Joseph Cotten

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Joseph Cotten mit Ehefrau Patricia Medina (1973)

Joseph Cheshire Cotten (* 15. Mai 1905 in Petersburg, Virginia; † 6. Februar 1994 in Palm Springs, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Nach einigen Jahren als Journalist für verschiedene Magazine und Zeitschriften arbeitete Joseph Cotten seit Beginn der 1930er als Bühnenschauspieler. Mitte des Jahrzehnts schloss er sich Orson Welles und dessen Theaterprojekt Mercury Theatre an und trat unter anderem in Welles’ Inszenierung von William Shakespeares Julius Cäsar auf. Den Höhepunkt seiner Bühnenkarriere hatte er neben Katharine Hepburn in The Philadelphia Story.

Gemeinsam mit Welles ging Joseph Cotten nach Hollywood, wo er 1941 eine wichtige Rolle in Welles Regiedebüt Citizen Kane übernahm. In der Rolle eines treuen Weggefährten des von Orson Welles dargestellten Charles Foster Kane überzeugte Cotten die Kritiker und begann eine erfolgreiche Karriere als Darsteller in romantischen Melodramen. Noch im selben Jahr war er neben Merle Oberon in Ein Frauenherz vergißt nie (Lydia) zu sehen. Im Folgejahr war Cotten in der von vielen Rückschlägen überschatteten Produktion von Welles zweiter Regiearbeit, Der Glanz des Hauses Amberson beschäftigt. Neben Dolores del Rio wirkte er auch in dem Spionagethriller Von Agenten gejagt mit, den Welles nur mit vielen Kompromissen beenden konnte. Seine vielleicht beste Rolle hatte er jedoch unter der Regie von Alfred Hitchcock in dem Thriller Im Schatten des Zweifels als Mörder, der seine Familie in einer Kleinstadt besucht und dabei fast noch seine Nichte ermordet.

Die Karriere von Cotten nahm einen Aufschwung, als er einen Vertrag mit David O. Selznick unterschrieb. Der hochgewachsene Schauspieler stieg innerhalb weniger Jahre zu einem der gefragtesten Darsteller in dramatischen Liebesfilmen auf und wirkte neben einigen der größten weiblichen Stars der Dekade mit. 1943 war er neben Deanna Durbin in Hers to Hold zu sehen, um kurz danach als geheimnisvoller Fremder die vom Wahnsinn bedrohte Ingrid Bergman in dem George Cukor Film Das Haus der Lady Alquist in letzter Sekunde zu retten. Im selben Jahr 1944 arbeitete er zum ersten Mal mit dem Regisseur William Dieterle, der aus Cotten im Lauf der nächsten Jahre einige der besten Darstellungen herausholte. Das Projekt war I'll be Seeing You, in dem Ginger Rogers als junge Frau mit Geheimnissen um ihr Glück und gegen Vorurteile kämpfen muss. Einige Monate später war Cotten als heimlicher Verehrer von Claudette Colbert in dem sehr erfolgreichen Heimatfrontstreifen Als du Abschied nahmst von John Cromwell zu sehen. Einen der größten kommerziellen Erfolge in Cottens Laufbahn wurde Liebesbriefe wieder unter der Regie von Dieterle, der 1945 in den Verleih kam und ihn als Soldaten präsentierte, der einer jungen Frau, gespielt von Jennifer Jones, unter falschem Namen romantische Briefe schreibt. Eine plötzliche Amnesie bei Jones verhindert, dass beide rasch und unkompliziert zueinander finden, sondern noch etliche Verwicklungen zu überstehen haben.

Eine gewisse Abwechslung war die Rolle in dem Western Duell in der Sonne, der 1946 für volle Kassen sorgte und wegen seiner offenen Darstellung von Sex, Gewalt und Rassenhass für Probleme bei der Zensurbehörde sorgte. Eine seiner bekanntesten Rollen hatte Cotten in der Politkomödie Die Farmerstochter, der 1947 Loretta Young einen Oscar für ihre Darstellung einer schwedisch-stämmigen Hausangestellten bei einem Kongressabgeordneten einbrachte, die am Ende selber einen Sitz im US-Kongress gewinnt. Gegen Ende der Dekade drehte Cotten noch unter der Regie von Dieterle und erneut neben Jennifer Jones und Ethel Barrymore die auf verschiedenen Zeitebenen spielende Liebesgeschichte Jenny und spielte die Hauptrolle in Der dritte Mann, bei dem Carol Reed Regie führte. Gegen Ende des Jahres arbeitete Cotten erneut mit Hitchcock und Ingrid Bergman in dem Drama Sklavin des Herzens zusammen, doch der Film war ein finanzieller Reinfall. Kaum erfolgreicher war auch die Zusammenarbeit mit King Vidor in Beyond the Forest, in dem er den gequälten Ehemann von Bette Davis verkörperte, die ihn mit ihren Eskapaden, Abtreibungen und Ehebrüchen in die seelische Verzweiflung treibt.

Etwas überraschend versank die Karriere von Joseph Cotten ab 1950 ziemlich rasch in Mittelmäßigkeit. Seinen letzten wirklichen Erfolg hatte er wieder unter der Anleitung von William Dieterle neben Joan Fontaine in Liebesrausch auf Capri, der Ende 1950 in die Kinos kam. Für die nächsten Jahrzehnte war Cotten meist in Nebenrollen und im Fernsehen zu sehen.

Von sich reden machte Cotten auch durch seinen langjährigen Streit mit der Kolumnistin Hedda Hopper, die 1943 behauptete, er habe während der Dreharbeiten zu Hers to Hold eine Affaire mit Deanna Durbin gehabt. Cotten revanchierte sich dafür, indem er Hopper einen wunderschönen Präsentkorb übersandte, in dem ein totes Stinktier auf einem Seidenkissen drapiert lag.

Joseph Cotten war von 1931 bis 1960 mit Lenore Kipp und von 1960 bis zu seinem Tod mit Patricia Medina verheiratet. 1994 starb er an Lungenkrebs.

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph Cotten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien