systemd

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systemd
Maintainer Lennart Poettering, Kay Sievers (Red Hat Inc.)
Aktuelle Version 213
(28. Mai 2014[1])
Betriebssystem Linux
Programmier­sprache C[2]
Kategorie init-Dienst
Lizenz GNU LGPL 2.1+[3]
(Freie Software)
freedesktop.org/wiki/Software/systemd
systemd-Komponenten

systemd ist ein Hintergrundprogramm (Daemon) für Linux-Systeme, das als init-Prozess als erster Prozess (Prozess-ID 1) zum Starten, Überwachen und Beenden weiterer Prozesse dient. Das Tool wurde von Lennart Poettering, Kay Sievers (Red Hat Inc.) und Anderen in C[2] geschrieben und wird als freie Software unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) veröffentlicht.[3]

Der Name entspricht mit dem abschließenden „d“ dem für Daemons üblichen Namensschema: systemd ist der Daemon, der das System startet und betreut.

Technik[Bearbeiten]

systemd ist abwärtskompatibel zu SysVinit-Skripten. Allerdings werden bewusst Features benutzt, die nur unter Linux zur Verfügung stehen, nicht aber auf anderen unixoiden Betriebssystemen. Es kann daher nur auf Systemen mit Linux-Kernel laufen.

Es soll den gegenseitigen Abhängigkeiten von Prozessen besser gerecht werden, durch mehr Parallelisierung zu einer besseren Auslastung beim Systemstart führen und somit weniger Verzögerungen verursachen als das ältere, klassische SysVinit oder auch das inzwischen von Ubuntu aufgegebene Upstart.

Grundlegendes Konzept dafür ist, weitgehend alle Prozesse gleichzeitig zu starten. Um nicht, wie bei anderen zwar grundsätzlich auf Parallelisierung setzenden Systemen, anhand der in einem Modell erfassten wechselseitigen Abhängigkeiten der Prozesse teilweise noch mit Serialisierung zu arbeiten, werden die D-Bus-Verbindungen und Sockets zur Interprozesskommunikation schon vor dem Start des zugehörigen Dienstes bereitgestellt und vom Kernel eventuell auflaufende Nachrichten bis zur Bereitschaft des Dienstes gepuffert. Ähnliches wird für Anfragen an Dateisysteme mittels autofs bewerkstelligt.

Daneben kann es nur gelegentlich benötigte Dienste ereignisbasiert erst bei Bedarf starten und so beim Systemstart weniger Dienste starten. Damit nimmt es Aufgaben wahr, die bei klassischen Unix-Systemen von inetd übernommen werden.

Weiterhin sollen alle Shell-Boot-Skripte durch deklarative Konfigurationsdateien ersetzt werden, in denen definiert wird, wie die jeweiligen Dienste gestartet werden. Diese Dateien sind in der Regel deutlich einfacher zu schreiben als init-Scripte und vermeiden den erheblichen Overhead von Shell-Scripten.

Unified hierarchy cgroups[Bearbeiten]

cgroups werden umgeschrieben, so dass sie eine "unified hierarchy" abbilden und anschließend nur noch exklusiv über systemd angesprochen werden können.

Das cgroups-Subsystem des Linux-Kernels bekommt kernfs-Support[4] und wird umgeschrieben, so dass in Zukunft eine "unified hierarchy" abgebildet wird.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ideen und Konzepte zu systemd entstanden aus der Betrachtung von bereits bestehenden modernisierten init-Systemen[6] wie launchd von Mac OS X und SMF (Service Management Facility) von Solaris. Es wurde am 10. April 2010 veröffentlicht. Distributionen, die systemd als vorgegebenen init-Dienst verwenden, sind Fedora seit Version 15, openSUSE seit Version 12.1, Mandriva 2011, Mageia seit Version 2, Arch Linux seit Oktober 2012, Red Hat Enterprise Linux seit Version 7[7] sowie Tizen[8].

SUSE Linux Enterprise Server soll systemd ab Version 12 verwenden, Debian ab Version 8 Jessie[9]. Das auf Debian basierende Ubuntu wird mittelfristig ebenfalls von seiner Eigenentwicklung Upstart auf systemd wechseln[10].

Gentoo Linux bietet systemd optional an.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorsten Leemhuis: Sammelstelle - Log-Informationen beim Journal von Systemd abrufen. c’t 13/2014, Seite 168

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [systemd-devel] [ANNOUNCE] systemd 213. 28. Mai 2014, abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch).
  2. a b systemd. In: Analysis Summary. Ohloh, abgerufen am 15. August 2011.
  3. a b Lennart Poettering: License. In: systemd git. freedesktop.org, abgerufen am 3. Februar 2013.
  4. cgroup: convert to kernfs. 28. Januar 2014. Abgerufen am 24. März 2014.
  5. cgroup: prepare for the default unified hierarchy. 13. März 2014. Abgerufen am 24. März 2014.
  6. golem.de: Interview mit Lennart Poettering, Entwickler Systemd. Abgerufen am 18. März 2013 (deutsch).
  7. Lennart Poettering: The Biggest Myths. Abgerufen am 3. Februar 2013 (englisch).
  8. Mikko Ylinen: Tizen IVI Architecture. Abgerufen am 3. Februar 2013 (PDF; 3,8 MB, englisch).
  9. ZDNet: Debian Linux entscheidet Streit um neues Init-System. Abgerufen am 11. Februar 2014 (deutsch).
  10. Mark Shuttleworth: Losing graciously. 14. Februar 2014, abgerufen am 15. Februar 2014 (englisch).