Unterwaldhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Unterwaldhausen
Unterwaldhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterwaldhausen hervorgehoben
47.9019444444449.4705555555556649Koordinaten: 47° 54′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Altshausen
Höhe: 649 m ü. NHN
Fläche: 4,11 km²
Einwohner: 275 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88379
Vorwahl: 07587
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 077
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
88379 Unterwaldhausen
Webpräsenz: www.gvv-altshausen.de/gemeinden/unterwaldhausen.htm
Bürgermeister: Josef Schill (parteilos)
Lage der Gemeinde Unterwaldhausen im Landkreis Ravensburg
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Über dieses Bild
Pfarrkirche Allerheiligen in Unterwaldhausen
Hochaltar der Pfarrkirche in Unterwaldhausen

Unterwaldhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg.

Seit 1. Januar 1972 ist die Gemeinde Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.

Geographie[Bearbeiten]

Unterwaldhausen liegt an der oberen Ostrach nahe dem Pfrunger Ried. 51 ha des Gemeindegebiets sind von Wald bedeckt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortschaften Unterwaldhausen und Oberwaldhausen sowie die Weiler Wendenreute, Spitalhöfe und Schnaidhöfe.

Geschichte[Bearbeiten]

1246 wurde Unterwaldhausen als Walthusen erstmals urkundlich erwähnt. In Unterwaldhausen und Oberwaldhausen (superior Walthusen) hatte die Benediktinerabtei Weingarten Besitz.

Die Pfarrkirche Allerheiligen in Unterwaldhausen wird erstmals 1275 in einem Steuerregister genannt. 1353 stand die Pfarrei unter dem Patronat der Ravensburger Patrizierfamilie Maienberg. 1508 war sie dem Kloster Weingarten inkorporiert.

Die Gerichtsbarkeit über Unterwaldhausen und Oberwaldhausen wurde von den Grafen von Königsegg ausgeübt. 1693 traten diese die Gerichtsbarkeit im Tausch gegen den Weiler Wolfertsreute an das Kloster Weingarten ab. Die Besitzungen des Klosters waren im „Amt Unterwaldhausen“ zusammengefasst.

Im Zuge der Säkularisation kam der Ort 1806 zum Königreich Württemberg. Unterwaldhausen gehörte zunächst zum Oberamt Saulgau (ab 1934: Landkreis Saulgau), bevor es im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1973 dem Landkreis Ravensburg zugeschlagen wurde.

Religion[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Sitz der katholischen Pfarrei Allerheiligen, die zum Dekanat Saulgau gehört.

Die evangelischen Christen der Gemeinde gehören zur Kirchengemeinde Altshausen im Kirchenbezirk Biberach.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören acht ehrenamtliche in der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 durch Mehrheitswahl gewählte Bürger an. Darunter sind zwei Frauen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 16. November 2008 wurde Josef Schill als ehrenamtlicher Bürgermeister wiedergewählt. Er wurde ohne Gegenkandidat und ohne Gegenstimme mit 100 % der abgegebenen gültigen Stimmen für eine dritte Amtszeit bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,5 Prozent.

Wappen[Bearbeiten]

Am 22. August 1980 wurde der Gemeinde ein Gemeindewappen und eine Flagge in den Farben Grün-Gelb verliehen.

Blasonierung: „In Gold (Gelb) aus grünem Dreiberg wachsend ein in der Form einer Abtsstab-Krümme nach heraldisch links gebogener grüner Lindenzweig, aus dem fünf grüne Lindenblätter sprießen“.

Das Wappen vereint Züge des Wappens des Klosters Weingarten (das einen wie ein Abtsstab gebogenen Weinstock zeigt) und des Siegels der Ravensburger Patrizierfamilie Maigenberg (das Lindenblätter zeigt).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Der Musikverein Unterwaldhausen wurde 1921 gegründet und tritt bei Festen und Konzerten in Unterwaldhausen und Umgebung auf. Außerdem gehen die 52 aktiven Mitglieder (Stand: 2004) der Blasmusikkapelle des Vereins regelmäßig auf Konzertreisen, die sie bis nach Frankreich, Kanada, in die USA und nach Brasilien führten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Allerheiligen in Unterwaldhausen ist ein Bau der Gotik, der Turm ist älter. Der Kirchenraum wird beherrscht von einem neugotischem Hochaltar von 1879, der bis 2005 umfassend renoviert wurde.
  • Dreifaltigkeitskapelle von 1790 in Oberwaldhausen
Rambassler der Narrenzunft Rambassler

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Gresser: 700 Jahre Kirchengemeinde Unterwaldhausen. Unterwaldhausen 1975 (Broschüre)
  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Saulgau. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1829 (Volltext bei Wikisource)
  • Anton Rimmele: Unterwaldhausen im Landkreis Ravensburg. Ein Gang durch die Geschichte. Gemeinde Unterwaldhausen, Unterwaldhausen 2007 (umfassende bebilderte Orts-, Kirchen- und Vereinsgeschichte aus der Feder des früheren Bürgermeisters; mit Abbildung und Beschreibung jedes einzelnen Hauses der Gemeinde)
  • Oskar Sailer (Hrsg.): Der Kreis Ravensburg. Theiss, Stuttgart 1976, ISBN 3-8062-0145-5
  • Josef Störkle: Unterwaldhausen. In: Chronik des Kreises Ravensburg. Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Kunst. Chroniken-Verlag Boxberg, Hinterzarten 1975, S. 803-831

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unterwaldhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)