Lagos (Portugal)

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Lagos (Portugal)
Wappen Karte
Wappen von Lagos (Portugal)
Lagos (Portugal) (Portugal)
Lagos (Portugal)
Basisdaten
Region: Algarve
Unterregion: Algarve
Distrikt: Faro
Concelho: Lagos
Koordinaten: 37° 6′ N, 8° 41′ W37.098611111111-8.6752777777778Koordinaten: 37° 6′ N, 8° 41′ W
Einwohner: 3484 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 21,78 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner pro km²
Kreis Lagos (Portugal)
Flagge Karte
Flagge von Lagos (Portugal) Position des Kreises Lagos (Portugal)
Einwohner: 30.755 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 212,84 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 6
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Lagos (Portugal)
Paços do Concelho Séc. XXI Praça do Município
8600-293 Lagos
Präsident der Câmara Municipal: Júlio José Monteiro Barroso (PS)
Webpräsenz: www.cm-lagos.pt


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Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer Lagos [laɡʊʃ] ist eine Hafenstadt an der portugiesischen Algarveküste. Sie liegt etwa 30 km östlich von Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt Europas nahe Sagres.

Im historischen Zentrum von Lagos

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits die Phönizier und Griechen siedelten an der Bucht von Lagos, weil hier Thunfisch, Sardinen und Krebse gefangen werden konnten. Die Karthager führten im 4. Jahrhundert v. Chr. den Wein- und Olivenanbau ein. Der römische Name Lacobriga ist der erste bekannte Name der Siedlung und soll kelto-iberischen Ursprungs sein.

Die Stadtmauer bei Nacht

Kurz nach ihrer Landung in Gibraltar (711 n. Chr.) breiteten sich die Mauren schnell an der Algarve aus. 716 eroberten sie Lagos, das sie Zawaia („Brunnen“ oder „See“) nannten. Unter ihrer Herrschaft wurde die Stadtmauer im 10. Jahrhundert erneuert. 1189 eroberte Dom Sancho I. Lagos, aber 1192 kehrten die Mauren wieder zurück. Erst 1241 konnte Dom Paio Peres Correia, militärisch unterstützt von deutschen und englischen Ritterorden, die Stadt den Mauren endgültig entreißen.

Lagos' Hafen war im 15. Jahrhundert Ausgangspunkt zahlreicher Afrikaexpeditionen, die Portugal unter Heinrich dem Seefahrer (Dom Henrique o Navegador) unternahm. Am 21. August 1415 startete unter Heinrichs Führung eine Flotte von 232 Schiffen zur Eroberung von Ceuta. Die maurische Festung, Gibraltar auf der afrikanischen Seite der Meerenge gegenüberliegend, war seinerzeit Endpunkt von Saharakarawanen und von erheblicher strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Heinrich erhob Lagos zu einem bedeutenden Stützpunkt seiner Flotte und ließ hier ab etwa 1440 die Karavelle entwickeln und bauen. Dieser neue Schiffstyp nach dem Vorbild der arabischen Dhau war nicht nur seegängig und küstentauglich zugleich, sondern auch in der Lage, hoch am Wind zu segeln und gegen die vorherrschende Windrichtung zu kreuzen.

Ab 1433 stach der Seefahrer Gil Eanes mehrfach von Lagos aus in See, um schließlich erstmals über das Kap Bojador hinaus zu segeln. Das an der Nordwestküste Afrikas liegende Kap, das heute zu Westsahara gehört, galt damals als Grenze der Welt, ein Überschreiten als gefährlich oder gar unmöglich und der zurückzulegende Küstenverlauf Afrikas war überwiegend noch nicht kartographiert. Der Entdecker Gil Eanes, dessen Biographie weitgehend ungeklärt ist, wird heute in Lagos als Kind der Stadt geehrt und ein Platz im Ortszentrum, die Praça Gil Eanes, trägt seinen Namen.

Der historische Sklavenmarkt

Durch die Afrikafahrten portugiesischer Schiffe gelangten schwarze Sklaven aus Guinea und dem Senegal erstmals in der Neuzeit nach Europa. Lagos erhielt 1444 einen bedeutenden Sklavenmarkt, dessen Gebäude noch heute besteht. Erst 1820 wurde der Menschenhandel verboten. Die ehemalige nigerianische Hauptstadt Lagos, heute die zweitgrößte Stadt Afrikas, wurde nach der portugiesischen Kleinstadt benannt. Sie war Ausgangshafen der Sklaventransporte für den Sklavenmarkt in Lagos/Portugal.

Im Jahr 1476 geriet Christoph Kolumbus vor Lagos bei einem Piratenüberfall in Seenot und gelangte dadurch erstmals nach Portugal.

1573 bekam Lagos das Stadtrecht und 1577 wurde es Hauptstadt der Algarve. Ein Jahr später, 1578, brach Dom Sebastião I (König Sebastian I.) mit 18.000 Soldaten von Lagos aus nach Marokko auf, um dort an der für Portugal verheerenden Schlacht von Alcácer-Quibir teilzunehmen. Sebastião wurde getötet, sein Leichnam jedoch nie gefunden. Dieser Umstand gab Anlass zur Spekulation, der König sei noch am Leben, und die Hoffnung, er könne Portugals Schicksal wieder wenden. Ein modernes, 1973 von João Cutileiro geschaffenes Denkmal erinnert heute an das Schicksal des „ersehnten Königs Sebastião“ auf der Praça Gil Eanes.

