Fedora (Linux-Distribution)

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Fedora
Logo von Fedora
Bildschirmfoto
Fedora 18 Desktop mit GNOME 3.6.1
Fedora 18 (Spherical Cow)
Basisdaten
Entwickler Red Hat & Community
Aktuelle Version 18 (Spherical Cow)
(15. Januar 2013)
Abstammung GNU/Linux
Red Hat Linux
   ⌊ Fedora
Architekturen i386, AMD64, PowerPC, ARM, s390
Lizenz GPL und andere
Sonstiges Sprache: mehrsprachig
Standard-Desktop: Gnome
Website fedoraproject.org

Fedora [/fɪˈdɔːrə/] ist eine Linux-Distribution, die aus dem ehemaligen Red Hat Linux (RHL) entstanden ist. Die aktuelle Version (englisch: „Release“) ist Fedora 18 (Spherical Cow).

Ziel der Fedora-Entwickler ist es, eine Vorreiterrolle bei der Einführung von Neuerungen bei freien Betriebssystemen einzunehmen und interessierten Nutzern den Einstieg in die Entwicklung zu vereinfachen. Ebenfalls wird angestrebt, ein möglichst funktionsreiches System in Kooperation mit den Programmautoren (upstream) zu verwirklichen sowie keinerlei proprietäre oder patentbehaftete Software in die Distribution aufzunehmen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

fedora.us[Bearbeiten]

Das fedora.us-Projekt wurde im November oder Dezember 2002 von Warren Togami gegründet.[2] Ziel war es, ein qualitativ hochwertiges RPM-Repository für Red Hat Linux zu schaffen. Der Grundsatz war: Offizielle Richtlinien, aber offen für jedermann. Zuerst beschäftigte sich das Projekt vorwiegend mit Regeln für die Paketnamen.[2] Es gab große Probleme mit der Koexistenz von originalen Red-Hat- und fedora.us-Paketen. Es entstanden die heute noch gültigen Fedora Naming Guidelines. Die Ressourcen des Projekts waren aber bis zur Übernahme durch Red Hat eher bescheiden. Dafür bot es aber funktionierende Strukturen und Prozesse.[2]

Fedora Core[Bearbeiten]

Im September 2003[3] kündigte Red Hat an, die eigene Consumer-Linux-Distribution zugunsten einer Verschmelzung mit dem fedora.us-Projekt aufzugeben und sie als Community-Projekt unter dem Namen Fedora Core weiterzuführen. Am 5. November 2003 veröffentlichte das Projekt die erste Version der neuen Distribution, die zu dem Zeitpunkt eine direkte Weiterentwicklung des alten Red Hat Linux war.

Mit der im Mai 2004 veröffentlichten Version Fedora Core 2 (Tettnang) integrierte das Projekt den X.Org-Server als X Window System in die Distribution als Folge der Streitigkeiten um die Lizenzänderung[4] des früher benutzten XFree86.

In der Version Fedora Core 3 (Heidelberg) vom November 2004 wurde der SELinux-Code der NSA fester Bestandteil der Distribution.

Die im Juni 2005 veröffentlichte Version Fedora Core 4 (Stentz) integrierte die Virtualisierungstechnik Xen und die Entwicklungsumgebung Eclipse. Außerdem wurde als Standard-Compiler der GCC in Version 4 verwendet, und das Community-Software-Repository Fedora Extras war erstmals von vornherein in die Software-Verwaltung von Fedora Core direkt eingebunden.

Fedora Foundation[Bearbeiten]

Ebenfalls im Jahr 2005 gründete Red Hat mit der Fedora Foundation eine unabhängige Stiftung, die für das Fedora-Projekt zuständig sein sollte. Ziel des Stiftungsvorhabens war es, mehr Entwickler zur Mitarbeit am Fedora-Projekt zu gewinnen, das weiterhin die Basis für Red Hat Enterprise Linux bleiben sollte. Red Hat wollte die Fedora-Stiftung aus diesem Grund finanziell und technisch unterstützen. Da das Steuerrecht eine Unterstützung der Stiftung seitens Red Hat nur in gewissen Grenzen erlaubt hätte, gab Red Hat im April 2006 bekannt, dass die Fedora-Stiftung aufgelöst werden solle. Stattdessen solle die Entwicklergemeinschaft verstärkt im Fedora-Project-Board (also in die Entwicklung von Fedora) eingebunden werden.

Fedora Core 5 (Bordeaux) wurde im März 2006 veröffentlicht und brachte erstmals in Mono programmierte Software mit sich. Zur selben Zeit wurde im Rahmen von Fedora Core die Technik AIGLX entwickelt, die im X.Org-Server hardwarebeschleunigte 3D-Effekte ermöglicht. Entwicklerversionen von AIGLX waren für Fedora Core 5 verfügbar. Die im Oktober 2006 veröffentlichte Version Fedora Core 6 (Zod) integrierte AIGLX, das zu dem Zeitpunkt bereits fester Bestandteil des X.Org-Servers geworden war, vollständig. Zusätzlich zu AIGLX wurde der Fenstermanager Compiz Teil der Standardinstallation.

Für die Version Fedora 7 (Moonshine) wurde die Trennung von Fedora Core und Fedora Extras aufgehoben, um eine bessere Beteiligung Außenstehender an den Core-Paketen zu ermöglichen. Die zukünftigen Versionen werden schlicht Fedora genannt.

Im Mai 2008 gab Red Hat die Stimmenmehrheit im Vorstand von Fedora ab. Damit besitzt die Community erstmals die Mehrheit mit 5 von 9 Stimmen.

Versionen[Bearbeiten]

Schon Red Hat Linux hatte für seine jeweiligen Versionen spezielle Codenamen. Diese Tradition wird weiter fortgesetzt. Eine Liste dieser Namen und was es mit ihnen auf sich hat, findet sich unter Fedora- und Red-Hat-Versionsnamen.

Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version
Version Codename Veröffentlichung Kernel Unterversionen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1 Yarrow 5. November 2003 2.4.19 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2 Tettnang 18. Mai 2004 2.6.4 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3 Heidelberg 8. November 2004 2.6.9 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4 Stentz 13. Juni 2005 2.6.12 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5 Bordeaux 20. März 2006 2.6.16 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6 Zod 24. Oktober 2006 2.6.18 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7 Moonshine 31. Mai 2007 2.6.21 Test 1–4
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8 Werewolf 8. November 2007 2.6.23 Test 1–3
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9 Sulphur 13. Mai 2008 2.6.25 Alpha-, Beta-Version, Preview Release, Release Candidate
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10 Cambridge 25. November 2008 2.6.27 Alpha-, Beta-Version, Preview Release, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 11 Leonidas 9. Juni 2009 2.6.29 Alpha-, Beta- und Preview Release, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12 Constantine 17. November 2009 2.6.31 Alpha-, Beta-Version, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 13 Goddard 25. Mai 2010 2.6.33 Alpha-, Beta-Version, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 14 Laughlin 2. November 2010 [5] 2.6.35 Alpha-, Beta-Version, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 15 Lovelock[6] 24. Mai 2011 [7] 2.6.38 [8] Alpha-, Beta-Version, Final Release
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 16 Verne[9] 8. November 2011 [10] 3.1[11] Alpha-, Beta-Version, Final-Release
Ältere Version; noch unterstützt: 17 Beefy Miracle[12] 29. Mai 2012 [13] 3.3.4 Alpha-, Beta-Version, Final-Release
Aktuelle Version: 18 Spherical Cow[14] 15. Januar 2013 [15] 3.6.0 Alpha-, Beta-Version, Final-Release
Zukünftige Version: 19 Schrödinger's Cat[16] geplant für den 2. Juli 2013 [17] Alpha-, Beta-Release

In regelmäßigen Abständen entwickelt die Firma Red Hat, mit meist nur geringfügigen Änderungen, aus einer Fedora-Version das Produkt Red Hat Enterprise Linux, (RHEL) dessen Versionen im Gegensatz zur Fedora sehr lange gepflegt werden:

Besonderheiten der Distribution[Bearbeiten]

Allgemeine Software[Bearbeiten]

