Partido Socialista

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Partido Socialista (Begriffsklärung) aufgeführt.
Partido Socialista
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Partei­vorsitzender Maria de Belém Roseira
General­sekretär António José Seguro
Gründung 19. April 1973
Gründungs­ort Bad Münstereifel
Parlamentsmandate 74 von 230 (Assembleia, 2011)
Internationale Verbindungen Sozialistische Internationale, Progressive Allianz
Europapartei SPE
EP-Fraktion S&D
Website www.ps.pt

Die Partido Socialista [pɐɾ'tidu susjɐ'liʃtɐ] anhören?/i, abgekürzt PS, zu deutsch Sozialistische Partei, ist eine sozialdemokratische Partei Portugals und neben dem Partido Social Democrata eine der beiden Volksparteien in Portugal.

Sie ist Mitglied der Sozialistischen Internationale und der Sozialdemokratischen Partei Europas und stellt derzeit sieben Mitglieder im Europäischen Parlament.

Als Jugendorganisation der Partei agiert die Sozialistische Jugend JS (Juventude Socialista). Als Presseorgane der PS erscheinen Portugal Socialista und Acção Socialista. Die Stiftung Fundação Mário Soares ist ebenfalls der PS zuzuordnen.

Die Partido Socialista wurde am 19. April 1973 in der deutschen Stadt Bad Münstereifel von militanten Mitgliedern der portugiesischen sozialistischen Bewegung (portugiesisch: Acção Socialista Portuguesa) gegründet.

Der Generalsekretär der PS ist seit dem 24. Juli 2011 António José Seguro,[1] Ihr langjähriger Präsident António de Almeida Santos (1992-2011) wurde 2011 durch Maria de Belém Roseira abgelöst.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sozialistische Partei hat in Portugal eine ganze Reihe von Vorläuferorganisationen.

Als älteste sozialistische Parteigründung gilt die 1875 von Azedo Gneco, Antero de Quental, José Fontana und anderen ins Leben gerufene Portugiesische Sozialistische Partei (Partido Socialista Português).

Nach dem Verbot aller politischen Parteien 1926 durch putschende Militärs unter Manuel de Oliveira Gomes da Costa zerfiel unter den einsetzenden Verfolgungen auch die Organisationen der sozialistischen Bewegung. In Opposition zum Estado Novo entstanden aber immer wieder kurzlebige illegale sozialistische Gruppen und Organisationen – so die Sozialistische Aktion (Acção Socialista, 1942–1944), die Unabhängige Sozialistische Partei (Partido Socialista Independente, 1944), die Sozialistische Union (União Socialista, 1944–1950), die Partei der Werktätigen (Partido Trabalhista, 1947), die Sozialistische Front (Frente Socialista, 1950–1954) und andere weitere Parteien.

Als eine wichtige Gruppierung für die spätere Gründung der Sozialistischen Partei Portugals sollte sich die im November 1964 in Genf u. a. von Mário Soares, Manuel Tito de Morais, Tierno Galvan und Francisco Ramos da Costa gegründete Portugiesische Sozialistische Aktion ASP (Acção Socialista Portuguesa) erweisen. Die ASP baute ein Netz illegaler Kontakte in Portugal auf, entwickelte Verbindungen zu internationalen sozialistischen Parteien und Organisationen, gab seit Mai 1967 eine eigene Zeitschrift, Portugal Socialista, heraus und wurde 1972 Mitglied der Sozialistischen Internationale (SI).

Aus der ASP heraus wurde dann am 19. April 1973 mit Unterstützung der Sozialistischen Internationale und besonders der SPD sowie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung im Weinhaus „An der Rauschen“ im deutschen Bad Münstereifel die Sozialistische Partei Portugals gegründet. Zu ihrem unumstrittenen Führer wurde Mário Soares. Auch nach der Gründung wurde die Partei mit finanziellen Mitteln in Millionenhöhe durch die SPD unterstützt, insbesondere für Parteiaufbau, Funktionärsschulung und für Wahlkämpfe.[2] Außerdem half Willy Brandt Mário Soares durch gemeinsame internationale Auftritte, an Ansehen zu gewinnen.

Nach der Nelkenrevolution von 1974 gelang es der Sozialistischen Partei, sich aus einer Kaderpartei zu einer Volkspartei zu entwickeln. Die Partei spielte eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung und Festigung demokratischer Strukturen in Portugal und war bzw. ist an vielen Regierungen beteiligt (siehe Dritte Republik).

Von 2005 bis 2011 war die PS unter Ministerpräsident José Sócrates alleinige Regierungspartei. Dieser wurde nach den Neuwahlen zum Portugiesischen Parlament am 20. Februar 2005 Premierminister. Die Partei errang hierbei erstmals in ihrer Geschichte die absolute Mehrheit (120 von 230 Sitzen). Der langjährige portugiesische Präsident Jorge Sampaio war ebenfalls Mitglied der Partei, sein Nachfolger Aníbal Cavaco Silva gehört dagegen dem konservativen Partido Social Democrata an. Der Führer der Partei war bis in den Oktober 2004 Eduardo Ferro Rodrigues, obwohl er am 9. Juli 2004 aus Protest gegen die Entscheidung des Präsidenten zurücktrat, der trotz des Wechsels von Durão Barroso auf den Stuhl der Europäischen Kommission keine Neuwahlen bestimmte. Im Oktober wurde dann José Sócrates sein Nachfolger.

Büro des Partido Socialista in Montemor-o-Velho

Programmatik[Bearbeiten]

Auf ihrem VI. Parteitag 1986 in Lissabon nahm die Partei programmatische Orientierungen an, die in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung auch heute noch Gültigkeit besitzen. Im ersten Abschnitt der „Grundprinzipien“ wird definiert: „Die PS ist eine politische Organisation der Portugiesen, die im Demokratischen Sozialismus die Lösung der nationalen Probleme und die Antwort auf die sozialpolitischen Erfordernisse unserer Zeit suchen.“ Diese Auffassung wird auf dem XIII. Parteitag im November 2002 bestätigt und durch die „eindeutige Verteidigung der Demokratie“ ergänzt.

Wahlergebnisse seit 1976[Bearbeiten]

Wahlergebnisse[3]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Generalsekretär
1976 1.912.921 34,9 % 107 Mário Soares
1979 1.642.136 27,3 % 74 Mário Soares
1980 1 66 Mário Soares
1983 2.061.309 36,1 % 101 Mário Soares
1985 1.204.321 20,8 % 57 Almeida Santos
1987 1.262.506 22,2 % 60 Vítor Constâncio
1991 1.670.758 29,1 % 72 Jorge Sampaio
1995 2.583.755 43,8 % 112 António Guterres
1999 2.385.922 44,1 % 115 António Guterres
2002 2.068.584 37,8 % 96 Ferro Rodrigues
2005 2.588.312 45,0 % 121 José Sócrates
2009 2.077.238 36,6 % 97 José Sócrates
2011 1.566.347 28,1 % 74 José Sócrates

1In der Republikanischen und Sozialistischen Front, mit die Linken Union der Sozialistischen Demokratie und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Action.

Bedeutende Mitglieder[Bearbeiten]

Generalsekretäre[Bearbeiten]

Premierminister Portugals[Bearbeiten]

Präsidenten Portugals[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diário de Noticias: Seguro eleito secretário-geral com 67,98% dos votos aufgerufen 24. Juli 2011
  2. Hinweis in: Vorwärts 4/2013, S. 25 (Historie)
  3. Wahlergebnisse - Assembleia da República

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Partido Socialista (Portugal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien