Tora! Tora! Tora!

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Tora! Tora! Tora! ist eine US-amerikanisch-japanische Kriegsfilm-Koproduktion aus dem Jahr 1970, die den japanischen Angriff auf Pearl Harbor thematisiert. Die Regisseure, u. a. Richard Fleischer, dramatisieren die Ereignisse, die zum Kriegseintritt der USA führten, sowohl aus Sicht der Amerikaner als auch der Japaner. Alternativtitel ist Die Schlacht, die die Welt in Brand setzte.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 1941 verhandeln US-amerikanische und japanische Diplomaten hartnäckig angesichts eines drohenden Krieges im Pazifik. Gleichzeitig rüsten beiden Seiten auf und bringen ihre Streitkräfte in Stellung. Funksprüche weisen auf eine baldige Offensive des fernöstlichen Kaiserreiches hin.

Schließlich ist die Entwicklung nicht mehr umkehrbar, die Japaner entscheiden sich zum Krieg und überfallen daraufhin am 7. Dezember 1941 mit ihren Flugzeugträgern den völlig überraschten amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii. Durch Nachlässigkeit und Ignoranz der Politiker und Militärs, die auf Warnungen der Nachrichtendienste nicht ausreichend reagieren, bleibt die US-Flotte im Status „unvorbereitet”, mehrere Schlachtschiffe werden versenkt und über 2.400 Menschen kommen ums Leben. Die beiden amerikanischen Flugzeugträger, die Enterprise und die Lexington, sind jedoch außer Reichweite der japanischen Angriffsoperationen, da sie Flugzeuge zu den Inseln Wake und Midway transportieren.

Der Kommandeur der japanischen Fliegerstaffeln will weiter angreifen, da die amerikanischen Flugzeugträger nicht versenkt werden konnten, doch Admiral Nagumo befiehlt den Rückzug nach Japan; mit der Ausschaltung der amerikanischen Schlachtschiffe hält er das Hauptziel des Angriffs für erreicht und die Flotte ist für die weiteren Kriegsbemühungen des Kaiserreiches unentbehrlich.

Kurz vor dem Angriff wollten die Japaner um 13:00 Uhr Washingtoner Ortszeit den USA eine diplomatische Note überreichen, welche sämtliche Verhandlungen zwischen den beiden Ländern abbricht. Aufgrund von Schwierigkeiten in der japanischen Botschaft können sie dies erst nach dem Angriff tun. Die USA beantworten den Angriff mit einer Kriegserklärung: Der Zweite Weltkrieg ist voll entfesselt. Admiral Yamamoto tritt auf das Vorderdeck seines Flaggschiffs hinaus und sieht eine furchtbare Auseinandersetzung über das Meer herannahen.

Kritiken[Bearbeiten]

„Mit großem Aufwand und sichtlichem Bemühen um historische Genauigkeit inszenierter Kriegsfilm. Während zunächst eindrucksvoll die Wehrlosigkeit der Amerikaner, die aus Sorglosigkeit und Bindung an die Spielregeln der Demokratie resultiert, dargestellt wird, gerät der Film im weiteren Verlauf zu einem Feuerwerksspektakel, das den Krieg eher verharmlost.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

  • „Tora! Tora! Tora!” (Tiger! Tiger! Tiger!) ist der Funkspruch, um allen Einheiten den Erfolg der Angriffe an den US-Stützpunkten mitzuteilen. Der Funkspruch war eigentlich das Signal, dass der Angriff in der Variante für vollständige Überraschung durchzuführen war, mit den Torpedobombern zuerst, bestehend aus „to“ für totsugeki (Angreifen) und „ra“ für raigeki (Torpedos/Torpedobomber). Das Signal to ra, to ra, to ra wurde auch von amerikanischen Funkern empfangen, sie verstanden jedoch tora, das japanische Wort für Tiger. Dies führte dazu, dass der Funkspruch als tora, tora, tora bekannt wurde.
  • Der Film entstand am Originalschauplatz auf Hawaii. Die in Japan gedrehten Teile sollten ursprünglich von dem Regisseur Akira Kurosawa gedreht werden. Als dieser nach zwei Jahren jedoch noch immer kein zufriedenstellendes Material abliefern konnte, übertrug 20th Century Fox diese Aufgabe an Kinji Fukasaku.
  • An den Kinokassen war der Film zur Zeit des Vietnamkriegs ein finanzielles Desaster; mit der Zeit wurde er jedoch zu einem von Kritik und Filmfans gepriesenen Klassiker.

Das Yamamoto-Zitat[Bearbeiten]

Der legendäre japanische Admiral Isoroku Yamamoto sagt am Ende des Films den vielzitierten Satz „Ich fürchte, alles was wir getan haben, ist, einen schlafenden Riesen zu wecken und ihn mit einer furchtbaren Entschlossenheit zu erfüllen.”[Anm. 1] Dieser Satz wurde häufig zitiert und unter anderem im Film Pearl Harbor (2001) erneut verwendet, kann jedoch dem echten Yamamoto nicht zugeschrieben werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Tora! Tora! Tora! erhielt 1970 den Oscar in der Kategorie Beste Spezialeffekte und wurde mit folgenden vier Nominierungen bedacht: Beste Ausstattung, Beste Kamera, Bester Schnitt und Bester Ton.

Verwertung[Bearbeiten]

Einige Szenen aus diesem Film wurden auch für den Film Schlacht um Midway benutzt. Dazu gehören der Angriff auf den Flugplatz Midway (eigentlich Pearl Harbor), brennende Flugboote, ein landender schwerer Bomber, eine Szene, in der ein Fahrzeug in eine eiserne Schiebetür einer Wartungshalle fährt, sowie explodierende Tankwagen und ein Flugabwehr-MG-Schütze mit zerfetztem Hemd.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In der englischen Fassung des Films sagt Yamamoto: „I fear all we have done is to awaken a sleeping giant and fill him with a terrible resolve.“ Die deutsche Synchronisation des Films weicht jedoch deutlich von der direkten Übersetzung dieses Satzes ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tora! Tora! Tora! im Lexikon des Internationalen Films

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Cornelius, Der japanische Feind im amerikanischen Kriegsfilm, Grin Verlag, 2007, ISBN 3638845419

Weblinks[Bearbeiten]