Analog zur früheren Lizenzpolitik des Unternehmens Red Hat gilt ebenso im Fedora-Projekt der Grundsatz, dass nur Computerprogramme mit vollständig freien Lizenzen verwendet werden dürfen. Dadurch soll vermieden werden, dass das Projekt aufgrund von Lizenzstreitigkeiten verklagt werden kann. Prominenteste Folge dieser Politik ist, dass die Distribution von den originalen Installationsmedien keine Programme mit MP3-Unterstützung mit sich bringt, sondern diese erst nachträglich installiert werden müssen. Zu diesem Zweck gibt es inoffizielle Installationsdatenbanken (englisch „Repositories“).

Mit der Veröffentlichung der Version Fedora Core 5 hat das Fedora-Projekt die Software des Mono-Projekts aufgenommen. Diese war früher nicht aufgenommen worden, da patentrechtliche Probleme mit einigen von Microsoft gehaltenen Patenten auf die dahinterliegende Technik befürchtet wurden. Seit das Open Invention Network Mono unter seinen Schutz gestellt hat, gelten diese Bedenken als ausgeräumt.[18]

Distributionsspezifische Software[Bearbeiten]

Die Installationsroutine Anaconda ermöglicht eine einfache, grafisch geführte Installation eines Fedora-Systems, während das Programm Kickstart dies automatisieren kann, was vor allem bei der mehrfachen Installation auf Firmenrechnern hilfreich ist. Zur allgemeinen Konfiguration des Systems stehen die system-config-*-Programme zur Verfügung, welche grafische Benutzeroberflächen haben. Die system-config-*-Werkzeuge sind nach den üblichen Fedora-Prinzipien programmiert, dass „Management-Tools“ (Hilfsprogramme zur Systemverwaltung) nur gezielt eine einzige Aufgabe erfüllen sollen und keine exklusive Kontrolle über Konfigurationsdateien benötigen. Administratoren eines Systems sind dadurch trotz der Verwaltungswerkzeuge in der Lage, auch beliebige Änderungen manuell in den Konfigurationsdateien vorzunehmen.

Ebenso ist SELinux bei Fedora in der Standardinstallation enthalten und aktiviert, was bei anderen Distributionen nur selten der Fall ist.

Aktualisierungs- und Veröffentlichungszyklen[Bearbeiten]

Das Ziel des Fedora-Projekts ist es, etwa alle sechs Monate eine neue Version zu veröffentlichen. Die zwischenzeitlich verspätete Version 5 wird als Ausnahme gesehen, Version 4 und 6 verspäteten sich ebenfalls um einen Monat. Aktualisierungen für die einzelnen Versionen werden bis einen Monat nach Erscheinen der übernächsten Version angeboten − dies sind also insgesamt 13 Monate. Dadurch ist es möglich, eine Version zu überspringen, ohne eine nicht weiter aktualisierte Version zu verwenden.[19]

Fedora aktualisiert bei veröffentlichten Versionen Pakete weiterhin über normale Bugfix-Aktualisierungen (Aktualisierungen zum Zwecke der Behebung von Programmfehlern) hinaus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Linux-Distributionen werden so beispielsweise Systemkerne (engl. „kernel“) neuerer Version eingespielt, wenn diese zur Verfügung stehen, während andere Distributionen meist die Kernel-Version konstant halten und für diesen nur Sicherheitsaktualisierungen oder Bugfixes (Fehlerkorrekturen) einspielen.

Installationsmedien[Bearbeiten]

Fedora 18 mit dem KDE-Desktop 4.9.4

Das Fedora-Projekt stellt eine installierbare Live-CD für Desktops in Gnome- und KDE-Varianten, eine Installations-DVD sowie eine 6-CD-Version als Abbild-Datei zum Download bereit. Standardmäßig wird die Live-CD mit Gnome-Desktop angeboten.[20]

Von der Gemeinschaft für spezielle Einsatzzwecke angepasste Fedora-Installationsmedien, sogenannte Spins, können über BitTorrent heruntergeladen werden.[21]

Alternativ kann Fedora mittels Minimal-CD per FTP, HTTP oder NFS installiert werden.[22]

Verbreitung[Bearbeiten]

Fedora erfreut sich unter anderem als Nachfolger der alten Red-Hat-Linux-Versionen großer Beliebtheit und hat diese in vielen Institutionen ersetzt. Die meiste Software, die früher für Red Hat zur Verfügung gestellt wurde, findet sich mittlerweile ebenfalls für Fedora, womit diese Distribution viel Unterstützung durch Firmen und Institutionen bekommt.

Unter Webhostern war Fedora im Dezember 2005 die am drittstärksten verbreitete Linux-Distribution. Zählt man alle Derivate von Fedora zusammen und bezieht Red Hat Enterprise Linux und dessen Derivate wie CentOS ein, ergab sich 2005 eine Verbreitung von etwa 50 Prozent.[23]

Ende 2008 erhob das Fedora-Projekt den Anspruch auf die Führung in der Linux-Welt. Dies geschah aufgrund ähnlicher Äußerungen des Ubuntu-Herstellers Canonical.[24] Angeblich sollte es 8 Millionen Ubuntu-Installationen gegeben haben. Das Fedora-Projekt zählte 3,4 Millionen aktive Installationen von Fedora 7; 3,9 Millionen Fedora-8-Installationen und 1,8 Millionen von Fedora 9. Zusammen kam man so auf eine Zahl von etwa 9,5 Millionen Fedora-Installationen, ein Großteil davon wohl auf Servern. Erhoben werden diese Zahlen durch Zugriffe auf die Update-Server des Fedora-Projekts. Das Problem an dieser Erhebungsmethode ist, dass viele Nutzer eine dynamische IP-Adresse nutzen und deshalb möglicherweise mehrfach gezählt werden. Red Hat weist deshalb darauf hin, dass die eigenen Zahlen – wie die der Konkurrenz – mit großen Unsicherheiten behaftet seien.[25]

Sonstiges[Bearbeiten]

Ende März 2011 wurde durch Entwickler verkündet, dass zukünftige Fedora-Versionen das Verzeichnis /run enthalten werden.[26][27] /run ist nicht im Filesystem Hierarchy Standard definiert, widerspricht diesem aber auch nicht,[28] was zu teilweise kontroversen Diskussionen führte. Mehrere andere Linux-Distributionen sagten ihre Unterstützung zu.

Rawhide und Branched[Bearbeiten]

Die Entwicklungsarbeiten für Fedora finden an einer Distribution mit dem Namen Rawhide (engl: Rohleder) statt.[29] In diese Distribution werden alle Neuerungen für die gerade in Entwicklung befindliche Fedora-Version eingearbeitet und von den Entwicklern getestet. Nähert sich der Entwicklungs-Zyklus dem ersten Alpha-Release, einer kommenden Fedora-Version, wird von der Rawhide ein Branched (engl: verzweigt) genannter Zweig abgeleitet, über die Alpha- und Beta-Releases-Phase stabilisiert und dann mit dem Final Release abgeschlossen.[30] Das Branched trägt bereits die Versions-Nummer der kommenden Fedora-Version. Parallel zum Branched wird die Rawhide weiterentwickelt, schon für die übernächste Fedora-Version.

Die Rawhide kennt - im Gegensatz zum Branched - keine Versionen sondern nur tägliche Rolling Releases. Täglich erstellt ein Dienst auf einem Server der Fedora-Foundation, aus dem Quellcode der Rawhide und dem Branched, ein installierbares ISO-Abbild. Da diese Nightly live builds[29][30] genannten Releases, den gerade vorhanden Entwicklungsstand abbilden, ist mit groben Instabilitäten zu rechnen. Auch Datenverluste oder die Beschädigung von Hardware können nicht ausgeschlossen werden, weshalb die Nightly live builds für jegliche Art von Endnutzern ungeeignet sind.[29] Nicht allzu selten kommt es auch vor, dass kein Nightly live build erstellt werden kann, weil zeitweilige Inkonsistenzen in der Rawhide dies unmöglich machen.

Für Entwickler von nicht in der Distribution enthaltener Software und Personen die sich informieren möchten, sind die Nightly live builds der Rawhide und Branched die einfachste Möglichkeit um vor einem Alpha-Release oder zwischen Alpha- und Beta-Releases die zukünftige Fedora zu testen und nutzen.

