Tavira
| Tavira | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Region: | Algarve | |||||
| Unterregion: | Algarve | |||||
| Distrikt: | Faro | |||||
| Concelho: | Tavira | |||||
| Koordinaten: | 37° 7′ N, 7° 39′ W37.116666666667-7.65Koordinaten: 37° 7′ N, 7° 39′ W | |||||
| Einwohner: | 26.571 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 606,99 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 44 Einwohner pro km² | |||||
| Kreis Tavira | ||||||
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| Einwohner: | 26.571 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 606,99 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 44 Einwohner pro km² | |||||
| Anzahl der Gemeinden: | 9 | |||||
| Verwaltung | ||||||
| Adresse der Verwaltung: | Câmara Municipal de Tavira Praça da República 880-951 Tavira |
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| Präsident der Câmara Municipal: | Jorge Manuel Nascimento Botelho (PS) | |||||
| Webpräsenz: | www.cm-tavira.pt/
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Tavira [tɐˈviɾɐ] ist eine Stadt in Portugal.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Siedlung geht auf Phönizier oder Karthager zurück. Später haben die Römer im nahegelegenen Balsa (bei Santa Luzia) gesiedelt. Zwei Kilometer entfernt, im Dorf Santa Luzia, fand man Überreste eines römischen Friedhofs. Von dort stammt auch die einzige vorchristliche, griechische Inschrift Portugals, die einen Hinweis auf eine griechische Kolonie im 4. Jahrhundert v. Chr. lieferte.
Tavira wurde, wie beinahe die gesamte iberische Halbinsel, ab 711 von Mauren erobert. Es wurde ab 756 Teil des Kalifats von Cordoba. Es entwickelte sich eine hoch entwickelte Kultur, wie die neuesten Ausgrabungen nahelegen. Im 11. Jahrhundert war Tavira Teil des maurischen Emirats von Badajoz, Mitte des 12. Jahrhunderts war es unter dem Mauren Umar sogar kurzzeitig unabhängig, ehe es unter marokkanische Herrschaft fiel.
Dom Paio Peres Correia und der Ritterorden von Santiago nahmen im Auftrag von König Sancho II. (Portugal) am 11. Juni 1242 die Stadt ein. Da - nach einer Legende - sieben Ritter während eines Waffenstillstands bei der Jagd von Mauren aus Tavira getötet worden waren, wurde die Stadt bei ihrer Einnahme fast vollständig zerstört und anstelle der Moschee die Kirche Santa Maria do Castelo gebaut. 1415 begannen die Portugiesen ihre Eroberung Ceutas von hier aus. Tavira bekam das Stadtrecht im Jahre 1520. Schon 1451 erhielten die Fischer das Privileg, ihren Fang überall verkaufen zu dürfen. Außerdem durften nur sie Korallen ernten und auf Walfang gehen.
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Tavira durch die Einfuhr eines beträchtlichen Teils der aus den portugiesischen Kolonien eingeführten Waren zum wichtigsten Hafen der Algarve. Aus dieser Zeit stammt die Misericordiakirche, die besonders reich mit Azulejos ausgestattet ist. Im 17. Jahrhundert lebte Tavira zu einem guten Teil vom Handel mit Wein, Salz, Trockenfrüchten und Dörrfisch.
Doch 1645 wütete die Pest ein Jahr lang in der Stadt. 4 bis 5.000 Bewohner fielen ihr zum Opfer. Ab Mitte des Jahrhunderts begann zudem der Fluss zunehmend zu versanden. Die wirtschaftlich und politisch führende Stadt der Algarve verlor ihren Flusszugang nach und nach. Sie musste um 1700 ihren Vorrang zugunsten von Faro abtreten.
1755 verwüstete das Erdbeben von Lissabon Tavira. Dabei wurde auch die Burg zerstört. Der Marqués de Pombal (Sebastião José de Carvalho e Mello) und der Bischof von Faro leiteten den Wiederaufbau der Stadt. Die Stadt erholte sich jedoch trotz staatlicher Unterstützung nicht vom wirtschaftlichen Niedergang. Die Misericordiakirche erhielt 1760 eine vergoldete Kanzel.
Die Verlagerung der Thunfischschwärme ließ Tavira ab 1920 weiter an Bedeutung verlieren. 1881 wurden an der Algarve noch 43.000 Exemplare Thunfisch gefangen; in den 1960er Jahren nur noch rund 500 pro Saison. Anfang der 1970 Jahre wurde der Fang mit Stellnetzen in der Flussmündung eingestellt. Die alte Thunfischfangstation ist heute ein Luxushotel.[3]
Die Überfischung der Sardinen vor der Küste ließ die Fischerei weiter schrumpfen. Heute ist Tavira eine Stadt, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt. Daher wurde der Stadtkern restauriert und zahlreiche Gebäude in Hotels umgewandelt.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die siebenbogige sogenannte Römerbrücke von 1655, nach dem Erdbeben zerstört, wurde 1870 wieder aufgebaut. Sie führt zur Praça da República. Dort liegt das Rathaus mit spätmittelalterlichen Arkaden.
