Maria Böhmer

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Maria Böhmer (2014)

Maria Böhmer (* 23. April 1950 in Mainz) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Vom November 2005 bis zum Dezember 2013 war sie Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Ihre Nachfolgerin in dieser Funktion ist Aydan Özoğuz. Im Kabinett Merkel III ist sie seit Dezember 2013 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zuständig.[1]

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1968 studierte Böhmer Mathematik, Physik, Politikwissenschaft und Pädagogik auf Lehramt. 1971 legte sie das Staatsexamen ab; 1974 erfolgte ihre Promotion zum Dr. phil. an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit der Arbeit Zur Wahlpflichtfachentscheidung in der Realschule – eine Untersuchung über Entscheidungskriterien der Realschüler in Rheinland-Pfalz. Dort habilitierte sie sich 1982 mit der Arbeit Zentrale und dezentrale Lehrerfortbildung – Entwicklung, Strukturen und Innovationen. Es folgten Forschungsaufenthalte an den Universitäten Cambridge und Augsburg. Von 1982 bis 1990 war sie Landesfrauenbeauftragte in Rheinland-Pfalz. Seit 2001 führt sie den Titel einer außerplanmäßigen Professorin für Erziehungswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, übt dort aktuell aber keine Lehrtätigkeit aus.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Böhmer trat 1985 der CDU bei. Sie ist Mitglied der Frauen Union, der Kommunalpolitischen Vereinigung sowie der CDA. 1991 bis 1993 war sie stellvertretende Vorsitzende der Grundsatzprogrammkommission der CDU und leitete die Kommissionsgruppe „Ökologische und Soziale Marktwirtschaft“. Sie war Vorsitzende des Bundesfachausschusses Frauenpolitik der CDU.

Sie gehört seit 1994 dem CDU-Bundesvorstand an. Von 2006 bis 2009 war sie Mitglied im Präsidium der CDU. Außerdem ist sie kooptiertes Mitglied im Landesvorstand der CDU Rheinland-Pfalz. Bis November 2001 fungierte sie als Landesvorsitzende der Frauen Union der CDU Rheinland-Pfalz, seit September 2001 ist sie Bundesvorsitzende der Frauen Union der CDU Deutschlands.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Seit 1990 ist Böhmer Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie von 2000 bis 2005 stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 gewann sie den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal für die CDU.[2] Zuvor war sie stets über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag eingezogen.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Vom 22. November 2005 bis zum 17. Dezember 2013 war Böhmer Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Ihr Dienstsitz war im Bundeskanzleramt. Böhmer ist stellvertretende Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates. 2014 wurde sie zur Senatorin der Leibniz Gemeinschaft gewählt. Seit Juni 2014 ist sie Präsidentin des UNESCO-Welterbekomitees.

Maria Böhmer initiierte 2006 die Charta der Vielfalt in Deutschland und startete die Kampagne „Vielfalt als Chance“. Von 2010 bis 2013 war sie als Bundesintegrationsbeauftragte Mitglied im Trägerverein der Charta der Vielfalt.[3]

Von 2009 bis 2013 war Maria Böhmer Mitglied des Vorstandes der Deutschlandstiftung Integration.[4] Heute gehört sie dem Kuratorium der Deutschlandstiftung Integration an.

Als Integrationsbeauftragte engagiert sich Böhmer seit 2010 zusammen mit Romani Rose und Barbara John als Schirmherrin bei Show Racism the Red Card-Deutschland e.V..[5]

Von 2011 bis 2013 war sie Vorsitzende des Bundesbeirates für Integration.

Böhmer ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.[6][7]

Privates[Bearbeiten]

Maria Böhmer ist in der Pfalz zu Hause. Sie ist katholisch, nicht verheiratet und hat keine Kinder.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Als Bundesvorsitzende der Frauen Union setzte sich Maria Böhmer für die bessere Anerkennung von Kindererziehungszeiten in der Rente ein. Die Mütterrente gilt seit 1. Juli 2014. Müttern, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, werden seitdem statt einem zwei Kindererziehungsjahre in der Rente anerkannt.

Böhmer wendet sich gegen sexistische bzw. pornografische Darstellungen, Zwangsverheiratung und häusliche Gewalt[8] gegen Migrantinnen.

Sie ist für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit[9] bei Ausländern, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Ein kommunales Wahlrecht für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten lehnt Böhmer ab.

Böhmer wies darauf hin, dass es nach dem „Zweiten Integrationsindikatorenbericht“ für die schulische Entwicklung von Migrantenkindern von erheblicher Bedeutung sei, ob die Umgangssprache in der Familie Deutsch ist. Sie forderte daher, dass die Eltern ihrer Verantwortung diesbezüglich gerecht werden müssten. Sie müssten aber auch stärker in die Bildungsarbeit einbezogen werden.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Böhmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite des AA. Abgerufen am 20. Dezember 2013.
  2. http://www.tagesspiegel.de/politik/wahlen2009/Bundestagswahl-Cem-Oezdemir-Ulla-Schmidt-Guttenberg;art20195,2910556
  3. http://www.charta-der-vielfalt.de/service/presse/pressemitteilungen/presse-detail/article/berliner-unternehmen-unterzeichnen-die-charta-der-vielfalt-staatsministerin-boehmer-die.html
  4. http://www.deutschlandstiftung.net/
  5. „Show Racism the Red Card“-Schirmherrschaft
  6. http://www.zdk.de/organisation/mitglieder/mitgliederliste/
  7. http://www.maria-boehmer.de/page/ueber-mich/224
  8. http://www.hurriyet.de/haberler/seminare/228655/schutzwall-gegen-husliche-gewalt
  9. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Themen/Gesellschaft/2008-07-09-wege-zur-einbuergerung.html
  10. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2012/01/2012-01-12-boehmer-integrationsindikatorenbericht.html
  11. www.bambini-preis.de