Paket- und Softwaremanagement[Bearbeiten]

Da Fedora aus der Linie der Red-Hat-Distribution entstanden ist, nutzt es auch dessen Paketverwaltung RPM. Um Abhängigkeiten zwischen den Paketen mit Hilfe von lokalen und im Internet bereitgestellten Paketsammlungen, sogenannten Repositories, aufzulösen, wird das Programm YUM genutzt, welches auch über eine grafische Benutzeroberfläche, genannt PackageKit, verfügt.

Bis zu Version 4 wurde auch das Programm up2date eingesetzt. APT wurde ebenfalls unterstützt. Diese Unterstützung wurde aber vorübergehend für Fedora Core 4 eingestellt, da die Entwicklung von APT für RPM ruhte. Für Fedora Core 5 und später kann APT für RPM wieder genutzt werden, da dieses seitdem auch nativ auf YUM-Repositories zugreifen kann.

Die Quellen für Fedora können dabei in zwei Teile geteilt werden: die offiziellen Quellen und solche, die von anderen bereitgestellt werden.

Repository-Anbieter[Bearbeiten]

Repositories von anderen Anbietern verfolgen meist andere Ziele oder eine andere Lizenzpolitik als Fedora selbst. Nennenswert sind hier Livna, RPMForge, atrpms, Dribble und freshrpms. Die Quellen sind untereinander nicht immer kompatibel, aus diesem Grund haben sich Livna, freshrpms und Dribble zur Version 10 von Fedora unter dem Namen RPM Fusion vereint. Darüber hinaus stellen immer mehr Softwareprojekte und Firmen, wie das Mono-Projekt, das GStreamer-Projekt, Skype oder Adobe, eigene Repositories zur Verfügung.

Neue Versionen installieren (Distributions-Upgrade)[Bearbeiten]

Beginnend mit Fedora 18 steht das FedUp-Werkzeug zum Upgrade auf aktuellere Fedora-Versionen zur Verfügung und ersetzt alle zuvor unterstützen Upgrade-Methoden.[31] FedUp aktualisiert alle Softwarepakete in einer Live-Umgebung.[32]

Möglich, jedoch nicht empfohlen ist die Methode, mit YUM eine Aktualisierung im laufenden Betrieb durchzuführen.[33]

Abstammung und Derivate[Bearbeiten]

Fedora Core 1 basierte auf Red Hat Linux 9 und stammte damit von diesem ab. Red Hat Linux (RHL) selbst ist vollständig in Fedora Core aufgegangen und wird nicht mehr selbständig weiterentwickelt. Stattdessen vertreibt Red Hat das Produkt Red Hat Enterprise Linux, (RHEL) das früher auf Red Hat Linux und damit heute auf Fedora aufbaut.

Es gibt eine ganze Reihe von Linux-Distributionen, die auf Fedora aufbauen oder noch von der Red-Hat-Distribution abstammen. Zu den bekannteren gehören:

  • ASPLinux: Eine russische Linux-Distribution mit sehr guter Multimedia-Unterstützung auf der Basis von Fedora
  • Aurox Linux: Eine in Polen entwickelte Distribution für den europäischen Markt (eingestellt)
  • Berry Linux: Eine Distribution aus Japan
  • BLAG GNU/Linux: Ein-CD-Distribution, für Desktop-Nutzer
  • Fuduntu: Eine Distribution welche besonders enegieeffizient arbeitet und sich daher besonders gut für mobile Rechner, wie Laptops und Netbooks eignet.
  • Kororaa: Distribution die sich an Anfänger richtet und KDE als Desktop mitbringt
  • Linpus Linux: Bekannt als das chinesische Linux, weltweite Verbreitung durch Auslieferung mit Netbooks
  • MythDora: Ein Videorekorder auf Basis von MythTV und Fedora.
  • Noys richtet sich vor allem an Web-Entwickler
  • Omega bringt unfreie Audio- und Video-Codecs sowie zusätzliche Multimediaplayer wie Xine oder MPlayer mit. Das YUM-Plug-in Presto lädt Updates nur noch als wesentlich kleinere Delta-Dateien herunter.
  • Der OLPC-100-Dollar-Laptop besitzt eine angepasste Fedora-Version.
  • Red Flag Linux: Distribution der VR China.
  • Trustix Secure Linux: auf Sicherheit getrimmt Distribution u.a. für den Server-Betrieb
  • Open Xange: Eine portugiesische Linux-Distribution, deren Erscheinungsbild sich an Windows Vista orientiert
  • Ojuba: Distribution für den arabisch-sprachigen Raum
  • Qubes OS: Distribution, die versucht eine hohes Maß an Sicherheit durch Virtualisierung zu erreichen
  • Yellow Dog Linux: Eine auf PPC zugeschnittene Distribution.