Die Burg auf dem Hügel ist maurischen Ursprungs. Unter König Dinis wurde sie im 13. Jahrhundert verstärkt. Zwischen den Mauerruinen befindet sich heute ein Garten. Von den Mauerkronen und Turmresten aus hat man einen Rundblick über die Stadt und die Flussmündung.[4]
Auf dem Weg zur Festung liegt die 1541 erbaute Igreja da Misericórdia, die eine harmonisch gestaltete Renaissance-Fassade von André Pilarte besitzt. Oberhalb des Eingangsportals befinden sich die Figuren der Heiligen Peter und Paul und der María da Misericórdia (Barmherzigkeit). Im Inneren ist die Kirche mit blau-weißen Azulejo-Bildern ausgeschmückt.[4]
Im früheren Wasserturm auf der Hügelspitze befindet sich eine Camera Obscura. Sie bietet einen Rundblick über die Stadt und eine Ausstellung zur Stadtgeschichte.[4]
Neben der Burgruine befindet sich die Igreja Santa Maria do Castelo. Sie wurde auf den Fundamenten einer Moschee errichtet. Das gotische Portal, ein gotisches Fenster und die manuelinische Capela dos Passos sind original erhalten geblieben. Die übrigen Teile der Kirche wurden beim Erdbeben 1755 zerstört und anschließend neu erbaut. Der Uhrturm mit dem arabischen Doppelfenster erinnert an die maurische Zeit. Im Altarraum befinden sich Grabplatten, die an Dom Paio Peres Correia und die sieben getöteten christlichen Ritter erinnern.[4]
Auch die etwas unterhalb gelegene Igreja de Santiago war ursprünglich eine Moschee. Im Laufe der Jahrhundert wurde sie immer wieder umgestaltet. Der weiß verputzte Bau präsentiert sich heutzutage als lebhaftes Gebilde mit verschachtelten Anbauten und einer Landschaft aus schrägen Dächern. Die südliche Hauptfassade wird geschmückt von einer Darstellung des heiligen Jakob (Santiago) zu Pferd als Maurentöter.[4]
Der Palácio da Galeria ist ein renovierter Renaissance-Palast. Im Eingangsbereich präsentieren sich Fundstücke aus der phönizischen Ära. Die übrigen Räume sind wechselnden Ausstellungen von zumeist zeitgenössischer Kunst gewidmet. Oben kann man gut die traditionellen Dachkonstruktionen der Stadt erkunden: Jeder Raum hat seinen eigenen Dachstuhl.[4]
Südwestlich der Burg erstreckt sich das ehemalige maurische Viertel. Es lag ursprünglich außerhalb der Stadtmauern. Dort lebte jahrhundertelang auch nach der christlichen Rückeroberung eine maurische Gemeinschaft.[4]
Auf der vorgelagerten Sanddüne Ilha de Tavira herrscht sommers reger Badebetrieb. Der ausgedehnte Strand bietet jedoch so viel Platz, dass es auch während der Hochsaison kaum je zu eng hergeht. Eine Fähre bringt die Gäste ab Quatro Águas zum schattenlosen Sttrand. Neben einem Campingplatz und einigen Ferienhäusern befindet sich hier auch der einzige offizielle Nacktbadestrand der Algarve. [4]
Verwaltung [Bearbeiten]
Tavira ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Alcoutim, Castro Marim, Vila Real de Santo António, Olhão, São Brás de Alportel, Loulé sowie der Atlantische Ozean.
Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Tavira:
| Gemeinde | Einwohner (30. Juni 2011) |
|---|---|
| Cabanas de Tavira | 1090 |
| Cachopo | 717 |
| Conceição | 1447 |
| Luz | 3370 |
| Santa Catarina da Fonte do Bispo | 1815 |
| Santa Luzia | 1453 |
| Santa Maria | 9226 |
| Santiago | 6282 |
| Santo Estêvão | 1171 |
Der Ort ist über die Bahnstrecke Linha do Algarve mit Lagos, Faro und Vila Real de Santo António verbunden.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Łańcut, (Polen)
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Felipa de Souza (1555–1600), Opfer der Inquisation
Literatur [Bearbeiten]
- Volker Gold und Henning Hammond-Norden Tavira Impressionen einer alten Stadt am Meer. Fotoband, 156 S., Texte in 4 Sprachen, Selbstverlag Volker.Gold@t-online.de, Landsberg, 1999. ISBN 3-00-003886-8
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: Tavira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Foto-Galerie vom CP Bahnhof Tavira
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
- ↑ a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
- ↑ Müller, Michael: Algarve. 7 Auflage. Michael Müller Verlag, Erlangen 2011, ISBN 978-3-89953-599-0, S. 93.
- ↑ a b c d e f g h Müller, Michael: Algarve. 7 Auflage. Michael Müller Verlag, Erlangen 2011, ISBN 978-3-89953-599-0, S. 92–95.
Albufeira | Alcoutim | Aljezur | Castro Marim | Faro | Lagoa | Lagos | Loulé | Monchique | Olhão | Portimão | São Brás de Alportel | Silves | Tavira | Vila do Bispo | Vila Real de Santo António