institut für Lese- und Medienforschung ermittelt das medienpädagogischen Institut der Johannes Gutenberg Universität zusammen mit Kindern in Kindertagesstätten im Rhein-Main-Gebiet und in der Stadtbücherei Frankfurt a. M. in Mainz die Gewinner des Sonderpreises in der Sparte „Kindergarten & Vorschule“. Der Preis wird seit 2002 jährlich auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.
Bildungsmedien-Preis Digita[Bearbeiten]
Im Rahmen der didacta Bildungsmesse verleiht die Stiftung Lesen in Kooperation mit dem IBI, Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft an der TU Berlin, sowie der Intel GmbH den Bildungsmedien-Preis digita. Der Preis zeichnet herausragende Neuerscheinungen im Bereich Bildungssoftware aus.
Leseförderungspreis[Bearbeiten]
Alle zwei Jahre wird der Leseförderungspreis „AusLese“ in mehreren Kategorien an Leseförderungsinitiativen, aber auch an Einzelpersonen vergeben.
Wissenschaftspreis[Bearbeiten]
Der mit 3000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wird seit 2009 für akademische Abschlussarbeiten vergeben, die sich mit dem Thema Lesen im Kontext der Mediengesellschaft beschäftigen. Die Auszeichnung erfolgt im Zweijahresrhythmus. Kriterien für die Vergabe sind die wissenschaftliche Qualität und Originalität der Arbeit. Die Sichtung der eingereichten Arbeiten und die Vergabe des Preises erfolgt durch eine Fachjury.
2009 wurde die Magisterarbeit mit dem Titel „Lesen, wenn anderes und andere wichtiger werden“ von Maik Philipp (Universität Lüneburg) ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine empirische Erkundungen zur Leseorientierung in der peer group bei Kindern aus fünften Klassen. Die Arbeit behandelt die Frage, ob anhand von Cliquenmerkmalen Lesemotivation vorausgesagt werden kann. 2011 wurde der Preis für zwei wissenschaftliche Arbeiten vergeben: die Dissertation „Lesemotivation und Lesestrategien. Der subjektive Sinn des Bücherlesens für 10- bis 14-Jährige“ von Senta Pfaff-Rüdiger sowie die Arbeit „Förderung von Leseflüssigkeit. Theoretische Fundierung und empirische Überprüfung“ von Daniel Nix.
Dietrich Oppenberg-Medienpreis[Bearbeiten]
Der Dietrich Oppenberg-Medienpreis wird seit 2001 von der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Haus NRZ vergeben. Ausgezeichnet werden Beiträge, die sich mit den sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft auseinandersetzen und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.
Kritik[Bearbeiten]
Der deutsche Philologenverband warf der Stiftung 2011 vor, es Firmen zu ermöglichen, mit als Unterrichtsmaterial getarnter Werbung gezielt Image- und Lobbyarbeit zu betreiben.[2]
Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) entschied nach Prüfung der Vorwürfe kein Verfahren gegen die Stiftung Lesen und die beteiligten Unternehmen einzuleiten, da die betroffenen Unterrichtsmaterialien nicht als Schleichwerbung einzuordnen sind.[3]
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Stiftung Lesen
- Stiftung Lesen auf Facebook
- Website des Bundesweiten Vorlesetags
- Website des Welttag des Buches und der Aktion „Lesefreunde“
- Website der frühkindlichen Leseförderungsinitiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“
- Website der Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ http://www.alf-hannover.de/content.php?contentid=718 Bericht auf der Website der Akademie für Leseförderung (10. September 2012)
- ↑ Deutscher Philologenverband: Stiftung Lesen verdeckte Werbung an Schulen vom 9. Mai 2011 auf der Internetpräsenz der Sendung Report Mainz, abgerufen am 9. Mai 2011.
- ↑ Presseinformation des Deutschen Rats für Public Relations (PDF; 72 kB) vom 24. August 2011, abgerufen am 9. März 2012.