Trivia[Bearbeiten]

Fedora bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung eine spezielle Art des Filzhuts, der Hauptbestandteil des Markenzeichens des Unternehmens Red Hat ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Freie Software – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Freie Software

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://fedoraproject.org/wiki/Foundations
  2. a b c Präsentation: Das Fedora Projekt (PDF; 93 kB), Enrico Scholz, Unix-Stammtisch, 28. Oktober 2003
  3. Oliver Diedrich: Fedora zum Ersten im Heise News-Ticker, 6. November 2003
  4. David Dawes: „Modification to the base XFree86(TM) license“ im XFree86-Forum, 29. Januar 2004
  5. https://fedoraproject.org/wiki/Releases/14/Schedule
  6. https://admin.fedoraproject.org/voting/results/relnamef15
  7. http://fedoraproject.org/wiki/Releases/15/Schedule
  8. http://www.linux-magazin.de/NEWS/Fedora-15-Alpha-mit-Gnome-3-Systemd-und-Kernel-2.6.38
  9. http://lists.fedoraproject.org/pipermail/announce/2011-April/002948.html
  10. Zeitplan von Fedora 16 (englisch)
  11. http://www.heise.de/open/meldung/Alpha-Version-von-Fedora-16-Verne-erhaeltlich-1328735.html
  12. http://lists.fedoraproject.org/pipermail/announce/2011-October/003002.html
  13. Zeitplan von Fedora 17 (englisch)
  14. http://lists.fedoraproject.org/pipermail/announce/2012-April/003067.html
  15. Zeitplan von Fedora 18 (englisch)
  16. http://lists.fedoraproject.org/pipermail/announce/2012-November/003117.html
  17. Zeitplan von Fedora 19 (englisch)
  18. Greg De Koenigsberg: Fedora and Mono and OIN – clarifications in seinem privaten Blog, 22. März 2006
  19. Max Spevack: Fedora Core 5 end of life is June 29th, 2007 auf der Fedora Announce Mailingliste, vgl. auch die Informationen zum Release-Vorgang im Fedora Wiki
  20. http://get.fedoraproject.org/
  21. http://spins.fedoraproject.org/
  22. http://docs.fedoraproject.org/install-guide/f10/en_US/ch-other-install-methods.html#sn-alt-install-method
  23. Colin Phipps: Strong Growth for Debian auf netcraft.com, 5. Dezember 2005
  24. Canonical: Steigende Anwenderzahlen und immer noch kein Gewinn, pro-Linux, 28. Oktober 2008
  25. Fedora beansprucht die Linux-Führung, pro-Linux, 25. November 2008
  26. http://lists.fedoraproject.org/pipermail/devel/2011-March/150031.html
  27. http://www.pro-linux.de/news/1/16882/distributionen-fuehren-neues-verzeichnis-run-ein.html
  28. http://article.gmane.org/gmane.linux.redhat.fedora.devel/146990
  29. a b c Releases/Rawhide Rawhide (englisch), Fedora Foundation, zugegriffen am 20. Juli 2012
  30. a b Branched (englisch), Fedora Foundation, zugegriffen am 13. März 2012
  31. https://fedoraproject.org/wiki/Upgrading
  32. https://fedoraproject.org/wiki/FedUp
  33. http://fedoraproject.org/wiki/YumUpgradeFaq

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fedora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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