1587 wurde die nun spanisch beherrschte Algarveküste zum Operationsgebiet einer englischen Flotte unter Francis Drake, deren Absicht es war, eine Invasion der britischen Inseln durch die spanische Armada zu verhindern. Drake erzielte hierbei zwar große Erfolge, scheiterte jedoch am Versuch, das stark befestigte Lagos einzunehmen.

Auch in späteren Zeiten wurde die Bucht von Lagos aufgrund ihrer strategisch bedeutenden Lage Austragungsort und Namensgeber von Seeschlachten: in einer ersten Seeschlacht bei Lagos versenkte 1693 die französische Flotte unter Admiral Tourville 80 Schiffe der englisch-holländischen Flotte, die unter dem Kommando des englischen Admirals Rooke stand. In einer zweiten Seeschlacht bei Lagos besiegte im Siebenjährigen Krieg 1759 ein britischer Flottenverband einen französischen.

Nach dem Erdbeben von 1755 verwüstete eine gewaltige Flutwelle mit elf Metern Höhe die Stadt. Anschließend wurde Lagos neu aufgebaut und die Stadtmauer aus jener Zeit umgibt noch heute weite Teile der Altstadt. Die Porta do Postigo und der Rest des Gouverneurspalastes zeugen von der Bedeutung und Wehrhaftigkeit der Hafenstadt. Allerdings zog der Gouverneur als Folge der Katastrophe ins weniger zerstörte Faro um, das Lagos als Hauptstadt des Königreiches Algarve ablöste.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Festungsanlage von Lagos

Am Largo Marquês de Pombal ist die städtische Tourist Information. Lagos gut erhaltene Altstadt bietet dem Besucher neben historischen Sehenswürdigkeiten kulturelle Einrichtungen, Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Zu jeder Jahreszeit prägen Touristen das Geschehen und zwischen den einheimischen Geschäften haben sich auch britische Pubs, Diskotheken und eine deutsche Bäckerei niedergelassen.

Auf der Praça da República (Platz der Republik; auch Praça do Infante Henrique genannt) befand sich der historische Sklavenmarkt (Mercado de Escravos). Unter den Arkaden der Delegação da Alfândega (ehemaliges Gebäude der Zollverwaltung, heute Ausstellungsräume) wurden die Schwarzafrikaner angebunden und zum Verkauf angeboten. Auf dem Platz steht seit 1960 ein Denkmal für Heinrich den Seefahrer (Infante D. Henrique), das anlässlich seines 500. Todestages aufgestellt wurde.[4]

Hinter der schlichten Fassade der Kirche Igreja do Santo António verbirgt sich ein üppig ausgestatteter, barocker Innenraum. Er beherbergt eine Trompe-l’œil-Decke, einen vergoldeten Barockaltar, vergoldete Holzstatuen, Schnitzwerk im Chor sowie Azulejos an den Wänden. Direkt angrenzend stellt das Museu Municipal sakrale Kunst, Münzen, Mosaik-Fragmente und archäologische Funde der Algarve aus.

Durch das Stadttor Porta de São Gonçalo beim ehemaligen Castelo dos Governadores (Gouverneurspalast) erreicht man über eine Holzbrücke das Fort Ponta da Bandeira, das seit dem 17. Jahrhundert den Hafen verteidigte. Von dort begleitet die Avenida dos Descobrimentos (Allee der Entdeckungen) das Flüsschen Bensafrim, das Fischkuttern und Yachten als Zufahrt zum Hafen dient. Viele, zum Teil steile Gassen des historischen Stadtkerns führen zu der palmengeschmückten Promenade hinunter. In der Nähe der Fußgängerbrücke, die hier über den Bensafrim zu den Hafenanlagen führt, befindet sich die sehenswert restaurierte Fischhalle von 1924. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses kann der Nachbau einer historischen Karavelle besichtigt und zu Ausflugtörns genutzt werden.

Von der 1995 neu errichteten Marina aus führt eine Anliegerstraße zum 4 km langen Meia Praia, dem Haupt- und Sandstrand von Lagos. Weitere, kleinere Strände zwischen Felsklippen (z. B. Praia Dona Ana, Praia dos Estudantes) befinden sich am Südrand der Stadt, deren Abschluss die Ponta da Piedade bildet, eine von bizarren Buchten durchzogene Felsspitze, die einen spektakulären Blick über die Bucht von Lagos erlaubt.

Der Zoo von Lagos befindet sich einige Kilometer außerhalb der Stadt in Barão de São João.

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Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Lagos ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho) im Distrikt Faro. Am 30. Juni 2011 hatte der Kreis 30.755 Einwohner auf einer Fläche von 212,8 km²[3].

Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Monchique, Portimão, Vila do Bispo sowie Aljezur.

Dem Kreis Lagos gehören folgende Gemeinden (Freguesias) an:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Lagos (1801 – 2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
9 789 11 012 13 937 16 210 17 060 19 700 21 526 25 398 30 755

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

  • 27. Oktober

Partnerstädte[Bearbeiten]

Der neue Bahnhof von Lagos
Der alte Bahnhof von Lagos

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kooperationsabkommen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der neue Bahnhof der Stadt verbindet Lagos über die Linha do Algarve mit Faro.

Der Busbahnhof, Ausgangspunkt für Stadt- und Regionallinien, liegt zentral an der Avenida dos Descobrimentos. Lagos ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Über die zur Schnellstraße ausgebaute Nationalstraße N120 ist Lagos an die 5 km nördlich verlaufende Autobahn A22 angeschlossen. Die Nationalstraße N125 führt 21 km westlich nach Vila do Bispo.

António José de Lima Leitão
José Sebastião Neto
Alberto da Silveira

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lagos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. Missler: Algarve, S. 106f.
  5. www.anmp.pt, abgerufen am 31. August 2013