Villedieu (Vaucluse)

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Villedieu
Wappen von Villedieu
Villedieu (Frankreich)
Villedieu
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Carpentras
Kanton Vaison-la-Romaine
Gemeindeverband Pays Vaison Ventoux.
Koordinaten 44° 17′ N, 5° 2′ O44.2838888888895.0347222222222280Koordinaten: 44° 17′ N, 5° 2′ O
Höhe 176–443 m
Fläche 11,38 km²
Einwohner 515 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 45 Einw./km²
Postleitzahl 84110
INSEE-Code
Website villedieu-vaucluse.fr

Villedieu, Rathausplatz

Villedieu ist eine französische Gemeinde mit 515 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vaucluse und in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Geografie[Bearbeiten]

Villedieu liegt ungefähr sechs Kilometer nördlich von Vaison-la-Romaine entfernt. Die Gemeinde wird im Norden vom Fluss Eygues begrenzt, der gleichzeitig die Grenze zum Département Drôme bildet. Weitere umliegende Gemeinden neben Vaison sind Puyméras, Saint-Romain-en-Viennois und Buisson in Vaucluse, sowie Saint-Maurice-sur-Eygues, Vinsobres und Mirabel-aux-Baronnies in Drôme. Nächstgrößere Städte sind Valréas im Norden (12 km), Bollène im Westen (23 km) und Orange im Südwesten (25 km).[1]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit dem benachbarten Département in Richtung Nordosten über die Departement-Straße D7 verbunden. Die D94 geht in südliche Richtung nach Vaison-la-Romaine. Über die D75 kann Buisson im Westen angefahren werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten gefundenen Überreste sind bearbeitete Feuersteine aus dem Paläolithikum. Aus römischer Zeit stammen einige gefundene Grabbeigaben. Villedieu war höchstwahrscheinlich eine gallo-römische villa in der Nähe von Vasio (Vaison-la-Romaine). Der Ortsname leitet sich vom lateinischen Villa Dei ab, für das es allerdings keine schriftlichen Belege gibt.[2]

Später war Villedieu zwischen Templern und Johannitern aufgeteilt. Das Dorf war einst eine mittelalterliche Templerkommende und besaß eine Burg mit einem Turm. 1317 erhielt das Papsttum die Güter der Johanniter und verschenkte diese später an treue Anhänger und Kardinäle weiter. Villedieu gehörte bis 1791 zum Comtat Venaissin und wurde danach ins Königreich Frankreich eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2008
Einwohner 442 472 438 480 548 508 506 506

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche
Altes Stadttor mit Glockenturm

Die mehr als 10 Meter hohe Stadtmauer wurde wie die Kirche wahrscheinlich im 10. Jahrhundert errichtet. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrmals restauriert und besitzt drei Stadttore. Das mittlere Tor wird vom Glockenturm gebildet, bei dem noch die Aussparungen für das Fallgitter und ein päpstliches Wappenschild zu sehen sind, das als das einzig authentische im Comtat Venaissin gilt. Der Uhrenturm wird ins 12. Jahrhundert datiert.[2]

Die Stadtmauer ist nur in dem Teil zugänglich, der den Dorfplatz im Nordosten abschließt. Im restlichen Abschnitt sind private Wohnhäuser und eine restaurierte Burg integriert, die angeblich die ehemalige Templerkommende darstellen soll, wahrscheinlich aber eher zu den Johannitern gehörte. Der donjon des Templiers ist ein quadratischer, in das Längsschiff der Kirche eingebauter Turm mit 18,5 m Höhe. Der Turm ist an der Spitze gezackt und mit Schießscharten sowie drei großen Öffnungen durchbohrt, in denen jeweils eine Glocke hängt.[2]

Die Pfarrkirche Saint-Michel ist romanischen Ursprungs. Sie datiert ins 10. Jahrhundert mit späteren Ergänzungen im 12. Jahrhundert.

Im Viertel Saint-Laurent befindet sich eine gleichnamige kürzlich restaurierte Kapelle.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jules Courtet: Dictionnaire géographique, géologique, historique, archéologique et biographique du département du Vaucluse. Avignon 1876.
  •  Robert Bailly: Dictionnaire des communes du Vaucluse. A. Barthélemy, Avignon 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Villedieu (Vaucluse) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Gemeinde auf annuaire-mairie.fr
  2. a b c d Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Gemeinde. auf vaison-ventoux-tourisme.com, abgerufen am 21. Dezember 2011 (französisch).